Der Hund meiner Schwester

22.11.12  16:49

Hallo liebe Tierfreunde und -kenner!

Ich habe mal eine Frage zum Verhalten des Hundes meiner Schwester.

Der Hund ist fast genau zwei Jahre alt, Rüde (nicht kastriert, aber trägt einen Hormonchip) und Australien Shepherd. Eigentlich ein total liebes, ab und an halt etwas aufgedrehtes Tier. Aber so ein unheimlich lieber Hund, der wirklich keinem etwas macht...

Nun war jetzt allerdings schon mehrmals die Situation, wenn meine Schwester mit dem Hund hier zu Besuch oder der Hund alleine "in Ferien" hier war, er sich mir gegenüber von jetzt auf gleich ganz seltsam verhalten hat.

Gerade am Samstag war wieder so ein Fall..die beiden schliefen bei uns und morgens kamen sie in mein Zimmer..meine Schwester ging dann nochmal raus und der Hund fing plötzlich an, vor mir rumzuspringen, zu bellen und mir überall reinzubeißen, was er von mir bekommen hat. Das Ende vom Lied sind mehrere Blutergüsse und Kratzer an der Hand, ein großes und drei kleine Löcher in meiner Schlafanzughose und ein großer Bluterguss an meinem Oberschenkel. Ich konnte so viel "Pfui!" und "Aus!" rufen, wie ich wollte, er hat sich absolut nicht beruhigen lassen...erst als meine Schwester kam, hat er sich wieder einigermaßen verhalten, wollte aber gerade so weitermachen, als sie das Zimmer verlassen wollte..

Sie meinte, dass er nur spielen wollte, aber nach dem Wunsch nach spielen sah das für mich nicht aus (bin aber auch kein Hundeexperte)?!

Wollte jetzt mal mit unserer Tierärztin sprechen, aber die hat leider Urlaub...

Habt ihr eine Ahnung, woran das liegen könnte?

Der Hund und ich verstehen uns wirklich super, er freut sich immer riesig, wenn er mich sieht, wir schmusen und spielen gemeinsam und gehen ab und an spazieren (er ist ja nicht so oft hier).

Ich muss dazu sagen, dass es schon einmal so eine Aktion gab, wo er ohne meine Schwester hier war und das Ganze ging so weit, dass meine Mutter gesagt hat, ich solle in meinem Zimmer bleiben, da er gar nicht mehr von mir abgelassen hat...

Und er macht das nur bei mir!

Kann mir bitte jemand helfen?

pCetUite-(veinaredxe

22.11.12  16:52

Schau mal auf sixx "Der Hundeflüsterer". Find ich ziemlich gut, das kannst du bestimmt auch irgendwie umsetzen.

l4e s{an}g real

22.11.12  17:08

Austrailian Shepherds sind seehr "aufwändige" Hunde. Die sind mit einem durchschnittliche Hundeleben nicht ausgelastet. Sie brauchen geistige und körperliche Förderung ansonsten verkümmern sie total. Ich weiß nicht wie ausgelastet der Hund deiner Schwester ist, aber bei dieser Rasse (ich mag sie sehr gerne würde es mir aber niie zutrauen) würde ich erstmal immer auf Unterforderung tippen, denn es gibt auch Tiere die sind noch nicht ausgelastet wenn sie täglich als Reitbegleithund mitdürfen und Agility machen...

Dass er es nur bei dir macht wird daran liegen dass du für ihn weniger Autorität ausstrahlst als die anderen denke ich. Sowas ist oft nicht sehr nachvollziehbar. Hunde ticken einfach ganz anders als man sich das manchmal vorstellt, und gerade so intelligente Tiere wie Aussies merken sofort wenn du auch nur ein kleines bisschen unsicher bist, das muss für dich und andere garnicht wahrnehmbar sein...

Also das wären meine zwei Vermutungen...

Einen Aussie kann man fast nicht genug beschäftigen. Versuch doch mal was mit ihm zu machen bevor er so reagiert, damit er nicht anfängt sich zu langweilen. Wenn er dich interessant findet wird er dir gegenüber auch nicht so aggresiv werden. Und vorallem: Selbstsicher :)

Ich bin kein absoluter Hundeexperte, ich beschäftige mich nurviel damit. Das ist nur meine bescheidene Meinung :)

_MDaelnerxys

22.11.12  17:12

Vielleicht hat er dich als ausgerissenes Schaf aus seiner Herde betrachtet und wollte dich zurück zur Herde treiben? Hütehunde, die nicht ausgelastet sind, kommen ja manchmal auf die dollsten Ideen...

kCatharPina-diel-großxe

22.11.12  17:14

Danke füre eure Antworten!

Dass er unterfordert ist, kann ich mir jetzt nicht unbedingt vorstellen...meine Schwester geht jeden Tag 1-2 Stunden mit ihm joggen und so noch spazieren, die beiden gehen gemeinsam reiten. Allerdings weiß ich eben nicht, ob ein Australien Shepherd noch mehr Beschäftigung bräuchte.

Versuch doch mal was mit ihm zu machen bevor er so reagiert, damit er nicht anfängt sich zu langweilen.

Das werde ich mal ausprobieren! Nur war die Sache am Samstag ja die, dass ich gerade erst aufgestanden bin und er in mein Zimmer gerannt kam und zwei Minuten später ging es los..da hätte ich ja gar nicht großartig die Chance gehabt, was mit ihm zu machen...

Denkt ihr, dass er Aggressionen gegen mich haben könnte oder dass es eher wirklich mit Unterbeschäftigung oder so zu tun haben könnte?

":/

pFetiteM-v:eixnarde

22.11.12  17:17

Gut wäre es, wenn er irgendwas macht, was ihn mental auslastet... Also nicht nur rennen sondern auch denken. Fährtenarbeit, Trailing, Zielobjektsuche, Obedience... Sowas in der Richtung. Oder eben die "Klassiker" wie Agility oder Flyball oder Dogdancing oder sowas, was ja noch ein wenig "umfassender" ist als nur laufen.

k"athari*na-dlie-gxroße

22.11.12  17:23

er freut sich immer riesig, wenn er mich sieht, wir schmusen und spielen gemeinsam

Und wer beendet das Spielen und Schmusen?

Man soll dem Hund immer zeigen: Ich bin der Chef, ich entscheide, wann wir schmusen. Und auch: ich entescheide, wann wir aufhören. Ganz wichtig!

M/oriRtz2L7x1

22.11.12  17:25

Es müssen keine Aggressionen gegen dich sein und auch keine Unterbeschäftigung, wenn du schreibst, daß du gerade erst aufgestanden bist. Ich könnte mir eher das vorstellen, was schon geschrieben worden ist – du strahlst zu wenig Autorität aus, er nimmt dein 'nein' und 'aus' nicht ernst.

Mein Tip – ganz scharf sagen, der Tonfall muß so sein, daß du dir denkst 'oh nein, so böse und gemein bin ich ja nicht', aber dann akzeptiert er deinen Befehl wahrscheinlich erst. Bei Hunden ist der Tonfall extrem wichtig und wenn du das nett sagst oder nur halbwegs scharf, dann nimmt er das nicht an.

djannyzlene

22.11.12  17:30

meine Schwester geht jeden Tag 1-2 Stunden mit ihm joggen und so noch spazieren, die beiden gehen gemeinsam reiten.

Das klingt für mich nach zu wenig. Aber jeder Hund ist da anders, auch innerhalb einer Rasse gibt es sehr verschiedene. Aber durch die Tatsache dass er so reagiert wie du beschreibst denk ich dass ist ihm zuwenig. Vorallem geistig...

Er hat SICHER keine Agressionen gegen dich persönlich. Wie gesagt es wird einfach en deiner Ausstrahlung liegen dass er sich bei dir eher traut als bei anderen. Aber ein ausgelasteter Hund tut das meiner Meinung nach bei niemandem... Sei Selbstbewusst und fördere ihn wenn er bei euch ist Wenn du das willst natürlich, eigentlich ist es die Aufgabe deiner Schwester :P Aber nachdem dumit ihm gespielt hast zeig ihm ruhig auch mal die kalte Schulter, denn immer im Mittelpunkt stehen ist auch nicht gut :)

_EDaenrexrys

22.11.12  17:34

Hallo,

das, was katharina-die- große schreibt ist ganz wichtig für einen Hund...nicht nur für einen Shepard!

Allerdings klingt es ganz so, als wenn der Hund dich nicht als Autoritätsperson akzeptiert. Er pöbelt dich sozusagen durch dieses Anspringen und "Beissen" an!

Auch das "Freuen" wenn er dich sieht, z. B durch anspringen und rempeln ist meist kein Zeichen von absoluter Freude sondern ein Zeichen von Dominanz!

Das üben von Unterordnung wäre evtl. angebracht...

fragt mal in einer Hundeschule @:)

JCaucknie31

22.11.12  17:58

@ _Daenerys

Einen Aussie kann man fast nicht genug beschäftigen. Versuch doch mal was mit ihm zu machen bevor er so reagiert, damit er nicht anfängt sich zu langweilen. Wenn er dich interessant findet wird er dir gegenüber auch nicht so aggresiv werden.

Leider ein weit verbreiteter Irrtum, der gerade diesen Hunden besonders oft zum Verhängnis wird.

Man kann in der Tat "zu viel" machen. Und wenn man damit schon im Junghundealter anfängt (am besten 3 x die Woche Agility, dann 2 x die Woche Reiten, jeden Tag Unterordnung, zusätzlich Marathonmärsche und sinnloses Herumgehetze...) - noch schlimmer. Damit zieht man sich nämlich ein nervöses, hibbeliges und nur noch unterfordertes Ding heran, dass selbst nach 5 Stunden Dauerbeschäftigung noch nicht kaputt ist und immer noch mehr und noch mehr Input fordert und braucht.

Es ist ganz, ganz wichtig, dass gerade Rassen, die zum Überdrehen neigen, wie Border Collies, Malinois, Australian Sheperds etc. von klein auf lernen, auch mal Ruhe (aus)zuhalten.

meine Schwester geht jeden Tag 1-2 Stunden mit ihm joggen und so noch spazieren, die beiden gehen gemeinsam reiten.

An körperlicher Auslastung absolut ausreichend. Was mir in der Aufzählung allerdings fehlt sind geistige Aufgaben - hochintelligente Hunde wie der Aussie brauchen auch was "fürs Köpfchen", sonst kommt es schnell zur geistigen Unterforderung (Folge ist häufig, dass der Hund sich aus lauter Langeweileveine Ersatzbeschäftigung sucht, indem er z.B. die Wohnung umdekoriert). Das muss nicht viel sein - z.B. wären schon Suchspiele für ein paar Minuten am Tag eine sinnvolle (geistige) Beschäftigung. Clickertraining wäre auch eine Möglichkeit.

d)aFknota7x6

22.11.12  18:21

Ach ja, Australian Sheperds haben durchaus ein nicht zu unterschätzendes Aggressionspotenzial. Die "Anfänge" bei dem Rüden deiner Schwester sollte man meiner Meinung nach nicht allzu sehr verharmlosen. Vielleicht wäre es sinnvoll mal einen Hundetrainer zu konsultieren. Denn ob als rangniedrig wahrgenommen oder nicht - ein 2 Jahre alter Hund hat Menschen nicht zu beißen. Punkt. Was ist, wenn mal ein kleines Kind vor ihm steht, das er mit Sicherheit auch nicht für voll nimmt...? Ich würde die Sache also durchaus sehr ernst nehmen! Wie kommt sie selbst denn mit ihm zurecht?

dTakotfa76

22.11.12  18:22

Sry, aber egal was für eine Rasse oder wie viel Beschäftigung der Hund braucht, damit er ausgelastet ist, kein Hund hat sich so respektlos einem Menschen gegenüber zu verhalten. Blutergüsse, Löcher im Pyjama :-o Und um das Abzuwenden ihm vorher schon das geben was er anscheinend mit Gezwicke und Gebelle erreichen will? Das ist ja so, als wenn ich einem Kind im Einkaufsladen auch gleich vorab die Schoko-Riegel u.a. gebe, was es will, bevor es anfängt zu quengeln und zu schreien...

Also ich sehe das anders, kann doch nicht sein, dass ich mich vom Hund erziehen lasse, damit er mich nicht nervt. Ein Hund hat doch nicht das Programm zu bestimmen.

Und irgendwo finde ich, ist es auch nicht deine Aufgabe den Hund zu erziehen oder nach einer Lösung zu recherchieren. Das hat der Besitzer zu regeln. Auch wenn sie aus dem Zimmer raus geht muß der Hund doch wissen was er darf und was nicht,- oder darf man seinen Hund jetzt nicht mehr alleine lassen, bzw. anderen Menschen überlassen. Das sieht für mich so aus, als hätte deine Schwester nicht die Kontrolle über den Hund. :-/ Ich weiß in etwa wie mein Hund tickt, klar nicht zu 100%, das ist unmöglich. Und wenn er so etwas tun würde, der bekäme Ärger von mir. Lass ihn das mal bei einem Kind machen.... Deswegen finde ich ist es die Aufgabe des Halters seinen Hund zu erziehen. Wenn du dich für Hundeerziehung interessieren würdest hättest du wohl selber einen Hund.

Wie ging es dir denn dabei, als der Hund dich attackiert hat?

Als Kind ist es mir auch schon mal so ergangen. Für den Hund war es Spiel- und ich wusste nicht wie ich ihn auf Abstand bringen sollte, weil es mir zu heftig war.

Wer weiß, was in dem Hund vorgeht, ob du einen bestimmten Duft verströmst oder er dich als Rangniederen sieht, ich würde mit dem Hund nicht mehr spielen und einen auf "Alles ist gut" und "du bist ja so toll" machen. Erst mal soll der Hund Respekt vor dir haben. Du bestimmst z.B. das Gassi, wann es Fressen gibt, wann gespielt wird usw. Auch wenn du nicht das Herrchen bist, du stehst dennoch über ihm, das würde ich dem Hund mal klar machen, dann akzeptiert er auch ein "Nein" und "Aus".

Eine Möglichkeit ist natürlich auch, dass er einfach einen kleinen Schaden hat, aufgrund Züchtung oder diesem Hormon-Chip,- aber damit habe ich keine Erfahrung.

Rman"i80

22.11.12  18:40

@ dakota 76

:)^ Sign.

@ petite_veinarde

Die glücklichsten und (verhaltens)unauffälligsten Hütehunde, die ich bisher gesehen habe waren die, welche ihrer eigentlichen, angeborenen Passion nachgehen durften und etwas (Schafe, Enten etc.) zum hüten hatten. Nach kontrollierter Ausbildung versteht sich zum Schutz der anderen Tiere von selbst.

Ich bin immer wieder fasziniert, wie schnell diese Hunde (auch eigenständig! sowie von anderen Hunden durch reines Zusehen) lernen und das Erlernte dann umgehend erfolgreich anwenden. Einige Dinge müssen nicht mal erlernt werden. Der Hund bringt sie von Anfang an mit (ob Halter will oder nicht ;-) ).

Von hier zu beurteilen, warum der Hund so auf Dich reagiert, ist sehr schwer. Dazu müsste man den Hund und auch Dich besser kennen und das Hundeverhalten "live" sehen. Sind so viele kleine Nuancen, die zu jeweils absolut anderen Einschätzungen führen können.

Eine Vermutung – aber eben nicht mehr – wäre, dass der Hund Dich tatsächlich als einen Teil 'Herde' wahrnimmt, der sich nicht von Deiner Schwester entfernen darf. Zwar geht in dem Falle Deine Schwester aus dem Zimmer, aber für den Hund bleibt nur die Info: Ausbrecher, entfernt sich, muss sofort mit allen Mitteln zurück zur Herde (eigenständige Entscheidung des Hundes aufgrund mangelnder Autorität/Stellung Deinerseits und Abwesenheit Deiner Schwester für Korrekturen andererseits).

Manche Hütehunde bellen vorwiegend bzw. ausschließlich, andere fassen sehr vorsichtig nach den Hinterbeinen der zu hütenden Tiere. Wiederum andere fassen sehr derbe zu ... erst recht, wenn das zu hütende Objekt keine Anstalten macht, sich dorthin zu bewegen, wo sie es gern hätten (in die Nähe Deiner Schwester).

Es ist mir ehrlich gesagt nicht verständlich, wie Deine Schwester der Meinung sein kann, der Hund wolle nur spielen. Sie dürfte sich doch mit der Rasse, der ihr Tier angehört, auseinandergesetzt haben, oder? Und Du hast Verletzungen davon getragen. Sichtbare Verletzungen.

Selbstverständlich muss am Verhalten des Hundes (was oft genug eine Veränderung im Verhalten des Halters voraussetzt) gearbeitet werden. Doch das kannst nicht Du leisten als Nicht-Hundebesitzer und ohne Fachwissen. Das kann (vielleicht) nicht mal Deine Schwester leisten, da sie die Situation – meiner Meinung nach – vollkommen falsch einschätzt.

Wie wäre es mit dem gemeinsamen Besuch in einer (guten) Hundeschule und wenigstens mit einem unverbindlichen Erstgespräch, in dem Du den Trainern dort mal die Situation schilderst und sie vor allem den Hund live und in Farbe vor sich haben und besser beurteilen können? Dabei könnte man sich gleich noch ein paar Tipps und Tricks für die geistige, sheperd-gerechte Auslastung des Hundes holen. Ihr könnt nur gewinnen. Alle drei. @:)

C7hanc}e00x7

22.11.12  18:53

reiche ein h nach -> shepherd ;-)

CRha:ncxe007

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