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Morphin als versteckte Sterbehilfe?

bjuba1x2 hat die Diskussion gestartet


Danke an alle, die auf meine Diskussion "Tötet Morphin" geantwortet haben. Inzwischen ist mein Onkel gestorben. Die Ärzte hatten ihn ins Koma versetzt und die Morphindosis kontinuierlich erhöht. Er ist nicht mehr wach geworden und innerhalb von zwei Tagen gestorben, ganz friedlich hinüber geschlafen - wir waren zu dritt bei ihm. Jetzt kommt aber genau der Punkt, über den ich einfach nicht aufhören kann nachzudenken. Wir sind froh, dass er nicht qualvoll erstickt ist, gleichzeitig haben wir alle ein mulmiges Gefühl, ob nicht die drastische Erhöhung der Morphindosis dazu beigetragen hat, dass er dann doch recht schnell gestorben ist. Man kann darüber streiten, ob es gut oder schlecht ist - ihn hat aber keiner gefragt, ob er es so möchte. Die Ärzte haben irgendwann entschieden, das es jetzt soweit wäre. Er wusste, dass er sterben muss, aber er hat immer wieder voller Angst gefragt "was machen die nur mit mir" und meinte damit die Ärzte, die seine Medikation entsprechend verändert haben. Immer wieder hat er gesagt, dass das Morphin ihn umbringt. Seine Tochter war noch rechtzeitig aus Paris angereist, hätte sie etwas verhindern können bzw. sollen? Wir wissen, dass er jetzt erlöst ist - aber irgendwie bleibt ein schaler Nachgeschmack...

Antworten
C_hococxat


Ich kann gut verstehen dass es dir im Moment sehr schlecht geht und du sehr über die Situation und das Geschehene nachdenkst. Also sogenannte Sterbehilfe ist ja hier nicht erlaubt, aber wenn die Patienten wirklech im Endstatdium ist und sie nur noch vor sich hin vegetieren, und es nur noch eine Frage von Tagen ist, habe ich schon mitbekommen dass kleine Massnahmen ergriffen wurden wi Maschinen abschalten oder ein wenig überdosiert Medikamente... also es kann sein, dass sie deinem Onkel mehr Morphin gegeben haben, um ihn von seinem Leiden zu erlösen. Das muss aber nicht sein. Das können wir leider nicht wissen. Aber ich will dir nur sagen, falls es so ist, sie haben deinen Onkel lange am Leben gehalten so gut es ging, und es war wahrscheinlich dann auch nur eien Frage von Tagen oder gar Stunden. Denk einfach daran, so schmerzhaft es auch ist, dein Onkel ist von seinem Leiden endgültig erlöst. Dass bei dieser Vorstellung, dass die Ärzte nachgeholfen haben, ein übler Nachgeschmack bleibt kann ich gut verstehen, ist ja auch verständlich, niemand möchte unbedingt dass seine Familie und Freunde durch "Hilfe" sterben...

Ich glaube aber, dass seine Tochter nicht mehr viel hätte verhindern können. Dein Onkel war so krank, dass er wohl nicht mehr für lange hatte.. Ich weiss nicht was sie hätte tun können. Über die Sache muss niemand sich Vorwürfe machen. Niemand ist Schuld, das darf man nicht vergessen!!

Natürlich kann man über dieses Thema streiten, ob die Ärzte zu entscheiden haben wann es so weit ist. Aber das Wichtigste ist jetzt, dass dein Onkel erlöst ist. Ich hoffe dass es dir und deiner Familie bald besser gehen wird!! Alles Gute

G}aby8 xL


Buba, mein herzliches Beileid an Dich und Deine Familie. Es ist schwer jemanden gehen zu lassen, auch wenn man eigentlich weiß, das man nichts mehr ändern kann und dieser Weg unabänderlich ist. Wenn ein Mensch sich schon in einem so fortgeschrittenen Stadium befindet,das man entscheidet ihn ins künstliche Koma zu legen, dann geht es wohl leider nicht mehr um Wochen, sondern um Tage oder Stunden. Die Erhöhung der Morphindosis kann auch damit zu erklären sein, das ein Koma nicht gleichbedeutend dafür ist, das man keine Schmerzen empfindet. Es bedeutet nur eine Ruhigstellung im weiten Sinne. Zusätzlich dazu muß wohl Morphium gegeben werden. Die Frage, ob man seine Zustimmung dazu gebraucht hätte ist schwer zu beantworten. Ich denke, das wird Dir hier keiner beantworten können, der nicht bei Euch gewesen ist und die gesamte Situation miterlebt hat.

Ich glaube, Ihr müßt Euch keine Sorgen machen, das Ihr die Medikamentenerhöhung hättet verhindern sollen. Es war meiner Meinung nach zu seinem Besten... Ihr ward für ihn da, als er Euch gebraucht hat. Das ist das was Ihr für ihn tun konntet...

Ich wünsche Euch alles Liebe. Behaltet Deinen Onkel so in Erinnerung, wie Ihr ihn gekannt habt.

Gaby

MBarc% Jotrdan


Morphin kann Sterbehilfe sein

:°_

Ich selber bin Krankenpfleger in einer Klinik, urologische Onkologie gehört mit dazu. Morphin kann in mancher hinsicht als Sterbehilfe gedeutet werden. Ich finde, dass unser Land, was dies angeht, sehr hinterherhinkt.

Selbsttötung ist keine Straftat, aber aktive, sowie passive Sterbehilfe... Es gibt viele Todkranke, die diese Entscheidung, aus eigener Kraft nicht bewältigen können und oft von uns verlangt wird, etwas zu geben, dass diese Menschen sterben können. Ich finde, das Morphin ein Schmerzmittel ist und auch bleiben soll, in der heutigen Zeit muss niemand mehr Schmerzen erleiden. Wie Paracelsus schon gesagt hat : Die Dosierung macht das Gift!!!

Ich kann Deine Situation gut nachempfinden, ausser, dass meine Papa es geschafft hat, weil andere Ärzte seine Erkrankung besser behandelt haben, sonst hätte ich ihn verloren .

Ich möchte niemals jemanden aus meiner Familie verlieren und weiss, dass sich das doof anhört, wenn man sagt : herzlichstes Beileid. Ich hoffe, dass Ihr es gemeinsam schaffen werdet und ihn in erinnerung behalten solltet, wie er gewesen ist.

Ich wünsche euch alles erdenklich Beste

Liebe Grüsse

Marcus

ousso


Morphin kann Sterbehilfe sein

Hallo Marcus,

ich denke mal das war keine Sterbehilfe,man hat dem Patient wohl die Schmerzen genommen mit dem Morphin. Es steht in dem Bericht keine Diagnose warum er das Morphin bekommen hat.Ich währe da lieber etwas vorsichtig mit Äusserungen zu mal du Krankenpfleger bist wie du schreibst.Ich komme aus dem Rettungsdienst.

Gruß Reiner

W9ilkninsopnSword


"Die meisten Menschen sterben nicht an ihren Krankheiten sondern an den Medikamenten die man ihnen dagegen gibt!"

Das is nen Spruch den ich mal irgendwo gehört habe, ich selbst glaube nicht das der Tod durch das Morphin eintrat.

Morphin is ein Schmerzmittel, ein sehr gutes und wir können froh sein das es, es gibt! So werden Menschen viele Schmerzen erspart, natürlich gibt es heutzutage besser bzw. stärker wirkende Schmerzmittel (Fentanyl, Hydromorphon) aber wenn, dann kann er nur an ner Überdosis (Atemlähmung etc) gestorben sein, aber nicht an dem Medikament selbst und ich glaube nicht, das sie bei deinem Onkel die Dosis so hoch gesetzt ham, das er daran gestorben ist... das wäre doch Mord!

Jzerryx-T


Morphin löst eine Atemlähmung aus die zum Tod führt, wenn die Dosis hoch genug ist.

Das ist auch die Todesursache beim "Goldenen Schuss".

Wenn jemand in ein "künstliches Koma" versetzt wird ist aber nicht nur Morphin im Spiel.

cshris?-drAummxer


Leute, habt ihr schon mal einen krebspatienten vor Schmerzen schreien gehört? Ich ja und ich höre es mitunter noch heute. Meine Mutter wäre elendig "krepiert", hätte sie keine höheren Dosen bekommen. Im Hospiz hatte man es erst wieder langsam reduzieren wollen, aber aufgrund ihrer Schmerzen sogleich wieder erhöht. Ich hab wochenlag das fürchterliche sterben miterlebt und hätte jeden Pfleger umarmen können, der ihr das Morphin verabreicht hat.

H+eide4langxe


Besser als sich ständig quälen zu müssen

Ich kann Chrisdrummer nur zustimmen. Ich war zwar erst fünf Jahre alt, als meine Schwester mit sieben Jahren zu Hause an Krebs starb, und obwohl wir das Zimmer geteilt hatten, habe ich kaum bewusste Erinnerungen an ihre Krankheit - außer daran, dass sie immer traurig im Bett lag.

Ich weiß nur noch, dass meine Mutter oft ins Dorf zum Telefon gerannt ist, um den Arzt zu rufen, und dass ich jahrelang jede Nacht Angst vor dem Einschlafen hatte - und zwar Angst vor Geräuschen. Mit Sicherheit waren das verdrängte Erinnerungen, denn viel später bekam ich mit, dass meine Schwester oft nachts geschrieen haben soll.

Ich bin für die Gabe von Morphium, wenn die Schmerzen des Patienten nicht anders zu beheben sind, auch wenn das zur Folge hat, dass der Kranke dann vielleicht ein paar Stunden eher stirbt. Es handelt sich schließlich dabei um Schwerst-, ja um Todkranke, deren Tod sowieso nur noch eine Frage der Zeit ist!

Ich weiß nicht, wie Buba12s Onkel gedacht habe, aber ich finde es furchtbar, dass man als Krebskranker von den Entscheidungen anderer (Ärzte, Familie) abhängig ist, die für einen bestimmen dürfen, ob man genügend Schmerzmittel haben darf. Ich würde mich jedenfalls nicht unnötig herumquälen müssen wollen, nur weil andere, nicht betroffene Leute es nicht mit ihrem Gewissen vereinen können, mir Morphium zu geben.

CmindverPellax80


@ chris und @ Heide

Ich stimme Euch beiden da vollkommen zu. Auch ich habe meine Schwester bis zum Tod begleitet. Sie hat 5 Tage mit dem Tod gerungen. Das war einmal Hölle und zurück! Bei ihr wurde auch das Morphium immer höher dosiert. Sie lag in ihrem Bett und hat vor Schmerzen geschrien! Sowas wünscht man noch nicht mal seinen schlimmsten Feinden. Außerdem denke Ich, Ärzte können das ganz gut beurteilen, ob und wieviel Schmerzmittel jemand braucht. Wenn jemand im Koma liegt, kann er sich ja nicht mehr äußern, aber man sieht z. B. am Puls und an der Atmung wenn er Schmerzen hat.

@ buba12

Macht Euch und den Ärzten keine Vorwürfe, sied froh, dass Dein Onkel in Würde und ohne Schmerzen gehen durfte!!!

Liebe Grüße

Cinderella80

-VWiElloww-


:°( Meine Ma ist vor anderthalb Jahren an Krebs gestorben und wäre dankbar gewesen, hätten die Ärzte im Krankenhaus in den Tropf noch was anderes gemischt, als Ringerlactat ("ihre Mutter ist total dehydriert!"), aber sie mußten ja unbedingt noch Diagnostik betreiben.... Meine Mutter konnte vor Schmerzen kaum noch atmen, geschweigedenn ihre Tabletten schlucken und die im KH haben ihr Morphin verweigert! >:( Die haben doch gesehen, daß sie im Sterben lag, aber die falsche Medikation hätte ja Nebenwirkungen haben können... :-/

Sei dankbar, daß dein Onkel nicht unnötig leiden mußte! Tieren können wir auf diesem Weg helfen, bei Menschen ist es verboten - wo liegt da die Logik?? Wenn ich wieder ein sterbendes Familienmitglied begleite, werde ich darauf bestehen, daß das getan wird, was nötig ist. Und ich rede jetzt gar nicht unbedingt von aktiver Sterbehilfe, aber auf jeden Fall davon, daß ihnen ihre Schmerzen genommen werden.

Traurige Grüße :°_

Suter4nchDen5x2


die mutter meiner freundin ist letzte woche an lungenkrebs gestorben. sie wurde, da sie lungenkrebs im vierten stadium hatte, nur noch palliativ behandelt, das heißt, sie hat nur noch schmerzmittel bekommen. sie hat sehr gelitten und war in den letzten tagen sehr verwirrt. sie hatte morphiumpflaster, bekam zusätzlich über eine pumpe morphium. dazu war sie an ein sauerstoffgerät angeschlossen. es war echt die hölle für die mutter, und das mitansehenmüssen und nicht helfen können für die tochter. letztendlich ist die mutter dann laut den ärzten an herzversagen gestorben. es ist echt hart. hier hat es von der diagnose bis zum tod etwa acht wochen gesauert. acht wochen qual für die mutter. ich finde es echt ätzend, dass leuten in diesem stadium das sterben nicht erleichtert wird und das man die menschen unwürdig vor sich hinvegetieren lässt. :°( :°( :°(

GVreen-,day


Mein Vater ist vor einigen Monaten an Krebs gestorben und hat auch Morphium bekommen. Ich bin froh, dass es so war und dass man ihm so unvorstellbare Schmerzen der höheren Grade erspart hat. Wenn ich mir vorstelle ich wäre in der Situation gewesen, dann hätte ich auch dieses Medikament gewollt. Sich schmerzfreier fühlen in einer Situation, die ohnehin schon so schwer ist...Einfach ein bischen im "Tran" sein und dann irgendwann so schmerzfrei wie möglich einschlafen. Alles wenigstens etwas erträglicher machen...ich hätte das in dieser Situation auch gewollt.

W@olfri aus! LZI


Morphin versteckte Sterbehilfe ?? Nein Nein

hallo,

möchte nur ein paar zeilen hier schreiben:

ich bekomme seit einiger zeit morphin in für mich hoher dosis. aber ich bin den ärzten dankbar, dass sie mir mein leben lassen, so wie ich es möchte. wenn es soweit ist, möchte ich in würde von dieser welt gehen und sagen, es war schön, dass ich hier sein durfte. also, lasst den ärzen die freiheit sagen zu können, ja oder nein.............

liebe grüsse an alle, die hier im forum sind,

vielleicht bis bald einmal.........

euer wolfi

Jtan5ine20.Q03.8x4


Hallo

ich bin sehr traurig mein stiefvater hat streu krebs um die schmerzen nicht so viel zu ertragen hat er morphin bekommen vom arzt.er hatte am freitag und samstag so starke schmerzen das er zu viel genommen hatte und nun liegt er im krankenhaus weil er sich selber vergiftet hat.

meine mutter ist krank vor sorge da die ärztin ihr gesagt hat er könnte die nacht vieleicht nicht überleben,sie wollte das ich bei ihr bin und dann kann ich gut verstehen.sie wird angerufen wenn es im schlechter geht da sie dann ins krankenhaus kommen soll.sie hat mich gefragt ob ich mit gehen will,aber ich kann es nicht mit ansehen wie er vieleicht stirbt.dieses warten verreizt einem die nerven,wir hoffen alle das er es schafft.

:°_ :°(

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