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Zeichen von Verstorbenen

LRiRnax33


Ja oder Nein?

Wohl niemand von uns kann diese Frage beantworten, weder diejenigen, die daran glauben, aber eben auch nicht diejenigen, die nicht dran glauben. Sicher kann also hier niemand etwas wissen :-)

Was habe ich von einer wissenschaftlichen Erklärung, die mir genaustens erklären kann, dass Morpinausschüttungen wohl zu den erlebten Nahtoderfahrungen führen?

Nichts, denn ich weiß trotzdem nicht, was danach ist, diese Erklärung bezieht sich nicht auf die Zeit nach dem nicht rückgängig zu machenden Tod. Eine scheinbar wissenschaftliche Erklärung oder Entkräftung von was also soll das sein?

Und wer sagt, dass diese beschriebenen Wahrnehmungen uns nicht auf etwas vorbereiten sollen, z.B. was danach kommt, denn in der Natur passiert nichts ohne Grund, weshalb also schaltet das Gehirn nicht einfach früher aus, sparsamer, ohne große Bilder, dass kann es nämlich, das habe ich selber bei einem Autounfall erlebt, als ich dachte, nun werde ich von einem Bus zerquetscht hat mein Gehirn einfach die Notbremse gezogen und abgeschaltet. Also keine Ohnmacht, sondern einfach eine Art in sich zurückziehen, ohne das einen etwas schmerzt, man etwas sieht, hört, alles nur aus seeeeeehr weiter Ferne, ohne jegliche Angst, ein Schutz also. Das alleine würde doch reichen, wieso also all die anderen beschriebenen Phänomene kurz vor dem Tod ohne zusätzliche Aufgabe? Eigentlich gibt es sowas in der Natur nicht, zumindest scheint es sich in jahrtausend alter Entwicklungsgeschichte für irgendetwas bewährt zu haben, sonst hätte die Natur es schon längst abgeschafft, oder zumindest abgespeckt. Auch Schmerzen und damit verbundene Morphinausschüttunghen alleine können nicht der Grund sein, denn Unfallopfer mit schmerzhaftesten Verletzungen, ohne an der Schwelle des Todes zu stehen berichten nicht von diesen Erfahrungen.

Und wer sich wirklich mit dem Thema befasst weiß auch, dass unter Zeichen nicht "nur" ein aufgerissener Wolkenhimmel zu verstehen ist, ich habe mich berufsbedingt sehr viel mit diesem Thema beschäftigt und wer z.B. Kübler-Ross und ihre Arbeiten kennt (KEIN Medium) weiß, dass damit Phänomene gemeint sind, die man sich nicht durch Zufall oder Physik erklären kann. Auch Mütter verstorbener Kinder berichten häufig von unglaublliche Dingen, für die es sogar Zeugen gibt, für die es keine wissenschaftlichen Erklärungen gibt. Leider ist es so, dass sich viele nur in Foren trauen davon zu berichten, da der Rest der Welt sie wahrscheinlich für "durchgeknallt" halten wird. Und da diese Dingen eben nicht nach unseren wissenschaftlichen Versuchsbedingungen (Zeit, Ort, Häufigkeit) funktionieren, kann man sie schlecht erfassen. Sind sie deshalb nicht real? Schade eigentlich, ist die Erde wissenschaftlich gesehen bei diesem Thema doch noch eine Scheibe und wir leider auch nicht weiter als damals, wo "Wissenschaftler" uns eine runde Erde vorenthielten?

Das es das alles hier gibt ist für mich persönlich an sich schon etwas Unglaubliches, wie kann ich glauben, dass ich dahinter schauen und die Wahrheit erkennen kann?

Liebe Grüße

Eure Lina

@ Chatzi:

vertrau Deinem Traum :-), ich habe in meinen Träumen schon Diagnosen von Krankheiten bekommen, als ich noch nicht mal Beschwerden hatte und nicht daran dachte, dass ich überhaupt krank sein könnte :-)

hQutfilxter


Also ich bin der Meinung es muß was nach dem Tod geben, es kann ja nicht einfach alles zu Ende sein. Für mich ist das ein ganz grausiger Gedanke. Aber ich glaube das da noch was kommt. Im Sommer haben wir immer eine Amsel die ganz in unserer Nähe sitzt und uns zuschaut. Es gibt Bekannte die sagen das wäre nur Zufall die wartet nur darauf das sie was zu fressen bekommt, kann aber nicht sein denn sie ist auch in der Nähe wenn wir keine Gartenarbeit machen.

p3usc!himae"del


Zwei Jahre nach dem Tod meiner Mutter erkrankte mein Vater lebensbedrohlich. Ich betete zu meiner Mama: "laß ihn bei mir, Du bekommst ihn früh genug." Mein Papa erholte sich. Zwei Jahre später mußte er an der Niere operiert werden, ich betete zu Mama: laß es nichts bösartiges sein! Es war gutartig! Danach bekam er Herzrythmusstörungen, mußte mehrmals wiederbelebt werden, er erholte sich auch davon. Immer habe ich Mama inständig gebeten! Dann, im siebten Jahr nach ihrem Tod bekam er Krebs, er kämpfte, aber nach drei Monaten zeichnete sich ab, daß er es nicht schaffen würde. Er war einfach zu müde! Ich hab'Mama gebeten, ihn zu holen, ohne Qual und Schmerzen; sie tat es, sieben Jahre nach ihrem Tod. Nach dem Tod meines Vaters gab es sieben Jahre keinen Grund, um irgendetwas zu bitten.Doch:Mein damaliger Lebensgefährte war dem Alkohol verfallen, wir hatten uns getrennt, lebten aber in einem Haus, nebeneinander! Er hatte an seinem 40. Geburtstag erklärt, er würde sich nun tot saufen. Sechs Wochen lang habe ich erlebt, daß er morgens und abends zur Tankstelle ging um sich Wodka zu kaufen. Ich hab'ihn nie gesehen, nur gehört, wenn er auf allen vieren durch den Hausflur kroch, ich konnte nicht mehr! Mir war egal, was mit ihm geschieht, irgendwie. Eines Abends kam er nicht nach hause! Ich hätte ihn suchen können, hätte ihn vielleicht auch gefunden, aber ich hatte keine Kraft mehr. Ich habe meine Eltern inständig gebeten, auf ihn aufzupassen! Am nächsten Tag wurde ich informiert, daß er als hilflose Person im Krankenhaus gelandet ist. Er hat sich erholt, wir sind gute Freunde! Dann erkrankte meine Schwester an Krebs und kein Bitten und Betteln an meine Eltern hat geholfen, sie ist gestorben und hat wirklich viel aushalten müssen. Dann habe ich gedacht: Vielleicht darf man als Verstorbener nur sieben Jahre wachen? Vielleicht durften meine Eltern nicht mehr eingreifen?! Ich bete nicht mehr, es hat keinen Sinn! Ich habe mir was vorgemacht! Ich kann deshalb auch nicht mit ihnen reden, nicht mit Mama, oder Papa oder Regina, meiner lieben Schwester. Zeichen? Ich würde so gerne glauben!

LrisZileixn


Mensch, da hast du ja auch einiges erlebt... ich bin mir momentan sicher, dass ich meinen Vater spüren kann. Ich bete auch immer zu ihm, dass er mir die Mama noch etwas hier lässt. Sie ist gesundheitlich auch sehr angeschlagen. Ich hatte kurz nach seinem Tod sogar Angst, dass er uns beide zu sich holen könnte. Kennt ihr das auch?

LQinax33


@ puschimaedel,

deine Gedanken kommen mir soo bekannt vor...

Wenn zuviel passiert, dann kann man irgendwann einfach keinen Sinn darin finden.

Alles was man sich als mögliche Zeichen herangezogen hat, um mit dem Furchtbaren in seinem Leben irgendwie klar zu kommen (da man versucht, sich in dem ganzen grausamen Chaos noch irgendwie etwas verlässliches zu erhalten) wird "scheinbar" als Selbstbetrug enttarnt, wenn es seinen Hilfe nicht erfüllt.

Mir hat irgendwann die Vorstellung geholfen, dass ich mit meinen Wünschen und meinen Gebeten, mit meinem Hoffen und meinem Flehen (und das habe ich mehr als einmal tun müssen) den Himmel, Gott oder auch das Leben nicht kontrollieren kann. Wenn Bitte und das was dann passiert einmal übereinstimmen, dann hat man Glück, wenn es öfters passiert, dann hat man sehr viel Glück. Was von Gott, oder - wenn jemand nicht glaubt - vom Leben und meinetwegen auch vom Zufall für uns vorgesehen ist/oder einfach passiert können wir weder bestimmen noch beeinflussen, was werden soll, aus welchem Grund auch immer, das wird, ob es etwas Schönes ist, oder das genaue Gegenteil.

Dies schließt aber nicht aus, dass alles doch einen Sinn hat, einen, der sich uns hier unten einfach nicht erschließt, er ist einfach nur nicht so, wie wir es uns mit unseren sehr begrenzten Gehirnen (wir bekommen weder Viren in den Griff, noch begreife ich wirklich unsere Existenz

:-) )erklären können.

Ich habe das Gefühl, dass Du noch sehr geschockt bist von den wirklich schmerzhaften und traurigen Ereignissen.

Wer einmal jemanden über längere Zeit an Krebs hat sterben sehen, wer einmal jemanden verloren hat für den es scheinbar noch nicht Zeit war, wer jung seine Eltern verliert und soviel mehr.... der fällt aus der unbeschwerteren Wahrnehmung der Welt, verliert oft Hofffnung, Sinn und Glaube an was auch immer vorher für ihn wichtig war.

So ging und geht es mir auch zum Teil heute noch.

Aus der bei mir sehr stark ausgeprägten Bitterkeit hilft mir immer wieder ganz gut die Vorstellung, dass wir zwar unsere Erklärungen haben, aber das wir nicht wissen, wie es wirklich ist. Auch wenn unsere positive Erklärung der Dinge wegfällt, wir wissen auch nicht, ob es tatsächlich die negative ist, die sich uns dann vielleicht aufdrängt. Und das macht mir Hoffnung.

Ganz wichtig war für mich Trauerarbeit, auch wenn ich anfangs dachte, das ertrag ich alles nicht. Weinen, Rituale, Briefe schreiben, Bücher lesen und... Zeit lassen, Trauer dauert lange, sie ist eine Prozess, der durchlaufen werden will, wenn wir wieder glücklich werden wollen. Und ich verabschiede Menschen nicht mehr im herkömmlichen Sinne, ich versuche sie als Verstorbene mit in mein jetziges Leben zu integrieren.

Wenn ich darf drück ich Dich mal gaaanz fest :°_

Liebe Grüße

Verena

p6uscEhim3ae+dxel


Verena

Ganz lieben Dank für Deine Umarmung, hat sehr gut getan! Was ist Dir widerfahren? Liebe Grüße, Birgit.

L*inax33


Liebe Birgit

*:),

Manchmal habe ich das gefühl, ich Könnte mich in jedem Forum anmelden was es gibt ;-D, aber wenn ich so im Internet herumsurfe, dann sehe ich, dass es tatsächlich noch sooo viel mehr Geschichten gibt ....

Wo fange ich da nur an ???

Also zum einen habe ich im letzten Jahr mein Kind in der 9SSW verloren. Das war, obwohl noch relativ früh, ein furchtbares Erlebnis.

Dann habe ich Endometriose, habe teilweise sehr schlimme Schmerzen gehabt, jahrelang bei der Periode, schließlich ununterbrochen bis das jemand mal diagnostiziert hat und ich operiert wurde hat man mich als "sehr belastet" wieder weggeschickt. Theoretisch sinkt mit einer Endometriosediagnose die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft auf ca 30 %. Aber ich habe gelernt, dass alle Prozentzahlen für das eigene Leben keine Bedeutung haben, wenn man Betroffene ist nützt es auch nichts, dass eigentlich nur 1 % der Bevölkerung etwas haben ;-)

So z.B. habe ich 2 verschiedene HPV´s, der eine Typ verursacht Genitalwarzen, der andere u.U Gebärmutterhalskrebs (habe deshalb eine Konisation machen lassen müssen, bisher toitoitoi hat er sich nicht mehr gemeldet). Für beide Ausbrüche gibt es eine Wahrscheinlichkeit von 1 % :-)

Dann habe ich einen drogenabhängigen Bruder mit Doppeldiagnose (z.T. schwer depressiv, Sozialphobie) und Hepatitis C. Zur Beschaffung seines Stoffes wurde er kriminell und hat Geschäfte überfallen und saß jahrelang in Gefängnissen oder psychiatrischen Fachabteilungen. Vor gut einem Jahr musste er dann sogar reanimiert werden, nun ist er mal clean mal nicht. Die Angst um ihn begleitet mich nun schon mehr als 20 Jahre und die Entwicklung die er nahm mußte ic h auch ertstmal begreifen lernen.

Mein Opa (ich hatte einen sehr engen Kontakt zu meinen Großeltern) starb 2005 2 Jahre nach meiner Oma an einer Asbestlunge (arbeitsbedingt). Diese 2 Jahre waren für ihn nur noch geprägt durch die Trauer um meine Oma und die Angst vor der Krankheit und ihren Folgen. Um ihn zu unterstützen war ich fast täglich dort. Trotzdem versuchte er sich 2 Wochen vor seinem Tod das Leben zu nehmen, ich habe ihn überall suchen müssen, bis ich ihn irgendwann in einem KH fand.

Meine Oma ist eben auch gestorben, aber damit bin ich relativ im reinen, älte Menschen sterben nun irgendwann einmal und sie hat glücklicherweise eine schöne Variante erwischt. Das hat mich etwas versöhnt, auch wenn sie mir heute noch sehr oft furchtbar fehlt.

Mit 18 wurde bei mir ein Enzymmangel nicht festgestellt und ich mußte über 10 Jahre damit leben, dass mir nach jedem Essen furchtbar schlecht wurde und mein Kreislauf ziemlich absackte. Von den Ärzten wurde ich von einer Therapioe in die nächste geschickt wegen Essstörungen, die ich aber nie hatte, ich habe immer gerne gegessen, aber nun gut, irgendwann habe ich es selber geglaubt. Irgendwann habe ich eine Panikstörung entwickelt (Kreislauf ging ständig weg usw...) und meine Innereien haben die ständige Belastung mit Lebensmitteln, die sie eigentlich nicht vertragen nicht mehr ertragen und mein Körper hat irgendwann fast nichts mehr verdaut und ich habe unglaublich an Gewicht verloren. Die Gesamtentwicklung ging dann nochmal fast 2 Jahre.

Und das war noch nicht das Schlimmste. Die meisten in meinem Umfeld haben mir das nicht geglaubt, da ich ja schon früher eine psychische Diagnose wegen angeblicher Essstörungen weg hatte. Was man körperlich nicht diagnostizieren kann, dass gibt es nicht, also war ich für viele weiter psychisch krank. Für mich war das eine Zeit die sich wie Psychoterror anfühlt und ich habe lange gebraucht um mich davon zu erholen.

Dazwischen lag aber ein Nervenzusammenbruch, über so viele Jahre so schlimme Symptome zu haben und man stößt dann echt auch noch auf Ablehnung... das hat mich unglaublich enttäuscht und verletzt. Meine Rettung war, dass mir die Ärzte in der Psychiatrie dann endlich geglaubt haben und mir erklärten, dass ich regelrecht indoktriniert wurde, so dass ich nichtt mehr mit Sicherheit wußte, was nun ist und was mior eingeredet wurde. DIe Folge war eine Zwangsstörung, um mir eine gewisse Sicherheit in dem total irren Chaos zu geben, was ANDERE um mich herum angerichtet hatten.

Freunde habe ich keine mehr aus der Zeit. Meine damals beste Freundin hat mich zwar immer unterstützt (wir hatten damals ne Studenten WG), aber sie hat ebenfalls sehr darunter gelitten, dass alle sich auf sie verlassen hatten und sie keine Untertützung z.B von meiner Familie erhielt.

Tja, dann habe ich aufgrund der ganzen Ängste aus der Zeit eben eine Zwangstörung entwickelt und

mein Vater hat den Kontakt abgebrochen, weil ich geheiratet habe und Kinder möchte. Er habe diese Entscheidung für sich damals sehr bereut und nun wolle ich diesen schrecklichen Fehler wiederholen, das schaut er sich nicht an. Und da meine Heirat mit einem Ortswechsel verbunden war und ich so meinen Job aufgeben mußte wa r ich für ihn nicht mehr achtenswert, so als Arbeitslose.

Und und und .... %-|

Naja, mehr fällt mir grad nicht ein.

Aber ich habe bei allem sehr großes Glück gehabt. Ich habe vor ein paar Jahren meinen Mann kennengelernt und wir sind nun seit 2 Jahren sehr glücklich verheiratet :-)

Das läßt mich immer wieder hoffen, dass alles vielleicht doch einen Sinn machen könnte :-) zumindest kann ich nicht das Gegenteil beweisen ;-D

Ich habe mich sehr gefreut, dass Du nachgefragt hast :-)

Darf ich fragen, wie alt Du bist? und wie lange es nun schon her ist seit Deine Mutter verstarb (mehr als 14 Jahre müßten es nun sein?)

Ich würde mich freuen, wieder von Dir zu hören

@:)

liebe Grüße

Verena

Lninax33


noch mal kurz ich :-)

habe vergessen zu schreiben, dass 12 Jahre später ein Enzymmangel festgestellt wurde und ich war nach Einhaltung einer Diät symptomfrei.

So, nun macht der Text oben mehr Sinn :-)

pGuschimbaedexl


Verena, das ist ja Wahnsinn!

Danke, daß Du mir so offen und ausführlich gantwortet hast! Es ist fast unglaublich, daß Du so stark darausgekommen bist! Ich freue mich für Dich!

Ich habe in letzter Zeit oft gedacht, ich hätte einiges mitgemacht, aber jetzt fühle ich mich fast ein bißchen klein.

Meine Mama starb vor 15 Jahren, plötzlich und unerwartet mit 57 Jahren. Sie lag einfach morgens tot auf der Couch. Mein Vater lag damals mit einer offenen Unterschenkelfraktur im Krankenhaus und Mama hatte meiner ältesten Schwester angeboten, auf ihren zweijährigen Sohn aufzupassen, damit Monika nach der Nachtschicht schlafen kann. Sie sah angeblich sehr friedlich aus, ich denke, sie hat es nicht mal gemerkt! Ich bin heute sehr dankbar dafür! Schlimm war es, es unserem Papa im Krankenhaus bei zu bringen, daß Mama nicht mehr da ist! Er war 64 und hatte, aufgrund seines Unfalls gerade die Rente durch, eine gute Rente! Die beiden haben sich so darauf gefreut, endlich Zeit füreinander zu haben, ohne finanzielle Sorgen! Das war so furchtbar, irgendwie konnte ich gar nicht an meinen Schmerz denken! Damals habe ich angefangen, vor laufendem Fernseher einzuschlafen! Bloß nicht nachdenken! Einen Tag vor ihrer Beerdigung bin ich in die Wohnung meiner Eltern, habe Mamas Sherry getrunken, mich vor die Couch gesetzt, auf der sie gestorben ist, einen langen Brief an sie geschrieben und nur noch geheult. Ich bin zum Friedhof, zu ihrem Sarg und hab'weitergeheult. Ich hab'soviel geheult, wie ich konnte, damit ich am nächsten Tag für Papa dasein konnte. Das hat auch gut funktioniert, ich habe funktioniert! Da ich als einzige keine Kinder hatte, stand auch fest, daß ich mich um ihn kümmere, natürlich! Aber Papa ist eigentlich gut zurecht gekommen, Kochen, Putzen,Waschen konnte er, hat er sich auch nicht nehmen lassen! Er kannte alle unsere Freunde, war auf jeder Party dabei, nicht als Haudegen, er war eher härmelig durch seine Erkrankungen geworden, aber hat sich gefreut, so akzeptiert zu sein! Ich dachte immer, mein Gott, wie ungerecht: Als sechzehnjähriger im Krieg verheizt, aus russischer Gefangenschaft geflohen, aus der Heimat vertrieben, ohne Ausbildung, dann immer nur für mich meine beiden Schwestern und Mama malocht, zehn Stunden am Tag, nie an sich gedacht, und dann stirbt seine geliebte Frau so jung und läßt ihn allein! Aber mein Papa sagte kurz vor seinem Tod: Ich habe in meinem Leben immer nur Glück gehabt! Ich hatte eine schöne Kindheit, ich bin den Russen entkommen, ich habe die große Liebe meines Lebens geheiratet und drei gut geratene, liebe Töchter und liebe Enkel, was will ich mehr? So kann man es auch sehen! Er hat auf seine Art recht! Wer hätte gedacht, daß meine Schwester Regina so viel von ihm hat: Sie hat im vergangenem Jahr ihre Krebserkrankung mit den Chemos und der körperlichen Behinderung so tapfer ertragen und nie aufgegeben. Als es ihr schon sehr schlecht ging, sagte sie zu mir: Ich möchte mit niemandem tauschen! Ich habe viel Schönes erlebt und ich habe sehr tolle Kinder erzogen! Die drei konnten das gar nicht glauben, als ich ihnen das erzählt habe! Es wird ihnen irgendwann helfen, über den Verlust hinwegzukommen! Aber ist das der Sinn? Die Menschen, die mit ihrem Leben zufrieden sind, wegzuholen, weil sie ihren Zweck erfüllt haben? Sie waren doch auch noch jung! Regina war 48, Mama 57, sie haben sich so auf die Zukunft gefreut! Papa war 70 und hat nicht mehr so weit nach vorne geschaut, aber doch jeden Tag, den es ihm gut ging genossen! Ach ja, ich bin 45! Sorry, meine Antwort ist sehr ausladend geworden!

Zum Verlust Deines Babys möcht ich Dir mein Beileid aussprechen! Ich war nie schwanger, aber alleine, wenn man weiß, daß da jemand wächst, und man freut sich so sehr auf es, ist, glaube ich egal, wie alt dieser jemand ist... Es tut mir sehr leid für Dich! Wie alt bist Du? Ich hoffe, Du hast noch Zeit, es weiter zu versuchen! Nur nicht verbissen, hörst Du?! Eine Kollegin hatte auch Endometriose, ihre Beschwerden verschwanden mit der Schwangerschaft, Pia ist jetzt 14 Jahre alt! Du darfst dich nur nicht darauf versteifen, Beobachtungen im Bekannten- und Freundeskreis haben gezeigt, daß die meißten erst schwanger wurden, als sie sich auf andere Dinge konzentriert haben, so komisch und eigentlich bescheuert es auch klingt! Warum das so ist? Keine Ahnung!

Vielen Dank nochmal für Deine Aufmerksamkeit, alles Liebe, Birgit.

A^lenDache\n


hutfilter

Ich habe grad ein Buch gelesen über das Leben anch dem Tod...was danch allesmit uns passiert...und da waren genau so ne Geschichten drin wie deine. Der Auto ist ein Medium. Das hat mir echt geholfen. Auch wenn andere sagen das ist alles nur qutasch...du suchst dir nur was damit es dir besser geht-aba seh mal die realität...das ist meine realität...sie sind immernoch bei uns , bei jedem handschlag den wir tun und sie lieben uns immer noch genauso wie früher und lassen uns das spüren=)...

Cuhatxzi


Hallo zusammen,

mir hat lesen nach der ersten Schockphase sehr geholfen. Ich habe unzählige Bücher verschlungen. Man findet sich so oft darin wieder,

wie man denkt und fühlt, was Träume so deuten. Aber mittlerweile,

wo etwas Zeit vergangen ist fragt man sich doch wieder - WARUM?

Ich kann nicht schon wieder Bücher lesen, ich denke entweder glaubt man daran oder nicht. Manchmal glaube ich daran und dann kommen wieder die Tage wo man es einfach nicht begreift. Daher finde ich es auch ganz angenehm mich hier auszutauschen. Manchmal weint man zwar beim lesen der traurigen Geschichten, aber man fühlt sich dann nicht so allein. Wir trauern alle hier, jeder kann dem anderen vielleicht

doch ein wenig helfen, sich austauschen und sich verstanden fühlen.

Nochmals vielen Dank an alle und Euch allen weiterhin alles Gute und viel Kraft.

Lg Simone

p1us4chivma(edexl


Vielleicht gibt es sie ja doch!

Ganz komisch, aber Samstag wäre Reginas 49. Geburtstag gewesen. Ihre Freundinnen hatten sich angesagt, für mich überraschend, also mußte ich putzen! Ich rannte oft die Treppe rauf und runter, an ihrer Schlafzimmerkommode vorbei, die nun in meinem Flur steht. Und immer, wenn ich daran vorbei kam, habe ich ein Parfüm wahrgenommen! Ich kannte den Duft, aber ich kann echt nicht sagen, ob es ihr spezieller war, denn wir haben viel experimentiert! Ich habe es halt nur wahr genommen. Es ist mir erst jetzt aufgefallen, daß ich ihn nur am Samstag wahrgenommen habe. Da war vorher nichts, und hinterher auch nichts! Nur Samstag! Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll, denn ich weiß nicht, ob sie mit mir zufrieden wäre! Ich frage mich auch, warum ich nicht einfach einen Moment stehen blieb, um das zu genießen! Ich vermisse sie so sehr!

LWinxa33


*:) Hei Birgit, hallo alle zusammen,

das mit dem WARUM? kommt mir auch sehr bekannt vor, siehe oben ;-D

mittlerweile glaube ich, dass es uns soooolange beschäftigt , bis wir wir unsere Geschichten verarbeitet haben.

Und ich meine nicht "einfach" nur, dass nach ner Zeit Trauer auch nachläßt, und man IRGENDWIE wieder am Leben teilnimmt, sondern ich meine, wirklich verarbeiten, dass man trotz allem wieder eine gewisse Zufriedenheit, eine innere Ruhe zurückbekommt (bitte nicht falsch verstehen, ich meine nicht die Verstorbenen vergessen und durch die Gegend zu feiern, sondern eine Art mit dem Leben wieder ins Reine zu kommen).

Und das ist glaub ich viel schwerer als die meisten denken unddass es viel weniger schaffen, als es immer den Anschein hat.

Vielleicht macht man mit der Zeit einfach weiter, weil man es nicht besser weiß (woher auch, spricht ja offen nie jemand drüber).

Ab und zu taucht das was unverarbeitet blieb auf(also unvereinbar mit dem Inneren (so z.B. die Frage nach dem Sinn, denn man einfach nicht finden kann)). Oder wenn sich Schicksalsschläge häufen und irgendwann das tragbare Maß voll oder weit überschritten ist, dann ist der Sinn noch weniger begreifbar und damit noch weniger verarbeitbar?

Und vielleicht lähmt einen das im normalen Leben, läßt Hoffnung verkümmern und macht im Extremfall bitter befürchte ich.

Aber ich glaube, dass es da auch wieder einen Weg raus gibt, such ihn grad 8-)

Birgit, da warst du erst Anfang 30 als Deine Mutter starb? Man ist nie alt genug dafür...

Du hast Deine Erfahrungen und Gedanken dazu sehr gut nachvollziehbar beschrieben und ich kann Deine Gedanken soooo gut verstehen... ganz schlimm hatte ich das bei meinem Opa und bei meinem Bruder als kleiner Junge da er da schon unter Depressionen litt, ein Kind!!! ... und natürlich bei meiner FG. Alles soooo ungerecht und unverständlich, grausam und traurig, traurig, traurig ... und ... sinnlos....!

Aber kann ich das ( ob es ungerecht und sinnlos ist ) wirklich wissen?

Nein, wissen kann es niemand!

Man kann die Überzeugung haben, aber wissen tut es niemand. Und falls es dann doch einen Sinn gibt, der sich unserer begrenzten Wahrnehmung verschließt, dann habe ich mich Jahre damit gequält, dass ich keinen erkennen konnte? Ich versuche das einfach abzugeben, ich kann es nicht wissen und damit ist wieder Hoffnung und Sinn möglich.

Als mein werdendes Kind starb hatte ich eine Zeitlang das Gefühl, meine Hoffnung ist mit ihm gestorben, ich war einfach nur noch leer und ohne Illusionen für die Zukunft. Bis dahin war schon soviel passiert und nun auch noch dass... Ich hatte und habe teilweise heute noch Angst vor dem was noch passiert. Aber ich bin erst 35, habe auch keine Lust jetzt schon desillusioniert durchs Leben zu laufen. Und wozu auch.

Den Tod Deiner Mutter Deinem Vater beizubringen war bestimmt unglaublich schmerzhaft. Man weiß genau, das sich da gleich die Welt für den anderen aufhören wird zu drehen... Ich glaube mich hätte mein Mitgefühl erstickt und ich habe sehr viel Respekt davor, wie Du dann auch noch weiter versucht hast trotz Deiner eigenen Trauer Deinem Vater eine Stütze zu sein!

Was für ein unglaublicher Umgang mit dem Thema Tod, den Dein Vater und Deine Schwester gezeigt haben... ich war ganz gerührt als ich Deine Zeilen laß. Wie ausgesöhnt sie waren, wie zufrieden mit dem was sie haben durften. Ich würde mir für Dich so wünschen, dass Dich das irgendwann versöhnt.

Das Deine Schwester gesagt hat ,sie möchte mit niemandem tauschen fand ich sehr schön. Sie hat akzeptiert, dass wenn ihr Leben ihr diese 3 wunderbaren Kinder bringt, dann bedeutet das, dass das Leben mit diesem Ausgang dazu gehört :-)

Auch wenn ich mir das Leben oft anders gewünscht habe, bin ich doch nie jemandem begegnet, mit dessen Leben ich gerne getauscht hätte (also komplett allles) wenn ich es gekonnt hätte.

Für Dein Beileid danke ich Dir sehr herzlich :)*, nicht alle können die Trauer um ein Kind verstehen, dass zu einem relativ frühen Zeitpunkt der SS verstorben ist. Wir bemühen uns sehr uns nicht unter Druck zu setzen und das mit aller Macht ;-)

gaaaanz liebe Grüße

@:)

Verena

Lqinax33


@ Birgit

habe grad gesehen, dass Du wohl auch noch so spät online warst und Deine w-u-n-d-e-r-s-c-h-ö-n-e Begebenheit hier gepostet hast.

Ich glaube einfach für Dich mit, dass das ein :)* von Deiner Schwester war und wische mir gerade ein paar Tränen aus meinem Gesicht :-)

Das Du nicht stehen bliebst wundert mich nicht, ist es doch eine soooo außergewöhnliche Erfahrung, dass man sie erst für sich begreifen muss.

Wenn Du mal ein wenig Zeit hast, vorm Schlafen gehen zum Beispiel würde ich mir einfach diese Erinnerung noch einmal heranholen und versuchen sie zu geniiiiiiiiießen, auch wenn es Dich zusätzlich ein wenig traurig stimmt könnte.

Was meinst Du damit, dass Deine Schwester vielleicht nicht mit Dir zufrieden sein könnte?

Und denk dran falls du mal zweifelst, du kannst nicht wissen, ob es nicht doch ein Zeichen war, also versuch erst gar nicht es zu ignorieren ;-)

Immer noch sehr gerührt

Verena :-)

p(uschUimaxedel


Hallo Verena, Du Liebe

ich glaube, sie ist nicht zufrieden, weil ich mich nicht um mich kümmere! Um ihre Kinder kann ich mich nicht kümmern, sie sind zu selbständig! Der Jüngste lies mir gerade durch seinen Cousin und durch die Blume mitteilen, daß er nicht bemuttert werden möchte. Tue ich ja auch nicht, ich schwöre! Nur ab und an zeigen: da ist jemand, der sich Gedanken macht, wie es Dir geht! Ich glaube, sie ist nicht damit zufrieden, wie ich damit umgehe! Sie will nicht, daß ich so traurig bin. Ich arbeite daran, ganz bestimmt!Ich gehe jetzt schlafen und hoffe auf einen schönen Traum mit ihr! Morgen zieht neues Leben ein in ihre Hälfte! Es wird schön! Ganz bestimmt!

Verena :°_

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