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Opa gestorben. Bin ein nervliches Wrack.

InchDorxis hat die Diskussion gestartet


Hallo !

Kurze Vorgeschichte zu meiner jetzigen Gefühlslage:

Letzten Dienstag (27.11.) hat mein Opa, aus heiterem Himmel, einen sehr schweren Schlaganfall (rechte Gehirnhälfte geschädigt) erlitten. Nach ein paar bangen Tagen und Nächten zwischen Hoffnung und Ernüchterung, ist er dann 4 Tage später verstorben.

Ich lebe mit meinen Großeltern im selben Haus (separate Wohnung), habe täglichen Kontakt zu ihnen. Unsere Familie ist sehr eng miteinander verbunden.

Nun zu dem Grund, warum ich in dieses Forum schreibe:

Ich weiß nicht genau, wie ich mich verständlich ausdrücken soll. Wir wussten alle, wenn mein Opa überlebt, wäre er ein schwerer Pflegefall gewesen, hätte nicht sprechen können, wäre wahrscheinlich nur im Bett gelegen. Wenn man die Sache nüchtern sieht, war es besser für ihn, nur kurze Zeit zu "leiden" um erlöst zu werden.

Doch wenn ich mir meine Oma ansehe, die zwar versucht stark zu sein, aber jedes Mal wenn Bekannte, Verwandte anrufen und sie nach ihrem Gefühlszustand fragen, zu weinen beginnt, zerreist mir das fast das Herz.

Muss sagen, ich bin nervlich nicht sehr belastbar, eher ein sentimentaler Mensch. Momentan habe ich das Gefühl, als würde mir der Boden unter den Füssen weggezogen werden. Als würde ich in einer Achterbahn sitzen. Im einen Moment komme ich mit der Situation klar, sehe Licht am Ende des Tunnels, weiß, dass es von Tag zu Tag ein kleines Stück besser wird, im nächsten Moment, sitze ich heulend am Sofa, nervlich total am Ende.

Mich plagen Angstzustände.

Dieses Drama kam so überraschend für uns, ich habe schreckliche Bedenken, dass mir meine Oma eines Tages (vielleicht schon in nächster Zeit ?) genauso schnell entrissen wird.

Meine Oma und mein Opa waren mir mein bisheriges Leben immer eine Stütze. Wenn es mir schlecht ging, waren sie für mich da. Wenn ich in einem finanziellen Engpass war, gab es deswegen auch keinerlei Diskussion.

Plötzlich fehlt da ein Teil dieser "heilen Welt".

Bisher haben meine Großeltern gegenseitig auf sich aufgepasst und ich zusätzlich auf die beiden.

Jetzt habe ich das Gefühl, diese ganze Verantwortung, dass es meiner Oma gut geht, liegt auf meinen Schultern.

Muss dazu sagen, meine Oma ist eine äusserst selbständige, unternehmungslustige und resolute Frau. Doch wenn man so einen Menschen plötzlich hilflos und weinend am Boden sieht, in solchen Momenten weiß man weder ein noch aus.

Ich habe, zum Glück, so eine Tragödie noch nie erleben müssen.

Ich kann einfach nicht abschalten, mache mir über so viele Dinge Sorgen und Gedanken. Wache oft mit Magenschmerzen in der Nacht auf, unter Tags bin ich sehr unruhig.

Mir ist bewusst, jeden Tag sterben Menschen. Mütter, Väter, Kinder, Omas, Opas, Tanten, Onkel, Freunde, Partner, ...

Ich war schon auf so vielen Begräbnissen, doch noch nie hat es mich so dermaßen persönlich getroffen.

Ich fühle mich einsam, fühle mich in der Wohnung irgendwie fremd.

Ich weiß selbst nicht was mit mir los ist. Es ist ja nicht der erste Mal, wo ich in einer Situation bin, wo es in meinem Leben nicht rund läuft. Doch dieses Mal ist es total anders.

Es ist nicht dass mein Opa tot ist. Ich meine, er fehlt mir, es ist traurig, aber ich weiß, für ihn war es nach dem Schlaganfall eine Erlösung.

Ich habe vielmehr ein Problem mit diesem Gefühlschaos in dem ich mich befinde. Ich komme überhaupt nicht zur Ruhe.

Soll ich mir vom Arzt ein leichtes Beruhigungsmittel verschreiben lassen ?

Soll ich es einfach so hinnehmen und abwarten, bis sich der Alltag langsam wieder normalisiert ?

Wenn ich nicht mehr kann, fahre ich zu meinen Eltern, bisschen Ortswechsel, ausweinen, reden. Aber ich kann natürlich meine Oma nicht für längere Zeit alleine lassen, das würde ich nicht übers Herz bringen. Ich bin fast schon am ausflippen, hin und her gerissen.

Doris

Antworten
dloDn-dig'it~alus


Hallo Doris,

habe vor 6 Jahren meine Mutter verloren und ich war auch sehr, sehr

traurig. Hilfe fand ich auf dem beigefügtem Link - als dann vor 3 Jahren mein Vater starb, wusste ich besser Bescheid über´s Sterben

und fand auch dort wieder enormen Trost und Hilfe.

Hier der Link [[http://www.jenseits-de.com/g/index-hilfe.html]]

(Auf der linken Seite "Verlust eines Menschen" anklicken ! )

Ich wünsche dir alles, alles Gute

NeewBaQlaunce


Der Text "Verlust eines Menschen" macht einem ein sehr übles Gefühl im Magen, weil es so übersinnlich ist :-(

Aber grade sowas wie das hier "denn die Seele will ja auf keinen Fall "geistern" und den Hinterbliebenen erschrecken, oder ihn gar verängstigen." kommt mir sehr bekannt vor, wie ich ja hier schon mal berichtet habe...;(

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