» »

Belogen, betrogen und ausgenutzt

n4irv'anaA667 hat die Diskussion gestartet


Ich führte bis vor 2 Monaten eine über 5 jährige Wochenendbeziehung.

Mein Freund war 1 Jahr jünger, kam aus kaputten Familienverhältnissen und ein richtiger Draufgänger, ich bin aus relativ gut situierten Familienverhältnissen - eher das Gegenteil. Niemand dachte dass diese Beziehung überhaupt eine Chance hat...!

Die ersten 3 Jahre liefen wunderbar. Er war so verliebt in mich, tat alles für mich, hat mich auf Händen getragen. Ich wurde noch nie von jemandem so behandelt. Wir waren glücklich...

Danach der Absturz. Nachdem er seine Lehre beendete ... begann es...

Er belog mich 1/2 Jahr, dass er arbeiten würde, natürlich hatte sich mittlerweile ein Berg Schulden angehäuft...!

Irgendwann konnte er es mir nicht mehr verheimlichen und alles kam raus.

Ich konnte ihn nicht verlassen, also begann ich ihm mit seinen Schulden zu helfen und versuchte uns wieder was aufzubauen, kümmerte mich um eine Wohnung für ihn, begleitete ihn bei der Arbeitssuche usw.

Er war mir unendlich dankbar, es schien wieder bergauf zu gehen!

Jedoch nur kurz... der nächste Absturz kam schleichend...

Er kapselte sich immer mehr von mir ab, schloss mich aus, lebte sein leben während der Woche und mit mir an den Wochenenden war er ein ganz anderer. Die gemeinsamen Freunde wurden immer weniger, bis schließlich niemand mehr übrig blieb. Unsere Interessen wurden auch immer verschiedener.

Er ging an den Wochenenden allein weg, ich war eifersüchtig, hatte durch die ganze Vorgeschichte mein Vertrauen verloren ... und deshalb gab es auch regelmäßig Streit.

Irgendwann war es dann soweit und wir einigten uns auf eine 1-monatige Pause. In dieser Zeit hatten wir wenig Kontakt... nach der Pause verschob er das wiedersehen Woche für Woche.

Als ich ihn dann besuchte, traute ich meinen Augen nicht, die ganze Wohnung war total verdreckt und überall lagen Frauensachen!!! Seine Ausrede: Ein Freund ist mit seiner Freundin bei ihm eingezogen! Dann gestand er mir, dass er noch zeit bräuchte, die Pause sei ihm zu kurz gewesen. Die folgenden 2 Monate waren ein auf und ab. Wir sahen uns nur sporadisch.

In der Zeit kam dann der erste große Schock: Ich kam dahinter, dass er seit über 1,5 Jahren in monatlichen Abständen Heroin konsumierte!! Für mich brach eine Welt zusammen ... aber ich konnte ihn nicht verlassen ... deshalb ging es weiter bergauf und bergab ... er wollte mich nicht zu einer Drogenberatung oder ähnlichem begleiten, meinte er schafft das allein... ich war mit meinen Nerven und Kräften am Ende. Ich konnte nicht mehr essen, keinen klaren Gedanken mehr fassen, wartete nur noch, dass das endlich alles irgendwann aufhört ... !

Er sah dabei zu, wie es mir immer schlechter ging, ich immer mehr abmagerte ... - und es war ihm offenbar egal!! Ich ließ mir das alles gefallen, merkte nicht, dass mein Verhalten eigentlich schon einer Beziehungsabhängigkeit/Co-Abhängigkeit glich!!! Ich ließ mich von ihm die ganzen Monate verarschen, er beendete die Beziehung zu mir wahrschenlich deshalb nicht, weil er finanziell von mir abhängig war und wusste, dass ich ihn finanziell nicht im Stich lassen würde - weil ich es nicht konnte!!

Er ließ mich nicht mehr in die Wohnung, verbrachte wöchentlich ein paar Stunden mit mir, in denen er mir weiß machte wie sehr er mich liebte ...!

Am Ende des Sommers meinte er, ich solle wieder regelmäßig an den Wochenenden kommen.

Da kam dann der endgültige Zusammenbruch für mich: ich fand raus, dass er mich die ganzen Monate - in denen ich nicht in die Wohnung sollte, gelitten habe und beinahe an dem Ganzen zu Grunde gegangen wäre - BETROGEN hatte. Diese Frau war schon bei ihm eingezogen, ich hab sie in den ganzen Monaten mitfinanziert - ihre Drogensucht finanziert....! Er war mit Ihr auf Urlaub und sonstwo... machte sich ein schönes Leben mit Ihr ....

In nachhinein erfuhr ich, dass er in seinem Freundeskreis die Beziehung zu mir bereits als beendet darstellte und allen stolz seine neue Freundin präsentierte!!

Nun war ich an dem Punkt angelangt, an dem ich mich entscheiden musste - entweder ich tu endlich was für mich und beende das ganze, auch wenn es mit noch so großen seelischen Schmerzen verbunden war oder ich lass mir das ganze weiter gefallen und geh daran zu Grunde!

Ich hab die Beziehung dann beendet und bin mittlerweile in psychologischer Behandlung. Ich frage mich jedoch noch immer, wie er sich so verändern konnte, wie er meine Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft bzw. auch meine Abhängigkeit so ausnutzen konnte ... ich frage mich ob sich ein Mensch, nachdem er jemandem sowas angetan hat, noch in den Spiegel sehen kann!?

Antworten
l}iTlo7x7


Hallo Nirvana,

laß dich drücken du Arme.

Das ist eine extreme Geschichte, er hat dir wirklich sehr weh

getan und dein Vertrauen im Keim erstickt.

Das beste was du tun konntest, ist diese Beziehung beendet

zu haben und hoffentlich jeglichen Kontakt weiterhin mit ihm

unterbindest. Wenn man von jemanden den man so geliebt

hat, so sehr verletzt wird, und das in mehrer Hinsicht, geht das unheimlich tief.

Ich glaube, daß Heroin hat ihm sein Hirn vernebelt.

Süchtige, denken nur an ihre Sucht, alles andere ist ihnen

meist vollkommen egal.

Ich finde es gut, daß du dir Hilfe geholt hast um diese

Geschichte zu verarbeiten.

Tut mir leid, daß du so eine herbe Erfahrung machen mußtest,

wünsche dir viel Kraft um das Ganze zu verarbeiten.

:)* :)* :)* :)* :)* :)*

Lilo

nGirpvanax667


Hallo Lilo,

danke für die tröstenden Worte.

Mittlerweile bin ich über das Gröbste schon hinweg, aber ohne psychologische Unterstützung, hätte ich das glaube ich nicht mehr geschafft. Ich war mit meinem Leben, meinen Gefühlen am Ende... ich habe jeden Tag darauf gewartet, dass endlich alles vorbei ist ... ich wäre daran beinahe zu Grunde gegangen, hatte aufgegeben, keine Kraft mehr.

Heute fällt es mir leichter über das ganze zu sprechen. Ich hatte solche Schuldgefühle wegen dem ganzen, obwohl ich keine Schuld trage...! Ich habe mich geschämt, weil er ein so falsches Spiel mit mir gespielt hat...

Es tut immer noch weh an die Vergangenheit zu denken, an die vielen schönen Momente, alles was wir erlebt haben ... aber ich bin froh, dass ich es geschafft habe, das alles hinter mir zu lassen und zuversichtlich in die Zukunft zu schauen.

l9iloN77


Hallo Nirvana,

freut mich, daß es dir wieder besser geht.

Schuldgefühle? Ich glaube nicht, daß du ihn da raus bekommen

oder es verhindern hättest können.

Es ist sein Leben, er hat sich für diesen Weg entschieden.

Du wurdest so zusagen mit reingezogen, ohne das du das gewußt hast!

Wünsche dir für die Zukunft alles Gute!

Das du einen Partner kennenlernst, der dir das schöne und Gute

zeigt im Leben!

Alles Liebe,

Lilo

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH