» »

Meine Schwester starb mit 48J. an einem Vulvakarzinom

p<uZschimqaedxel hat die Diskussion gestartet


Ich heiße Birgit, bin 45 und die Jüngste von drei Schwestern. Meine Schwester Regina war drei Jahre älter als ich! Sie starb am 25.Oktober 2007 in einem Hospitz ! Ich und meine Schwester Monika waren bei Ihr, um sie zu begleiten, wie wir es die letzten Monate Tag für Tag getan haben! Der Krebs wurde im März 2006 festgestellt, sie wurde radikal operiert: alles im Gesunden entfernt, alle entfernten Lymphknoten aus den Leisten waren negativ, keine Weiterbehandlung erforderlich! Super! Wir haben gefeiert, sie ging nach relativ kurzer Zeit (im Juli)wieder arbeiten. Im September hatte sie einen Knoten in der rechten Leiste, konnte schlecht laufen, aber ihr jüngster Sohn wurde 18!, also hat sie sich lieber darum gekümmert. Man muß dazu erklären: Unsere Eltern hatten vor 30 Jahren ein halbes Haus gemietet, in dem wir praktisch aufgewachsen sind. Als unsere Mutter starb, und kurze Zeit später der Nachbar auszog, sind mein damaliger Lebensgefährte und ich in die andere Haushälfte gezogen, um nah beim Vater zu sein. Unser Vater starb, Reginas Kinder wurden flügge, und sie suchte eine neue Wohnung als Alleinerziehende mit einem Kind. Ich konnte sie überreden, in dieses Haus zu ziehen! Sie hat die Besitzer dazu überredet, uns das Haus auf Rentenbasis zu verkaufen. Wir waren wie ein altes Ehepaar, total voneinander abhängig, aber glücklich! Zwei Single-Frauen mit Grundbesitz! Aber im Oktober kam dann der Befund: Metastase in der Leiste, nächste OP + Strahlentherapie! Strahlentherapie wegen Wundheilungsstörungen nicht möglich, besch... Nachsorge vom Krankenhaus! Rechte Leiste: die Wunde suppte, das Bein war dick und warm, und Regina hatte Schmerzen! "Gehen Sie zum Hausarzt!" Wir sind ins nächste Krankenhaus, dort wurde sie sofort stationär aufgenommen und mit i.v.Antibiotika versorgt! Ihre Wunde wurde versorgt und eine Strahlentherapie wurde möglich gemacht und gestartet. Leider zu spät! Unter der Strahlentherapie breiteten sich die Metastasen aus, Ende Dezember war die Prognose infaust! Nicht für Regina! Bis in den Sommer hinein ist sie Auto gefahren, hat den Haushalt bewältigt, war mit mir und Monika auf Rügen, im Rollstuhl! Ich habe dann nach und nach die Hausarbeiten übernommen, Wäsche und so, hab'abends mit ihr ein Glas Wein getrunken, bin vollzeit arbeiten gegangen, der Rest gehörte Ihr! Ende September, nach vier Chemos und unendlicher Qual, sich zu bewegen, ein weiterer CT-Befund: instabiles Becken, instabile Wirbelsäule...sofort per Liegendtransport ins Krankenhaus! Sie ist noch mit Krücken die Treppen runter! Vorstellung der CT-Bilder im Uni-Klinikum, Traumaschirurgie; Übernahme am nächsten Tag(Ihr Wunsch!!!), OP am 9.10.: Nix zu machen, nur ein Stück vom Oberschenkelnochen entfernt. Sie wurde aufgeklärt, jeden Tag, dann hat Sie geweint, und dann war es weg!Und täglich grüßt das Murmeltier! Sterben? Auf gar keinen Fall! Sie wußte es, aber sie wollte einfach nicht sterben, bis zum Schluß! Sie hat nur hypothetisch darüber gesprochen, und dann mußte ich ihr, als Krankenschwester, versprechen, daß sie nicht leiden wird! Sie ging am 17.10.2007 ins Hospitz, war von diesem Moment an nicht eine Minute ohne jemandem aus ihrer Familie oder dem engsten Freundeskreis! Sie mußte nicht leiden! Sie war abgedeckt mit Schmerzmitteln und umgeben von Liebe ! Samstag würde Sie 49 Jahre alt werden! Ihre Freundinnen und ihr Verehrer kommen zu mir, sie können nicht alleine sein! Ich vermisse Sie so sehr! Und ich denke immer daran, wie sehr sie gekämpft hat und welche Schmerzen sie ertragen hat, bevor sie ins Hospitz kam! Es ist so ungerecht, sie hat doch nichts verbrochen! Nur drei wunderbare Kinder geboren und allein groß gezogen und zu fleißigen, selbständigen, sozialen Menschen geformt!Ich vermisse Sie so sehr!!!!

Antworten
Cmh3atzi


Hallo Puschimaedel,

das ist furchtbar, es tut mir so leid, ich bin zutiefst gerührt

wenn ich Deinen Text lese. Ihr hattet ein wunderbares Verhältnis

ihr habt Eure Schwester in den Tod begleitet. Da fehlen mir die

Worte, mir liefen die Tränen beim lesen Deiner Geschichte. Ich weiß

es wird kein Trost sein, wenn ich Dir schreibe Ihr habt Euch von Eurer

Schwester verabschieden können. Mein Bruder starb am 27.10.07 am

plötzlichen Herztod, er war 55 Jahre. Wir waren einfach geschockt und sind es heute noch. Es macht natürlich keinen Unterschied, da wir beide unsere Geschwister verloren haben, unser Schmerz groß ist

über diesen Verlust. Mein Bruder ist alleine gestorben, ich weiß nicht

ob er noch was gespürt oder gefühlt hat vorher oder ob er vielleicht

stundenlang am Boden lag (dort wurde er gefunden). Vielleicht wollte

er um Hilfe rufen und konnte nicht. Todeszeitpunkt war zwischen 0.00

und 7.00 morgens am 27. Oktober. Ich bewundere Dich und Deine Schwestern, Ihr habt großartiges geleistet. Ich denke Ihr habt Ihr bestimmt bis zuletzt ihre Hand gehalten, sie ist nicht alleine gestorben. Sie hatte keine Schmerzen, sie hat nicht gelitten. Eure Schwester ist bestimmt stolz auf Euch und nun Euer Engel der Euch vom Himmel aus beschützt. Ich wünsche weiterhin ganz viel Kraft

und Gesundheit für das neue Jahr 2008!

Lg Simone

p4uscUhimaedxel


Gestern war Dein Geburtstag!

Alle waren da! Andi,Günther, Siegrid, Marion, Cengiz, Monka und ich, in unserem Haus! Nur Deine Kinder nicht, sie waren zusammen auf dem Friedhof und danach wieder auseinander! Sie verstehen sich prima, sind eine Einheit, nicht, daß Du das falsch verstehst! Aber trauern können sie nicht, wie auch!? Es ist unbegreiflich, daß Du nicht mehr da sein sollst! Und es gibt so viele Probleme, weil Du kein Testament gemacht hast! Aber wir kriegen das in den Griff! Ich werde testamentarisch festlegen, daß Deine Kinder meine Hälfte des Hauses kriegen! Weißt Du, daß Du 5 Tage zu früh gestorben bist, um die Hypothek für die Schenkungssteuer zu tilgen? Egal, aber Du mußt nicht mehr leiden, und wir kommen auch darüber hinweg, wie immer! Ich sitze in meinem Schlafzimmer, aber das ist endstanden aus Deinem Kinder- und dem Elternschlafzimmer. Ihr drei seid mir so nah, wie keinem anderen! Ich liebe Euch so sehr und ich hoffe, Ihr seid zusammen! Mama, Danke, daß Du immer für mich da warst, für Deine Liebe! Papa, weil ich Dich so lieb habe, habe ich Dinge getan, die ich nie wieder tun möchte: ich habe Deine Kaninchen teilweise zur Zucht weitervermittelt und den Rest mit Jens geschlachtet! Nie wieder! Ich liebe Dich, Du altes Kriegskind, Du hast mich gelehrt, immer nach vorne zu schauen! DANKE! Regina, Du warst in der Kindheit meine Geißel,wie oft habe ich Dich zum Mond geschickt, in Gedanken! Kann ich Dich bitte zurück haben? Bitte, bitte!!!!!!!! Du warst so energisch, hast immer Deinen Kopf durchgesetzt, niemals aufgegeben! Du hast immer geunkt, daß Du als erste gehst,Du blöde KUH!Ich hätte nie gedacht, daß Du so souveraen mit der Erkrankung umgehen würdest! Du warst fantastisch! Ich habe es Dir zwar auf dem Sterbebett gesagt und mich bedankt, aber ich muß es jetzt noch mal betonen: Regina, meine liebe, liebe Schwester: Ich liebe Dich so sehr und ich vermisse Dich! Du hast mein Leben und Monika's und das Deiner Freunde so sehr bereichert! Du hast wunderbare Kinder geformt, trotz dieses inkompetenten Vaters! Ich verneige mich vor Dir, mein Herz! Ich liebe Dich! Ich befinde mich hier, wo ihr alle gelebt habt! Welch ein Privileg! Und trotzdem .....

pgusckhimaebdel


Chatzi, wie geht es Dir?

Ich mache mir Sorgen, habe ich was Falsches gesagt?

Cehatxzi


Hallo Puschimaedel,

nein Du hast nichts falsches gesagt. Es macht mich nur traurig,

wenn man das hier liest. Aber es ist so schlimm, warum müssen

wir solche Verluste aushalten. Mir hat mal jemand gesagt, alles hat seinen Sinn. Ich weiß nur nicht welchen. Ich mache mir auch Sorgen um meine Mutter, ich weiß nicht wirklich wie sie den Tod ihres Sohnes

verkraftet. Sie spricht nicht viel darüber. Ich versuche sie abzulenken

und viel mit ihr zu unternehmen. Dennoch denke ich sehr viel in letzter

Zeit über den Tod nach. Was kommt danach?? Ich lese sehr viel

von "Elisabeth Kübler-Ross". Hat mir in der Anfangszeit sehr geholfen.

Als im Juli diesen Jahres meine geliebte Katze gestorben ist bin ich überhaupt nicht damit fertig geworden. Ich habe immer gesagt sie ist ganz alleine dort oben, niemand passt auf sie auf, weil alle aus unserer

Familie noch lebten. Dann im Oktober ist mein Bruder so plötzlich gestorben. Ich fiel in das nächste Loch, irgendwie alles seltsam.Natürlich weiß ich das meine Bruder jetzt auf meine Katze aufpasst, aber so habe ich es doch auch nicht gewollt. Nun ist sie nicht mehr alleine dort oben. So wie Deine Schwester, die nun wieder mit Euren Eltern zusammen ist. Weißt Du ich denke ganz oft

im Leben gibt es soviel Neid, Mißgunst und Streitigkeiten. Das Leben ist manchmal so kurz und ungerecht. Wir wären froh wenn wir unsere Lieben wieder um uns herum haben könnten. Viele wissen dies nicht zu schätzen. Ich bewundere Euren Zusammenhalt in der Familie, das ist so wichtig, Du kannst stolz darauf sein. Deine Schwester ist es ganz bestimmt.

Entschuldige, mein Text ist etwas länger geworden. Alles Gute.

lg Simone

pHuschirma@exdel


Liebe Simone, ein Gedicht für Deine Katze

Rainbow Bridge

Wenn ein geliebtes Tier stirbt, das auf unserer Erde einen geliebten Menschen hatte, dieses Tier geht zur Rainbow Bridge.

Dort sind Wiesen und Hügel für unsere geliebten Freunde, damit sie zusammen rennen und spielen können. Dort gibt es Wasser und Nahrung in Hülle und Fülle, die Sonne scheint, und unsere Freunde fühlen sich wohl.

Alle Tiere, die krank und alt waren, sind wieder gesund und kräftig; diejenigen, die verletzt und verkrüppelt waren, sind wieder wohlauf, so wie wir sie aus unseren Träumen vergangener Zeiten kennen.

Die Tiere sind dort glücklich und zufrieden, bis auf den kleinen Umstand: Sie alle vermissen jemanden ganz Bestimmtes, den sie zurücklassen mussten. Sie alle rennen herum und spielen miteinander, aber für jedes Tier kommt der Tag, an dem es plötzlich innehält und mit hellen Augen erwartungsvoll und zitternd in die Ferne schaut. Plötzlich trennt es sich von seinen Spielkameraden und rennt immer schneller und schneller über die grünen Wiesen.

Da siehst Du etwas auf Dich zurennen, und wenn Du und Dein geliebtes Tier Euch freudig trefft, werdet ihr niemals mehr getrennt werden. Freudentränen laufen über Dein Gesicht, Deine beschützenden Hände streicheln wieder den Kopf Deines Tieres und Du wirst wieder in die treuen Augen schauen, die so lange aus Deinem Leben gegangen waren, aber niemals aus Deinem Herzen, Dann geht ihr zusammen über die Regenbogenbrücke.

C>hatxzi


Hallo Puschimaedel,

vielen dank für dieses schöne Gedicht. Hoffen wir das es so sein

wird und wir uns alle irgendwann wiedersehen. Bis dahin müssen

wir lernen mit diesem Verlust umzugehen.

Lg Simone

pFu]schimaPedxel


Chatzi,

Wie geht es Dir? Wie geht es Deiner Mutter? Daß Du Dich um Deine Mutter kümmern mußt: Man kann nicht abschalten, darf gar nicht an sich denken! Man spürt ständig den Schmerz des anderen, und man muß da sein! Es ist einfach nicht fair! Deine Mama ist wichtig, aber Du genauso!Ich weiß nicht, wie ich Dir helfen kann! Alles Liebe, Birgit!

C+hatzxi


Hallo Puschimaedel,

ja Du hast recht. Es ist eine sehr schwierige Zeit. Nächste Woche möchte meine Mutter nochmal ans Grab gehen. Sie war noch nicht oft dort, da sie es nicht so gut verkraftet am Grab zu stehen. Es ist ein Urnengrab, sie sagt immer, das ihr großer Junge in dem kleinen Grab

liegt. Ich habe schon Panik vor nächster Woche, weil ich weiß wie sie

sich dann fühlt. Ich habe selbst Kinder und es ist daß schlimmste was

einem passieren kann, eins zu verlieren. Ich würde gern noch mehr

helfen, aber ich merke es fällt meiner Mutter sehr schwer über den

Verlust zu sprechen, also lasse ich es. Ansonsten gibt sie sich ganz tapfer. Ich weiß natürlich nicht was abends ist, wenn sie alleine zuhause ist. Ich würde gern die Zeit zurückdrehen...

Wie geht es Dir denn? Was machen die Kinder Deiner Schwester?

Lg Simone

p{uschmimaedexl


Hallo Simone

ich weiß nicht genau, wie es den dreien geht! Heute war meine Nichte kurz da, um mich darauf vorzubereiten, daß morgen Reginas Sofa abgeholt wird! Hört sich schräger an, als es ist: Regina ist ja vor fast sechs Jahren in dieses Haus gezogen und hatte ein winziges Wohnzimmer. Sie hat sich damals eine superschöne, nostalgische Sitzcouch gekauft, auf der man leider nicht fletzen konnte und kann! Als ihre Probleme anfingen,das Rezidiv im Oktober '06, bin ich mit ihr los und wir haben ihr ein superschönes, bequemes Sofa besorgt, direkt konstruiert für dieses kleine Wohnzimmer! Aber wohin mit diesem schönen Sitzsofa? Ich hab's übernommen, aber brauche es nicht unbedingt! Ich hab'die Kinder gefragt, ob jemand dieses Sofa möchte, und ich denke Nina brauch es mehr als ich! Es freut mich und ich glaube, Regina freut es auch! Naja, ich habe heute den Schlüssel für die Haushälfte abgegeben! Ich muß nicht mehr morgens hinein, den Hund rauslassen, die Jalousien hochziehen! Ab morgen leben Dennis und seine Freundin Sabrina nebenan! Ich bin eigentlich sehr glücklich, daß wieder Leben einkehrt, nebenan! Aber den Schlüssel abzugeben, nicht mehr zum Hund zu kommen, wenn ich will, aber einfach auch: meine Schwester lebt nicht mehr dort! Ist heavy! Wenn ich schon so schwer klar komme, was denkst Du, was in den Kindern vor sich geht? Der Krieg mit den Lebensversicherungen ist auch noch nicht abgeschlossen! Die Versicherung, von der Regina immer gesprochen hatte, von der ich die Hälfte zur Erhaltung des Hauses kriegen sollte, prüft immer noch, ob ihr Tod rechtens war!!! Die wollen ihre gesamte Krankengeschichte, von der Wiege bis zur Bahre! Dabei geht es um lächerliche 50000Euro!!! Ich sag'nur Dialog! Sie hatte Gott(?) sei Dank auch noch woanders Geld, um die laufenden Kosten und ihre Beisetzung zu bezahlen und sie hat es auch nie geändert für mich. Da Ihr Sohn die Haushälfte übernimmt, wäre das auch Mumpitz gewesen! Aber es gibt ja noch weitere Probleme: Regina und ich haben dieses Haus, unser Elternhaus, auf Rentenbasis gekauft, d.h. wir haben einen Vertrag unterschrieben, in dem wir uns verpflichten, jeden Monat eine Rente an die Vorbesitzer zu zahlen. Dafür stehen aber die Vormieter mit Vorkaufsrecht im Grundbuch, und deshalb dürfen wir das Haus nur mit ihrer Erlaubnis belasten! Als die Schenkungssteuer fällig war, wurde uns die Erlaubnis verweigert! Das war so krank, was da abging! Leztendlich haben wir Monate später eine Hypothek über unseren Schwager bekommen, versichert mit Reginas Leben! Das Bochumer Finanzamt war echt toll, weil sie uns so viel Aufschub gewährt haben. Und dieser Aufschub führt jetzt dazu, daß die Versicherung nicht greift(wahrscheinlich): Regina starb 6 Tage zu früh! Die ersten zwei Jahre gilt nur Unfalltod, die Versicherung trat am 1.11.2005 in Kraft. Regina starb einen schlimmen Krebstod am 25.10.2007!!! Und die Arschlöcher melden sich jetzt, obwohl ich anfang November die Sterbeurkunde eingereicht habe: NIE ANGEKOMMEN! Das ist das allerletzte, was mit uns Hinterbliebenen getrieben wird! Sorry Simone, das ist bestimmt nicht das, was Du hören willst! Ich denke, den Kindern geht es wie mir: Manchmal einfach durch, weil es ist, wie es ist, und dann kommen einfach die Punkte, wo man denkt: WO BIST DU? WARUM BIST DU NICHT MEHR DA, UM UNS ZU HELFEN, WIE SONST IMMER ??? DU HÄTTEST JETZT DEN DURCHBLICK! Ach Simone, hast Du denn Deiner Mutter erzählt, was mein Vater mir über plötzlichen Herzstillstand gesagt hat?! Es ist ja sehr wahrscheinlich, daß meine Mutter so gestorben ist, eine Obduktion wurde nie durchgeführt, obwohl sie relativ jung war. Ich weiß nur von meiner Schwester,Monika, daß sie sehr friedlich ausgesehen hat. Monika ist Krankenschwester und hat auch lange auf einer Intensivstation gearbeitet, sie hat mit Sicherheit viele Tote gesehen! Ich kann mich hundertprozentig auf ihr Urteil verlassen.

Aber wenn ich gesagt habe, Regina sieht friedlich aus: damit konnte sie gar nicht klar kommen, für sie war das nicht so! "NEIN", sie sieht nicht friedlich aus, Mama sah anders aus! Sie quält sich! Wir werden es nie erfahren! Aber das solltest Du behalten: Meine Mama sah friedlich aus und mein Papa kann sich an keine Reanimation erinnern, es war einfach nur auf einmal schwarz, weg, finito! Sag'das Deiner Mama noch mal, mit ganz lieben Grüßen von mir! Ich weiß ganz bestimmt, deinem Bruder geht es gut, wahrscheinlich flirtet er gerade mit meiner Schwester! :°_

CbhaStxzi


Hallo Puschimaedel,

danke für Deine tröstenden Worte, ich werde es an meine Mutter weitergeben. Wie wir Abschied genommen haben fand ich den Anblick

erstmal schrecklich, ich war total geschockt und musste weinen.

Meine große Schwester blieb bei mir, alleine hätte ich es nicht geschafft. Er sah einfach anders aus, ob er friedlich da lag konnte ich

eigentlich nicht erkennen, da er auch noch eine Platzwund an der Stirn

hatte. Er ist wohl auf den Kopf gefallen. Dies alles hat mich ziemlich mitgenommen. Wir haben uns aber verabschiedet, das war mir sehr wichtig. Ich hoffe auch das sie ihren Frieden dort oben nun haben.

Und das mit dem flirten, hört sich wirklich gut an!!!

Übrigen wurde bei meinem Bruder eine Obduktion durchgeführt,

Herztod aufgrund einer Herzmuskelschwäche. Angeblich auf seinen

Nikotinkonsum zurückzuführen, kann aber auch eine verschleppte Grippe gewesen sein. Auch das werden wir niemals wirklich erfahren.

Was Du erzählst von der Versicherung ist wirklich nicht zu verstehen,

das tut mir leid für Euch. Solche Probleme kommen dann auch noch auf einen zu, dabei frißt die Trauer einen schon auf. Eine Bekannte sagte zu mir: Nichts ist für die Ewigkeit, wir können nichts festhalten. Alles befindet sich im Wandel, das schöne daran ist,

das auch das negative nicht für immer bleibt, auch das wandelt sich wieder. Ein schöner Spruch: "Es ist Zeit neue Türen aufzustoßen,

neuen Anfängen zu vertrauen!" Vielleicht auch für uns?

Würde mich freuen wieder von Dir zu hören. Alles Gute.

Lg Simone

pEuschJimaxedel


Gestern sind Sabrina und Dennis eingezogen, ich habe angeboten, für sie zu kochen: einmal kurz zum Essen rüber kommen und dann weiter prutschen! Kam nicht so gut an, weil Dennis sowieso arbeiten mußte heute. Ich habe mich nicht mehr gemeldet! Nina kam auch vorbei heute! Nicht bei mir, nur nebenan bei Philipp! Das Haus ist sehr hellhörig! Ich bin vielleicht etwas empfindlich im Moment, aber ich denke: würde mir das gleiche passieren, wie meiner Mutter, fällt es erst auf, wenn ich anfange zu stinken, oder meine Katzen sich nebenan durchfressen! Das gesamte letzte Jahr habe ich nur für meine geliebte Schwester, ihre Mutter gelebt! Ich habe ihnen so viele Sorgen abgenommen! Da sie nicht zu hause gelebt haben, aber wußten, daß ich und ihr kleiner Bruder da waren, ging es Ihnen so viel besser als Philipp und mir! Wir konnten nicht weglaufen! Alle haben sich auf mich verlassen! Es wurde stillschweigend hingenommen, daß ich mich um Freddy kümmere, weil Philipp bis zum Nachmittag schlafen mußte! Er ist 19 und hat seine Mama verloren, sein Vater ist ein kranker Arsch! Nächsten Monat macht er Zivildienst! Ich fühl mich überfordert: Regina würde erwarten, daß ich auf ihre Kinder acht gebe! Aber wie denn, wenn sie mich gar nicht haben wollen? Es ist ja nicht einmal so, daß sie mich nicht akzeptieren oder lieb haben! Aber sie akzeptieren keine Hilfe, von niemandem, weil sie niemandem etwas schuldig sein möchten! Wie bescheuert! Sie haben so lange stillschweigend registriert, daß ich mich um ihre Mama gekümmert habe, obwohl ich längst Unterstützung gebraucht hätte! Ende August war ich so verzweifelt, ich wußte nicht wohin mit meinem Schmerz und meinem Frust: Wo waren Deine Kinder? Wo sind sie jetzt? Du hast Deine Kinder so sehr beschützt, Du warst ne tolle Mutter! Aber sorry, andere Menschen gehen denen am Arsch vorbei! Ich auch!

p3uschimQaediexl


sehr emotional!

Ich war wohl etwas sehr emotional, beim letzten Mal! Ich habe zwar bisher nichts gehört von Ihnen, aber ich denke, ich bin etwas ungerecht! Sie sind noch so jung, und wenn wir uns sehen sind sie wirklich lieb! Es braucht halt Zeit! Schließlich bewohnen sie jetzt diese Haushälfte, bzw. jemand bewohnt diese Hälfte! Ich habe nur im Moment das Problem, daß sie halt nicht mehr da wohnt! Es passieren ständig irgendwelche Dinge in meinem Leben, in meinem Beruf, die ich ihr sonst erzählt habe, und ich denke ständig: das mußt Du Regina erzählen! "Puff", geht nie mehr! Ich bin Intensiv-Krankenschwester, habe momentan Spätdienst, bin frühesten um 23:00Uhr zu hause. Deshalb diese seltsamen Zeiten, wenn ich mich einlogge!

In den letzten drei Monaten gab es ,für mein Empfinden, so viele schlimme Fälle: Eine 56jährige Frau mit plötzlichen, starken Kopfschmerzen : Hirnblutung, ihre verzweifelte Tochter, weinend im Arm:gestorben! Eine 66jährige, plötzlich von ihrem Mann nicht ansprechbar aufgefunden: Wiederbelebung vom Notarzt, bei uns Lysetherapie( Medikamentöse Auflösung des Blugerinsels im Herzkranzgefäß), hatte Erfolg, zuerst,aber: Nebenwirkung: Keine Blugerinnung! Sie bekam eine Hirnblutung und starb! Und wieder eine Tochter,weinend, in meinem Arm! Dann eine 21jährige Mutter einer 1jährigen Tochter: mehrere Schlaganfälle, Drogenmißbrauch, wurde adhoc in die Neurochirurgie verlegt, und verstarb! Heute eine 38jährige Mutter von drei Kindern, zwei noch im Kindergarten: Hirnblutung! Sie wurde in die Neurochirurgie verlegt, mit sehr schlechter Prognose! Ich habe eine Kerze für sie angezündet! Sollte sie es schaffen, kommt sie zu uns zurück, und dann werde ich hier Bescheid geben! Es ist einfach nicht fair! Ihr Mann hat so geweint und ich konnte ihm nur ein Taschentuch anbieten und bitten, auf die andere Seite zu gehen, damit er sie noch einmal küssen kann, bevor sie verlegt wird!

Es sieht so schlecht aus, aber ich habe einmal erlebt, daß jemand soetwas überlebt hat, niemand von den Ärzten gab ihm eine Chance, aber er kam wieder zu sich , schrieb die Doktorarbeit seiner Tochter auf dem PC ins Reine und fiel 10 Jahre später, an seinem Geburtstag tot vom Stuhl! Das weiß ich von seiner Frau, die uns nie vergessen hat! Ich hoffe heute Nacht ganz fest, daß diese 38jährige Mutter mein neuer Otto K. ist! Es gibt so viel Elend auf der Welt! Nein, es gibt sehr viel Elend in Deutschland, aber so sehr wir alle hier leiden, über den Verlust unserer geliebten Menschen, es ist traurigerweise weltweit nicht mal ein Furz! Und das soll auf gar keinen Fall unsere Trauer klein machen, es ist einfach nur sehr traurig, daß es auf dieser Welt Orte gibt, wo man gar nicht trauern kann, weil: zu oft, zu normal? Hallo? Jeder Mensch ist wert, geliebt und nach seinem Ableben, betrauert zu werden! Und niemand darf vergessen werden!

pfuschi\maedxel


Hallo Chatzi,

wie geht es Dir und Deiner Mutter? Habe zehn Tage Dienst hinter mir und hier vieles abgelassen, was wahrscheinlich niemanden interessiert. Aber eine Geschichte muß ich noch loslassen: Wir hatten Sonntag eine Kollegin aus unserem Haus aufgenommen, mit Herzbeschwerden, wiederholt! Anfang 50, hat sich relativ schnell erholt, durfte abends zum pinkeln auf den Toilettenstuhl, selbständig! Ich war noch bei einem anderen Patienten beschäftigt, die Kollegen waren im Sozialraum, es war kurz vor Feierabend. Plötzlich kam ein Herzalarm, der betreffende Monitor wurde im Monitor meines Patienten sichtbar: Er zeigte ein Kammerflimmern an bei dieser Kollegin! Ich bin sofort in ihr Zimmer und fand sie auf dem Bauch liegend vor, blitzeblau, das EKG war abgerissen, so das man als plötzlich hinzukommender gar nicht weiß, warum? Alles in Allem haben wir 45 Minuten gebraucht, um sie zu stabilisieren. Sie hat heute ganz erstaunt gefragt: Ich wurde wiederbelebt ??? Null, Nichts hat sie mitbekommen! Die Kollegin hatte ein Kammerflimmern aufgrund einer Herzrythmusstörung, durch Ihre Herzerkrankung. Dabei hat sie noch geatmet, als ich sie fand! Sie war voll auf's Gesicht geknallt, wir haben 45 Min. Herzdruckmassage durchführen müssen: SIE WEIß VON NICHTS!!!! Und sie lebt, ist geistig ok! Aber nur, weil sie auf einer Intensivstation dieses Problem hatte! Selbst, wenn Du neben Deinem Bruder gestanden hättest, oder ich damals neben meiner Mutter: Vielleicht hätten sie überlebt, aber nur als Pflegefall, ohne Hirn! Es war ein absoluter Glücksfall für meine Kollegin, für Deinen Bruder und meine Mutter wäre es eine Katastrophe gewesen, wären wir in der Nähe gewesen! Denn es war ganz sicher das selbe Phänomen: Diese Herzrythmusstörung, die Kammerflimmern, quasi Herzstillstand auslöst. Man kann Herzdruckmassage durchführen, aber man kann nicht genügend Sauerstoff bieten, bis der Notarzt kommt. Aber versuchen muß man es immer!

CMhat,zxi


Hallo Puschimaedel,

danke für Deine Zeilen, sie beruhigen mich doch was. Wahrscheinlich

hast Du recht, vielleicht wären sie ein Pflegefall geblieben.

Habe kürzlich einen Fernsehbericht gesehen, dort hatte ein Mann einen

Herzstillstand und wurde reanimiert. Er liegt heute immer noch im

Wachkoma. Das ist schrecklich, dann ist der plötzliche Herztod

wirklich besser. Aber alles was so plötzlich eintritt ist viel schwerer

zu akzeptieren. Ohne Vorbereitung, ohne Abschied das ist sehr

schlimm.

Meiner Mutter geht es im Moment nicht so gut, sie hat eine Grippe.

In dem Alter alles nicht so einfach, sie liegt seit Sonntag im Bett

ist sehr schwach. Wir hoffen alle, das sie das auch noch gut übersteht.

Ärztliche Versorgung hat sie und die Familie kümmert sich natürlich auch.

Wie geht es Dir? Du wirst natürlich in Deinem Beruf durch solche

Situationen auch immer wieder erinnert. Ich wünsche Dir weiterhin auch alles Gute.

Lg Simone

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH