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Warum kann ich nicht trauern??

sEtar{lin_g


Hallo reinerle, ich bin nach einiger Zeit mal wieder im Forum und möchte dir noch mein Beileid zum Tod deiner Mutter aussprechen. :)- Aber du scheinst das ja ganz gut "wegzustecken". Oder wie geht es dir inzwischen?

Der Tod meiner Mutter hat mich damals ziemlich umgehauen, sie war allerdings erst 66. Bei mir hat es tatsächlich das bekannte Trauerjahr gebraucht, bis es wieder bergauf ging. Vier Monate nach ihrem Tod starb meine Großmutter. Und da dachte ich schon, das wird mich noch mal mehr umhauen. Aber ich spürte eigentlich nur eine große Erleichterung. Sie war 91 und im Pflegeheim. Meine Mutter hatte sich immer viel um sie gekümmert und das haben dann ihre Kinder und Enkel dann übernommen. Im Grunde war und bin ich froh, dass sie es geschafft hat. Und dass die doppelte Belastung - den Tod meiner Mutter zu verarbeiten und meine Großmutter in den Tod zu begleiten - vorbei war. Richtig getrauert habe ich um meine Großmutter auch nicht. Manchmal denke ich, dass das ein weing herzlos klingt. Aber im Grunde kann ich gut damit leben.

Das Thema Trauer ist immer noch fast ein Tabuthema, bzw die meisten können wenig damit anfangen und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Und wir unterliegen auch einem gewissen gesellschaftlichen Zwang, da kommt schnell das Gefühl auf, dass es nicht richtig ist, wenn wir nicht trauern, wie es aussenstehende erwarten. Es gibt nunmal kein Patentrezept zum Trauern.

Ich finde, dein Bekannter hat das schön formuliert. Ich denke ja, falls du tatsächlich nur verdrängst, dann wird die Trauer schon kommen, und zwar dann, wenn du auch bereit dafür bist. Bis dahin, mach dir nicht zu viele Gedanken.

Ich wünsche dir ales Gute!

nEaVnexK


ich hab das gleiche problem :( mein vater ist am samstag (21.02.09) gestorben und ich kann nicht trauern...zwar habe ich angefangen zu weinen aber ich kann trotzdem nicht richtig trauern...evtl. kann ich es wenn die beerdigung war...

s9tarlxing


Hey naneK!

:)- Fühl dich gedrückt! Auch Trauer braucht seine Zeit. Mach dir nicht so viele Gedanken und lass es auf dichzukommen.

reeifner7lxe


Hallo starling,

da hast Du etwas sehr richtiges gesagt mit dem Tabuthema "Trauer". Vielleicht habe ich versucht mich in eine Schublade zu stecken, habe aber nicht die passende gefunden. Du sagst, ich hätte es wohl gut weggesteckt, das ist richtig. Dennoch gab es neulich eine Situation die mich traurig gemacht hat. Früher haben meine Eltern und ich einmal wöchentlich ausführlich telefoniert. Meine Frau, meine Kinder und ich lagen mit Fieber im Bett. Vor ihrem Tod hätte ich es ihnen mitgeteilt, nun war es leider nicht mehr möglich. War zwar nur eine Kleinigkeit, aber da ist mir der Verlust wieder richtig klar geworden.

naneK, mein Beileid. Hör in Dich rein, alles kommt zu seiner Zeit.

Mbalti{eee


Nein du bist sicher nicht kaltherzig, du hast geschrieben "5 Monate Leidens-Weg". Sicher hast du vieles in dieser Zeit schon bewältigt.

Alles Gute

s6chnweefSl8ock$e27


Hallo, liebe Forumsteilnehmer,

nun ist fast ein halbes Jahr vorüber, aber meine Trauer stellt sich noch immer nicht ein.

Vor ungefähr 4 Wochen gab es hier ein unglaubliches Unwetter und das Grab meiner Mutter sackte dann ziemlich massiv zusammen. Ich musste dann alles mit Erde auffüllen, Pflanzen raus und wieder rein, musste wegen gehbehindertem Ehemann alle wichtigen Arbeiten alleine erledigen. Dabei habe ich eine Art innerer Ruhe verspürt - wie Meditiation - und festgestellt, dass ein einziger kleiner Margaritenbusch so riesengroß wurde , als wollte er mir bekanntgeben: Das ist schon so in Ordnung!

Ich kann sehr gut zum Grab meiner Mutter gehen und Zwiesprache halten, aber das große Jammern ist bisher immer noch nicht eingetroffen. Manchmal befürchte ich, dass meine Freunde und Bekannte denken, ich würde gar nicht trauern ( ... und da haben sie sogar recht)!

Wie ist es Euch ergangen?

schneeflocke27

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