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Wie geht es weiter nach dem Tod?

Jwolu


laurina

Die Existenz von Lebenwesen und unglaublich komplexen Systemen auf diesem Planeten erscheint mir zu planvoll, um ein reines Zufallsprodukt zu sein. (...) Die sehen nicht einfach nur so aus, weil sich das in der Evolution bewährt hat. Die Evolution erklärt, wie Dinge entstehen konnten, aber nicht, WARUM.

Dieser kreationistische Standpunkt (Intelligent Design) ist falsch und unwissenschaftlich. Die Unwahrscheinlichkeit des Lebendigen ist kein Beweis für eine gezielte Gestaltung. Ich kann dich aber beruhigen - die Illusion einer Gestaltung ist eine Falle in die nicht nur du getappt bist. ;-)

Schönheit und Ästhetik entstehen durch sexuelle Auslese. Die faszinierende Schönheit deines Rotfeuerfisches wäre ohne diesen selektiven Druck genau so wenig zustande gekommen, wie z.B. deine eigene weibliche Schönheit bzw. die Schönheit und Anmut der Frauen allgemein, deren Körper offensichtlich den Federn des Paradiesvogels entspricht.

Bei allen Tieren gibt es die sexuelle Auslese, den Kampf der Rivalen und Partnerwahl. Bei uns Menschen gibt es aber nicht nur die weibliche Wahl, sondern auch eine Wahl der Männer. Charakteristisch ist also für uns Menschen die gegenseitige Partnerwahl. Auf diese Weise haben nicht nur die Frauen während vieler Zehntausender von Jahren die Männer nach ihren Wünschen geformt, sondern sie wurden selbst in ihrem körperlichen Aussehen und in ihrem Verhalten zu einem Ausdruck männlicher Vorlieben.

Hätte sich die Evolution nur auf die natürliche Auslese beschränkt, dann hätten die Frauen weder lange Kopfhaare noch eine glatte, weiche, nackte Haut. Ihr Körper hätte nicht die Form einer Sanduhr mit Busen, Taille und runden Hüften, sondern wäre unauffällig, funktional und kastenartig - wie zum Beispiel bei den Gorillaweibchen. ;-D

Ach ja - und dein "Rotfeuerfisch" hätte wahrscheinlich das Aussehen eines unscheinbaren Herings. :p>

Du siehst, die Evolution kann durchaus erklären - WARUM die Dinge entstehen können.

T;atze>nrufexr


@ Jolu:

Das man die Idee hat, dass hinter allem doch ein Gott steckt, muss aber nicht nicht unbedingt bedeuten, dass man Anhänger von Intelligent Design ist. Ich glaube auch an die Evolutionstheorie. Die ist zum Großteil vollkommen schlüssig, logisch und passend. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, wozu ein Wal noch rudimentäre Beckenknochenreste besitzt, wenn nicht aufgrund Form der Evolution.

Dies schließt die Existenz eines Gottes aber nicht aus. ;-)

A-ur&elixeP8


Für mich ist der Glaube, dass nach dem Tod noch was sein könnte, beruhigend. Ich will gar nicht wissen, dass die Nahtoterfahrungen nur mit irgendwelchen Reaktionen im Körper zu tun haben sollen. Mir geht es mit der Vorstellung besser, dass meine verstorbenen Verwandten irgendwo, vielleicht im Himmel, auf Familie und Freunde herabschaun und dort, wo sie jetzt sind, glücklich sind.

4S-Auxge


Warum sollte der Körper beim Sterben auch irgendwas "vorspielen" das tut er ja auch nicht wenn wir schlimme schmerzen haben oder eine grausame Gewaltat passiert.

Es müßte dann z.B im Krieg, wo die Leute Todesangst haben ebenfalls zu so einer Körperlichen Funktion kommen.

lLaWuritna


@ jolu:

Dieser kreationistische Standpunkt (Intelligent Design) ist falsch und unwissenschaftlich. Die Unwahrscheinlichkeit des Lebendigen ist kein Beweis für eine gezielte Gestaltung. Ich kann dich aber beruhigen - die Illusion einer Gestaltung ist eine Falle in die nicht nur du getappt bist.

Ich möchte ja auch nicht wissenschaftlich argumentieren :-) Ich glaube auch an die Evolutionstheorie, aber für mich persönlich reichen die Prinzipien Mutation und Selektion nicht aus, um die Natur in ihrer Vielfalt und Schönheit erschöpfend zu erklären. Das ist mein persönliches Gefühl und nicht der Versuch eines wissenschaftlichen Beweises. Insofern ist es auch keine "Falle", in die ich getappt bin.

Wie gesagt, man kann sich nicht gegenseitig überzeugen, das will ich auch nicht. Ich wollte nur Tatzenrufer zustimmen.

JGoUlu


Tatzenrufer

Die Existenz eines Gottes ist eine wissenschaftliche Hypothese wie jede andere auch. ;-)

JaoZlu


laurina

...aber für mich persönlich reichen die Prinzipien Mutation und Selektion nicht aus, um die Natur in ihrer Vielfalt und Schönheit erschöpfend zu erklären

Weil du sie an die Existenz Gottes knüpfst - und folglich auch nicht von der Evolutiontheorie überzeugt bist.

Ein atemberaubender Sonnenuntergang, eine prachtvolle Blume, eine schöne Frau oder ein erhabenes Kunstwerk beweist nach darwinistischer Auffassung nicht die Existenz Gottes, sondern die Existenz der Sonne, der Blume, der Frau und die des Kunstwerks. Ein berühmter Dirigent kleidete diese Unmittelbarkeit in den schönen Satz : "Wenn man Mozart hören kann, wozu braucht man dann Gott?" :-D

Ist ein Gott für die Vielfalt und die Schönheiten der Natur verantwortlich, dann logisch auch für alles Hässliche - was für ein grausamer ungerechter Gott. ;-D

lyauri:nxa


@ jolu:

Meines Wissens schließen sich Evolutionstheorie und Gottesglaube nicht aus, oder doch?

Ich halte die Evolutionstheorie durchaus für zutreffend und überzeugend. Warum aber kann nicht ein höheres Wesen dafür verantwortlich sein, dass sich alles genauso absgespielt hat und abspielt, wie es der Fall ist? Wohl gemerkt, kann, nicht muss! Gottesbeweise gibt es nicht, ebensowenig wie Widerlegungen.

Wie sagte Anatole France so schön: Zufall ist das Pseudonym Gottes, wenn er nicht unterschreiben will.

Die Frage nach dem Leid bleibt für mich persönlich unbeantwortet, daher ja meine zuvor geäußerte Vermutung, dass es sich diesbezüglich als Nicht-Glaubender leichter lebt, weil man die vielen unbeantworteten Fragen nicht mit sich herumträgt ...

SRveGn_3x3


Für mich ist Gott und auch der Teufel eine Erfindung von Leuten die Macht ausüben wollten. Man macht sich die Angst vor dem Tode zu nutze um andere Menschen steuern und ausbeuten zu können..... Super Plan! Zum Glück ist das heute mit der Kontrolle und Ausbeutung nicht mehr so doll (zumindest hier bei uns), man hat sich den Teil der Hoffnung bewart das nicht alles umsonst ist und das der Tod nicht das Ende ist. Finde ich Ok wenn es den Menschen hilft.

Ich selber glaube an Mutter Natur. Mit unserem Leben als auch mit unserem Tode sind wir Teil eines Kreislaufs. Deshalb ist der Tod auch nicht das Ende, sondern nur ein Übergang in eine andere Phase. Lediglich unser Bewustsein (unser denken) hört auf zu exestieren weil unser Gehirn nicht mehr funktioniert. Unser Geist (Lebensenergie) fliest weiter wird umgewandelt immer und immer wieder.

Lg

PAhak|e


Wie geht es weiter nach dem Tod?

Also meine Lieben, wenn ich tot bin, schreibe ich es Euch in diesem Faden hier: Versprochen!:)^

Ob die da in der Hölle schon einen Internet-Anschluss haben - würde mich doch sehr wundern ;-D

@ Sven_33

:)^ :)^ :)^ - aber viel zu kompliziert für "Gläubige" - alles ganz einfach:

"Alles was ist, endet" sagt Wotan im "Rheingold" von R.W. oder wie ich es sage:

"Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei";-D

J`olu


@ laurina

Meines Wissens schließen sich Evolutionstheorie und Gottesglaube nicht aus, oder doch?

Ich denke schon. :-D

Die Evolutionstheorie gründet auf den Erkenntnissen empirischer Naturwissenschaften - der Glaube dagegen orientiert sich an Traditionen, vor allem am zugerichteten subjektiven Kopfkino. Deshalb bin ich auch der Meinung, dass eine generelle Wertschätzung kultureller Traditionen - besonders was Religion und Glaube betrifft - eher unangebracht ist, denn Erziehbarkeit bedeutet ja auch Manipulierbarkeit. Kulturelle religiöse Anforderungen - besonders der großen Religionen - muss man daher nicht selten als eine Vergewaltigung der menschlichen Natur bezeichnen.

Wissen und Glauben also versöhnen zu wollen, bedeutet "Unmöglichkeiten zu verbrüdern, sie zum Kuss zu zwingen." (Shakespeare) ;-D

Ich halte die Evolutionstheorie durchaus für zutreffend und überzeugend. Warum aber kann nicht ein höheres Wesen dafür verantwortlich sein...

Warum sollte es, wenn es mit konkreter Evolution auch ohne abstraktes "Hintertürchen" geht?

...dass es sich diesbezüglich als Nicht-Glaubender leichter lebt, weil man die vielen unbeantworteten Fragen nicht mit sich herumträgt ...

Das kommt ganz darauf an, ob man sich eher auf die Seite der Natur (Evolution) oder auf die der Kultur (Religion) stellt - abhängig von der Weltanschauung der jeweiligen Personen. Für mich zum Beispiel stellt sich deine Vermutung umgekehrt dar.

Was im Koran oder in der Bibel steht, ist für den Gläubigen durch seine dogmatisch frühkindliche Indoktrination faktisch die Wahrheit. Daneben gibt es für ihn in der Regel so gut wie keinen Spielraum für rational wissenschaftliches und kritisches Denken - und jeder weiß - einen Glauben zu hinterfragen ist kein Glaube mehr - führt ihn ad absurdum.

Die Welt dogmatisch und metaphysisch zu begreifen, sich hinter einer illusorischen Gedankenwelt zu verstecken, macht das Leben für den Gläubigen entschieden einfacher als für einen "bodenständigen" Nichtgläubigen. Das "Leid" von dem du sprachst, erklärt sich m. E. vielmehr aus den eingebleuten klerikalen Angst- und Drohinstrumenten, die da heißen: "Erbsünde", "Hölle" und "jüngstes Gericht" - während der Nichtgläubige auf wissenschaftlicher Ebene mutig und hochmotiviert sich mit dem Gedanken trösten kann, dass seine natürliche Neigung nach Staunenswertem, durch die echte Naturwissenschaft auf viel bessere Weise befriedigt werden kann - und letztlich religiös nebulöse Hirngespinste durch Bildung verdrängt werden. :-D

T!ouri;st


laurina

Meines Wissens schließen sich Evolutionstheorie und Gottesglaube nicht aus, oder doch?

Ich halte die Evolutionstheorie durchaus für zutreffend und überzeugend. Warum aber kann nicht ein höheres Wesen dafür verantwortlich sein, dass sich alles genauso absgespielt hat und abspielt, wie es der Fall ist?

[...]

Wie sagte Anatole France so schön: Zufall ist das Pseudonym Gottes, wenn er nicht unterschreiben will.

Nach der Evolutionstheorie spielt es sich doch so ab, dass günstige Merkmale, die durch zufällige Mutationen entstehen, auf natürliche Weise bevorzugt werden.

Die allermeisten genetischen Veränderungen -- Für die Gott das Pseudonym Zufall benutzt, weil er nicht unterschreiben will -- bringen für das betroffene Individuum aber keinen Vorteil.

Ein Tier, das mit einer Genveränderung zur Welt kommt, hat gute "Chancen" aus genau diesem Grund nach einem kurzen und qualvollen Leben, jämmerlich zu sterben. Ein Gendefekt ist in den meisten Fällen mit Leid verbunden.

Das höheres Wesen, das dafür verantwortlich ist, dass sich alles genauso abgespielt hat und abspielt, wie es der Fall ist können wir nach unseren Maßstäben wohl kaum als liebevoll bezeichnen.

Evolutionstheorie und Gottesglaube schließen sich nicht unbedingt aus. Evolutionstheorie und der Glaube an einen lieben und gerechten Gott, aber schon.

l=aurGinxa


@ Jolu:

In puncto Leid hast du mich wohl nicht richtig verstanden.

Zur Veranschaulichung dessen, was ich meine:

In einer TV-Diskussion zum Thema Glaube hat einmal eine bekennende Atheistin gesagt, sie könne eben mit dem Leid aufgrund ihres Nichtglaubens besser umgehen. Sie hatte ein Kind durch den plötzlichen Kindstod verloren. Als Nichtgläubige hat sie sich damit "getröstet", dass das eben ein schlimmer Zufall gewesen sei, der dummerweise sie getroffen hat. Als Gläubige (sagte sie selbst!) hätte sie sich immer wieder mit der Frage gequält, warum Gott das zulassen konnte, wo das Kind bzw. seine Seele jetzt ist usw. Diese Fragen lassen sich schwer in ein positives Gottesbild integrieren, da gebe ich allen Kritikern recht. Insofern ist ein Zweifel an einem guten Gott oder einem Gott überhaupt berechtigt, und ich bin auch nicht frei davon ...

JHolxu


@ laurina

Als Gläubige (...) hätte sie sich immer wieder mit der Frage gequält, warum Gott das zulassen konnte...

Ich habe dich schon verstanden. Ich denke aber, man kann nicht in zwei verschiedenen Bewußtseinsformen zugleich stecken, denn woher will sie wissen wie sie als "Gläubige" auf dieses Leid reagiert hätte? Es gibt nicht wenige Gläubige die derartige Schicksalsschläge im Sinne der christlichen Erbschuld durchaus als Prüfung Gottes interpretieren und akzeptieren. :-D

l#aurdinxa


Sie wusste es wohl, weil sie als Katholikin erzogen und aufgewachsen war und dann ihren Glauben sozusagen verloren hatte.

Auch als gläubiger Mensch könnte ich so etwas niemals als Prüfung Gottes ansehen und akzeptieren. So frei nach dem Motto, das Leid ist in der Welt, weil Gott uns prüft, oder wegen der Erbsünde. Dieses Gottesbild könnte ich nicht akzeptieren. Da würde ich mich schon wieder fragen, warum Gott mich prüft und nicht andere, warum deswegen ein unschuldiges Kind sterben muss, ob ich dieses Kind jemals wiedersehe usw ... Also wieder lauter Fragen, die sich Nichtgläubige nicht stellen ...

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