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Unsere Katze wurde überfahren - Tipps zur Trauerbewältigung?

KOarVsten!82 hat die Diskussion gestartet


Hallo :-|,

ich musste gestern Abend die Katze von meiner Freundin und mir beerdigen :-( Freitag Nachmittag hatte ich Mimoli das letzte Mal aus der Wohnung gelassen, weil sie wollte und ich in den letzten Tagen dazu übergegangen bin, sie immer sofort hinaus zu lassen, wenn sie den Willen zeigte hinaus zu wollen.

Da sie eigentlich mind. 2x pro Tag vorbei kam und dann auch meißtens den gesamten Tag in der Wohnung verbrachte, haben wir sie seit Samstag vermisst und sind zusammen durch die Gegend gelaufen und haben dabei gerufen, mit dem Schlüssel geklimpert und gelauscht. Ich war noch der Meinung, dass sie jemand anderes "festhält", da es geregnet hatte und sie früher bei mehreren Familien Futter bekam. Deswegen haben wir dann abends noch eine Tour gemacht und sie auf den Fensterbänken der anliegenden Häuser zu erkennen.

Die Mutter meiner Freundin ist dann beim Gassi gehen mit dem Hund bei den ganzen Nachbarn vorbeigelaufen und hat geklingelt. Ergebnislos.

Gestern hatte sie dann noch einmal ein wenig mit engagierten Tierhaltern aus der Gegend telefoniert und einen Hinweis zu einer überfahrenen Katze bekommen, die Samstag am Straßenrand (in einer Tempo 40 Zone) lag, bekommen. Da wir dort nichts fanden, habe ich einen Zettel mit Bildern an dieser Stelle aufgehangen. Eine Stunde später kamen dann eine Mutter mit Tochter, die uns sagten, dass sie die Katze mit zu sich genommen haben, da sie dort erstens im strömenden Regen lag und zweitens ihrer eigenen Katze so sehr ähnelte, dass sie auch garnicht mehr genau hinsehen wollten und sie als ihre Katze noch begraben hatten.

Ihre Katze tauchte dann aber später wieder auf. Es war unsere.

Da ich es für richtig hielt, habe ich dann mit der hilfsbereiten Frau die erst kurze Zeit begrabene Katze - sie lag nicht sehr tief begraben - aus dem Erdreich geholt und bei uns im Garten begraben, damit meine Freundin "besser" trauern kann.

Meine Freundin arbeitet in der Regel nachmittags bis abends auswärts und kann einen anderen Teil ihrer Arbeit zu Hause verrichten, das heißt, unsere Katze lag immer neben ihr auf dem Sofa, auf ihren Beinen oder auf der Briefablage auf in ihrem Schreibtischregal.

Wir standen morgens auf gingen vor die Tüt und klimperten mit dem Schlüssel - wenn sie nicht schon wartete - und wie als würde sie im nächsten Moment verhungern miauen - rannte sie in die Wohnung. Zuletzt hatte sie bei mir im Arbeitszimmer vor meinem Schreibtisch auf der Fensterbank gelegen und mich damit "unterstützt" (bin gerade dabei eine längere Ausarbeitung für die Uni zu verfassen und steht schon mächtig unter Zeitdruck, da der Abagebetermin in wenigen Tagen ist - die jetzige Situation hat es mir aber unmöglich gemacht meinen Zeitplan für die letzte Woche auch nur halbwegs umzusetzen, aber das nur am Rande).

Wir sind sogar ein paar Tage früher aus unserem Urlaub heimgefahren, weil wir Sehnsucht nach Mimoli hatten (das war ganz schön unvernünftig, immerhin hatten wird drei Tage Autofahrt und nur ein paar Tage mehr Aufenthalt am Urlaubsort).

Sie kam als Freigängerin zu uns, gerade als ich bei meiner Freundin einzog und somit kenne ich es gar nicht ohne sie mit meiner Freundin zusammenzuleben. Während ich seit gestern die Situation soweit "im Griff" habe, dass ich aktiv verdränge und meine Erinnerungen im Moment blockiert sind (ich kann gar nicht über den Verlust nachdenken), wird meine Freundin durch alles an die Katze erinnert. Wenn sie nach Hause kommt und mit dem Schlüssel klimperte, kam Mimoli wenn sie nicht schon in der Wohnung war - nun klimpert der Schlüssel automatisch beim Aufschließen, aber es kommt keine Katze. Sie arbeitet und es ist keine Katze da, wir sehen fern und es ist keine Katze da, gerade jetzt, wo es so früh dunkel wird und auch ungemütlich wäre die Zeit gekommen, wo sie fast die ganze Zeit da war, wie im letzten Winter. Meine Freundin wachte in der letzten Nacht mehrmals auf und fing an zu weinen. Mir fehlen im Moment oft die Worte, ich kann auch nicht viel mehr sagen, sie dann nur halten und automatisch mitweinen und über das Gesicht streicheln. Ich habe inzwischen ein riesiges Loch im Bauch, weil ich einfach keinen Appetit mehr habe. Vorhin war zwar eine Freundoin von ihr da, aber trotzdem muss ich heute meine Freundin alleine einschlafen lassen und sie alleine lassen, wenn sie einen nächsten Weinkrampf bekommt. Obwohl ich nur einmaldie Woche körperlich in der Lage dazu bin, muss ich heute die Nacht durcharbeiten, wozu ich in die Uni gefahren bin, wo mich nichts an Mimoli erinnert.

Sie war jetzt rund 2 Jahre alt und sah immer noch aus wie vor einem Jahr.

Die Beziehung zu einer Katze können bestimmt viele Leute nachempfinden. Sie haben Charakter und sind unersetzbar. Und dann ist sie plötzlich weg. Sie wurde in einem Baumwollbeutel begraben, um sicher zu gehen hatte ich hinein geschaut. Eine wenige Tage alte Narbe am Ohr und halt ihr Gesicht waren eindeutig. Es war zum Glück nur sehr nass, was ein ungewohnter Anblick war. Aber sonst sah es aus, wie als wenn sie schlief. Wir hatten sie fest in unsere Zukunft einbezogen und dieses Fehlen kann meine Freunin einfach nicht begreifen. Vielleicht legt sich das in ein paar Wochen ein wenig, aber es wird sehr lange dauern, bis wir uns die Fotos ansehen können und uns nur über die schöne Zeit mit ihr freuen können.

Wir wollten im Garten jetzt einen Ring aus kleinen Pflastersteinenum das Grab legen und ein kleines Holzkreuz drauf setzen. Im Moment glaube ich aber, dass die die Sehnsucht jeden Tag aufs neue hervorholt.

Das ganze Katzenfutter und die Kratzbäume habe ich nun erst einmal in den Keller verbannt, damit man sich besser mit dem Verlust abfinden kann.

Ganz unregelmäßig, aber in letzter Zeit doch mehrmals pro Woche, kommt ein Kater bei uns in den Garten (stammt aus dem selben Haus, aus welchem ursprünglich unsere Katze kam). Die beiden haben dann oft zusammen gegessen und jeder hat ein Kissen mit Minze bekommen, zusammen haben sie meinen Zollstock unter dem Türschlitz aufgelauert. Der Kater ist eher scheu, kommt aber doch in die Wohnung. Aber er ist auch ein Freigänger und gehört ja auch zu einer anderen Familie. Das kann sich zwar ändern, so dass er wie unsere Katze nur noch zu uns kommt (die alten halter haben viele Katzen und die verstehen sich nicht immer). Trotzdem können wir ihn ja nicht einfach verjagen, und wenn es nun kälter wird, kommt er bestimmt öfter. Solange wir in der Straße wohnen, wollen wir aber keine Katze mehr, da wir nicht wollen, dass es sich wiederholt. Er erinnert uns aber auch an unsere.

So getrauert wie jetzt habe ich noch nie. Mir wird auch gerade übel. Wird dann wohl auch nichts mit dem Nacht durcharbeiten.

Wollte am Anfang ja noch nach Tipps zur Bewältigung fargen, etwa nach einem Buch was zu einem plötzlichen Unfalltod des geliebten Haustieres passt... möchte zunächst hauptsächlich meiner Freundin helfen... irgendwie wenn es denn geht... muss aber bis Montag im Grunde Vollzeit arbeiten und darf mich nicht noch teifer in das Loch fallen lassen... habe mich wohl etwas "verlaufen"... :-(

Trauernde Grüße

Karsten

Antworten
lzuci{dane


hallo karsten, ging mir 2007 genauso. da wurde unser 15-jähriger kater überfahren. kannst dir denken, wie schrecklich das war. einen tipp geben kann ich dir nicht, die trauer gehört dazu. sei einfach für deine freundin da, wenn sie das möchte. bei mir hats ein halbes jahr gebraucht, bis ich nicht mehr bei jedem gedanken an ihn in tränen ausgebrochen bin. mir hat der gedanke geholfen, dass ich ihn irgendwann wiedersehe. gläubig hin oder her...

wünsch euch alles gute!!

Azmydgdallxa


:°_ :)*

L0tFelxix


Hallo Karsten,

kann Eure Trauer voll und ganz nachvollziehen. Gestern früh musste unser geliebter Kater Felix eingeschläfert werden, nachdem wir zwölf Jahre unser Leben geteilt hatten und er unser Sonnenschein war. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie weh das tut. Die Wohnung ist jetzt so leer, und wenn ich daran denke, wie er zur Tür hereinkam, auf seinem Fensterplatz die Aussicht genoss oder auf dem Balkon, aus seinem Brunnen trank oder uns lautstark darauf aufmerksam machte, dass seine Essenszeit nahte, dann kommen mir die Tränen, und oft muss ich weinen. Wir können kaum essen, und letzte Nacht habe ich so gut wie nicht geschlafen. Aber Trauer muss gelebt werden, sonst erdrückt sie einen. Vielleicht ist es aber auch ein Zeichen, dass das Katerchen zu Euch kommt, wer weiß? Fühlt Euch gedrückt, liebe Grüße von LtFelix :°( :°( :°(

AHmelxi


Lieber Karsten,

ich wünsche euch für diese mehr als schwere Zeit alles alles Liebe. Es tut mir so leid für euch und eure Katze :°_ :°_ :°_ :°_ Nein, man kann den Verlust und die Trauer oft nicht in Worte fassen. Sie schnüren einem einfach das Herz zusammen und man weiß gar nicht, wie es in diesen Momenten weitergehen soll.

Bei uns ist es nun fast 2 1/2 Jahre her und ich muss ganz ehrlich gestehen, der Schmerz ist nicht weniger geworden. Manchmal gibt es Tage, an denen es leichter wird, an denen man sich besser fühlt und es geht ganz gut, damit zu leben und dann wieder, wenn man etwas erlebt, dass einen an eine bestimmte Situtation erinnnert, wird man zurück gerissen und ist total am Boden.

Wir haben uns ein halbes Jahr später eine neue Katze geholt, nicht zuletzt wegen unserem Sohn, der nicht ohne Tiere aufwachsen sollte. Es ist nicht dasselbe. Wir lieben Merlin und er gehört zur Familie und erst jetzt, in den letzten Wochen und Monaten wachsen wir zusammen - er kommt zum schmusen oder spielt mit uns (das hat er vorher nur mit unserem Sohn gemacht). Er wird unseren Conny aber niemals "ersetzen".

Was dir helfen kann? Da kann ich eigentlich nur sagen, dass mir das Schreiben hier in meinem Faden geholfen hat. Immer wieder schreiben, dran denken, fühlen, auch wenn es weh tut. Es befreit.

Ich wünsche dir und auch deiner Freundin sehr viel Kraft :)* :)* :)*

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