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hat hier schon wer jemand beim Sterben begleitet??

WQimpedrnmauxs hat die Diskussion gestartet


Meine Oma starb 3 Tagen an Krebs. 2 tage vor ihrem Tod war ich bei ihr und sie kämpfte schon da mit dem Tod. Sie sagte immer so sachen wie: Macht mir auf dei schöne pforte, denn ich komme... oder redete von ihrer Mutter. Sie schrei richtig und biss die Zähne zusammen und verdrehhte die Augen dabei...Auch hatte sie schon einen Scleier vor den Augen.

Hatte das schon wer erlebt ???

Antworten
gpp56


Ja.

Wir haben die letzte Woche meinen Schwiegerpapa beim Sterben begleitet. Er hatte eine Nacht in der er Dinge sah die die Anwesenden nicht sahen. Er sah erstaunt und glücklich aus. Es ist schwer zu erklären was man gefühlt hat, aber wir sind uns einig dass die Atmosphäre rund um sein Sterbebett heilig war. Der Begriff 'heilig' hat für mich jetzt ein passendes Gefühl. Es war auch noch einige Zeit nach seinem Tod zu spüren. Es war eine beeindruckende Woche die ich nicht mehr missen möchte. Für dieses Erlebnis bin ich ihm sehr dankbar.

Vor einigen Jahren erzählte mir meine Großmutter ein paar Tage vor ihrem Tod dass sie schon 'dort' war. Sie sagte mir dass es dort so schön war und mit einer sehr deutlichen Verärgerung 'der wollte mich nicht'.

s}yst8emaxtiker


ja, zuletzt an weihnachten.

seunsheinexy


das haben bestimmt schon viele, ich finde es auch wichtig dem angehörigen beizustehen , finde es aber nicht richtig in einem forum detailliert über die letzten stunden eines menschen zu erzählen :|N

Whimpqernm]auxs


@ sunshiney

Ich muss mit jemanden darüber reden und ich hab das nicht getan um meine Mutter zu entwürdigen. Irgendwie muss ich das erlebte verarbeiten und es ist evtl etwas leichter wenn ich andere Erfahrungen höre....

WYimper(nmaus


Oma meine ich

DVharuma"2x4


Warum soll man darübr micht berichten? Von einer Geburt wird doch auch bis ins klinste Detail teilweise berichtet um anderen die Erfahrungen zu erzählen. Warum dann beim Sterben nicht ??? ?

Wird das zu sehr tabuisiert? Wäre schade!

Ich habe aufgrund meines Berufes als Pflegehelferin schon ein paar Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten dürfen, aber solchen Erlebnisse waren in meiner Anwesenheit nicht.

Ich habe nur bei 2 Bewohnern gespürt, das sie jetzt sterben, obwohl ich nicht im Zimmer war. Als ich zu ihnen kam, hatte sie aber schon die Augen geschlossen.

D-harm9a24


Sorry wegen fehlender Buchstaben, aber meine Tastatur mag manchmal nicht so recht :=o

gtp56


nicht richtig in einem forum detailliert über die letzten stunden eines menschen zu erzählen

leider herrscht die Meinung vor man muss den Tod so lange verdrängen bis man direkt betroffen ist. Dann gibts kein Ausweichen mehr. Ich habe die Erfahrung gemacht dass es dem eigenen Leben sehr hilft sich mit dem Tod auseinander zu setzen.

Denn eines ist gewiss : wir alle werden eines Tages sterben.

skunsJhinexy


@ wimpernmaus

ok jeder macht das anders ;-) habe das nicht böse gemeint, aber ich persönlich würde das nicht erzählen wie einer ausgesehen hat was er noch gesagt hat oder wie er sich verhalten hat ..... weiss aber was du meinst es ist schlecht zu verarbeiten wenn man einen menschen sterben sieht den man geliebt hat , ich wünsch dir viel kraft dabei :)*

Goalaxxi


@ Wimpernmaus

ja, habe ich alles erlebt bei meiner Mutter, sie sagte auch immer Sätze die man kaum verstehen konnte...

weis nicht ob sie auch nach ihre Mutter gerufen hatte oder einfach nur aua oder Hilfe!!!:-/

TFortuxga


Wir haben unsere Mama begleitet. In all den Stunden, die wir bei ihr am Bett gesessen sind, haben alle Gefühle miteinander gekämpft: die Angst, sie zu verlieren - die Wut, dass sie so "einfach" gehen will - die Hilflosigkeit, einfach zusehen zu müssen - die Hoffnung, dass sich alle Ärzte doch geirrt haben - der Schmerz, dass die geliebte Mama nun gehen wird - die Erleichterung, dass die lange Zeit der Angst für uns und der Schmerzen für sie nun zu Ende gehen wird.

Eine waren schwere Stunden und sehr schwer zu verarbeiten. Manchmal kann ich es nicht fassen. Manchmal zerreißt der Schmerz mein Herz. Und ich vermisse sie jeden Tag mehr. Aber ich bin auch dankbar, dass sie ihr Leiden hinter sich hat, dass es ihr jetzt gut geht.

Ich wünsche Dir viel Kraft und dass Du Deinen Weg findest, den Verlust und das Erlebte zu verarbeiten.

Liebe GRüße

Tortuga

M+öch]tegern-Sub


Hallo,

ich hatte leider nicht so ein bewegendes (und irgendwie positives) Erlebnis. Mein Mann starb "in meinen Armen". Er hatte Krebs und wir wussten, dass es unheilbar ist. Er sollte aber noch so ein Jahr zu leben haben, bekam dann aber eine Lungenembolie.

Das Problem war also, dass der Tod sehr plötzlich und ohne Vorankündigung kam und mein Mann erstickte. Ich sprang mehr oder weniger hilflos zwischen ihm und dem Telefon hin und her, da der Rettungswagen so lange brauchte.

Mein Mann rief meinen Namen und bat mich (was er sonst nie tat) um Hilfe - und ich war machtlos ....

Das war kein schönes Erlebnis. Ich habe zwischendurch unsere Kinder (damals 4 und 7) zu den Nachbarn gebracht und dann wieder ihm mit sinnlosen Ratschlägen (Arme hoch u.ä.) "beigestanden":

Als er dann gar nicht mehr atmete versuchte ich eine Beatmung und musste feststellen, dass ich nicht mehr genau wusste, wie es geht ICH WAR SO HILFLOS.

Als die Sanitäter dann kamen, haben sie den Defilibrator noch angebracht, aber als dann der Notarzt auch direkt danach ankam und meinen Mann sah, schüttelte er nur noch unmerklich den Kopf und die Sanis nahmen die Dioden wieder ab - er war schon tot.

Dann verschwanden wieder alle und ich saß neben meinem Mann auf dem Sofa. Durch den doch sehr schnellen Tod hatte er einen friedlichen Gesichtsausdruck und wahrscheinlich ist ihm viel Leid erspart geblieben, aber ich hätte doch gerne mehr Zeit gehabt, mich auf die Situation vorzubereiten (aber ob man sich vorbereitet hätte oder verdrängt? - ich weiß es nicht)

WMirWSehenUwnsWiedexr


@ MöchtegernSub :

Schlimmes Erlebnis! Kann Dir gut Nachfühlen.So Ähnlich war es bei meiner Mutter vor 3 Monaten ebenso.Nach langer schwerer Krankheit bekam Sie starke Atembeschwerden.Der Notarzt kam noch Rechtzeitig.Dann sind wir Beide 3 Tage lang im Krankenhaus in ein Zimmer geschoben worden und schließlich Gestorben.Meine Mutter Körperlich und ich Seelisch.Die Krankheit hat uns besiegt,Gott hat sich vorher und nachher nicht Blicken lassen,Trost und Gute Worte helfen nicht weiter.Nun bin ich Allein in meiner Gedankenwelt.Verwandte und Bekannte soweit nicht Vorhanden,wollten halt mit schweren Krankheiten sich nicht Belasten.Sätze wie,Leben geht weiter u.s.w.sind absolut belanglos und verletzend.Habe jetzt noch einmal einen Termin bei einem Psychologen wegen Schwerer,Depressiver Reaktion.Ich hab die 2,5Jahre intensiver Pflege rund um die Uhr wohl nicht verkraftet.Mal Schaun,was dann Alles so die Festtage hochkommt.Das mal zum Thema Sterbebegleitung.VIEL KRAFT DIR :)- :)- :)- @:)

tqrübflisch


Ich glaube es kann für alle Beteiligten nur gut sein, wenn man sich Zeit und Mut zum Abschied nehmen nimmt. Aber dadurch, dass solche Tabus rund um das Thema Tod bestehen, begegnen die meisten Menschen dem Tod mit einer riesigen Angst. Ich nehme mich nicht davon aus. Ich bereue es zutiefst, dass ich mit meinem sterbendem Vater nicht mehr Zeit verbracht habe. Ich weiß von dem Großvater eines früheren Freundes, dass der kurz vor seinem Tod auch ungewöhnliche Dinge gesehen und gesagt hat. Mich hat er zum Beispiel mit völlig klarem Verstand gesehen und das obwohl er schon lange im "Delirium" lag und nicht mal mehr seine Kinder erkannt hat. Wie man im Nachhinein mit dem Tod eines Menschen umgeht hat meiner Meinung auch viel damit zu tun wie man mit dem Sterben allgemein umgeht. Natürlich wird der Mensch dadurch nicht weniger tot, aber man kann lernen den Tod als unausweichlich zu sehen und sich mit ihm anzufreunden.

Natürlich tun mir trotzdem all jene unheimlich leid die um ihre Lieben trauern. Aber ich glaube irgendwann erkennt man wie gnädig das Leben mit einem war, wenn der geliebte Mensch sehr schnell verstirbt. Man selber hat vielleicht keine richtige Zeit zum Abschied nehmen, aber dem anderen bleibt viel Leid erspart. Leid an dessem Ende doch der unausweichliche Tod steht.

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