» »

wie geht ihr damit um? Mein kleiner Bruder (22) ist tot!

b[rdn-baby hat die Diskussion gestartet


Hallo an Alle,

vielleicht wisst ihr was. Vor zwei Jahren ist mein kleiner Bruder (22) an Leukämie gestorben. Ein Jahr vorher kriegte er die Diagnose, danach Chemo und danach die "obligatorische" Stammzell-Transzelltransplantation, wenn einer der Geschwister passt (meine Schwester "passte"). Bloß, dass die Merkmale, die für diesen Match (dieses angebliche "Passen") angewendet werden, tatsächlich nur sehr wenig aussagen und nur die Minimalchance darstellen, sagen einem die Ärzte nicht. Es werden wichtig aussehende Powerpoint-Präsentationen mit Statistiken dargestellt, laut derer die "Survival Rate" dann höher sei.

Kurzum: Ca. 3 Monate nach der Transplantation bekam mein Bruder heftigste Atemprobleme, dann wurde eine (dubiose) Operation durchgeführt an der Lunge, danach Koma und danach noch ein paar Monate eine Zeit, in der meine Familie und ich an seinem Bett saßen, rund um die Uhr. Was wir in der Klinik miterlebt haben, ist der reinste Horror. Überfordertes Personal, unwillige Ärzte etc. etc. Eines Tages gab ihm ein Arzt die letzte (Über)Dosis.

Jetzt ist er tot.

Abgesehen davon, dass das der Horror an sich ist, möchte ich Euch fragen: Weiß jemand von Euch, wie man das "verarbeiten" kann? Auch meine Eltern sind total fertig davon. Jeden Morgen, wenn ich aufwach, seh ich wieder das Zimmer in der Intensivstation vor mir, wo ich die letzte Nacht mit ihm verbracht habe. Ich bin echt kaputt davon.

Davor war das Leben so gut.

Danke schonmal,

brd-baby

Antworten
J|ot`uelixa


das ist wirklich sehr schlimm und schrecklich, was du da erzählst...meine freundin in der schule hatte auch ne kleine schwester, die nen herzfehler hatte. eines tages ist sie in der schule ganz plötzlich tot vom stuhl gefallen :-(..

es ist wirklich schlimm, wenn ein teil der familie oder ein enger freund stirbt......

ich kann dir leider nur mit worten helfen und leider nicht saegn, wann diese trauer vorbei ist, aber wenn ich an deiner stelle wäre, würde ich wahrscheinlich nach 10 jahren noch am trauern und mein leben wäre nicht mehr so fröhlich wie jetzt......ich würde dir raten, dass ihr erst mal die nächsten monate so sehr trauert, wie ihr könnt, auch wenn andere sagen, das leben geht weiter, aber allein zum verarbeiten, braucht es denke ich monate oder jahre, also lasste uch so viel zeit wie ihr braucht.....ich denke, dass besonders der todestag jedes jahr wieder die selbe stimmung bringen wird, aber das ist wichtig, damit man immer an die person erinnert wird und weis, dass sie wirklich mal da war.

schreibt vielleicht alle auf, was besonders schön war an deinem bruder....was ihr erlebt habt.

wichtig ist, dass ihr in der familie dadrüber redet und nicht verschweigt...das ist nicht gut....redet, dass ist gut für herz und seele und dann könnt ihr alles besser verarbeiten und besser abschied nehmen...

und vielleicht hilft es ja, wenn du manchmal mit deinem bruder redest, auch wenn er nicht mehr da ist...dann hast du vielleicht das gefühl,dass er nicht ganz weg ist......

ich hoffe mein rat hat dir geholfen, auch wenn ich selber noch nicht jemanden so nahstehenden verloren habe

E3bbuscPhxka


Jetzt verstehe ich Dein Alkoholproblem.

Aber der Alkohol ist bestimmt keine Lösung....

J*otuexlia


würde dir raten, dass ihr erst mal die nächsten monate so sehr trauert,

sorry, hatte beim scheben vergessen, dass es schon 2 jahre her ist, aber trauert trotzdem so lange ihr es braucht

Snchwarz%esg Blut


Aber der Alkohol ist bestimmt keine Lösung...

Wollte ich auch gerade schreiben. Such dir Hilfe! Ich wünsch dir was :)* :)* :)*

JXotu+elxia


ach du trinkst ??? ?

bitte versuch deine trauer nicht mit alkohol zu unterdrücken, die eltern meiner besten freundin haben auch ein problem damit...ich weis wie schrecklich meine freundin sich dabei fühlt, das mitanzusehen.....

mach eine therapie, denn mit alkohol kann man nicht alleine aufhöen...da braucht man hilfe....

und ich glaube dein bruder würde es nicht wollen, dass du so bist....

f6a}iry1tsale


Auch hier: :°_ @:) :)*

S|aBndolxein


Verarbeiten? Hmmm irgendwann wird die Psyche es verarbeiten. Einige schaffen es ohne hilfe - andere brauchen professionelle Hilfe. Aber eins ist sicher - vergessen wirst du es nie. Du lernst irgendwann mit dem Schmerz zu leben aber zeit heilt auch nicht alle wunden wie immer mal gerne behauptet wird.

Mein Papa ist vor 3 Jahren an seinem 55 Geburtstag verstorben. Da er auf Montage arbeitete habe ich ihn morgens um 7 Uhr vor arbeitsbeginn angerufen um ihm zu gratulieren. Um 10 Uhr war er tot. Plötzlicher Herzstillstand. Meine mama traute sich nicht mich zu informieren, da ich ein sehr sehr inniges Verhältnis zu meinem vater hatte. Also erfuhr ich es erst einen tag später.

Meine Psyche reagierte wie folgt: Ich stand in der Küche und machte Abendbrot als ich die schlimme nachricht erhielt. Ich schwankte kurz - legte das messer zur seite und ging ins wohnzimmer. Ich legte mich auf die Couch und stand 1 ganzes jahr nicht mehr auf ausser ich musste zur Toilette. Ich hörte auf zu sprechen, hörte auf zu essen. Ich konnte weder an der Beerdigung teilnehmen noch war ich jemals an seinem Grab. Ich habe bis heute noch nicht akzeptieren können das er tod ist. Ich hätte ihm noch soviel zu sagen gehabt ...

Nach dem Jahr und mit hilfe meiner Mutti suchte ich mir ärztliche hilfe. Ergebnis bis jetzt: Habe eine magersucht durch dieses eine jahr nicht essen entwickelt, bin aber auf einem guten weg das in den griff zu bekommen. Durch eine Logophädin habe ich das sprechen wieder "erlernen" können. Rede zwar noch immer nicht so viel aber ich kann mich verständigen wenn ich will. Das einzige was ich nie getan habe war medis zu nehmen. Ich wollte meinen Schmerz und meinen Körper spüren , auch unter größten Angst und Panikattacken.

Aber mein größtes Glück war wohl mein neuer Partner mit dem ich jetzt seit zwei Jahren glücklich bin. Er hat mich am absoluten Abgrund kennen gelernt und hat mich trotzdem bedingungslos geliebt. Ihm und auch meiner Mama habe ich zu verdanken das ich heute da bin wo ich bin.

Guter Vorsatz fürs neue Jahr: Endlich das Grab meines Vaters zu besuchen ...

Sorry is was länger geworden

wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr

MfG Sandolein

t65bfixsch


Oh mann Sandolein, ich hab jetzt echt etwas weinen müssen...das hört sich fürchterlich schrecklich an wie du gelitten hast und auch immer moch leidest. Ich wünsche dir für das neue Jahr alles erdenklich Gute und glaub ganz fest dran, du wirst alles schaffen was du dir wünschst.

brd-baby dir einen guten Rat zu geben ist schwer, denn wie du an Sandolein siehst, kann Trauer ganz ganz verschiedene Formen annehmen. Ich persönlich glaube immer die einzige wirkliche Heilung ist die Zeit. Die Trauer wird nicht verschwinden, aber sie nimmt andere Formen an....man wird dankbarer für die vergangene Zeit die man mit dem verstobenen, die du mit deinem Bruder verbringen durftest. Mein Papa ist jetzt schon 5 Jahre tot, ich trauere immer noch, ich weine auch immer mal wieder, aber ich habe auch ganz ganz viele Momente wo ich mich einfach freue einen Papa wie ihn gehabt zu haben. Und irgendwie ist er ja auch noch da, als ein Teil von mir. Den Tod verstehen kann man glaube ich nicht, aber man kann ihn annehmen als etwas was nicht zu ändern ist. Wenn du nicht anders kannst, dann lass dir von jemandem helfen der dir helfen kann. Ich wünsche dir einen schönen besinnlichen Rutsch ins neue hoffentlich bessere Jahr @:)

b_rd-'baby


Sinn des Lebens? - @ trübfisch, @ sandolein,

danke für Eure Beiträge. Ja, ich denke, irgendwie muss man mit der Trauer fertig werden. Auch Sandolein wünsche ich viel Kraft. Bei mir ist es z.B. so, dass ich gemerkt hab, dass ich, wenn ich zur Grabstelle von meinem Bruder gegangen bin, immer so fertig war, dass ich gar nix mehr konnte. Und das Schlimme ist, dass ich, als ich das vorige Mal dort hin war - um Weihnachten herum - dass ich anschließend soviel getrunken hab, dass ich einen - zum Glück harmlosen Sachschaden- - Unfall verursacht habe - der mich jetzt den Führerschein gekostet hat. Ich merke, dass ich das alles noch nicht verkraftet habe.

Viele sagen, Deinem Bruder geht's jetzt vielleicht viel besser, als uns allen hier auf der Erde. Aber gerade das ist es ja: Was ist der Sinn des Lebens?

Inzwischen trauere ich vielleicht gar nicht mal mehr um meinen Bruder, weil das ja vielleicht sein Weg war, aber was ist MEIN, oder besser gesagt, UNSER Weg?

Ich suche Antworten...

brd-baby

t7rüb1fis%ch


brd-baby, die Antworten wirst du sicher nicht mit oder im Alkohol finden. Denn wenn du ehrlich bist betäubst du deinen Schmerz für einen kurzen Moment, aber danach kommt er mit aller Macht zurück. Hast du dich jemals richtig mit dem Tod deines Bruders auseinander gesetz ohne für irgendwas einen Schuldigen zu suchen? Am Ende eines jeden Lebens steht der Tod, unausweichlich....einer geht eher, einer geht früher. Ich glaube am schlimmsten ist der Tod für diejenigen die bleiben, die Trauern. Den Sinn für das Leben kannst nur du dir selber geben. Was möchtest du im Leben erreichen? Verstehst du? Du hast die Chance noch etwas zu machen, Träume zu haben. Chancen die dein Bruder oder natürlich auch andere Verstorbene nicht haben. Versuche deine Chancen zu nutzen. Wo würdest du dich gerne sehen? Wo hätte dein Bruder dich gerne gesehen? Einen Führerschein bekommt man wieder, aber das Leben nicht, welches man aufs Spiel setzt wenn man betrunken Auto fährt. Weder das eigene noch das der anderen. Tot ist tot, aber du lebst und das ist deine Chance. Wenn dich die Trauer um deinen Bruder am Leben hindert musst du Hilfe in Anspruch nehmen. Damit du den Sinn wieder erkennen kannst. @:)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH