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Das Gesicht des Todes

l9ola-xd hat die Diskussion gestartet


Habe meinen Opa vor ca. einem Jahr durch eine "misslungene" Bypass-OP verloren. Er ist nicht sofort danach gestorben, hat noch ewig und tapfer gekämpft :°( Will die Geschichte jetzt auch nicht komplett erzählen, aber kurz bevor er wirklich gehen musste, sagte meine Oma unter Tränen, dass "in seinem Gesicht der Tod steht"... die spitze Nase, das extrem schlanke Gesicht und der zufrieden wirkende Gesichtsausdruck...Ich hielt das damals für einen "Tip von Oma" (sprich eine Weisheit aus Omas Zeiten), aber sie behielt Recht...er musste gehen, kurz danach.

Ich bin selbst in der Med.-Branche tätig, aber immer nur als "Ersthelfer", da kann man soetwas nie beobachten.

Wer kennt "das Gesicht des Todes"? Wie habt ihr es erlebt oder empfunden? Ist was dran?

Lg,

Lola

Antworten
shchnut#e711x75


Hallo Lola!

Erstmal mein herzliches Beileid!

Ich habe das Gesicht zwar noch nie gesehen, aber so wie du es beschreibst, hört es sich für mich "schön" an. Also ich kann es mir jetzt grade nur so vorstellen, das der Mensch dann wirklich bereit ist zu gehen und auch keine Schmerzen oder ähnliches hat.

Vielleicht hat deine Oma es ja schon öfter mal gesehen in früheren Zeiten?

Alles liebe :)-

SXchwarz<es Bluxt


Ich habe vor 20 Jahren ein Schulpraktikum im Krankenhaus gemacht. Dort kam eine Schwester auf mich zu, mit dem Auftrag, in Zimmer xy zu schauen, dass der Neuzugang die Suppe ist. Der Neuzugang war eine magere Frau von Anfang 40. Ich saß an ihrem Bett, die Suppe auf dem Schoß und habe versucht sie zu füttern. Die Frau aber hielt nur meine Hand mit den Worten:"Schwester (sie wusste nicht, das ich Praktikant war), ich sterbe." Ich ganz blauäugig erwidert:"Nein, sie sterben nicht, essen Sie die Suppe und es wird ihnen wieder etwas besser gehen." Sie aß nur ein paar Löffel. 2 Std später war sie verstorben. Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich ihr geantwortet:"Ja, sie sterben." Ich glaube im Nach hinein, sie wäre ruhiger gestorben.

S%hxojo


Ich habe den Verdacht, da ist was dran. Meine Mutter hat damals am Telefon erzählt, das Gesicht meines Opas wäre in der letzten halben Stunde ganz spitz geworden, hat sich insbesondere darüber gewundert, dass ihr seine Nase so "spitz" vorkäme, die eigentlich eher knollig war, und kurz darauf ist er gestorben.

Ich selbst habe es auch schon einmal gesehen, allerdings nicht Augenblicke vorher, sondern etwa ein, zwei Wochen. Da hat meine Oma so "an Substanz" verloren, so habe ich es empfunden, ich habe sie kaum gefühlt, als wir uns umarmt haben, und ich fand ihre Haut durchscheinend. Angeblich habe ich damals auch, nachdem sie aufgebrochen war, gesagt, "Oma lebt nicht mehr sehr lange" und bin rausmarschiert, ein bisschen betrübt und sehr liebevoll, aber nicht allzu beeindruckt, eben ganz wie selbstverständlich. Das hat die anwesenden Erwachsenen durchaus erschüttert, hat sich dann relativ kurz darauf bewahrheitet, und man hat mir jahrelang die Fähigkeit zugeschrieben, den Tod nahen zu sehen. Es hat sich aber nur einmal wiederholt, und zwar bei unserem Hund. Und zweimal habe ich recht jung entschieden, dass es Zeit ist, unsere jeweiligen Hunde einschläfern zu lassen, weil ich auf einmal das eigenartig sichere Gefühl hatte, es sei jetzt ganz einfach so weit. Im Gegensatz dazu haben wir einmal einen sehr kranken Hund ins Haus bekommen, den alle aufgegeben hatten und bei dem ich ganz sicher war, dass es noch nicht so weit ist. Da er außerordentlich mager war und überdies enorm fellbedeckt, kann ich hier nicht behaupten, dass ich es an spitzer Nase oder bleicher Haut festgemacht habe. Aber er hatte eben nicht dieses "Durchscheinende", "Substanzlose" (das man ja, wie mir gerade auffällt, auch Geistern zuschreibt). Er war mager und fiebrig, aber irgendwie noch ganz fest und vorhanden und gar nicht ätherisch.

Erlebt oder empfunden - eigentlich ganz ... selbstverständlich und zugleich auch nicht. Erhaben und gewöhnlich, natürlich und eigenartig. Schon etwas Besonderes, weil der Tod eines Menschen oder eines Tiers etwas Besonderes ist, ein kurzer und eben der letzte von vielen Augenblicken. Schön, es irgendwie zu spüren oder zu sehen, weil ich dann nicht ganz so außen vor bin; weil es eine Verbindung herstellt, die mich ein wenig teilhaben lässt. Auch schön, weil es mir einen Hauch des Gefühls vermittelt, dass es da in aller Ratlosigkeit und in allem Nichtwissen doch irgendeine Art von Wissen gibt oder geben könnte. Ungemein intensiv und natürlich auch ein Stückweit oder sehr traurig. Mir fällt es bei alten Menschen oder Tieren, die lange dasein durften und auch keine Angst haben, sehr leicht, Abschied zu nehmen. Unfall oder Krankheit und vor allem, wenn derjenige noch nicht gehen will, machen mich wütend. Trotzdem hat es mich bei den beiden Hunden getröstet, dass ich da so ein deutliches Gefühl hatte, jetzt sei es an der Zeit, und zwar in einem Maß, dass sie in meiner Gegenwart auch sehr ruhig geworden sind. Dieses Ahnen, Sehen, Spüren, wie immer man es nennt, ermöglicht es, den anderen ein kleines Stück zu begleiten, wenn er es denn möchte. Und zusammen keine Angst zu haben. Jedenfalls vielleicht ein bisschen weniger.

C.itCycaxr


Es gibt wohl charakteristische Verädnerungen des Gesichts bei Präfinalen. U.a. wird häufig dieses aufgehellte Dreieck um Nase und Oberlippe beschrieben. Auch wirkt der Blick häufig entleert und der Blick getrübt.

Ich weiß nicht mehr ganu, inwiefern das organisch begründbar ist. Aber interessanterweise können vor allem Personen mit langjähiger Erfahrung in der Betreuung von Sterbenen recht zuverlässig durch bloße Inaugenscheinnahme der Betroffenen erkennen, wenn es zu Ende geht. Das halte ich für ein starkes Indiz dafür, daß sich tatsächlich der Tod im Gesicht abzeichnet.

BVellaSw-an-Cxullen


ich habe meinen vater als ich 23j war...aufbaren lassen...obwohl er neben mir verstarb....an krebs...langer schwerer weg... :)- aber diesen abblick hätte ich mir ersparen sollen...es war zuviel für meine seele....das gesicht war gelb. und über über mit metastasen zerfessen...die nach dem tod nochmal einen schub machten.. :-/ ich erkannte meinen vater nicht mehr wirklich. da er ein anderer war. aber ich wollte ihm nahe sein und ihn nochmal anschauen und nicht vergessen...da alles doch so schnell ging...man ist eben nicht auf einen TOT vorbereitet...egal wie lange man schon weiss...das er kommt. ich habe jahre danach thera gemacht...da mir der krankheitsverlauf über monate...alleine...sehr zugesetzt hat. :-| ich träumte monate-leider jahre jede nacht von ihm...aber nicht so wie man ihn kannte...vom gesicht her sondern als...krebskranker.... :°( aber die träume und trauer ist erstmal verarbeitet...aber was bleibt ist das vermissen...nach dem menschen......und das gesicht des todes. %:|

ich würde es wohl immer wieder so machen....auch wenn ich wüsste es ist nicht gut für mich.....ich habe auch als ich 9j meine mutter gesehen...aber da war ich noch zu jung um das ganze zu verstehen..... es ging zu schnell....und ich war zuhütet----und der tod wurde dann damals.....die trauer verschwiegen....darum ist das thema tod.....ein grosses und offenes thema... :-)

d6ony-digirtalus


Es ist das sogenannte "Facies hippokratica" das man bei Sterbenden

beobachten kann.

Ich hab's auch kurz vor dem Tod meiner Eltern sehen können und wußte,

das es nicht mehr lange dauern wird.

B+ellauSwan-xCullen


dass "in seinem Gesicht der Tod steht"..

oh tut mir leid...war ganz in dem DANACH wieder.... ":/ was mich so fertig macht...

ja als er starb....war es eher seine augen die es zeigten......und die atmung....das es nun nicht mehr geht....die angst...der kampf...........

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