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Trauer verboten

L<adyhBlackxJack


Ich kann dich verstehen. :°_

Aber man muss auch beachten, dass man in so einer Situation oft auch nicht weiß, wie man reagieren soll. Da ist die Grenze zwischen "helfenden Worten" und "zerstoerenden Worten" sehr, sehr duenn. Es klingt ein wenig danach, als wollte man dich motivieren, aber fand einfach keine richtigen Worte. Da klingt das alles ein wenig lapidar.

Aber in Ordnung ist es auf jeden Fall nicht... Hast du deine Familie darauf angesprochen?

Fuehl dich ganz stark gedrueckt. :°_

Pjidangxa


Liebe Sunshiney,

mein Mann hatte ein Thymusdrüsen-Karzinom.

Es kommt sehr selten vor, alle Ärzte sagen das, mit einem aufgesetzten, mitleidigen Blick-bis hin zur Lernschwester.

Es hilft nichts, ändert nichts. Mein Mann ist betroffen, mein Kind ist betro :)_ ffen, ich bin es.

Es spielt keine Rolle, ob es oft , weniger oft , häufiger , oder gar sehr häufig vorkommt oder auftritt-ES hat Uns getroffen,wie es auch leider andere Familien trifft.

Alles Liebe

Pianga

Loau tsp^recxher


Es tut mir leid, aber ich kann den anderen nicht wirklich zustimmen.

Dein Verlust ist nun 2,5 Jahre her. Die Wunden, die Pflege und das Siechtum deines Mannes bei dir hinterlassen haben, sind tief. Das weiß ich sehr gut, denn ich habe meinen Vater verloren, nachdem er sieben Jahre gegen den Krebs gekämpft und dann doch verloren hat. Da war ich gerade 20.

Meine Mutter hat seinen Tod nie verwunden. Ein neuer Mann trat auch nicht in ihr Leben, obwohl mein Bruder und ich sie ermutigt haben, loszulassen und es begrüßt hätten, wenn sie einen neuen Partner gefunden hätte. Vielleicht hat sie es als Betrug an ihm gesehen - ich weiß es nicht. Ihre Trauer war so tief, dass es viele Jahre gebraucht hat, bis sie endlich ein Foto meines Vaters aufgehängt hat.

Heute - mein Vater ist inzwischen 20 Jahre tot - ist sie eine verbitterte, depressive und kranke Frau, die mit dem Leben hadert, das ihr so hart mitgespielt hat.

Ich wünschte, ich hätte damals die Weitsicht besessen und sie zu einer Therapie überredet. Ich bin sicher, dass ihr weiteres Leben nicht in diesem finsteren Tal verlaufen wäre.

Dein Blick ist immer noch in die Vergangenheit gerichtet. Frage dich doch bitte einmal, was dir dein Mann wünschen würde, wenn er mit dir reden könnte. Ich bin sehr sicher, dass er dich ermutigen würde, dein Leben zu leben. Er kann es nicht mehr, also musst du es für ihn mit übernehmen. Das geht aber nur, wenn du lernst, deinen Blick nach vorne zu richten.

Du brauchst kein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Loslassen heißt nicht vergessen.

So schmerzhaft sein Tod für dich auch gewesen ist, aber bitte erkenne, wie wertvoll das Leben ist - DEIN Leben. Ich habe damals einiges mitgenommen und meine Lebensphilosophie neu ausgerichtet und mir geht es heute gut dabei. Das sage ich, obwohl es mich ein paar Mal im Jahr eine Welle tiefer Trauer überkommt. Wie gerne hätte ich mit meinem Vater mein erstes Bier getrunken. Wie gerne hätte ich gehabt, wenn er auf meiner Hochzeit dabei gewesen wäre. Ich lasse diese Trauer zu und sie verschwindet dann wieder recht schnell. Mein vater hat das Leben geliebt und würde von mir verlangen, dass ich meines auskoste.

Deine Freunde und Bekannte können Dein Leid nicht nachvollziehen. Wie auch?

Aber dennoch haben sie Recht. DEIN Leben geht weiter! Wie, das bestimmst DU alleine.

Denke mal darüber nach.

P"ia nga


Hallo Lautsprecher,

ich habe über deine Zeilen nachgedacht.

Es geht mir tatsächlich wie deiner Mutter, teilweise.

Ich habe kein einzigen Foto von ihm an der Wand, nicht mehr.

Ich kann sie nicht ansehen, das tut zu weh.

Aber ich werde jetzt wieder ein Foto aufstellen, noch heute.

Und ich würde es wirklich als Betrug an ihm empfinden.

Vielleicht, weil er zwei- oder dreimal sagte, würde ihm etwas zustoßen, möchte er nicht, dass ein anderer Mann seinen Platz einnimmt. Ich denke, das war nur scherzhaft gemeint, bin mir aber nicht ganz sicher.( Ich glaube, das war lange vor seiner Krankheit)

Ich allerdings sagte ihm, dass im gegenteiligen Fall, sollte mir etwas passieren, ich es begrüßen würde, käme eine andere Frau in sein Leben.

Aber wirklich wichtig ist es wohl nicht, ich bin wirklich nicht an anderen Männern interessiert.

Ich habe auch schon zwei "Kandidaten" abgewiesen, die mich gar nicht schnell genug "trösten" wollten.

Doch verbittert bin ich nicht, nur tief traurig. Ich hadere nicht mit Gott. Ich habe das angenommen.

Ich weiß eben noch nicht, wie ich meinen weiteren Weg alleine gehen soll. Ich habe ja auch noch ein KInd, das in dem Alter ist, in dem du damals warst, als dein Vater starb.

Nur möchte ich es nicht mit meinen Problemen belasten.

Ich spiele halt die starke Frau.

c)olti;s lisxa


Ich weiß eben noch nicht, wie ich meinen weiteren Weg alleine gehen soll. Ich habe ja auch noch ein KInd, das in dem Alter ist, in dem du damals warst, als dein Vater starb.

wie der weg allein weitergeht ... wer weiß? einen anderen mann an meiner seite kann ich mir auch nicht vorstellen, auch mir käme das wie ein betrug vor. aber sind wir wirklich allein? mit kind(ern) ??

Nur möchte ich es nicht mit meinen Problemen belasten.

Ich spiele halt die starke Frau.

unsere kinder merken doch sowieso, wenn es uns schlecht geht. und außerdem ... auch deine tochter wird sicher trauern, oder? mit meiner "kleinen" habe ich oft zusammen geheult, ich kann mich nicht immer und überall zusammenreißen.

:)* :)* :)*

RqatFloosxer


Pianga

Ich leide noch heute sehr unter dem Verlust meines Vaters (auch Krebs) und das ist 40 Jahre her! Auch meine Mutter hat sehr lange gelitten und ist vllt daran zerbrochen und viel zu jung gestorben. Das war schlimm. :°(

Mein Vater war der tollste Vater, den es auf der Welt gab... :)- , also habe ich ihn nicht vergessen und denke noch heute öfters an ihn, wie alt er jetzt wäre, was er in dieser oder jener Situation machen würde.

Mir persönlich hat sehr geholfen, dass ihn nicht aus meinem Herzen verbannt und vergessen habe. Er ist immer bei mir und so ist es kein Betrug, wenn ich mich für andere Menschen öffne (was mir sehr schwer fällt, aber das ist ein anderes Problem).

Ich bin heute mit meinem Vater im Reinen. Ich habe ihn beweint, betrauert und alles aufgearbeitet. Ich habe Abschied genommen und ihm ein Zimmer bei mir reserviert. Nichts ist gegen ihn, sondern alles mit ihm. Er war sowieso sehr liebevoll und hätte für vieles Verständnis. Meine Mutter kam damit wohl weniger klar, weil sie sich keinen anderen Mann gesucht hat - klar, er war einfach der Supermann, der Supervater, ein echter Verlust!

Schließe also nicht ab mit deinem Mann, sondern schließe ihn in dein Herz ein, lass ihn dort ruhig und sei dir sicher, dass er es von dort aus sehr gerne sehen würde, wenn du wieder glücklich wirst. Das war doch sicher sein größter Wunsch!

Also, raus in die Welt und erfülle ihn... :)* :)* :)* :)* :)* :)*

LG @:) *:)

k?nuddyelellxie


Liebe Pianga,

mir geht es ähnlich wie dir....mein Bruder hat sich vor einem Jahr das Leben genommen und mich versteht auch keiner so recht, außer mein Freund.

Ich denke, dass liegt daran das die meisten Leute gar keinen Plan haben was das für ein Schmerz ist und das der nicht so einfach aufhört. Also ich kann dir nur sagen, scheiß auf deren Worte, die scheinen null Plan von Mitgefühl zu haben

Sei stark und nimm dir so viel Zeit wie du brauchst, mach ich nämlich auch so

:)* :)* :)* :)*

:°_

k2nudd[ele)llipe


hab noch was vergessen,wie aber auch schon viele vor mir dir geraten haben, denk daran, dass du auch nach vorn schaun musst. Denn dein Leben geht weiter und ich denke auch, dass er sich wünscht, dass du wieder glücklich wirst :°_

*'MisVsyx*0


ich wollte dir nur mein beileid ausdrücken! ich hatte bis jetzt gott sei dank noch niemanden außer einer oma und einem opa (beide alt) zu betrauern, aber schon allein bei der vorstellung wird mir übel....

:)* :)* :)*

trauer solange du willst. nur vergiss eben dabei das leben nicht.

alles liebe @:)

(auch für alle anderen, die hier geschrieben haben :)* )

Hdase#nrei6ch


Liebe Pianga

Auch von mir meine herzliche Anteilnahme.

:°_ :°_ :°_ :)- :)- :)- :°_ :°_ :°_ :°_ :°_

Ich kann Dich so gut verstehen.

Ich habe zwar (Gott sei Dank) noch nicht meinen Mann verloren, aber dafür schon sehr viele andere nahestehende Personen - und auch zahlreiche vierbeinige Familienmitglieder, die für mich sowas wie Kinder sind.

Ich kenne dieses Unverständnis - ganz besonders wenn es um die - leider oft als minderwertig angesehene - Trauer um Tiere geht!

Meine erste Trauererfahrung machte ich, als mein Vater ganz plötzlich verstorben wa. Ich war damals gerade 22 und frisch verliebt. - Ich habe die Trauer meiner Mutter hautnah miterlebt, und da ich selbst so hoch verliebt war - und die Beerdigung auch noch auf den Geburtstag meines Mannes (damals eben noch mein Freund) fiel - wurde ich durch dieses Verlusterlebnis sehr tief geprägt.

Auch bei meiner Mutter war ziemlich bald das allgemeine Unverständnis da, und sie hat mir sehr oft leid getan.

Ich denke ganz wichtig ist erstmal - gerade von Außenstehenden - den Betroffenen zugestehen, dass er untröstlich sein darf - und das will oft einfach nicht in die Köpfe hinein - das Bewusstsein, dass für einen Betroffenen die Zeit stehen bleibt, während sie für die anderen weiterrennt. Ich finde es sehr traurig - und ich habe ehrlich gesagt überhaupt kein Verständnis für das Unverständnis der Außenstehenden.

Wie willst Du trauern, wenn man Dich ständig nicht lässt?

Liebe Pianga, bitte lass Dich nicht entmutigen. - Ich möchte Dir einige Tipps mitgeben - einige sind ja schon angeklungen, wie zB. das mit der Selbsthilfegruppe, würde ich auch dringend unterstützen! - Ganz einfach, weil Du dort mit Gleichgesinnten zusammentriffst, die ähnliches erlitten haben.

Mein besonderer Rat - wenn es irgend möglich ist:

Halte Dich - zumindest für die Zeit, die Du zum Trauern brauchst, von Menschen fern die Dir bezüglich Deiner Trauer nicht gut tun - dh. Ich meine NICHT, dass Du zu all denen (Deine Familie, Freunde Bekannte) die dich nicht verstehen, rigoros den Kontakt abbrechen sollst - sondern lediglich ein wenig drosseln und eindämmen - damit die Kraft, die Du zum Trauern brauchst, nicht durch den Ärger über diese Leute verloren geht!

Umgib Dich für diese Zeit mit Menschen, die Dich verstehen, Dich ermutigen, die Dir Kraft geben. - Der erste Schritt hierzu könnte zB in einer Selbsthilfegruppe bzw einer Trauergruppe geschehen.

Ich habe über die ganze Zeit, in der ich immer wieder mit Trauer konfrontiert werde, gelernt meine Trauer auf eine bestimmte Weise auszuleben: ZB Weinen, Reden, Schreiben: Ich schreibe zu jedem Tier, das gegangen ist, seine besondere Geschichte auf. Natürlich ist das sehr schmerzhaft und kostet viel Kraft, und ich komme oft nur sehr langsam vorwärts - aber es hilft!

Zweieinhalb Jahre ist keine Zeit - zumal Du ja immer wieder durch Unverständnis im Ausleben deiner Trauer gestört wurdest! - Ich hoffe, sehr für Dich, dass sich das jetzt ändern kann - den Anfang dazu hast DU schon gemacht, indem Du hier geschrieben hast! :)^ :)_

Wir verstehen Dich und versuchen alles, um Dich ein klein wenig aufzubauen und Dir Mut zuzusprechen:

Hab den Mut zu trauern!

Ich wünsch Dir hierzu ganz ganz viel Kraft!

:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

HUasenr9eicxh


An Lautsprecher

Es tut mir leid, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich Deinen Post hier ganz und gar unangebracht - ja unsensibel - finde!

Wie soll jemand seine Trauer verarbeiten können, wenn man ihn fortwährend nicht lässt ???

Könnte es vielleicht sein, dass Deine Mutter deshalb verbittert ist ( über die Jahre) - weil Ihr - Du und Dein Bruder - sie ständig gedrängt habt, sich einen neuen Mann zu suchen zum "loslassen" - wie Du selbst schreibst gedrängt habt ??? -

"Loslassen" kann man eine Trauer aber erst dann, wenn sie verarbeitet - aufgearbeitet ist! - Ja, man kann sich nach dem Tod eines Partners wieder neu verlieben - aber erstmal kommt die Trauer!

Hast Du schon mal daran gedacht dass Trauer eben kein lästiges Übel ist, auf das man auch verzichten könnte, sondern notwendige - NOT WENDENDE!!! Arbeit der Seele? Und noch ein wichtiger Denkansatz: Trauer kommt von Liebe!!!

Soll heißen: Wer trauert, der hat auch sehr geliebt - wer nicht trauert (trauern muss - weil die betreffende Person für einen nicht so viel bedeutet hat) der hat eben auch nicht geliebt - logisch oder ???

DH . anders ausgedrückt: Trauer ist immer ein Ausdruck von Liebe!

Ich hoffe, Du verstehst, um was es mir geht!

LRauts{pre|cher


@ Hasenreich

Könnte es vielleicht sein, dass Deine Mutter deshalb verbittert ist ( über die Jahre) - weil Ihr - Du und Dein Bruder - sie ständig gedrängt habt, sich einen neuen Mann zu suchen zum "loslassen" - wie Du selbst schreibst gedrängt habt

Du interpretierst da etwas rein, was ich nicht geschrieben habe. Ich habe den Eindruck, dass du deine Situation verallgemeinerst. Ich schrieb, dass wir meine Mutter ERMUTIGT haben. Kennst du den Unterschied zwischen ermutigen und drängen?

Tatsächlich hatte sich meine Mutter mehr oder weniger direkt auf die Suche gemacht und uns gefragt, was wir davon halten würden, wenn sie eine neue Beziehung einginge. Ich schätze, dass sie uns Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte, wenn sie sich auf eine neue Beziehung einließe. Schließlich haben wir noch zuhause gewohnt. Wir haben sie ermutigt, Mut zu fassen. Das Thema kam dann in den nächsten zwei Jahren gelegentlich auf den Tisch.

Das sie keinen neuen Partner gefunden hat, überrascht mich aus heutiger Sicht keineswegs. Wenn ich mir ihr rede und sie selbst in den positiven Dingen des Lebens nur das Negative sieht, dann strahlt sie das auch in ihrer Körperhaltung und ihrem Blick aus. Man braucht noch nicht einmal mit ihr reden... Glaube mir, diese Grundstimmung hat sie ganz bestimmt nicht, weil sie keinen neuen Parnter gefunden hat, sondern es ist eine Lebenseinstellung geworden.

Wir haben meine Mutter auch ermutigt loszulassen. Das hat sich darin geäußert, dass wir ihr sie zB gefragt haben, wohin sie denn in Urlaub fahren will, sie gelegentlich zu Aktivitäten mitgenommen haben usw... um ihr schlicht zu zeigen, dass es auch andere Dinge gibt.

Du kannst mir glauben, dass es mir sehr wohl bewusst war, wie sehr sie traumatisiert war. Das waren wir alle - schließlich haben wir das personifizierte Leid aus der ersten Reihe hilflos miterleben und mittragen müssen. Kannst du dir vorstellen wie es ist, wenn du mit 13 erfährst, dass der beste Vater der Welt nur noch sechs Monate zu leben hat, um anschließend miterleben zu müssen, wie er in den darauf folgenden sieben Jahren unzählige Operationen und unerträgliche Schmerzen erleiden muss, permanent abbaut, um dann an seinem Krankenbett zu stehen, als er stirbt?? Hast du eine Ahnung, wie meine Pubertät verlaufen ist? Wenn nicht, solltest du dich an dieser Stelle wirklich zurückhalten und dir kein Urteil über die Tiefe einer Trauer aufgrund ihrer Länge erlauben! Tatsächlich war ich so traumatisiert, dass ich froh war, dass es vorbei ist, als ich das Krankenzimmer verließ, in dem mein Vater gerade gestorben war. Ich war froh um ihn - und um mich. Ich habe keine Träne an seinem Grab vergossen, nicht weil ich stark war und meine Emotionen im Griff hatte, sondern weil ich es nicht konnte. Ich habe mich gefragt, ob ich denn noch normal bin. Es vergingen MONATE, bis meine Trauerphase wirklich begann.

Wenn du dich mit dem Thema "Trauer" beschäftigt hast, weißt du, dass sich Trauer in einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Depression äußert. Nach einer Geburt ist es oftmals genauso - Wochenbettdepression (auch wenn es hier hormonell bedingt ist). Meistens regelt sich das von alleine und nach einiger Zeit verschwindet das Ganze wieder. Es gibt aber auch Menschen, die alleine aus dieser Depression nicht hinausfinden und Hilfe brauchen. Worauf ich insgesamt hinweisen wollte war, dass man nach 2,5 Jahren darüber nachdenken könnte, wie es denn nun weitergehen soll und es kein Fehler ist, sein Leben an die aktuelle Situation auszurichten und das eine oder andere neue Ziel zu stecken. Mir ist sehr bewusst, dass das eine individuelle Zeitspanne braucht. Aber ich bin auch der Meinung, dass positive Tendenzen erkennbar sein sollten - und sei es, an einem warmen, sonnigen Tag aufzuwachen und zu denken: "Das wird ein schöner Tag, ich freue mich auf das, was mich erwartet" anstatt mit dem Gedanken "Wenn du heute hier wärest, könnten wir was tolles unternehmen" aufzuwachen.

L3auet-spre6cher


Aber wirklich wichtig ist es wohl nicht, ich bin wirklich nicht an anderen Männern interessiert.

Habe ich den Eindruck hinterlassen, dass du nur mit einem neuen Partner glücklich werden kannst? Das war nicht meine Absicht.

Doch verbittert bin ich nicht, nur tief traurig. Ich hadere nicht mit Gott. Ich habe das angenommen.

Traurigkeit ist kein Fehler. Es ist vielleicht aber an der Zeit, den Blick langsam aus der Vergangenheit in Richtung Gegenwart zu lenken, um dann in einem weiteren Schritt in Richtung Zukunft zu blicken.

Ich weiß eben noch nicht, wie ich meinen weiteren Weg alleine gehen soll. Ich habe ja auch noch ein KInd, das in dem Alter ist, in dem du damals warst, als dein Vater starb.

Nur möchte ich es nicht mit meinen Problemen belasten.

Ich spiele halt die starke Frau.

Ich kann dir als Betroffener nur sagen: das ist grundverkehrt!!!!! Bei uns wurde versucht, die Krankheit meines Vaters nicht zu sehr zu thematisieren. Wir Kinder sollten nicht belastet werden. Anschließend hat meine Mutter genauso reagiert, wie du es jetzt machst. Wahrscheinlich, weil sie dachte, dass sie nun alleine verantwortlich ist und diese Bürde tragen musste. Sie hatte nur übersehen, dass ich bereits 20 Jahre - und erwachsen war. Insgesamt bekommen Kinder mehr mit, als du denkst und ich hätte mir aus heutiger Sicht gewünscht, wenn wir mehr einbezogen worden wären.

Vielleicht ist deine gespielte Stärke auch der Grund, wieso du immer noch in deiner tiefen Trauer steckst.

dWim.ethylg?lyoxxim


:°_ :°_ :°_

Ich habe als Kind sehr viel Zeit mit und bei meinen Großeltern verbracht, vor 2 Jahren ist mein Opa gestorben - es ist kein Vergleich, ich will mir euren Schmerz gar nicht vorstellen - aber ich habe es nicht verarbeitet. Alle paar Monate kommt mal ein Brocken, unter Massen an Tränen. Ich weiß nicht wann es vorbei ist, aber ich war seit der Beerdigung auf keinem Friedhof mehr. Ich kann einfach nicht.

Es tut mir sehr leid, wirklich :)- :)- :°_

Und: wenn ihr trauern müsst/wollt, dann macht es. Dann und solange, wie ihr es möchtet. Denn ihr müsst es bewältigen, nicht die anderen.

:)*

a`liftheaxa


@ Lautsprecher

Ich kann nur unterstützen, was Du schreibst. Trauer braucht ihre Zeit und ihren Raum, aber sie darf nicht das Leben beherrschen und endlos sein. Es gibt bestimmte Trauerphasen, die jeder Mensch durchmacht. Das Tempo ist dabei unterschiedlich, aber Trauer will auch bewältigt sein.

@ Pianga

Ich fühle mit Dir und Du musst auch trauern, aber Dir muss auch klar sein, dass Du nicht in diesem "Zustand" verharren darfst, weil sich dann die Trauer gegen Dich selbst richtet. Ich konnte viele Jahre keine Fotos meiner Oma ansehen, ohne in tiefe Abgründe zu stürzen. Erst viele Jahre später habe ich herausgefunden, warum das so war: Ich habe "falsch" getrauert, konnte nicht loslassen. Für mich war es wichtig, ihr im Nachhinein zu sagen, wie sehr es mich (als Kind) verletzt hat, dass sie mich verlassen hat. Sie war immer mein Halt und mein Schutz und nach ihrem Tod fühlte ich mich schutzlos. Tief in mir war ich nicht "nur" traurig, sondern auch wütend, dass sie mich allein gelassen hatte. Erst als ich auch dieses Gefühl zulassen konnte, hat sich die Trauer in mir gelöst. Heute hängt ein Foto von meiner Oma in der Küche, ich lächle sie an, spreche oft mit ihrem Foto, fühle mich ihr nah und habe sie doch losgelassen.

Ich rate Dir auch, Dich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, denn 1. bist Du dann wirklich nicht mehr allein und 2. hast Du die Chance, mit anderen gemeinsam die Trauer auf gesunde Weise zu verarbeiten. Ich wünsche Dir alles Gute :)*

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