» »

Angst vor der Trauer

P*usftebklume-201x0 hat die Diskussion gestartet


ich habe Angst nie mehr aus der Trauer heraus zu kommen :°( Ich bin leer, traurig, kann nicht von Herzen lachen.

Ich freue mich noch nicht einmal richtig auf meinen Urlaub. Und dann noch die Angst vor mir selber bzw. vor meinen Gefühlen.

Welche Symptome hattet ihr? wann und wie ist Sie weggegangen?

Ich erkenne mich nicht wieder, ich laufe rum wie falsch Geld. Alles ist wie in Trance......

Antworten
FTj|alxar


Hallo du! :°_

Oh, wie gut ich mich in deiner Beschreibung wieder finden kann.

Bei mir hat es fast ein Jahr gedauert, bis ich das tiefste Tief überwunden hatte.

Ich habe mich, genau wie du beschreibst, auch nur alleine, leer und traurig gefühlt. Konnte keine Freude mehr empfinden, nicht mehr lachen.

Bin wochenlang nur zu Hause rumgesessen und habe die Wände angestarrt.

Später habe ich versucht den Schmerz wegzutrinken und mir den Kopf wegzukiffen. :-/

Wenn die Trauer so groß ist, macht man echt eine Menge bescheuerter Dinge.

Mein Rettungsanker war dann irgendwann mein geliebter Job, den ich fast verloren hätte.

Allerdings habe ich mich dann lange Zeit total reingesteigert, nur noch gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet.

Neben meinem Hauptberuf, zwei weitere "Freizeitjobs" angenommen und ein Doppelstudium begonnen.

Ich habe so viel gearbeitet, um keine Zeit zum nachdenken zu haben. Das hat auch nicht gut geendet, hatte Anfang des Jahres ein richtig fieses Burnout. Das wünsche ich echt keinem.

Weißt du, ich denke, was hilft, ist für sich selbst zu versuchen, die Balance zu finden.

Ablenkung aber auch Bewusst mit der Trauer beschäftigen.

Einfach ein Gleichgewicht zu finden.

Auch wenn man am Anfang in Hobbies oder irgendwelchen Freizeitaktivitäten keine Freude findet, kommt irgendwann der Punkt, an dem man spürt, dass es doch gut tut.

Ich drücke dich! :°_

PNusteXblIume2x010


oh danke wie lieb von dir @:)

hast du dann auch vor deinen eigenen Gefühlen angst? Angst verrückt zu werden?

Ja und das mit dem reinsteigern das ist auch so ne Sache, da bin ich auch Weltmeister :=o

Im jetzigen moment glaube ich an keine "gesunde Zukunft"

Ich will doch wieder so sein wie ich es mal war.....

Der Zustand den ich jetzt habe, geht so ungefähr 2 Monate und ich bin am Ende meiner Kräfte. Aber ich will keine Medis nehmen :|N

Dazu habe ich noch die Kraft um NEIN zu sagen.

Mir fehlen auch richtige Freunde und eine Arbeit die mir spaß macht

s_tarlying


Hallo Pusteblume!

Ich denke, erst einmal ist es wichtig, dass du deine Trauer zulässt. Du wirst wieder einmal so, wie du warst. Obwohl dich das, was dir deine Trauer bereitet hat, immer bei dir bleiben wird. Nur mit der Zeit wird es erträglicher. Aber jetzt ist erstmal die Trauer dran. Und das braucht seine Zeit. Bei mir hat es auch ungefähr ein Jahr gedauert, bis ich wieder sagen konnte, so, jetzt kann ich wieder anfangen, "normal" am Leben teilzunehmen. Suche nach "gleichgesinnten". Vielleicht gibt es in deiner Nähe eine Trauergruppe, dort versteht man dich, weiß wie du dich fühlst.

:)*

Flja1lar


Ich kann deine Hoffnungslosigkeit sehr gut nachvollziehen.

Bei mir kommt die Trauer in Wellen...

Mal läuft es einige Wochen ganz gut und ich lebe mein Leben vernünftig und vergnügt, aber dann sind die schlimmen Gefühle plötzlich wieder da. Wie ein Schlag ins Gesicht und dann dauert es wieder Ewigkeiten, bis ich aus dem Tief rauskomme und mich davon erhole.

Wenn du sagst, dir fehlt Freude an der Arbeit und richtige Freunde, kommt mir der Gedanke, dass du dir vielleicht überlegen könntest, was an deinem Leben schön oder einfach "nur" okay ist.

Dinge, die nicht traurig sind oder traurig machen.

Schreib dir eine Liste und, wenn dir nicht viel einfällt, ist das vielleicht Anlass dafür, neue Dinge auszuprobieren.

Wie Starling geschrieben hat, es ist wirklich wichtig, die Trauer zuzulassen!

Nimm dir Zeit dafür, such dir Raum dafür.

Aber versuche dir auch eine Auszeit davon zu nehmen.

Ich weiß... es sagt und schreibt sich so leicht, aber wenn es ans Umsetzen geht, ist alles so schwer... :-(

Aber du bist nicht alleine und du kannst es schaffen! :)_ :)^

P1usteb0lume2T0x10


Ich hätte niemals gedacht, dass die Trauer so schlimm sein kann oder auch ist.

Da ich mich nicht ganz da fühle, kann ich noch nicht einmal mehr Autofahren, weil ich Angst habe etwas unkontrolliert zu machen und nicht richtig aufpasse. Ich habe halt im Moment keine Gedanken und wenn ich habe, dann nur NEGATIVE.

Tsor't=ugxa


Hallo Pusteblume,

Deine Beschreibung trifft es voll und ganz. Genau so habe ich mich auch gefühlt. Leider gibt es kein Patentrezept, wie man mit Trauer umgeht. Jeder muss also ganz mühsam und schmerzhaft, Schritt für Schritt, seinen eigenen Weg gehen.

Ich habe innerhalb von gerade mal 8 Monaten Mutter und Vater verloren und das ist noch kein Jahr her. Anfangs war ich genauso wie Du und Fjalar es beschreiben. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass der Schmerz jemals vorüber geht.

Tut er auch nicht, aber verändert sich. Jetzt gibt es gute Tage und schlechte Tage. Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin auf dem Wege der Besserung und dann falle ich wieder in ein tiefes Loch. Es ist schwere Arbeit, da jedesmal wieder rauszukommen.

Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er Medikamente nehmen möchte. Ich habe mich dafür entschieden und mir hat es sehr geholfen. Gerade in der ersten Zeit haben mir die Medikamente dringend notwendige Pausen verschafft, die mir Kraft gaben, durchzuhalten.

Unter Aufsicht eines verständnis- und verantwortungsvollen Arztes können Medikamente auch ein Segen sein. Und wenn der Arzt sich wirklich kümmert, wird er auch nicht endlos immer wieder neu verschreiben, sondern rechtzeitig die Bremse ziehen - bevor eine Abhängigkeit entsteht. Und dann ist es allemal besser, als Alkohol zu trinken oder zu kiffen (nichts für ungut, Fjalar). Vielleicht magst Du, Pusteblume, noch einmal darübernachdenken.

Dieser Spruch hat mir sehr viel geholfen:

Trauer ist wie ein Felsbrocken.

Wegrollen kann man ihn nicht.

Zuerst versucht man, nicht darunter zu ersticken.

Dann hackt man ihn Stück für Stück kleiner.

Und den letzten Brocken steckt man in die Hosentasche

und trägt ihn ein Leben lang mit sich herum.

:)* :)* :)*

Liebe Grüße

Tortuga

P)u/steDblume2x010


ich weiß ja noch nicht einmal wie ich mit meiner Trauer richtig umgehen soll. Also, soll ich mich ablenken oder soll ich die Trauer richtig auf mich zukommen lassen? Denn wenn ich arbeiten würde, dann hätte ich ja die Trauer weggeschoben?

Man sollte sich doch richtig austrauern oder wie?

Ich bin total neben der Kappe :-(

sLtarPlinxg


Ich habe es so empfunden, dass ich immer gerade so viel "gelitten", also getrauert habe, wie ich es körperlich und geistig einigermaßen ertragen konnte. Dann ging es wieder ein Stückchen bergauf, sozusagen eine Erholungsphase. Und dann wurde wieder getrauert. Ich hatte den Eindruck, mein Körper reguliert das ganz gut von alleine. Trauern ist ein Prozeß, der seine Zeit braucht. Und die ist bei jedem unterschiedlich lang.

Tortuga hat recht, über Medikamente sollte man ruhig auch nachdenken. Sie können einem die nötige Ruhe verschaffen, die man selbst nicht so einfach erreicht. Sinnvoll eingesetzt leisten sie eine gute Unterstützung.

Du kannst auch ein Gespräch bei einem Therapeuten in Anspruch nehmen, zur Krisenintervention. Das habe ich auch gemacht. Das eine Gespräch war für mich eigentlich ganz gut. Das Ergebnis war, dass eine Therapie nicht nötig war, aber ich bin mir trotzdem über einiges klar geworden was mir Auftrieb gegeben hat.

Wjaterxli


:°_

Wenn du Angst vor deinen Gefühlen hast, könntest du dir Unterstützung suchen. Z.B. eine Selbsthilfegruppe mit Leuten, die dich verstehen und dir helfen können, damit du nicht so allein bist, wenn deine Gefühle rauskommen...

2 Monate finde ich noch gar nicht so lang, lass dir ruhig noch ein bisschen Zeit. :)z

P'us4tebluJme201x0


heute morgen, habe ich ganz stark angst vor mir..... :°( :°( :°(

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH