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Selbstmord meines langjährigen Partners nach Trennung

tqejaxna hat die Diskussion gestartet


Hallo...

war eigentlich in diesem Forum unterwegs wegen Blasenentzündungs Problemen.

Leider ist dies nicht mein Einziges.

Vor ca. 1 Jahr hat mein langjähriger Partner ( 6 Jahre) sich das Leben genommen. Ich hatte mich von ihm getrennt. D. wurde bereits seit seiner frühesten Kindheit laut eigenen Erzählungen von seinen Eltern misshandelt. War in Kinderheimen, Pflegeeltern usw. Leider nehmen solche Personen ja oft genau diese gleichen Züge an und ich konnte es nicht mehr aushalten. Tägliche Beleidigungen, keine Zuneigung mehr zu bekommen und ein Leben nebeneinander. Ich habe so oft versucht was daran zu ändern, aber keine Einsicht.

Irgendwann habe ich dann in meinem Freundeskreis jemanden kennengelernt, der bereit war mir genau das zu geben. Das war noch lange keine Liebe, aber ich habe gemerkt, dass ich auch mal an mich denken muss. Mir fiel das unheimlich schwer. Ich hing so sehr an D. und hatte Angst, dass es ihm schlecht geht. Als ich dann meine Sachen aus unserer gemeinsamen Wohnung geholt hatte, war auch erst keine Spur von Traurigkeit zu merken. "Wenigstens mal aufgeräumt" kam nur. Nach einer Woche ging es dann los. Inzwischen waren ich und mein jetziger Partner uns schon näher gekommen und hatten uns das ein oder andere Mal getroffen. Auf jeden Fall terrorisierte mich mein Exfreund und war zum Schluss einfach verzweifelt. Ich habe alles getan um ihn aufzumuntern, ihm trotzdem eine Freundin zu sein und halt zu geben. Ich wusste, dass es ihm schlecht geht, aber nicht wie sehr. Zumindest wollte ich es nicht wahrhaben. Habe mir Nächte um die Ohren geschlagen und mit ihm telefoniert und auf Zeit gesetzt, in der Hoffnung es wird dann besser. Seiner Tante habe ich auch Bescheid gegeben, dass die sich ein wenig kümmern sollen, weil ich Angst um ihn hatte.

Ja, irgendwann bekam er dann raus, dass es einen Neuen in meinem Leben gibt. Hatte ein GPS-Sender unter meinem Auto. Erst war er einfach nur böse und da war ich fast froh drum. Soll er auf mich böse sein, was ja auch verständlich war. Hauptsache er hat keinen unsinnigen Gedanken mehr. Das war 1,5 Monate nach der Trennung um 20:00 Uhr abends. Hatten noch kurz telefoniert und den ganzen Abend geschrieben. Ich war beim Elternhaus meines Freundes und er hatte sich mittlerweile bei meinen Eltern auf die Terrasse gesetzt, was ich gar nicht verstehen konnte. Meine Eltern waren da, aber haben ihn in Ruhe gelassen.

Plötzlich kam dann 15 Minuten bis 30 min nichts mehr. Dann ein Anruf: "Ich steh gerade auf einem Baum bei deinen Eltern und du brauchst keine Angst mehr haben, ich tue dir nichts mehr und mache dich nicht mehr schlecht. Ich mache es jetzt." Ich hab nur noch "nein" gesagt und dann schnell meine Eltern angerufen. D. ist unberechenbar und daher hatten sie erst Angst rauszugehen. Die Polizei wurde selbstverständlich auch gleich informiert und sind sofort los. Sie sagten, meine Eltern sollten drinnen bleiben. Das waren unendliche Minuten. Meine Mutter rief dann unter Tränen bei mir an und sagte nur noch meinen Namen. Da wusste ich was los war. D. hat sich im Baum bei meinem Elternhaus aufgehängt. Es war so furchtbar. Alles voller Polizei, Feuerwehr, Vernehmungen usw.

Seine Eltern machten mir erst keine Vorwürfe, nur der Vater. Die Mutter entschuldigte sich, aber mittlerweile ist auch da der Kontakt weg. Alle sagen mir, dass das schon an seiner Kindheit gelegen hat und nur Frage der Zeit war. Aber so ganz kann ich das nicht glauben. Er hat zwar schon mehrer Versuche vor mir hinter sich gehabt, aber in dem Moment war ich nun mal der ausschlaggebende Punkt.

Mir geht es immer noch so schlecht damit. Mein Partner ist immer für mich da, aber manchmal erwische ich mich dabei zu denken, wenn er nicht gewesen wäre, hätte ich mich nicht getrennt und dann wäre das alles nicht so gekommen. Ich weiß, dass das unfair ist und dass der Zeitpunkt eh irgendwann gekommen wäre, aber ich kann diese Gedanken nicht einfach zur Seite schieben.

Ich vermisse ihn so. Zum Schluss war das zwischen uns eher Liebe auf freundschaftlicher Basis bzw. fast ein Mutter-Sohn-Verhältnis. Und ich war bis über beide Ohren in meinen jetzigen Partner "verknallt". Seit dem meine ich aber, dass ich D. vllt. doch noch richtig geliebt habe.

Ich kann einfach gar nicht in Worte fassen, was ich alles denke und was in meinem Kopf vorgeht.

Ich weine nicht mehr jeden Abend, aber es ist immer noch diese Fassungslosigkeit, das nicht Wahrhaben und auch Glauben wollen. Ich kann irgendwie nicht akzeptieren, dass ich nie wieder die Möglichkeit habe, ihn zu sehen, mit ihm zu reden...

Vllt. sind hier ja ein paar Leute, die Ähnliches erlebt haben und berichten können, wie sie aus diesem Teufelskreis entkommen konnten?!

Antworten
s^unzix72


Hallo tejana!

Es war so:

Der G war bei uns (meiner Herkunftsfamilie, wo ich damals noch wohnte), saß in der Küche und war depressiv. Er hatte schon seit geraumer Zeit Depressionen, war geschieden und mehr oder weniger allein. Wir waren sowas wie seine gewählte Ersatzfamilie.

Wie geschrieben, war er eben da und meinte nach einiger Zeit, daß er heimfahre. Ich schlug vor, daß er doch da bleibt und die Nacht bei uns schläft. Wollte er nicht. Und so ist er gefahren. Nach ca einer halben Stunde hat er von zu Hause angerufen und gesagt wir sollen uns alles holen und hat aufgelegt.

Nicht gutes ahnend sind wir in seine Wohnung (hatten den Schlüssel) und haben aufgesperrt.

Er hatte sich in den Mund geschossen.

Der Anblick hat sich in mein Gedächtnis gebrannt.

Auch das Säubern der Wohnung werd´ich nie wieder vergessen.

Das ist jetzt 17 Jahre her.


Noch eine hab ich...

Mein Freund P. hat schon einen Selbstmordversuch hinter sich. War zwar ein etwas unbeholfener aber trotzdem war es ein Hilfeschrei.

Jetzt kam es aber so, daß sich sein Vater (war krank) an Sohnemanns Geburtstag in seinem Garten erschossen hat. War auch eine ziemlich blutige Aktion. Gefunden hat ihn ein Sohn aus zweiter Ehe.

Für den Gemütszustand von meinem Freund P. war das nicht gut. Mittlerweile scheint er stabil, aber ich denke es ist eine Frage der Zeit.

Man kann nur reden. Und Verdrängen. Und die Zeit machts auch besser, weil es blasser wird.

Was ich aber den Selbstmördern vorwerfe ist, daß sie sich einen Dreck um ihre Hinterbliebenen kümmern. Wie kann man sowas daheim machen und sich vom Sohn finden lassen!!!

Das ist für mich das letzte.

Warum geht D. nicht in den Wald. Da stehen genug Bäume.

Verzeih mir bitte, wenn ich das so hart schreibe, aber bei mir kommt da wieder die Wut aus der Hilflosigkeit hervor.

Aber solche Dinge passieren.

Und wenn ich dran denke, daß meine beiden Kinder totkrank sind und vor mir diese bescheidene Welt verlassen, komm ich mir schon wie ein Todesengel vor.

Und vor 2 Monaten haben sie bei einem anderen langjährigen Freund Lungenkrebs diagnostiziert.

Wenn ich das so lese, kann ichs selbst kaum glauben. Und was treibt mich eigentlich noch an.

Du wirst das schaffen. Es bleibt Dir nämlich nichts anderes über. Leider... @:)

lg

f:aipryRt<ale


Ich kann nicht viel dazu sagen... :°_ :°_ :°_

SBamlzexma


Was war das denn für ein GPS-Sender?

Lass dich mal :°_ :°_ . Du bist ganz bestimmt nicht Schuld, dein Exfreund hat selbst entschieden, sich umzubringen. Er war ein erwachsener Mensch und war für sich selbst verantwortlich, da hast du gar nichts mit zu tun.

:°_

bPianUcanevne79


wow.... ich habe sowas zum glück noch nicht erlebt. aber ein bekannter von meinem bruder hat sich vor einen zug geworfen und auf die freundin kamen hohe kosten für bergung und reinigung ect....... ich weiß, dass sie gar nicht damit klar kam und eine therapie mit reha gemacht hat. ich glaube vergessen kann man nie, aber vll lernen damit zu leben!?

warst du schon bei einer selbsthilfegruppe oder ähnliches? reden hilft!

KVatlx87


In meinem Umfeld gab es schon einige Suizidfälle... Ich kann gar nicht sagen welcher der schlimmste war. Ein Klassenkamerad war 15, eine gute Freundin 18, ein anderer Freund 25.

Aber die Person, zu der ich ein engeres Verhältnis hatte, ist durch Gewalteinwirkung gestorben.

Er war der beste Freund meines Bruders in den ich Jahre lang verliebt war und vor 3 Jahren war es eig fast so weit, dass wir in die Richtung gingen... Anstatt es ihm zu sagen wollte ich es auf die Zeit um meinen Geburtstag schieben, weil er da vorbei kommen wollte. 13 Tage vorher wurde er getötet.

Wenn ich an ihn denke muss ich nach wie vor weinen oder werde zumindest sehr traurig. Ich vermisse ihn schrecklich und wenn auch nicht als Partner, so hätte ich ihn doch gern als Freund bei mir. Er hatte mich in meinen Träumen bestärkt und nun ist er weg. Was heißt nun, wie gesagt 3 Jahre.

Ich würde gern mit ihm teilen, dass ich nun Mami werde, das ich glücklich bin... Ja ich bin glücklich. Es fehlt zwar etwas, aber in der Nähe meines Partners fühle ich mich sicher und wohl. Manchmal bekomme ich auch so etwas wie ein schlechtes Gewissen. Aber dann denke ich mir, Hey, du lebst! Leb dein Leben mit den Lebenden... Und in Gedanken hast du die anderen bei dir.

Ich weiß, dass es richtig ist zu leben und auch loszulassen. Doch richtig kann ich es selbst nicht. Wobei bei mir der Grund ist, dass es eine unerledigte Sache gibt die immer da sein wird.

Aber ich hab nach Monaten voller Depressionen nach vorn gesehen. Ich war damals an einer Schauspielschule und hab mich total in meiner Trauer begraben. Irgendwann kam eine Lehrerin auf mich zu und meinte, ich soll endlich die Augen auf machen und ja sagen.

Und irgendwie hats dann Klick gemacht. Ich bin raus gegangen und hab die Sonne wieder scheinen sehen, ich hab die Wärme wieder gespürt und endlich wieder gelacht, so richtig gelacht.

Aber den absoluten Höhepunkt wodurch ich in mein neues Leben kam war die Geburt meiner Nichte. Sie ist nun knapp über ein Jahr und das hat mein Leben verändert. Als ich sie das erste Mal gesehen hab, hab ich gelernt, dass nicht der Tod das entscheidende ist, sondern das Leben. Ich werde T. mein Leben lang vermissen. Aber ich liebe es auch glücklich zu sein und meinem Freund die Chance geben zu können, dass er mich glücklich machen kann.

Ich glaube es ist einfach so, dass man seine Zeit braucht und gerade bei einem Suizid ist es schwer das zu überwinden. Es gibt keine goldene Regel, jeder braucht was anderes und vorallem braucht jeder Zeit. Das einzige was man sich vor Augen halten muss is, dass das Leben irgendwann weiter geht. Und der Verstorbene wird immer eine Rolle spielen. Sie wird über die Jahre kleiner... Aber nie vergessen.

tpe[jana


Danke für Eure Geschichten und tröstenden Worte.

Unglaublich, wie vielen dann doch Ähnliches passiert ist, auch im "realen" Bekanntenkreis, was man vorher gar nicht wusste.

Ich war zwei Mal bei verschiedenen Therapien. Aber die haben ewige Wartezeiten dazwischen und eine war mir einfach unsympatisch. Habe das Gefühl gehabt, dass mir das irgendwie nichts bringt.

Ja, GPS-Sender. Was das für einer war, kann ich gar nicht sagen. Irgendwie ausm Internet bestellt. Wir haben nur noch die Kleberrückstände unter meinem Auto gefunden. D. hat es mir dann bestätigt. Seine Mutter hat sogar davon gewusst. Die üblichen Methoden in der Familie.

Und ja... manchmal bin ich auch einfach sauer, warum er das allen angetan. Auf der Beerdigung waren so viele Menschen, die ihn mochten und vermissen. Aber das hat er alles nicht gesehen. Ich kann mich da gar nicht reinversetzen. Bzw. nur teilweise, wenn ich an das denke, was er durchlebt hat. Das ist für mich fast der schlimmste Gedanken. Einfach Mitleid, dass "mein" D. soviel in seinem Leben ertragen musste und ich ihm wieder weh tun musste.

T/emy)Caxt


Lass dir eines gesagt sein, von jemanden der seinen Vater erhängt auf dem Dachboden gefunden hat im zarten Alter von 13 Jahren!

Selbstmord ist die grösster Form von Egoismus, und meiner Meinung ist der sich selbsttötende nicht wert, das man um ihn trauert!!!

Mehr hab ich dazu nicht zu sagen!!!

AKnd>y16(047x1


Und ja... manchmal bin ich auch einfach sauer, warum er das allen angetan

das ist auch in ordnung....auch es nicht zu verstehen ist in ordnung

aber zu überlegen ob man selbst schuld daran ist oder eine mitschuld trägt ist (sorry) dumm.

jeder istfür sich selbst verantwortlich und entscheidet was er macht....niemand hat ihn gezwungen.

all die anderen möglichkeiten mitseiner situation umzugehen hat er auch gesehen nur sie waren für ihn nicht akzeptabel.er ist seinen weg gegangen nu lass dir dadurch nicht deinen verbauen.

bei mir war es so das ich mich von meiner damaligen freundin getrennt habe...ging einfach nicht mehr.

kontrollwahn und eifersucht auf jede person die auch nur irgendwie zeit mit mir verbracht hat....

2-3 tage später ist sie vom dach gesprungen...hab mir keine 5 minuten daran die schuld gegeben...hätte ich mich nicht getrennt wär es bei mir seelischer selbstmord gewesen...

akzeptiere das es seine entscheidung war,er erwachsen war und somit auch entscheiden durfte....

mach dich nicht selber fertig und (so blöd das auch klingt) zieh einen schlußstrich unter die sache.

WYat8erlxi


Ich denke du weißt tief in dir drin, dass du nicht Schuld dran bist. Erstmal schriebst du, er war fies zu dir und daraufhin hast du dich getrennt (das da ein anderer war, dafür muss erstmal die Beziehung kaputt sein, sonst guckt man sich gar nicht nach anderen um...also war ERST die Beziehung kauputt und dann hattest du einen Neuen, nicht andersrum. :)z ). Dazu fällt mir gar keine Alternative ein, außer du lässt dich weiter täglich beleidigen und bist irgendwann selber so weit, dass du dich umbringst. Also ist die Trennung für dich eigentlich lebenswichtig gewesen und das reicht, dafür musst du dich nicht rechtfertigen. Da können sich andere auf den Kopf stellen... jeder, der dich deshalb schlecht macht, ist ein 5mal größerer Egoist, als du angeblich dann bist. :)z

Und dann hat er es wie du sagst schon vor dir mehrmals versucht. Also es liegt NICHT an dir. Es liegt auf jeden Fall in der Persönlichkeit. Nicht jeder, der verlassen wird, bringt sich um. Da muss sowieso eine Erkrankung vorliegen oder die Persönlichkeit muss von Anfang an kaputt sein... es ist eigentlich bei jedem, von dem man sowas hört so, dass irgendwann davor schon Ursachen zu finden sind. Du warst vielleicht der Tropfen auf das berühmte Fass... aber wärst du es nicht gewesen, wär es was anderes gewesen oder er wäre doch nochmal "scheingesund" geworden, dann aber definitiv auf deine Kosten.

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