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Todesfall Angehöriger – Job/Schule etc.

H6icko!ry hat die Diskussion gestartet


Hallo,

da ich nun auch leider (wieder) betroffen bin, wollte ich mich mal unter den anderen hier Trauernden erkundingen.

Wie lange nehmt Ihr Euch eine Auszeit vom Job, Schule usw. wenn einer Eurer Angehörigen verstorben ist?

Man kann ja nicht so tun als ob nichts wäre und einfach ohne Unterbrechung weitermachen?

Mein Vater ist verstorben :°( :)- und ich habe lange überlegt, ob ich nicht ein paar Tage zu Hause bleiben soll.

Jetzt war es schon am Wochenende so, dass ich nur zuhause sitze und grüble, bis mir der Kopf weh tut.

In der Arbeit bin ich wenigstens etwas abgelenkt.

Andererseits sage ich mir immer, man sollte schon einen gewissen Zeitraum beanspruchen, in dem man sich dem Schmerz voll hingeben kann, danach muss es aber wieder aufwärts gehen.

Ich bin jetzt zwar in der Arbeit und es funktioniert auch soweit.

Als vor 6 Jahren meine Tante verstarb, bin ich eine Woche zu Hause geblieben.

Mein Arzt sagte damals, das es duch nervöse Erschöpfung in Ordnung geht, aber dann sollte es wieder aufwärts gehen.

Danke für Eure Meinungen! @:)

Antworten
Srterncnhenx09


Als mein Opa gestorben ist (vor 2 Monaten ca.) bin ich gar nicht zuhause gelieben.

Bin 16 und gehe ins Gymnasium. ;-)

f8rag7g)le


Ich habe (gott sei dank) bislang keine so nahen todesfall in der familie gehabt, dass ich darüber nachdenken musste. Bei meinen Eltern würde ich das allerdings wohl in anspruch nehmen. Überleg für dich ganz allein, was dir gut tut. Geht es dir besser damit, zuhause zu bleiben? Oder grübelst du dann nur? Was ist bei der arbeit? kannst du dich da ablenken oder doch eher nicht konzentrieren? Mit reinnehmen solltest du auch, was du für eine arbeit hast, ich hab z.b im jugendamt gearbeitet, da hätte ein fehler massiv ausfallen können. wenn du an schweren geräten arbeitest oder im straßenverkehr unterwegs bist ist das vielleicht ebenfalls keine gute idee zu arbeiten, während deine gedanken woanders hängen.

Und mein ganz herzliches Beileid! :)* Nimm dir die zeit die du brauchst, trauern gehört dazu und zeigt in meinen Augen nur, dass du geliebt hast.

pWupQpKe8x3


ich hatte gott sei dank auch nie einen todesfall in der familie...

aber ich denke ich bräuchte einige zeit um mich wieder auf die arbeit/schule konzentrieren zu können

wieviele tage kriegt man eigentlich vom arbeitgeber frei oder msus man urlaub nehmen?

aber ich würde sagen nimm dir die zeit die du brauchst!

mein beileid!

T&or,tzolxa


Erst einmal mein Beileid zum Verlust Deines Vaters. :)*

Als mein Vater im Februar gestorben ist, bin ich genau zwei Tage zu Hause gewesen. Nämlich am Todestag und am Tag der Beerdigung. Ich bin im Projektgeschäft tätig, da kann ich mir kurzfristig keine längere Auszeit nehmen, zumindest nicht in Winter / Frühjahr, da wir dann Hochbetrieb haben. Ich muss aber auch sagen, dass ich kein besonders gutes Verhältnis zu meinem Vater hatte. Einer meiner Brüder hatte eh Urlaub zu der Zeit gehabt und diesen dann kurzfristig um eine Woche verlängert, bei dem zweiten Bruder weiß ich gar nicht mehr, wie das bei ihm war. ":/

Allerdings hätte ich gerne für den ganzen Verwaltungskram einige Tage mehr Urlaub gehabt; meine Mutter war mit allem so überfordert, dass ich das meiste erledigen musste. Darüber hinaus wollten meine Eltern ihr Haus verkaufen und der Notartermin wäre drei Tage später gewesen. Da musste erst einmal das Erbe geregelt und der Erbschein beantragt werden, dann diverse Notartermine, damit der Hausverkauf nicht gefährdet war. Das alles mehr oder weniger am Wochenende und das wochenlang war ziemlich erschöpfend.

wieviele tage kriegt man eigentlich vom arbeitgeber frei oder msus man urlaub nehmen?

Gesetzliche Regelung diesbezüglich gibt es nicht, sondern hängt vom jeweiligen Arbeitgeber ab. Bei uns ist das z.B. in der Urlaubsordnung geregelt, dass bei einem Todesfall eines Elternteils auf Antrag zwei Tage Urlaub gewährt werden.

H-ick.oxry


Danke! @:)

Ich bin in der Arbeit schon abgelenkt, aber ich bin auch etwas erschrocken darüber wie gut das schon funktioniert.

Zu Hause zu sitzen und zu grübeln hilft ja auch nichts!

Hin und wieder hab ich das Verlangen, nichts und niemanden sehen zu wollen und alles andere ist auch etwas in den Hintergrund getreten.

Man wünscht sich in dem Moment immer, dass die Welt stehen bleibt, und ist erschüttert darüber, dass das Leben weitergeht, ob man will oder nicht.

Und ich glaube, von diesem Strudel lässt man sich früher oder später mitreissen, aber am Anfang wehrt man sich noch dagegen.

Vergessen wird man das sowieso nie, es verblasst nur etwas, aber es sitzt einem immer im Gedächtnis, es bleibt immer gegenwärtig.

Gestern noch konnten wir uns vorm Sarg verabschieden, ich hatte Angst dass ich diesen Termin nicht durchstehe, aber ich war stärker als ich geglaubt habe.

Und dann dachte ich mir, nach so einem einschneidendem Ereignis kann ich doch am nächsten Tag nicht wieder im Job erscheinen, das passt irgendwie nicht zusammen.

Aber anscheinend gehts doch....aber jeder ist da anders.

CShev&ylQadxy


Mein Beileid :°_ Als mein Vater verstarb hätte ich vom Arbeitgeber so lange zu Hause bleiben können wir ich das Gefühl hatte es wäre richtig. Ich bin allerdings nur einen Tag zuhause geblieben. Dann mal früher gegangen um zu helfen das alles mit der Beerdigung zu organisieren. Ansonsten war ich froh wenn ich auf andere Gedanken kam und bin halt arbeiten gegangen.

Bei meiner Mutter war es ähnlich.

Entscheide einfach für dich wo du dich nach fühlst. Da kann dir wahrscheinlich keiner was wirklich raten. :)*

RsivaTmZaus


Als mein Vater gestorben ist (an einem Dienstag) bin ich bis Sonntag von der Schule zu Hause geblieben (an einem Freitag war die Beerdigung). Diese 5 Tage hab ich aber auch gebraucht, um nachzudenken, auf der Couch den ganzen Tag zu sitzen und eine kleine Madonna-Figur in den Händen zu halten, die er in der Wohnung hatte und zu heulen... :°(

in der Woche drauf, war ich einigermaßen "normal", aber ich war nicht in der Verfassung, eine Klausur mitzuschreiben, die gewesen wäre (Gott sei Dank, war der Lehrer so kulant und lies sie mir nachschreiben)

Die Schule tat mir gut...ich war abgelenkt und es war besser als zu Hause zu sitzen und nur die Wände anzuschauen...

Und, wenn man wieder in die Arbeit oder in die Schule geht, dann heißt das auch noch lange nicht, dass man "darüber hinweg ist"; man muss einfach sein Leben wieder weiterführen... ich denke, sonst ist man so tief schon drin im Trauern, dass es schwer ist, normal zu leben...

n\ukrS"texph


hallo, mein vater ist vior ca, 5 wochen ziemlich plötzlich bzw. unerwartet gestorben. ich selbst hatte bis jetzt keinerlei chance zu trauern. ich war für meine mutter da, habe ein 10 monate altes baby, musste meinen umzug managen u überhaupt. nur streß. gesundes trauern ist das nicht! ich habe auch bisher noch nicht geweint seit seinem tod ":/ ich komme nicht dazu u das ist nicht gut! da ich auch jemand bin, der weint, wenn etwas schreckliches passiert. ich dachte, es kommt alles bei der beerdigung, aber nichts, ich war so damit beschäftigt, meine mutter zu unterstützen, dass nichts ging. mein bruder hat geweint, er ist auch arbeiten gegangen, meinte aber zu meiner mutter, dass er ständig magenschmerzen hat, weil er nicht so weinen kann, wie ihm gerade ist. also mann macht man das ja nicht vor seinen kollegen ;-) da er auch noch 4 tage die woche am stück wo anders arbeitet, war es auch nicht so, dass er hätte nach der arbeit weinen können. das ging wohl erst, wenn er am WE dann nachhause zu frau u kind kam! meine mutter ließ sich sofort krankschreiben, weil sie ständig in heulkrämpfen ausbrach u sie arbeitet mit kleinen kindern, sie wollte dann nicht permanent rausrennen u weinen...

so langer text, aber nun zu dir: was ich damit sagen will, jeder mensch trauert anders. falsch ist, sich in ein loch zu vergraben u in endlose tiefe trauer zu verfallen, oft kommt man da allein nicht mehr raus, ABER genauso falsch ist es, ich zwanghaft mit arbeit abzulenken u die trauer zu verdrängen. ich musste es zwangsweise u habe große angst, wenn hier die nächste zeit ruhe einkehrt, wie es mir dann geht :-/

tu was dir gut tut, geh arbeiten, aber wenn dir nach weinen ist, dann geh an eien ruhigen ort oder weine bei melancholischer musik dann zu hause. aber trauere :)_ du wirst schon deinen mittelweg finden, so ein wirkliches "richtig" und "falsch" gibts es nicht :°_

H6ickhorxy


danke @:)

Und, wenn man wieder in die Arbeit oder in die Schule geht, dann heißt das auch noch lange nicht, dass man "darüber hinweg ist"; man muss einfach sein Leben wieder weiterführen... ich denke, sonst ist man so tief schon drin im Trauern, dass es schwer ist, normal zu leben...

Das stimmt, man ist dann zumindest soweit "stabilisiert", dass man den Dingen wieder nachgehen kann.

Ich weiß auch nicht ob man jemals drüber hinweg sein kann...ein Verlust bleibt es immer.

Ich glaube es ist die Zeit die dafür sorgt, dass wir nicht dran zerbrechen.

HFick7ory


...aber ich fühl mich recht dünnhäutig :°(

RmivaBmaus


Man ist nie darüber hinweg... Es ist jetzt 2 Jahre her mit meinem Vater und ich sitze manchmal in der Uni oder im Auto und mir kommen die Tränen und ich habe alle Erinnerungen wieder klar vor mir. Am schlimmsten sind die vom Todestag... Aber auch die tollen Erinnerungen lassen mich manchmal heulen, weil ich sie vermisse...

Wenn man richtig (wenn es so was gibt) damit umgehen kann, dann zerbricht man auch nicht daran... v.a. ist es wichtig, sich nicht zu verschließen! Man muss immer darüber reden!!! :)*

Hlickoxry


Nach aussen hin muss man immer funktionieren. :-(

Und man erkennt wie unwichtig alles geworden ist.

W%aterxli


Man kann ja nicht so tun als ob nichts wäre und einfach ohne Unterbrechung weitermachen?

Doch, kann man... also nicht so tun, als sei nichts passiert. Aber trotzdem ohne Unterbrechung weitermachen geht. Als meine Oma gestorben ist, wurde sie aufgebahrt, wo man nochmal Abschied nehmen kann... da konnte ich nicht hin, hatte Abschlussprüfung. Was hätte ich tun sollen? Jetzt im Studium gibt dir kein Mensch wegen "nur der Oma" frei, außer man lässt sich halt "krank"schreiben... :-/ Morgen beerdigen wir meine Tante... ich muss Dienstag eine Hausaufgabe abgeben, habe total Stress... aber der Prof hat schon letztes mal als jemand was nicht hatte die Ausrdede nicht gelten lassen und gesagt "ja, und der nächste erzählt, seine Tante ist gestorben"... tja, damit kann ich also schonmal nicht kommen. :(v

Ich finde auch, dass Arbeit sehr ablenken kann. Zumindest bei Liebeskummer habe ich bisher immer so gut gearbeitet wie noch nie... nur zuhause sitzen macht mich irre...

Ich denke bei bestimmten Todefällen (Partner, Eltern, Geschwister), wo einem die Leute sehr nahe stehen, kann man manchmal nicht mehr arbeiten, weil man zu abgelenkt ist. Dann sollte man es lassen. Aber sonst kann man eigentlich arbeiten gehen, das hilft dann vielleicht ein bisschen.

Hiick[orxy


Danke für Deine Sichtweise, das hilft mir schon etwas.

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