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Todesfall Angehöriger – Job/Schule etc.

SOilkCeKx.


Wie lange nehmt Ihr Euch eine Auszeit vom Job, Schule usw. wenn einer Eurer Angehörigen verstorben ist?

Man kann ja nicht so tun als ob nichts wäre und einfach ohne Unterbrechung weitermachen?

Ich denke, dass man gar nicht pauschal sagen kann, ob und wie lange man zum Trauern bzw. zur Verarbeitung der Erlebnisse zu Hause bleiben sollte. Das kommt doch auf jede Person gesondert an. Man muss nicht zwingend eine Auszeit nehmen, nur damit man Trauern kann. Es sind emotionale Erlebnisse, die nicht jeder gleich verarbeitet und jeder trauert anders. Die einen weinen und reden, die anderen ziehen sich zurück und verarbeiten erstmal alles ein wenig für sich und wiederum andere gehen arbeiten, um erstmal im Alltag eine Stabilität zu halten und abgelenkt zu sein. Viele, die erstmal weiter arbeiten, verarbeiten die Trauer etwas später oder realisieren alles erst ein wenig später.

Als mein Großvater damals gestorben ist, hatten wir schon den ganzen Tage neben seinem Bett gewacht und auf den Tod gewartet (so schlimm es sich anhören mag). Als er es am Abend dann endlich geschafft und ich den Tod bemerkt hatte, hab ich einfach erstmal funktioniert. Es musste ja der Arzt angerufen werden, der Pfarrer, weitere Verwandte....

Ein bis zwei Tage später begann ich das Ganze erst langsam zu realisieren und hab mir immer nur einen ruhigen Platz gesucht. Ich wollte alleine sein und erstmal verarbeiten, was da geschehen war und was ich noch so alles gemacht hatte. Ich war daraufhin eine Woche zu Hause, weil ich auch nachts nicht wirklich zur Ruhe kam. Aber nach einer Woche musste ich mich aufraffen und mein Leben wieder aktiver gestalten. Natürlich war der Verlust meines Opas (er war wie ein Papa für mich, weil ich dort die meiste Zeit meiner Kindheit verbracht hatte) enorm, aber das Leben ging auch weiter und ich wusste, dass wir bis zum Schluss alles für ihn getan hatten, was uns möglich war.

Letztendlich aber war ich auch froh, wieder zur Arbeit gegangen zu sein. Das Grübeln und die ständigen Gedanken um Tod, Beerdigung usw. hätte mich zu Hause absolut nicht zur Ruhe kommen lassen. So fand ich dann auch wieder zurück in den Alltag!

Die Verarbeitung von all diesen Erlebnissen hat schon sehr lange gedauert und man sollte sich auch die Zeit nehmen, die man zum Trauern braucht. Allerdings kommt es auf die Situation jedes Einzelnen an, ob man dazu eine Auszeit von Job/Schule braucht oder ob man lieber zur Arbeit geht, um sich abzulenken.

Ich wünsch Dir alles Gute!

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