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Kann man wieder glücklich werden?

bAsbfrZankexe hat die Diskussion gestartet


Kann man wieder lachen? Morgens aufstehen und sich auf den Tag freuen? Leben, nicht nur funktionieren?

Hört der Schmerz auf? Hört er auf oder wird er anders? Er soll nicht nur anders werden, er soll AUFHÖREN!

Ich will nicht, dass es mir ewige Zeit schlecht geht!!! ICH WILL ES NICHT :°( :°( :°(

Ich möchte an ihn denken und mich freuen, dass ER mein Papa war und niemand anderes x:) :°( :°( :°(

Antworten
N/ovxem&berx66


Was ist los? :°_

b\sbfhrankexe


Mein Papa ist am 30.09.10 verstorben :°(

Heute ist Tag 19 und es ist dunkelschwarz um mich rum...

F$inse,_84


Erst mal: mein allerherzlichstes Beileid :°_

Was ist passiert? Möchtest du davon erzählen?

Ich kann deinen Gedanken sehr sehr gut nachvollziehen. Ich habe mich das auch oft gefragt. Man möchte nicht diesen ständigen Schmerz spüren. Man möchte leben und das Leben genießen. Man möchte morgens aufstehen und sich auf den Tag freuen und man möchte nicht von Trauer und Schmerz erfüllt sein.

Aber genau das ist der Sinn von Trauer. Und so gemein das jetzt klingen mag, aber diesen Prozess musst du durch machen. Du musst den Schmerz Tag für Tag spüren, um das Ereignis verarbeiten zu können. Der Schmerz wird ab jetzt ein Teil von dir sein. Du wirst ihn nie wieder los werden. Aber eins kann ich dir versprechen: Aus der klaffenden Wunde wird nach und nach eine Narbe werden. Narben schmerzen nur selten, aber sie bleiben ein Leben lang und man wird immer wieder erinnert. Aber irgendwann sind die Erinnerungen nicht mehr nur schmerzhaft. Du wirst dich auch an schöne Ereignisse mit deinem Papa erinnern. Du wirst merken, dass dir diese Erinnerungen niemand nehmen kann. Sie sind Dein. Sie gehören dir und du kannst sie jederzeit abrufen. Es wird besser. Jeden Tag ein bisschen. Trauerarbeit ist wichtig und sie hilft deinem Körper und deiner Seele mit dem unbegreiflichen leben zu können. Und sie wird dich in ein neues Leben führen in dem auch du wieder lachen wirst und morgens zu einem Lied aus dem Radio pfeifen wirst. Es fühlt sich anders an als das "alte Leben" vor der Trauer. Aber es wird ein Leben sein, das seine Höhen und Tiefen hat und du wirst von nun an schöne Momente besser schätzen können. Du wirst sie intensiver in Erinnerung behalten können und das wird dich wieder glücklicher machen.

Ich wünsche dir alles alles Gute, du wirst es schaffen! Aber lass die Trauer zu, weine wenn geweint werden muss und spreche so oft du willst von deinem Vater, auch wenn du denkst dass es andere nervt- egal, es ist deine Trauerarbeit!

Ich habe damals (es ist 1,5 Jahre her, dass meine Mutter gestorben ist) ein ganz gutes Trauerbuch gelesen, das hat mir die Trauer verständlich erklärt. Das kann einem auch ganz gut helfen mit diesem ganzen Gefühlschaos klar zu kommen.

Oh gott, das hört sich alles so banal an. Es ist gar nicht lang her, da habe ich mich dasselbe gefragt wie du. Und auch jetzt habe ich immer mal wieder schlechte Phasen. Aber daran siehst du, mit welchem Abstand ich das alles inzwischen sehen kann. Es wird besser, das verspreche ich dir! Und du musst nicht denken, dass du deinen Papa deshalb vergessen wirst. Nein, er ist jeden Tag in deinen Gedanken! Nur dass die Gedanken nicht mehr nur schmerzhaft sind....

:)*

Ddie+ Weselxerin


@ bsbfrankee

Zunächst mein Beileid :)-

@ Fine_84

Wunderbare Worte. Das wollte ich Dir gerne sagen.

Ich selbst bin noch nicht in die Situation gekommen, um ein Elternteil zu trauern. Jedoch liegt mein Papa seit über 2 Jahren voll pflegebedürftig in einem Pflegeheim und der Gedanke an den Tod hat mich schon oft beschäftigt.

Alles Gute und weiterhin viel Kraft Euch Beiden.

LG

Heike

p*upGp1e83


ich kann mir nicht vorstellen, nach dem verlust eines elternteiles jemals wieder glücklich zu sein...

bysbcfraKnkxee


Puppe, so gehts mir auch. Deswegen meine Fragen an die, die das schon mal erleben mussten...

Ich weiß nicht, woher ich die Kraft nehmen soll... Nehme noch ein Medikament, was soll das werden, wenn ich das weg lasse ??? Und der schlimmste Tag steht noch bevor-Samstag ist Beisetzung :°( :°(

Er war erst 59 :°( :°( :°( und hing so an seinem kleinen Enkel :°( :°( :°(

pqupp0e83


es tut mir so leid...

ich hatte GOTT SEI DANK noch nie einen todesfall in der familie, deshalb kann ich dir nicht sagen, wie man damit umgehen soll...

auf alle fälle wünsch ich dir viel kraft :)* :)*

FTinHeR_x84


Oh nein bsb frankee, ich hab mir irgendwie schon gedacht, dass dein Papa viel zu jung gestorben ist. :-( Meine Mama ist auch nur 54 geworden. Man kann es einfach nicht verstehen :°( Wie kann etwas so plötzlich zu Ende sein? Warum warum warum ??? ??? ?

Ich kann mir auch absolut noch nicht vorstellen, wie das mal werden soll, wenn ich Kinder bekomme. Sie werden dann nie ihre Oma kennen lernen und meine Mama hat sich nichts sehnlicher gewünscht, als ein Enkelkind... Sie durfte es nie kennenlernen....

Ja ich kann das gut nachvollziehen. Woher soll man die Kraft nehmen... Wie sieht es mit deiner Familie aus? Wie geht es deiner Mutter? Hast du Geschwister? Ich habe damals festgestellt, dass wir alle ein Stück näher zusammengerückt sind, um die entstandene Lücke ein bisschen auszufüllen. Das hat mir Kraft gegeben. Meine Freundinnen haben mir Kraft gegeben. Mein Drang nach dem Glücklichsein hat mich Kraft aufbringen lassen. Wie ist es bei dir? Du hast ein Kind? Es kann dir so viel Kraft geben. Es braucht doch eine glückliche Mama... Für dein Kind wirst du Kraft aufbringen...

Samstag. Ein schrecklicher Tag. Das unwirkliche wird einem so bewusst. Bei uns war es ein Mittwoch. Ich war damals nur am heulen. Ich hatte auch Medikamente zur Beruhigung genommen, anders gings nicht. Und ich habe diesen Tag einerseits als grausamen Tag in Erinnerung, aber ich habe ihn andererseits auch so erlebt, dass ich das Gefühl hatte, in der Kapelle gehörte nur mir und meiner Mama der Moment. Ich habe mir vorgestellt wie sie gerade den Raum erfüllt, weil alle an sie denken. Das gab mir wiederum Kraft. Es ist so ein Chaos im Kopf, man kann das alles nicht verstehen.

Es tut mir so Leid für dich. Ich weiß auch nicht wie ich dir helfen kann. Ich kann dir nur versprechen dass es besser wird, der Schmerz wird besser! Gib dir Zeit. Du bist noch geschockt. Es kommen noch so viele Phasen der Trauer und jede wird dich zurückwerfen, aber auch ein bisschen weiterbringen. Es wird..... jeden Tag ein bisschen. Zwei Schritte zurück, ein Schritt vor.......... :°_

b$sbfEraRn{kxee


Fine, ich bin Einzelkind und hatte immer ein sehr sehr inniges Verhältnis zu meinen Eltern. Und seitdem mein Sohn auf der Welt ist (wird nächsten Monat 4) standen wir uns noch näher. Der Opa war eine sehr enge Bezugsperson für den Kleinen und er hat auch immer wieder Kraft geschöpft, wenn ich mit meinem Sohn zu Besuch war. Und ich war oft da...

Er hatte ihn jetzt 10 Wochen nicht gesehen :°( Er wollte, sobald er raus ist aus dem Krankenhaus, mit seinem Sonnenschein Fahrrad fahren lernen :°(

Es ging ihm wieder -für seine Verhältnisse- gut.

Hatte seinerzeit mal einen Thread eröffnet "Polychondritis". Da kannst mal schauen, was mit ihm los war :°(

Er war jetzt so viele Wochen im Krankenhaus (weit weg von uns zu Hause) und die letzten 3 Wochen in der Reha.

Meine Mama und ich waren an dem 30.09. nachmittags noch los, für mich Möbel kaufen und abends waren wir essen. Da war er schon ein paar Stunden nicht mehr da und wir wussten es nicht. Abends haben wir versucht, ihn am Handy zu erreichen, aber er konnte es nicht mehr hören.... :°(

Am 1.10. wurde er morgens auf dem Bett aufgefunden :°( Das ist alles so makaber und unbegreiflich :°( :°(

Ich kann mir keine Bilder von ihm ansehen und am Samstag wird ein großes Foto in der Kapelle stehen. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll :°(

Ich bin schon froh, dass er seinen heißgeliebten Enkel noch fast 4 Jahre kennenlernen durfte und ich kann mir vorstellen, dass es dich unendlich traurig macht, dass deine Mama das nicht mehr kann :°_

Fhine8_84


...mir kommen grad die tränen, ich habe einen kloß im hals wenn ich deinen beitrag lese...

das ist echt heftig, wie ihr den 30.09. noch verbracht habt und es nicht wusstet. und auch dass er erst morgens aufgefunden wurde... das ist alles so wirr und unbegreiflich!

Dein Papa hatte also etwas rheumatisches. Das war sicherlich mit vielen Schmerzen verbunden. es war sicherlich schlimm das mit anzusehen und die monate zwischen hoffen und bangen zu verbringen. ...und dann war er auch noch weit weg :-(

ja das mit dem foto in der kapelle ging mir ähnlich. ich konnte nicht hinschauen. auf dem foto hat meine ma auch irgendwie direkt in die kamera geschaut so dass es von jedem winkel so aussah, als würde sie uns anschauen.

mittlerweile kann ich mir fotos wieder anschauen. ich sehne mich eigentlich sogar danach, weil man ja angst hat, das gesicht irgendwie "vergessen" zu können. und irgendwie fühle ich mich ihr wieder näher wenn ich es anschaue.

meine ma hatte unerkannten bluthochdruck, bzw wussten wir davon, aber keiner und vor allem sie selbst hat es nicht richtig ernst genommen, da sie sonst kerngesund war und auch gesund gelebt hat, sie war schlank usw und hat sich gut gefühlt, hatte freude am leben. es "wirkte" halt alles palletti. plötzlich ist ein äderchen im gehirn geplatzt, sie ist auf einem bahnhof umgekippt, lag 2 wochen im koma und ist dann gestorben. alles vorbei. von jetzt auf gleich. die nachricht hat uns alle umgehauen.

bsbfrankee, ich wünsche dir für samstag ganz ganz viel kraft. vielleicht kannst du versuchen, dich innerlich ein bisschen darauf einzustellen, also dir den ablauf vorstellen und wer kommen wird usw. ich habe es damals so gemacht, dass ich seitenweise briefe an meine mama geschrieben habe, bestimmte dinge mit in den umschlag gepackt habe und ihn schön gestaltet habe. ich habe ihr dinge geschrieben, die ich ihr schon immer mal sagen wollte. den brief habe ich dann mit ins grab getan. oh gott, es tut so weh über diese dinge nachzudenken. aber verdrängen soll man es ja auch nicht... also jedenfalls hatte ich so das gefühl, dass die beerdigung einen "sinn" (wenn man das so sagen kann..) für mich ergeben hat, weil ich mich würdig von ihr verabschiedet habe.

fühl dich gedrückt :)*

busbf*rankexe


Fine, ich muss jetzt los. Ich schreib morgen noch genauer, was er hatte usw.

Ich danke dir erstmal für deine lieben Worte und schicke dir ganz viele :)* :)* :)*

D0ibe )A)nonxyme


Der Schmerz wird ab jetzt ein Teil von dir sein. Du wirst ihn nie wieder los werden. Aber eins kann ich dir versprechen: Aus der klaffenden Wunde wird nach und nach eine Narbe werden. Narben schmerzen nur selten, aber sie bleiben ein Leben lang und man wird immer wieder erinnert. Aber irgendwann sind die Erinnerungen nicht mehr nur schmerzhaft. Du wirst dich auch an schöne Ereignisse mit deinem Papa erinnern. Du wirst merken, dass dir diese Erinnerungen niemand nehmen kann. Sie sind Dein. Sie gehören dir und du kannst sie jederzeit abrufen. Es wird besser. Jeden Tag ein bisschen.

sehr schön geschrieben :)^ das entspricht auch meiner Erfahrung (bei mir ist es jetzt 11 Jahre her,dass mein Papa mit 42 Jahren viel zu früh gestorben ist).

@ bsbfrankee

Mein herzliches Beileid :)*

Der Schmerz geht nicht weg, aber irgendwann bestimmt er nicht mehr das Leben...es gibt auch heute noch manchmal Tage, an denen ich ohne ersichtlichen Grund furchtbar traurig werde, weil er nicht mehr da ist...aber es gibt auch viele, viele Tage, an denen ich lache und fröhlich bin und ein ganz normales Leben führe... :)z

Fbin~e_x84


Oh danke Die Anonyme! Deine Worte tun auch mir gut! Elf Jahre ist das jetzt her? Das ist ja so weit weg inzwischen. Das kann ich mir momentan gar nicht vorstellen, ich kann mir schon kaum vorstellen, 1,5Jahre von meiner Mama weg zu sein. Komisch, da wird irgendwie Zeit = räumliche Entfernung. Nur dass sie unwiederbringlich weiter weg "fährt" und man nicht zurückfahren kann....

Tut mir Leid dass dein Papa so früh gehen musste. Wie kommt denn deine Mama heute damit klar? Hat sie wieder einen Partner? Lebt sie allein? :)*

zWwetslchge x1


@ bsbfrankee

Das tut mir sehr leid dass Du dein Papa verloren hast :°_ Ich habe mein Papa verloren wo ich noch ziemlich jung war, und ich kann mich ganz genau an den unfassbaren Schmerz erinnern! Ich dachte dass ich nie wieder lachen werden können, und dass ich jeder Nacht für den rest meines lebens weinen wurde! Mein Schmerz war enorm, eigentlich unbeschreiblich!

Aber ich verspreche Dir, dass Du einen Tag wieder Lachen wirst, es dauert nur lange! Du wirst immer dein Papa vermissen und Du wirst immer Tage haben wo Du traurig bist, weil Du dein Papa vermisst, aber die tage werden mit der Zeit seltener, dass verspreche ich Dir :°_

Du muss jetzt dein Trauer zulassen, dass ist sehr wichtig! Rede mit enge Freunde und Familiemitglieder über dein Trauer, die werden dich verstehen können!

Ich bin mir 100% sicher dass dein Papa sich wünscht dass Du schnell wieder lachen kannst, und dass Du ein glückliches Mädchen bist! Und so wird dass auch sein, nicht Morgen oder nächste Woche, aber mit der Zeit. Einen Tag willst du feststellen dass Du dass erste mal wirklich gelacht hast, und dass Du ein paar Std. nicht an dein papa gedacht hast! Dass kannst Du dir jetzt nicht vorstellen, aber ich verspreche dir dass es so kommen wird :)z

ich wünsche Dir für die nächste Zeit viel Kraft :)*

Lg

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