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wie lange.."darf" man traurig sein nach Schwangerschaftsabbruch?

M^ia+o hat die Diskussion gestartet


Vor etwas mehr als zwei Jahren habe ich mich gegen das Kind entschieden.

Ich war 17 und finde, dass es die richtige Entscheidung war. Vernunftig.

Allerdings habe ich anscheinend seelisch das Ganze nicht abgeschlossen.

Mir geht es lange Zeit sehr gut, ich bin glücklich und alles ist toll.

Aber dann meist total plötzlich bin ich furchtbar schlecht gelaunt, sitze nur in der Wohnung rum und bin total fertig.

So wie jetzt...

Ich habe überlegt zu einem Psychotherapeuten zu gehen aber ich habe Angst dass er mir sagt dass ich eine überemotionale doofe Kuh bin. naja, sinngemäß...

In solchen Momenten ist es nicht so dass ich ausschließlich an die Abtreibung denke, es geht dann vielmehr auch ums große Ganze.

Ich muss mich jedes Mal zusammenreißen dass ich nich meinen Freund zu mir beordere, der kann mich schon fast gar nich mehr ernst nehmen.

Mit dem Zusammenreißen ist so ne Sache. Klar ich versuche es und ich gehe dann auch raus oder so...oder mach sauber oder beschäftige mich, wie auch immer.

Aber ich bin dann sowas von sozial inkompatibel und möchte einfach nur dass mein Freund da ist.

(Er wäre der Vater gewesen, er hat mich unterstützt und war für mich da)

Ich finde das furchtbar anstrengend, weil ich dann meine Beziehung torpediere (ich schreibe bescheuerte SMS und hab böse Gedanken) obwohl alles super läuft zwischen uns.

Jedenfalls fühl ich mich elend und einsam und hoffnungslos.

Ich weiß nicht ob das nur wegen der Sache ist...oder noch andere Gründe hat.

Fakt ist, es kommt plötzlich und dauert ne Weile an.

Und dann genauso plötzlich gehts mir wieder gut.

Was meint ihr...soll ich mir in Hintern treten und einfach anfangen zu leben?

Ja im Grunde habe ich mir damit schon selbst die Antwort gegeben.

Vielleicht habt ihr aber auch Ideen, wie ich mein Arsch hochkrieg.

:°(

Antworten
VsirtUuosxa


Ich musste zum Glück noch nie die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch treffen aber :mein Gefühl sagt mir, das du so lange trauern "darfst", wie du dich traurig fühlst, egal wie lange es dauert! Es gibt sicherlich auch Frauen, bei denen die Trauer auch Jahre/ Jahrzehnte später immer wieder hochkommt. Es ist auch nicht so, dass du, weil du dich gegen das Kind entschieden hast, kein Recht zu trauern hast!

Vielleicht hast du die Trauer nach dem Abbruch verdrängt, dir gesagt, dass die rationalen Gründe einfach überwogen haben....aber diese Trauer und auch Schuldgefühle, die du dir vielleicht machst, sollten be- und verarbeitet werden...auch mit professioneller Hilfe, wenn du es allein nicht schaffst und wenn es anfängt, dein Leben und deine Beziehung zu belasten. Kein Psychotherapeut wird dich als "überemotionale Kuh" sehen, mach dir keine Sorgen darum.

Ich glaube, es ist nicht damit getan, "den Arsch hochzukriegen und einfach anzufangen zu leben", denn das würde wieder bedeuten, etwas zu verdrängen. Ich habe mal gelesen, dass es zB. Rituale gibt , bei denen du dich von deinem Kind verabschieden kannst. Du könntest zB. einen Brief an dein Kind schreiben und diesen Brief, wenn du meinst, der Moment des Loslassens ist gekommen, irgendwo vergraben, in den Himmel steigen lassen etc.

Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute und schicke dir ganz viele :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

n3ajan1aguxt


Ich habe überlegt zu einem Psychotherapeuten zu gehen aber ich habe Angst dass er mir sagt dass ich eine überemotionale doofe Kuh bin. naja, sinngemäß...

Wenn er das tut, hat er seinen Job verfehlt, aber gründlich.

Bei mir war die Abtreibung der Auslöser für meinen Zusammenbruch, die eigentlichen Gründe haben sich über die Jahre davor aufgestaut. Ich habe eine Therapie gemacht, es ging hauptsächlich um die anderen Dinge, aber natürlich auch um die Abtreibung. Geh zu einem Profi, es wird dir guttun. Dort darfst du darüber reden, ohne jemanden zu belasten, ohne dass dir jemand Vorwürfe macht und du bekommst eine andere Sichtweise gezeigt, die dir hoffentlich hilft, mit dem Thema einigermaßen abzuschließen.

Trau dich, es lohnt sich :°_

SftreTifen3hör%nxchen


erstmal :°_

ich kann dich sehr gut verstehen. ich hab auch aus "vernunftsgründen" abgetrieben :°(

und ich wollte eigentlich noch ein kind {:(

es ist jetzt über 5 Monate her und bisher ist kein einziger tag vergangen, wahrscheinlich noch nicht mal eine stunde in der ich nicht an dieses kind gedacht habe.

Jedenfalls fühl ich mich elend und einsam und hoffnungslos.

Ich weiß nicht ob das nur wegen der Sache ist...oder noch andere Gründe hat.

..hm.. also ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass man eher nicht abtreibt wenn man psychisch nicht angeschlagen ist. man ist überrumpelt, hormonüberflutet und alle labern auf einen ein was "das richtige" für einen ist. und dann klinkt man sein herz aus und geht zur abtreibung.....

du bist längst nicht die einzige der es so geht, daher kümmern sich auch die frauenberatungsstellen um solcherart verletzte frauen. -vielleicht versuchst du es mal dort? es gibt bestimmt eine in deiner nähe.

hättest du denn gern ein kind?

lg,

MhiaHo


hey....ich danke euch. mit soviel Zuspruch hab ich echt nich gerechnet...

Wirklich, Danke :-)

man ist überrumpelt, hormonüberflutet und alle labern auf einen ein was "das richtige" für einen ist. und dann klinkt man sein herz aus und geht zur abtreibung.....

ja, genauso war das wohl...

hättest du denn gern ein kind?

Ich hatte mir nie Gedanken darüber gemacht da bevor. Mittlerweile wünsche ich mir eine eigene Familie, ich bin mir aber nicht sicher wie es verkraften würde würde ich wieder schwanger werden.

Bei solch einer Frauenberatungsstelle war ich glaube ich bereits vor der Abtreibung, die aschienen mir eher dagegen zu sein und wir haben uns etwas gestritten soweit ich das noch weiß...

Ich habe mal gelesen, dass es zB. Rituale gibt , bei denen du dich von deinem Kind verabschieden kannst.

Ich habe vor einigen Tagen ein Bild gemalt. Es zeigt einen Embyro im Mutterleib. Wahrscheinlich war das irgendwie der Auslöser...Ich dachte mir, so schiebe ich einen Teil meiner Gedanken nach draußen...

Vielleicht hast du die Trauer nach dem Abbruch verdrängt,

das habe ich, in der Tat. Meine Eltern waren so schrecklich traurig und haben sich solche Sorgen gemacht, dass ich einfach nicht traurig sein durfte. Sie erschienen mir viel fertiger als ich.

Sicherlich habe ich unbewusst sehr gelitten, ich fing an mich zu ritzen und hab die Schule oft geschwänzt und sowieso fielen meine Leistungen ab und ich wurde echt "komisch".

Bei einem Psychotherapeuten war ich ebenfalls, um meine Entscheidung zu finden, die ich erst kurz vor der Frist getroffen habe. Ich weiß nicht ob der mir so sehr geholfen hat, zumal ich unter dem Druck stand dass er mir helfen MUSS da er schon so teuer war.

Ich habe mal gehört dass das die Krankenkasse zahlt?

Allerdings habe ich eine Freundin, die war magersüchtig und mit Zwangsneurosen. Sie meinte keiner der x Psychologen hätten ihr helfen können.

Sicher ist das individuell, aber wie finde ich denn da den Richtigen für mich?

Ich danke euch wirklich

S"treife:nh8örncxhen


guten morgen *:)

wenn du schon etwas malst und nach aussen kehrst ist das sicherlich gut :)z

und drüber reden oder schreiben auch.

Bei solch einer Frauenberatungsstelle war ich glaube ich bereits vor der Abtreibung, die aschienen mir eher dagegen zu sein und wir haben uns etwas gestritten soweit ich das noch weiß...

ich meinte nicht so ein gespräch bezüglich abtreibung ja oder nein (die haben mir auch eher das kind ausgeredet :-/ ich hatte auf zuspruch gehofft, aber denen war total egal wie ich mich entscheide...naja soll wohl so sein)

ich könnte noch so sehr leiden, ich würde niiiiiieeeee wieder zu diesen beratern hin gehen %:|

eine frauenberatungsstelle dich ich meine ist zb diese:

[[http://www.lebensbewegung.at/ephata.html]]

die krankenkassen zahlen im allgemeinen eine psychotherapie. adressen von psychotherapeuten kannst du zb bei deiner krankenkasse erfragen.

was deine freundin betrifft...ich denke zwangsneurosen sind generell sehr schwer zu behandeln, aber wer sagt denn dass du das auch hast...und selbst wenn...wer sagt denn dass ne therapie gar nix bringt?

es tut mir so leid, dass es dir so schlecht geht, ich drück dich ganz fest :)_

S tre"ifenhxörnchen


ach und noch was. das:

das habe ich, in der Tat. Meine Eltern waren so schrecklich traurig und haben sich solche Sorgen gemacht, dass ich einfach nicht traurig sein durfte. Sie erschienen mir viel fertiger als ich.

das könnte ein hinweis darauf sein, dass deine eltern nicht wirklich unterstützend sein können...vielleicht war es schon immer so?

in einer tharapie bietet sich die möglichkeit zu erfahren, wie unterstützendes verhalten überhaupt aussieht ":/

M7iao


erstmal vielen lieben Dank Streifenhörnchen. Es tut wirklich sehr gut mit jemandem zu reden der wirklich versteht wie es mir geht.

das könnte ein hinweis darauf sein, dass deine eltern nicht wirklich unterstützend sein können...vielleicht war es schon immer so?

Meine Eltern sind furchtbar lieb, immer für mich da, unterstützen mich egal was ich tu und lassen mir meinen Willen.

Als ich ihnen gesagt habe dass ich schwanger bin, haben sie viel geredet mit mir. Mir Briefe geschrieben.

Ich ging ja noch zur Schule.

Meine Ma ist mehr oder weniger gläubig, ich denke sie wollte dass ich es behalte aber sie hat das niemals gesagt sondern mir das für und wieder erklärt.

mein paps kam ständig zu mir und hat jede Situation genutzt mir irgendwas zu sagen...das war ziemlich anstrengend.

Dann, einen Abend war mein Freund bei mir und wir sollten ins Wohnzimmer kommen um alles zu besprechen...mein Paps hat sogar geweint aber mir zu verstehen gegeben dass es vernünftig ist abzutreiben.

Natürlich haben sie mir die entscheidung überlassen aber sie haben mir einfach keine Ruhe gelassen...

Ich denke, dass niemand es nachvollziehen kann bzw damit umgehen kann dass ich nach wie vor leide.

Mein Freund konnte sehr schnell wieder Witze reißen über schwangere was mich zutiefst bestürzt hat.

er versteht nicht dass ich das nicht vergessen kann, und sagt dass es vergangenheit ist und ich in der gegenwart leben soll. natürlich nimmt er mich in den Arm und beruhigt mich wenn ich wieder so einen "Anfall" hab. Aber ich spüre ganz deutlich dass ihm das schon längst nicht mehr weh tut.

Er hat mich sogar neulich gefragt ob wir eines Tages Kinder zusammen haben wollen, natürlich fing ich sofort an zu flennen. Einerseits ist es zwar unglaublich schön dass er mir sozusagen eine Zukunft bietet und mich nicht verlassen will, andererseits ist das doch total unsensibel.

Ich habe ständig Alpträume wo jemand stirbt, oder ich ein Geist bin, oder irgendwas mit Gewalt und oft genug träume ich davon dass er sich trennt oder mich betrügt.

Ich habe furchtbare Angst dass er mich eines Tages verlässt, er ist der einzige Mensch für mich zu dem ich gehen kann wenn ich wegen des Schwangerschaftsabbruches traurig bin.

Auch wenn er mich nicht versteht....

Kras wieviel ich gleich schon wieder schreiben musste... %:|

ich muss jetz erstmal los, Uni ruft...

S:treife.nhörncxhen


Ich denke, dass niemand es nachvollziehen kann bzw damit umgehen kann dass ich nach wie vor leide.

nein, das können die nicht nachvollziehen. aber 1000 von anderen frauen können das. was würdest du dir denn von deinen eltern als unterstützung wünschen?

lg,

Moixao


was würdest du dir denn von deinen eltern als unterstützung wünschen?

ich weiß nicht. manchmal wünsche ich mir dass sie mich einfach nur in Ruhe lassen.

Und nicht trauriger sind als ich.

Es tut mir weh wenn meine Eltern meinetwegen traurig sind.

Morgen werde ich zu einem Psychotherapeuten gehen. Ich hoffe sehr dass sie mir helfen wird.

Ich bin aufgeregt...

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