» »

Was passiert nach dem Tod von Familienangehörigen?

G\lücksk>e1ks7T8 hat die Diskussion gestartet


Ich habe leider gar keine Ahnung und frage deswegen hier nach ehe ich stundenlang weitergoogle.

Wenn ein Familienmitglied gestorben ist: was passiert dann bzw. was muss man dann selber tun ?

Kriegen dann alle Verwandten Post mit der Sterbeurkunde u.ä. oder müssen sich alle selber kümmern?

Was muss man also als Angehöriger eines Verstorbenen machen oder auch nicht, weil es jemand anderes (Ämter o.ä.) für einen übernehmen. In welchem Zeitrahmen läuft das alles?

Danke für eure Antworten.

Antworten
J`ori


Zunächst einmal muss der nächste direkte Verwandte alles in die Wege leiten. Meist sind das dann der Ehepartner/Lebensgefährte, die Kinder o.ä.. Wenn man einen Bestatter beauftragt, muss man sich um fast gar nichts selbst kümmern.

Der übernimmt in der Regel alle Formalitäten, wie z.B. Sterbeurkunde beantragen, alles mit Versicherungen (z.B. Rentenversicherung, Krankenversicherung) zu klären und den Ablauf bzgl. Hinterlassenschaft zu regeln.

Er fragt dann alle notwendigen Daten ab und man übergibt ihm alle notwendigen Unterlagen (Geburtsurkunde, Versicherungsunterlagen, Testament etc.). Und er wird auch bei allen anderen Fragen helfen.

Der Bestatter regelt dann auch alles, was mit der Beerdigung zu tun hat und wird sich hierfür auch um die Termine kümmern.

Was den Zeitrahmen betrifft: Ist die Person zuhause verstorben, muss unmittelbar zunächst ein Arzt und meist auch die Polizei informiert werden. Und dann der Bestatter, denn der muss den Verstorbenen ja umgehend abholen.

Ist die Person im Krankenhaus oder im Heim gestorben, kann der Bestatter auch am nächsten Tag informiert werden. Trotzdem muss es schnell gehen.

Die Sterbeurkunde bekommt von Amts wegen jede Person, die im Testament benannt sind. Andere Verwandte brauchen die nicht. Ansonsten bekommen nur "offizelle Stellen" die Sterbeurkunge, z.B. um den Verstorbenen irgendwo abzumelden, Versicherungen einzulösen, irgendetwas zu kündigen etc.

Man sollte natürlich alle Verwandten informieren. Das kann u.U. aber auch der Bestatter übernehmen, der sich z.B. auch um Traueranzeige in der Tageszeitung, Trauerkarten etc. kümmern kann.

G<lücdkske.kxs78


danke für die Antwort Jori.

Ich muss allerdings nochmal spezifizieren:

Wenn sich also z.B. der Ehepartner um Beerdigung gekümmert hat und es kein Testament gibt, dann kriegen alle Verwandten nur Bescheid, wenn der Ehepartner Bescheid gibt? Was ist z.B. mit den Kindern? Habe was gelesn von einem Erbschein..? Was müssen oder können die Verwandten tun?

(es geht mir hier um das Rechtliche)

JUorfi


Wenn es kein Testament gibt, gilt die gesetzliche Erbfolge. Dies sind als erstes die allerengsten Verwandten, also Ehepartner und ggf. Kinder. Gibt es also kein Testament, dass die Verteilung des Erbes explizit regelt, haben diese auf jeden Fall ein Anrecht auf den sogn. Pflichtteil.

Wenn kein Ehepartner und/oder Kinder da sind, dann geht es in der Erbfolge auf die weiteren Verwandten, wobei ich jetzt nicht genau weiß, wie das gestaffelt ist: Eltern oder Geschwister des Verstorbenen, Neffen/Nichten usw.

In der Regel wendet sich das zuständige Amtsgericht an den engsten Angehörigen. Der muss angeben, ob ein Testament vorhanden ist oder nicht. Außerdem muss er angeben, ob Kinder bzw. weitere u.U. erbberechtigte Angehörige vorhanden sind. Und er muss das Vermögen des Verstorbenen auflisten.

Das Amtsgericht prüft dann den Nachlass und infomiert die erbberechtigten Angehörigen. Die können dann einen Erbschein anfordern, um ihren Erbteil einzufordern. Wenn sich die Angehörigen einig sind und das Erbe freiwillig teilen, kann oft auch auf einen Erbschein verzichtet werden, denn der kostet Gebühren beim Amtsgericht.

Wenn man nicht weiß, ob man als Erbberechtigter angegeben wurde, kann man sich beim Amtsgericht erkundigen bzw. dort seine Ansprüche anmelden. Diese werden dann geprüft und vom Amtsgericht angeordnet.

Wenn es hierbei zu Streitigkeiten zwischen den Erben kommt, ist es auf jeden Fall besser, einen Anwalt einzuschalten.

G~lüc0kskek8s7x8


Vielen Dank für Deine Antwort Jori :)

a_ug23;3


es gibt für 10,- bis 15,- Euro hinreichend genaue Taschenbücher, in denen erklärt wird, was bei einem Todesfall von einem Angehörigen zu tun ist und vor allem wie sich die Erbfolge regelt; wenn kein Testament vorhanden ist, dann müssen sich leibliche Abkömmlinge selbst darum kümmern, wenn sie meinen, dass sie Ansprüche haben. Ein Erbschein wird nur auf Antrag ausgestellt.

Ehegatten sind zunächst keine gesetzliche Erben! Man kann aber auch mal goggln und aufrufen die Stichworte: BGB; Erben – eigentlich ist der Gesetzestext des Bürgerlichen Gesetzbuch gut zu verstehen,gibt zumindest eine grobe Linie vor.

S=ven^_33


Als direkter Erbe muss man selber tätig werden sollte man das Erbe unter Umständen nicht antreten wollen...... hier gibt es Fristen (6 Wochen ab bekannt werden der Erbschaft). Stirbt bespielsweise die Ehefrau, dann ist als erster der Ehemann Erbe und muss sich innerhalb von 6 Wochen gerechnet ab dem Todestag seine Frau beim Nachlassgericht melden und das Erbe ausschlagen, sonst tritt er automatisch das Erbe an. Die gleiche Frist gilt für alle Erben die danch kommen, allerdings nicht gerechnet ab dem Todestag sondern gerechnet ab dem Tag an dem Bekannt wurde das der Ehemann das Erbe ausgeschlagen hat.

Entschuldigt bitte wenn das von mir juristisch nicht ganz korrekt wiedergegeben wurde, möchte damit lediglich darauf hinweisen das es nicht so ist das man einfach auf Post vom Gericht warten muss und dann immer noch entscheiden kann...... die fristen laufen und es kann passieren das man ein Erbe stillschweigend antritt wenn man nicht selber tätig wird. Man kann sich später nicht darauf berufen man habe "gedacht" das Nachlassgericht würde sich schon melden.

Lg

S_ven_x33


siehste......... Erbe ist nicht automatisch der Ehemann, außer die gesetzlichen Erben sind bereits alle Tod.

Das Prinzip von dem ich sprach bleibt aber das selbe, man muss selber zum Nachlassgericht laufen innerhalb der 6 Wochenfrist um ein Erbe ggf. noch ausschlagen zu können. Tut man dies nicht wird man automatisch Erbe.

azug2x33


Mögliche Erbin! Die Stiftung Warentest hat unter dem Titel: Vererben und Erben – mit dem neuen Erbschaftssteuerrecht ein Buch heraus gebracht, das 14,90€ kostet und dies auch wert ist.

Ehegatten sind keine gesetzlichen Erben!!!!! Genau im Buch nachlesen, was den Ehegatten zusteht. Daher nicht einfach spekulieren, sondern entweder alle Fakten genau nennen – oder einen Notar befragen, der einem alles erklärt (das kostet Geld); oder mal ein Nachlassgericht aufsuchen und dort fragen – kann sein, man ist dort sehr freundlich und beantwortet alle Fragen. Wenn der Fall ansteht, würde ich dies auf jeden Fall tun!

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH