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Stirbt sie jetzt, brauchen wir einen Abschiedsbesuch?

SWveJn_x33


Ich finde man sollte den aktuellen Zustand nicht als Maßstab nehmen. Durch die ganzen Medis ist der Mensch nicht mehr der, der er einmal war.

Du hast Recht, man weiß jetzt nicht genau was sie möchte, deshalb kann auch jeder nur für sich selber entscheiden.... Sage nicht Du machst das und das nicht, weil Du "glaubst" sie möchte das nicht. Entweder Du weißt es oder Du tust es so, wie Du es Dir selber wünschen würdest. Deine Oma kennt Dich und egal was Du tust sie versteht es solange Dein Herz dabei ehrlich ist und rein..... Ich hoffe Du verstehst wie ich das meine.

PUfefCfermi|nzlxikör


Ich glaube, Du hast schon den Abschiedsbesuch bei der Oma gemacht. Dir war das so nicht bewußt. Aber wie Du ihr Verhalten beschreibst, wußte sie es bereits. Wenn Dir dieser Besuch als Abschied reicht, und Du sie lieber so in Erinnerung behalten möchtest, dann sollte das auch für Deine Familie reichen. Bei ihr sein kannst Du auch in Deinen Gedanken.

Anders wäre es, wenn die Oma Dich noch einmal sehen möchte. Dann würde ich mich an Deiner Stelle beeilen. Denn sterbende Menschen können oft nicht sterben, so lange sie noch auf jemanden warten. Das kann sehr qualvoll sein. Oder auch, wenn in Dir das Verlangen aufkommt, die Oma nochmal zu sehen. Da es sich aber um einen Abschied zwischen Euch beiden handelt, kannst Du auf Dein Gefühl vertrauen und musst nicht die Erwartung Deiner Mutter erfüllen.

Dem schließ ich mich an. Ich war vor knapp 3 Jahren in einer ähnlichen Situation und habe mich dann geweigert, das Krankenzimmer auch nur zu betreten. Mein Opa war nicht mehr wach und ich wollte (und konnte?) ihn nicht so sehen. Ich erinnere mich lieber an die Zeiten, als er noch nicht verschlaucht und verkabelt, blau gestochen und komatös auf der IMC lag. Das war kein Leben mehr, sondern ein reines Vegetieren, weil die Maschinen noch liefen.

Entscheide für dich, ob du sie nochmal sehen möchtest. Solang du das nicht möchtest, lieber den schönen Besuch in Erinnerung behalten möchtest und sie dich nicht nochmal sehen möchte (also nicht ausdrücklich den Wunsch äussert, dich noch einmal zu sehen) dann lass es. Hör auf dich, nicht auf andere. Weil letztendlich geht es um DEIN Seelenheil (blödes Wort, aber ich kanns nicht anders ausdrücken). Und DU wirst in Zukunft mit deiner Entscheidung leben müssen, nicht andere. Lass dich nicht drängen, das bringt nichts. :°_

Pxfeffeorminz"liköxr


btw. ich war auch nicht mehr im "Garten des Abschieds" oder wie das in dem Krankenhaus heißt. Selber wollte ich eh nicht, meine Eltern haben mich meiner geistigen Gesundheit zuliebe auch nicht mitgenommen (es sei denn ich hätte es ausdrücklich gewollt).

K-ozuqre7G7


Hi,

schwierige Situation... ich denke, wenn Du Dir die Frage jetzt stelltst, wirst Du sie Dir auch noch stellen, wenn Deine Oma gestorben ist – mit dem Unterschied, daß Du dann keine Antwort mehr bekommen kannst.

Ich würde hinfahren, wenn ich die Möglichkeit hätte...

Grüße,

MIikas;maxma


Ehrlich gesagt wäre ich auch hin und her gerissen. Für mich selbst würde ich in Deiner Situation entscheiden, nicht zu fahren, es sei denn sie wünscht es, dann fiele es mir zwar schwer, aber dann nicht zu fahren, brächte ich nicht über's Herz.

Als mein Vater starb und zum Schluss auf der ITS lag, hat er um unseren Besuch gebeten, sonst wollte er uns auf der ITS nicht sehen, auf der normalen Station ja.

Ich bin mit meiner Mutter dann hin und es war die Hölle für mich, dieses Bild ... 1000 Kabel und Monitore machten den Anblick dieses Häufchen Elends einfach nur noch schlimmer, als er ohnehin schon war. Ich habe quasi 3 Tage nicht geschlafen, bevor der Anruf aus dem Krankenhaus kam.

Als wir gefragt wurden, ob wir ihn nochmal sehen wollten, war ich die erste, die rein ist. Ich war so glücklich, es war so versöhnlich, ihn so friedlich dann da liegen zu sehen, als ob er schläft. Und dieses Bild ist nun zuerst in meinem Kopf, wenn ich heute an ihn denke.

:)* für Dich

f7ragnu<rso


Das ist eine schwere Entscheidung die Du Dir nur selber beantworten kannst.

Mache es am besten so wie Du geschrieben hast , Du fährst hin , wenn sie Dich nochmal sehen will.

Als mein Vater im Sterben lag und ich ihn so gesehen habe, das tat weh, sehr weh. Es ist ein Weg den jeder mal gehen muss, andere können da nur Beistand leisten. Wenn derjenige aber nichts mehr mitbekommt, kann es auch eine Qual sein das zu sehen.

Auf der anderen Seite denkt man auch, es gibt noch Worte die nicht gesagt worden sind . Aber gibt es die nicht immer? Mache Deinen Frieden mit Dir und der Situation, wenn sie noch klar bei Verstand ist und Dich sehen will fahr hin, wenn sie es nicht mehr mitbekommt musst Du nicht fahren, sie wird trotzdem in Frieden sterben können.

Ich wünsche Dir alles Gute.

STetze|n6


Ich habe mich entschieden:

Ich fahre (vorerst) nicht. Mein Gefühl sagt mir, dass ein Besuch zum jetzigen Zeitpunkt nicht richtig wäre und dieses Gefühl ist sehr eindeutig.

Allerdings habe ich beschlossen, dass wenn sie noch ein wenig "überlebt", ich Freitag nächster Woche nach meiner Prüfung über das Wochenende hinfahre, ganz in Ruhe, nicht gehetzt, vollkommen freiwillig.

Es mag merkwürdig anmuten, dass ich diesen Besuch nun von ihrer Durchhaltefähigkeit und meiner Prüfung abhängig mache, aber es ist für mich definitiv die richtige Entscheidung.

Vielleicht war das an Ostern unser Abschiedsbesuch. Wenn ja: Es war ein schöner Besuch.

Vielleicht sehen wir uns nächstes Wochenende und ich sitze ein wenig an ihrem Bett, sofern sie das möchte, dann ist das unser Abschiedsbesuch.

Egal wie es kommt: Es wird gut und richtig sein.

Alles andere erscheint mir falsch.

S{ven_733


Du hast Recht, es liest sich schrecklich egoistisch und das Du es schreibst ist ein Zeichen dafür, dass Du das auch weißt. Ich hoffe sehr für Dich, dass Dein Herz rein ist, damit Du mit dieser Entscheidung leben kannst falls Du Deine Oma jetzt nicht mehr sehen solltest. Du hättest das mit Deinem Fahrstress und Prüfung komplett weglassen sollen wenn es "tatsächlich" gar keine Rolle bei Deiner Entscheidungsfindung gespielt hat.

Sei mir nicht böse, man liest hier im Forum nur reinen Text, ohne persönliches Feedback. Ich kann daher nur hoffen das Du meinen Satz mit dem reinen Herzen richtig verstanden hast und wenn dem so ist, dann brauchst Du Dir absolut keine Gedanken und auch keine Vorwürfe machen weil Deine Oma das dann auch weiß!!!!!

SMunfloQwerZ_x73


@ Setzen6:

Ich finde, Deine Entscheidung mutet gar nicht komisch an. Sondern sehr nachvollziehbar – und von Deiner Seite aus sehr klar.

Du hast DEINEN Weg gefunden. Mit dem DU leben kannst, sonst würde es sich nicht so richtig anfühlen. Du hast für Dich klar, was es bedeutet: Entweder, es gibt ein Wiedersehen, unter ähnlichen Umständen wie der letzte Besuch (also mit Zeit, Zärtlichkeit, aufrichtigem Wunsch) – nur beeinflusst vom evtl. veränderten Zustand Deiner Oma.

Oder es wird kein Wiedersehen geben, weil Deine Oma es bis dahn nicht schafft. Aber auch das scheinst Du einkalkuliert zu haben – und es ist okay so, weil es für DICH richtig ist!

Ich wünsche Dir alles Gute – für die Prüfung und die Gesamtsituation!

sschnaxtterTguqsche


Setzen6

Deine Entscheidung ist egoistisch. In diesem Fall sage ich: Gut so! Denn es geht um Deine Oma und Dich (ego), und nicht darum, fremde Erwartungen zu erfüllen. Wer Deine Texte gelesen hat dürfte erkennen, dass Du mit der Oma im reinen bist. Da braucht es keinen Blitzbesuch, um schnell noch etwas zu klären. Sie hatte einige Wünsche geäußert und Du hast sie ihr erfüllt. Sie durfte sich daran erfreuen, dass Du Dich gefreut hast. Schöner kann doch ein Abschied kaum sein! Aus Deiner Sicht darf sie sterben. Das ist für sie wahrscheinlich das wichtigste. Dass Du diesen Prozess nicht behinderst und sie noch auf einen weiteren Besuch warten läßt, sehe ich als schönen letzten Liebesdienst, den Du Deiner Oma erweist. :)_

M,artiegncxhen


Ich hätte Deine Entscheidung besser verstanden, wenn Du für Dich gesagt hättest, Du fährst nicht, weil Du Deine Oma gerade erst gesehen hast und das Treffen für Dich als Abschiedstreffen genau das richtige war, Du sie vielleicht in ihrem derzeitigen Zustand nicht mehr sehen möchtest.

Mich wundert auch das hier:

Allerdings habe ich beschlossen, dass wenn sie noch ein wenig "überlebt", ich Freitag nächster Woche nach meiner Prüfung über das Wochenende hinfahre, ganz in Ruhe, nicht gehetzt, vollkommen freiwillig.

Das sehe ich genau wie Sven_33. Entweder Du willst sie nochmal sehen oder nicht. Beides ist völlig in Ordnung. Aber dass Du sie ERST sehen willst, wenn es Dir nicht mehr zu stressig ist, finde ich bedenklich. Versteh mich nicht falsch, ich finde nicht Deine Einstellung ansich bedenklich und mir persönlich ist es ohnehin egal, ob Du hinfährst oder nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass genau das für Dich der Knackpunkt ist, dass Du weißt, dass oben zitierte Entscheidung nicht aus egoistischen Gründen, die Dich schützen sollen ("ich will sie so nicht sehen"), sondern aus egoistischen Gründen, die auf Stressvermeidung zielen, getroffen wurde. Und ich könne mir vorstellen, dass Dich das vielleicht doch irgendwann belasten könnte. Ich persönlich könnte mit der Begründung wahrscheinlich nicht ewig umgehen. Wenn ich wüsste, ich bin zu Haus geblieben, weil mir die Fahrt zu lang ist oder die Prüfung wichtiger war, dann würde ich das von mir nicht gut finden.

S@etz;e4n6


In letzter Zeit ernte ich ziemlich viel Kritik in diesem Forum. Vielleicht sollte ich mir Gedanken über mein Verhalten machen? ":/

Jetzt hagelt es auch hier harsche Kritik, die natürlich berechtigt ist (ich habe ja um Rat gebeten!), aber doch zum Teil ganz schön heftig.

Muss ich mich rechtfertigen? Nur vor mir. Und vor mir kann ich die Entscheidung rechtfertigen, weil ich weiß, dass Oma es auch so wollen würde (und das ist keine dahergesagte Phrase!!)

Wieso soll ich uns einen Besuch zumuten, der mich physisch (nicht nur psychisch) an den Rand meiner Belastbarkeit bringt? Ist das gut für Oma?

Meine Oma wollte immer das Beste für uns. Gerade für mich. Warum sollte ich ihr und mir diesen Wunsch nicht erfüllen?

Und sie möchte nun alleine sein, das hat sie gestern erst wieder meiner Mutter unmissverständlich klar gemacht.

Wenn sich dies (ihr Unwille gegen alle) nicht legt, werde ich auch von einem Besuch nach der Prüfung absehen, weil ich ihren Wunsch respektiere.

Heute morgen habe ich mit dem Pflegeleitung telefoniert, weil die sich gerade unmöglich benehmen: Es ist ein sehr schickes Heim und sie wollen nicht dulden, dass meine Oma, wenn sie durch das Heim gefahren wird (was jetzt aber fast nicht mehr vorkommt) bitte eine schöne Hose und schicke Schuhe im Rollstuhl tragen solle. Man legt dort viel Wert darauf, dass man selbst im Alter schick ist. Oma passen aber aufgrund des Wassers in den Beinen nun ihre Schuhe nicht mehr, nur noch ihre Lammfellschlappen. Und sie trägt Jogginghosen, da der Bund von anderen Hosen an ihrem Bauch drückt.

Mir ist einfach nur noch eines wichtig: Dass man Oma in Ruhe lässt, sie in Ruhe sein lässt, ihr Ruhe gibt. Sie möchte es so. Und das ist das beste, was ich für sie tun kann und auch für mich.

Ruhe. Nur das.

SIven_D3x3


Vergiss bitte nicht, dass Dir hier Leute geschrieben haben die Deine Situation sehr gut kennen, weil sie sie bereits selber erlebt haben. Glaubst Du mir gingen nicht ähnliche Dinge durch den Kopf? Natürlich ist es schwer eine liebende Person im Zustand des sterbens zu sehen und natürlich möchte man am liebsten weglaufen.

Ich war dabei als meine Mutter ihrn letzten Atemzug getan hat ich dachte mir bleibt das Herz stehen und ich würde diesen Anblicke niemals wieder vergessen können. Ich werde diesen Augenblick auch nicht vergessen, aber wenn ich an meine Mutter denke sehe ich nicht diese sterbende Hülle ich sehe sie so, wie ich sie geliebt habe.

Ich habe gegenüber meiner Schwester auch versucht nach Ausreden zu suchen (mit ihr habe ich mich bei den Besuchen monate lang immer abgewechselt). Ich meinte ich könnte diesen Anblick, auch das gejammere nicht mehr ertragen ich habe wirklich schlimme Gedanken gehabt, für die ich mich heute noch schäme, aber verdammt nochmal, so war es, es war die härteste Zeit meines Lebens.

Ich habe mich auch dabei erwischt wie ich mir zurecht gelegt habe das meine Mutter dies und das auch gar nicht wollen würde und und und.......

Deshalb sagte ich bei Dir "handel so, wie es Dein Herz Dir sagt" Ist Dein Herz "rein" dann ist alles in Ordnung. Hegst Du selber Gedanken wie sie fremden dritte bekommen wenn sie Deinen Text lesen, dann fahr lieber hin.

Mache bitte nicht den Fehler dies alles als Kritik zu verstehen. Ich möchte Dir helfen mit den Erfahrungen die ich bereits sammel´n musste :°(

SDetzenM6


Sven, ich kenne die Situation des Abschiednehmens und ich kenne auch die Situation des Nicht-Abschiednehmen-Könnens. Ich habe beides erlebt.

Mein Herz ist rein in Bezug auf diese Sache.

S@venx_33


Mein Herz ist rein in Bezug auf diese Sache.

Dann ist es gut :)-

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