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Stirbt sie jetzt, brauchen wir einen Abschiedsbesuch?

SRetzUen6


Ja, ich glaube, dass meine Oma bei mir ist.

Ich hatte in den letzten Monaten wichtige berufliche Prüfungen. Jedes Mal, wenn ich an den Morgenden aufwachte, aufgeregt und erschöpft war, dachte ich: "Oma ist dabei" und irgendwie konnte ich so besser in die Prüfungen gehen.

Das klingt so makaber...aber irgendwie ist sie jetzt noch viel mehr bei mir als damals, als sie krank in ihrem Bett lag.

Sie sieht jetzt vielleicht wieder besser, hört wieder besser, nichts tut ihr weh. Und sie ist vor allem räumlich nicht mehr so weit weg, sondern immer da, wo ich bin. Egal ob Bayern oder Australien oder sonstwo. Oma ist jetzt immer dabei.

Ich wünsche dir, dass du deine Oma auch bei dir hast.

fOiammxa


Liebe Setzen6,

das hast Du wunderschön formuliert – und genau diese Gedanken und Gefühle sind mir gestern und heute auch gekommen!

Wie hast Du es eigentlich mit Erinnerungsstücken gehalten?

Ich befürchte irgendwie, dass Omas Wohnung von den Hinterbliebenen ziemlich flott ausgeräumt werden wird und damit nicht gerade zimperlich umgegangen wird. :°(

Das wird mir sehr sehr weh tun.....

Gut, ich werde bestimmt die Gelegenheit bekommen, mir Erinnerungsstücke herauszusuchen.

Aber ich würde mich momentan noch gar nicht in der Lage sehen, die Wohnung zu betreten.

Und ich kann schon alleine aus Platzmangel und weil ich ohnehin nicht mehr meine Wohnung total vollstopfen will, nur wenige Sachen auswählen. (Außerdem wäre es für die Psyche letztlich nicht "gesund", an allen Ecken und Enden Omas Sachen zu deponieren, finde ich).

Das Wissen darum, dass dann womöglich Vieles weggeworfen wird (darunter unzählige handgefertigte Stücke von meiner Oma), zerreisst mir aber das Herz..... :°(

Wie damit umgehen?

T{s|chWuliaxne


Wie hast Du es eigentlich mit Erinnerungsstücken gehalten?

Ich befürchte irgendwie, dass Omas Wohnung von den Hinterbliebenen ziemlich flott ausgeräumt werden wird und damit nicht gerade zimperlich umgegangen wird. :°(

Das wird mir sehr sehr weh tun.....

Gut, ich werde bestimmt die Gelegenheit bekommen, mir Erinnerungsstücke herauszusuchen.

Aber ich würde mich momentan noch gar nicht in der Lage sehen, die Wohnung zu betreten.

Und ich kann schon alleine aus Platzmangel und weil ich ohnehin nicht mehr meine Wohnung total vollstopfen will, nur wenige Sachen auswählen. (Außerdem wäre es für die Psyche letztlich nicht "gesund", an allen Ecken und Enden Omas Sachen zu deponieren, finde ich).

Das Wissen darum, dass dann womöglich Vieles weggeworfen wird (darunter unzählige handgefertigte Stücke von meiner Oma), zerreisst mir aber das Herz..... :°(

Entschuldigt, dass ich mich hier einmische, aber dazu ist mir gerade etwas eingefallen. Die Oma einer guten Freundin ist auch letztes Jahr gestorben, das Haus wurde dann ausgeräumt und ziemlich schnell verkauft. Meine Freundin ist vorher – ich glaube, als alles noch ziemlich "unberührt" war – mit ihrer Kamera ins Haus und hat alles ganz genau fotografiert, total nah rangezoomt. Das Klingelschild, die Zahnbürste im Becher auf dem Waschbecken, der Rosenkranz auf dem Nachttisch, die Jacke, die an der Garderobe hängt, die Kerze auf der Kommode... – und daraus ein ganzes Fotoalbum gemacht. Das war so schön, dass ich hätte heulen können, als ich es angeschaut habe. Da hat man so viele kleine Details gesehen, eigentlich unwichtig, die aber zum Alltag der Oma und BEI der Oma gehört haben. So was will ich ganz sicher auch machen, wenn es bei meinen Großeltern mal so weit ist. Nur als Tipp :)- !

fGiaxmma


Hallo liebe Tschuliane,

danke für die wunderschöne Idee..... und doch glaube ich, ich kann das nicht.... :°(

Dieses Fotoalbum ist sowieso in meinem Herzen und meinen Gedanken&Gefühlen....

Und überhaupt: wenn ich erst mal die Wohnung betrete, ist vermutlich sowieso schon einiges nicht mehr wie vorher.... Und ich realisiere womöglich erst dann die komplette Wahrheit – das allein "reicht" dann schon...

Ich glaube, ich hole mir "nur" die Erinnerungsstücke, und die leben dann hier bei mir weiter. Ein paar Sachen habe ich hier ohnehin schon, die Oma mir zu Lebzeiten gegeben hat, und sie begleiten mich im Alltag...

Ebenso koche ich z.B. oft ein typisches Essen von ihr.

Noch bevor sie gestorben war, hatte ich Kürbiskerne zum Vorziehen eingepflanzt, u.a. von ihren Kürbissen, die sie letztes Jahr noch angebaut hatte... Zu ihrem Tod ging die erste dieser Pflanzen auf, überholte dann alle anderen Pflanzen, die ich noch habe... Das hat soviel Symbolkraft, steht für LEBEN.

So wie auch sie immer am Leben hing – mir gibt nun all das Kraft, was mir das Gefühl gibt, dass sie weiterlebt.

Das mit den Fotos überlege ich mir noch – bzw. ich kann vorsichtshalber ja die Kamera mitnehmen.... momentan widerstrebt mir die Vorstellung.... vielleicht, weil Oma selber auch nicht gern fotografiert wurde (das gleiche gilt für mich...).

Wie auch immer – vielen Dank für den liebevollen Gedanken! @:)

fNia]mma


Ich habe die letzten Wochen zunehmend gemerkt, dass ich in Wirklichkeit überhaupt nicht realisiere, dass Oma gestorben ist. Drum hoffte ich auch sehr, dass ich drumherum komme, die Wohnung zu betreten...

Und nun aber ist es so weit. Meine Mama hat mich angerufen und gesagt, dass ich morgen die von mir gewünschten Sachen holen und evtl. noch ein paar weitere Dinge aussuchen soll. Meine Tante hat wohl schon so ziemlich ausgeräumt...

Das ist alles völlig normal und gehört ja auch dazu... aber dennoch: mir dreht's den Magen um beim Gedanken, die ausgeschlachtete Wohnung betreten zu müssen... :°(

Alles ist schon vorsortiert – und was die Angehörigen nicht nehmen, verhökert meine Tante bei einem Wohnungsflohmarkt (d.h. Fremde werden durch Omas Wohnung latschen und ihre Sachen durchsehen).

Notfalls würde auch meine Mama für mich meine Sachen holen – aber wir sind übereingekommen, dass ich da nun durch muss und auch das zur Verarbeitung gehört. Sie gab zu bedenken, dass eines Tages auch ich mal die Sachen der Eltern werde ausräumen müssen... :°( :°(

Ich denke, meine Oma würde auch wollen, dass ich mich der Situation nun stelle. Schon zu Lebzeiten musste man sich Geburtstagsgeschenke etc. bei ihr persönlich abholen – sich das nachtragen lassen, war kein guter Stil...

Ich hoffe, dass Oma morgen irgendwie "dabei" ist und mir das Gefühl gibt, dass schon alles seine Richtigkeit hat, so mies es sich auch anfühlen mag. %:|

A:ufc.n<ac/h.Narxnia


Fiamma, ich glaube es ist wirklich hilfreich, wenn man sich die Wohnung nochmal anschaut, gerade wenn sie gerade leergeräumt ist. Mein Opa ist letztes Jahr im Juli verstorben (Wahnsinn, das ist fast ein Jahr her, ich kann's kaum Glauben) und ich habe mit meinen Eltern und Tante und Onkel die Wohnung geräumt. Ich war von Anfang an dabei und bin bis zum Schluss geblieben und das hat mir irgendwie wirklich geholfen. Der Anfang fiel mir leicht, weil mein Opa noch lebte und eigentlich ins Pflegeheim gekommen wäre, aber er wollte dann einfach nicht mehr. Er lag im Krankenhaus, ist abgemagert, konnte seinen Stuhl nicht mehr halten und hat meine Mutter mehr als einmal um eine Pistole gebeten- er war völlig klar im Kopf. Der Tod war das, was er wollte und ich kann ihm nicht einmal böse sein. Er hat mir so viel gegeben und ich werde nie vergessen, wie er Sonntags morgens mit mir meinen Pferdekram gelernt hat, wie er bei Turnieren geholfen hat und wie toll er bei uns immer zu Weihnachten Haus und Garten geschmückt hat. ( Nach dem Tod meiner Oma vor 18 Jahren war er einige Jahre fast jedes Wochenende bei uns.)

Na ja, jedenfalls wurde das Aufräumen schwieriger, als er dann doch verstorben ist, aber trotzdem war es hilfreich und wichtig für mich, dass ich dabei war. Das war ein bisschen wie Trauerverarbeitung mit Gegenständen, vielleicht verstehst du, was ich meine. :-)

Puh, ich muss jetzt erstmal darüber nachdenken, dass sein Tod fast ein Jahr her ist... Klingt blöd, aber das kommt jetzt wirklich ueberraschend. %:|

Dir wünsche ich trotzdem viel Kraft für morgen! :)_

f.iamm"a


@ Auf.nach.Narnia

Danke Dir für Deinen lieben und ermutigenden Beitrag! @:)

Ich hätte auf keinen Fall durchgehend dabei sein können, allein weil meine Tante von Pietät und Respekt einfach eine andere Auffassung hat als ich – die ist da erheblich pragmatischer als ich...

Hinzu kommt, meine Oma hätte es zu Lebzeiten sicher nicht geduldet, dass man einfach in ihrem Zeug rumwühlt – und jetzt wird einfach alles "ausgemistet", sortiert, verschenkt, verkauft usw.

Bei meiner Oma war es so, dass der Tod für sie der allergrößte Graus war – das Leben war für sie das höchste Gut.... Einfach grausam, dass sie dann letztlich mit völlig klarem Geist ihren Sterbeprozess erleben musste. Wenige Stunden vor ihrem Tod sah ich an ihrem Gesicht noch, wie sie kämpfte.... :°(

Ja, ich "brauche" zur Trauerverarbeitung auch ein paar Gegenstände, da gehe ich mit Dir konform....

Danke Dir für Deine guten Wünsche!!

Für Deinen Opa: :)-

AUuf.na^ch..Narxnia


Hallo, Fiamma!

Wie geht es dir?

Das tut mir sehr leid, meine Uroma hatte auch bis zuletzt große Angst vor dem Sterben. Es ist schrecklich, wenn der Geist noch will, aber der Körper nicht mehr! Das zu begreifen muss unheimlich schwer sein. Andererseits ist es auch ein Geschenk noch bis ins Alter fit im Kopf zu sein. Das kann man drehen und wenden wie man möchte... :°_

Für meinen Opa war der Tod eine Erlösung, als ich es erfahren habe, musste ich sogar kurz lächeln, weil ich mich irgendwo auf makabere Art für ihn gefreut habe. Natürlich hätte ich mich mehr gefreut, wenn alles wieder gut geworden wäre, aber das war nun mal nicht möglich. Er hatte Schmerzen, wollte nicht mehr essen, konnte nichts mehr halten und darunter leidet die Würde sehr. Wenn schon sterben, dann doch bitte in Würde und schnell, denke ich.

Außerdem hat er jetzt meine Oma wieder und den Gedanken finde ich sehr schön- auch wenn ich normalerweise gar nicht religiös bin oder an Himmel und Hölle etc. glaube... :-)

Das Ausräumen ging bei uns auch sehr sachlich zu, ich glaube anders hätte ich es auch nicht verkraften können. Ich bin es eigentlich nicht gewohnt meine Familie weinen zu sehen.

Am schlimmsten hat es meine Tante getroffen, mein Onkel (also ihr Mann) starb drei Monate nach meinem Opa (ihrem Vater). Da ging es dann nicht mehr so sachlich zu.

fAi:ammxa


@ Auf.nach.Naria

Vielen lieben Dank der Nachfrage! @:)

Nun, es war wie ich vermutet hatte: der Trauerprozess war bei mir wochenlang irgendwie "stilligelegt" – und ich spürte genau, dass es das "nicht war". In der Tat: als ich die Wohnung betrat, brach ich erst mal in Tränen aus... Nun "musste" ich alles realisieren. Es war so furchtbar, all ihre Sachen ausgeräumt und sortiert zu sehen.... :°( :°( :°(

Habe dann den Kofferraum vollgeladen mit Dingen, die mir lieb sind....

Zuhause dann am selben Tag noch das meiste in die Hand genommen, angerichtet auf einem dafür vorgesehenen Erinnerungsplatz. Und bereut, dass ich nicht noch dies und das und jenes mitgenommen habe... (dabei macht's das auch nicht besser...).

Dabei dann geheult, geheult und geheult. Wahrscheinlich mehr als am Tag der Beerdigung.

Es war hart, aber wichtig und auch befreiend. Langfristig werden ihre Sachen mir tröstliche Begleiter sein. Einmal werde ich die Wohnung noch aufsuchen, ein letztes Mal. Nächstes Wochenende ist dann bereits der Wohnungsflohmarkt :°(

Was mir dabei zu schaffen macht: wenn Oma es noch "irgendwie mitkriegen" sollte, könnte es ihr "weh tun".

Ich verstehe Dich, dass Du für Deinen Opa letztlich auch froh warst, dass sein Wunsch nach Sterben in Erfüllung ging. Es für ihn so besser war als der Würde beraubt weiterzuleben. Wenn man sicher sein kann, dass der Tod also genau im Sinne des Verstorbenen ist, kann sich evtl. leichter das Gefühl einstellen, dass alles gut ist. Das fehlt hier leider völlig....

Du glaubst, Dein Opa hat Deine Oma wieder... glaubst Du auch, dass er in irgendeiner Weise noch unter Euch ist, spürst Du manchmal seine Nähe?

Ein Rest Ungewissheit bleibt halt immer, ob es nach dem Tod weitergeht, wie es den Verstorbenen dann "geht" und ob wir sie wirklich wiedersehen. Nahtodberichte usw. geben da ja immerhin ermutigende Hinweise....

Warum wird in Deiner Familie selbst bei einem Trauerfall nicht geweint? Würde das als "Schwäche" ausgelegt, weint man lieber im stillen Kämmerlein – oder aber gar nicht?

Doch, bei uns wurde v.a. in der akuten Trauerphase auch in Gegenwart von anderen geweint. Das hat sich für mich sehr tröstlich und verbindend angefühlt, und es war ein Teil der Verarbeitung.

A uf.naEch.N arnxia


Ach herrje, das klingt ja nicht so schön! :-( Andererseits befreit es einen auch irgendwo sich richtig auszuweinen.

Wie geht's dir heute?

Was die Sachen angeht, kannst du ja nochmal in dich gehen: das, woran du immer wieder denken musst, nimmst du dir vor den Flohmarkt noch mit und den Rest brauchst du einfach nicht. Es bringt ja nichts, wenn alles bei dir in der Wohnung steht und dich immer wieder 'erinnert'. Am besten ist es wohl einfach die Sachen mitzunehmen, die man mit etwas schönem verbindet. Ich habe aus der Wohnung meines Opas u.a. ein Max&Moritz-Buch mitgenommen, aus dem er mir früher immer vorgelesen hat. Das hat mir am meisten bedeutet. Und einen Ring durfte ich mitnehmen, den er früher nie abgelegt hat und den ich als kleines Kind schon toll fand. Ich denke irgendwann werde ich ihn auch noch gravieren lassen. :-)

Wichtig ist es nur, dass du deine Wohnung nicht vollstellst, das bringt dir nichts. An jeder Ecke Erinnerungsstücke zu haben tut auf Dauer einfach nicht gut, finde ich. Ich persönlich würde dir raten nur Sachen aufzubewahren, die du mit schönen Erlebnissen verbindest oder die du partout nicht an fremde abgeben würdest.

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Nein, an die Anwesenheit von Verstorbenen glaube ich nicht. Zumindest nicht auf der Erde. Als Kind dachte ich immer meine Oma schwebt irgendwo über den Wolken und passt auf mich auf. Jetzt denke ich eher, dass sie lieber im Himmel über der Karibik schwebt und sich am weißen Stränden und Palmen sattsieht. ;-D Ich weiß nicht, ich betrachte das immer mit einem gewissen Humor. Ich kann die Situation nicht ändern, ich kann keinen wieder lebendig machen. Warum dann mit Schlimmen Gedanken quälen? Ich glaube sowieso, wenn man nach dem Tod noch in irgendeiner Form existiert, ist das sicher ein angenehmes Dasein, kein schreckliches. Wir Verbliebenen auf der Erde weinen uns die Augen aus dem Kopf und die Verstorbenen sitzen irgendwo lachend und kopfschuettelnd auf ihren Wolken. :-) Warum sollte das Leben auf der Erde denn DAS ultimative Leben sein? Denke ich mirzumindest immer... :)_

Ich glaube daher auch nicht, dass Verstorbene böse wären, wenn man ihre Sachen weggibt. Wir versuchen in so einem Fall aber auch immer etwas gutes zu tun. Brauchbare Möbel geben wir zur Jugendhilfe, brauchbare Klamotten und Schuhe zum Roten Kreuz etc. So werden die Sachen weder einfach weggeworfen, noch 'bereichern' wir uns daran. Wobei ich es auch verstehen kann, wenn man die Sachen verkauft, eine Beerdigung kostet ja auch wahnsinnig viel Geld. (Mh, blöd von der Trauer zum Geld zu kommen, aber ein bisschen hängt das ja auch zusammen.)

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Warum es in unserer Familie eher kälter zugeht, kann ich dir nicht sagen. Das hat sich wohl einfach so eingeschlichen und ich bin damit aufgewachsen. Es fällt mir schwer vor anderen zu weinen und außer bei der Beerdigung meiner Uroma habe ich das auch schon lange nicht mehr getan.

Ich finde das auch nicht gut und ich werde versuchen meine Kinder irgendwann anders großwerden zu lassen, aber meine Eltern kann ich nicht mehr ändern. Mittlerweile würde es mich wohl auch ziemlich überfordern meine Mutter weinen zu sehen, obwohl ich erwachsen bin. ":/

ALuf.znach.NZarnia


Ach so: ich für mich weine schon und trauere, wie es bei meinen Eltern aussieht könnte ich dir gar nicht sagen. Ich mag da auch nicht nachfragen oder reden. Für sowas habe ich meine Tante, mit ihr kann man Super reden, sie fühlt auch eher mit. Als meine Uromi gestorben ist, musste ich sogar erstmal sie trösten. Einen Tag vorher habe ich noch gesagt, das meine Uroma sich sicher wieder berappelt und dann lag ich so daneben mit meiner Einschätzung...

Wie meine Eltern das halten weiß ich nicht genau, aber solange sie damit klarkommen ist es ja okay. Manchmal glaube ich aber, dass beide solche Geschichten eher verdrängen, als verarbeiten. :-/

fkizaJmTmxa


Danke Dir! @:)

Heute ging es mir schon etwas besser. Ich bin ein paar Stunden in der Natur draußen gewesen, das hilft mir immer sehr...

Zwischendurch weine ich zwar immer wieder mal ein wenig, aber es fühlt sich richtig an.

Zu den Sachen: ich verbinde sie alle miteinander mit etwas Schönem! :)z

Der momentan akute Schmerz ist einfach "nur" dem geschuldet, dass sie die unterdrückte Trauer hervorholen – aber ich bin mir sicher, mit der Zeit überwiegen die guten und dankbaren Erinnerungen.

Es sind halt insbesondere sehr viele von Oma liebevoll und aufwändig handgearbeitete Stücke dabei. Kreative Unikate, die es so nicht noch einmal gibt. Davon "musste" ich einfach möglichst viele retten, und dennoch ist das immer noch nur ein Bruchteil....

Ansonsten noch ein paar Kleinigkeiten, die mit besonderen Kindheitserinnerungen verbunden sind oder einfach sehr typisch sind...

Und Nützliches, wie z.B. "gutes" Geschirr und Besteck, das ich ohnehin super brauchen kann.

Alles etwas, das sich hier gut integriert, meine Wohnung nicht "überlädt", aber ihr ein klein wenig Touch von Oma gibt, sie auf diese Weise hier ein bißchen weiterleben lässt....

Oh, das mit dem Buch von Max und Moritz (hat mir als Kind auch immer soooo gut gefallen, ebenso die anderen Geschichten von Wilhelm Busch) und dem Ring klingt auch total lieb und verbindend, finde ich.

Den Ring würde ich nicht unbedingt gravieren, sondern wohl im Originalzustand belassen – ihm einen schönen Platz geben, an dem man ihn immer wieder sieht.

Nein, an die Anwesenheit von Verstorbenen glaube ich nicht.

Hmm, ich meine eigentlich schon, von meiner Oma das eine oder andere "Zeichen" erhalten zu haben – kann natürlich auch eine Art Einbildung sein wegen der Trauer – wer weiß das schon so genau...

Alles in allem werden die Verstorbenen aber wohl schon die "meiste Zeit" (soweit man von Zeit reden kann) ihrer jetzigen Mission folgen, wie immer diese aussieht.

Ich glaube sowieso, wenn man nach dem Tod noch in irgendeiner Form existiert, ist das sicher ein angenehmes Dasein, kein schreckliches. Wir Verbliebenen auf der Erde weinen uns die Augen aus dem Kopf und die Verstorbenen sitzen irgendwo lachend und kopfschuettelnd auf ihren Wolken. :-) Warum sollte das Leben auf der Erde denn DAS ultimative Leben sein? Denke ich mirzumindest immer... :)_

Ja, denk' ich mir eigentlich auch oft. ;-)

Ich glaube daher auch nicht, dass Verstorbene böse wären, wenn man ihre Sachen weggibt.

Hmm. Also zu Lebzeiten wäre es meiner Oma sicher nicht recht gewesen, dass einfach ihre Sachen durchwühlt und per Flohmarkt verhökert werden. Wenn es ihr nun also recht ist, heißt das zugleich, dass sie sich "verändert" hat – da fragt sich dann, wie weit geht diese Veränderung, ist sie überhaupt noch in irgendeiner Weise sie, so wie ich sie gekannt habe?

Also der Flohmarkt dient nicht vornehmlich dazu, Geld einzunehmen – was wirklich Wertvolles ist ja nicht dabei. Der Gedanke ist im Grunde genommen schon, dass die Sachen noch für jemand einen Nutzen haben sollen. Evtl. Einnahmen werden vermutlich für einen guten Zweck gespendet, ebenso übrig gebliebene Sachen.

Dass die Kosten für die Beerdigung nicht schrecken und alles aufwändig und würdig gestaltet wird, stand hier außer Frage.

Warum es in unserer Familie eher kälter zugeht, kann ich dir nicht sagen. Das hat sich wohl einfach so eingeschlichen und ich bin damit aufgewachsen. Es fällt mir schwer vor anderen zu weinen und außer bei der Beerdigung meiner Uroma habe ich das auch schon lange nicht mehr getan.

Selbstschutz? Vielleicht hat der eine oder andere Verletzungen in der Vergangenheit erlitten und möchte keine Schwächen zeigen... Das ist aber nur eine von mehreren möglichen Erklärungen.

Mittlerweile würde es mich wohl auch ziemlich überfordern meine Mutter weinen zu sehen, obwohl ich erwachsen bin.

Das finde ich aber schade. Und es hieße evtl., dass Du das "Muster" bereits übernommen hast.

ich für mich weine schon und trauere, wie es bei meinen Eltern aussieht könnte ich dir gar nicht sagen. Ich mag da auch nicht nachfragen oder reden.

Man spürt oft ja auch, ob das Gegenüber für das Thema aufgeschlossen ist. Ich würde allenfalls "kleine Brücken" bauen, mehr nicht.

Für sowas habe ich meine Tante, mit ihr kann man Super reden, sie fühlt auch eher mit.

Schöööön! Und es müssen ja auch nicht zwingend die eigenen Eltern sein, die einem emotional am nächsten stehen.

Aquf.5nach.Nfarnxia


War deine Oma eine Basteloma? ;-D Das stimmt, dann kann ich es verstehen, dass du so viel wie möglich 'retten' möchtest. Praktische Sachen haben wir auch einige behalten, z.B. Besteck. Mein Opa hat uralte Messer, die um Längen besser schneiden, als unsere, die recht neu sind.

Das klingt vielleicht doof, aber ich habe auch seinen Putzstein mitgenommen. Aber den benutze ich nicht, der ist zum angucken da. Es ist irgendwie ein tröstlicher Gedanke, wenn ich den Deckel abschraube und die Spuren sehe, die er darin hinterlassen hat. Klingt bestimmt total gaga, aber dieser doofe Putzstein symbolisiert in irgendeiner kranken Form sein Dasein. Nicht, dass er ein Putzteufel gewesen wäre, es geht mehr um die Spuren, die er mit dem Schwamm und den Fingern darin hinterlassen hat. Äh, ja, ich weiß nicht, ob das jetzt so rüberkommt, wie ich es meine... ":/

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Ob ich den Ring gravieren lasse, weiß ich auch noch nicht. Es gäbe einen Spruch, der passend wäre, aber der ist zu lang. Und bei allem anderen bin ich mir unsicher und solange man unsicher ist, sollte man es besser lassen, Denk ich mir.

Momentan ist der Ring im Schmuckkästchen, vielleicht trage ich ihn irgendwann mal. Passen würde er, glaube ich, und zu einer Frau passt er auch. Er hat einen schönen Rubin in der Mitte. Oder vielleicht an der Kette. Ich weiß nicht, einerseits habe ich Angst ihn zu verlieren, andererseits finde ich es schade, wenn er nur rumliegt.

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Das mit dem Flohmarkt war gar nicht so sehr auf euch bezogen. Da kenne ich die Hintergruende ja gar nicht. :-) Beerdigungen sind aber ja nun mal wahnsinnig teuer und einige bringen so das Geld auf. Bei uns ist es auch knapp geworden, für Opas Beerdigung und dem anschließenden Essen ist fast das komplette Erbe draufgegangen. Aber nicht jeder hinterlässt Geld...

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Der Gedanke dass jemand die Wohnung auflöst ist wohl immer schrecklich, aber was soll man mit dem Krempel, wenn man tot ist? Das letzte Hemd hat keine Taschen, sagt mein Vater immer. Ich würde das aber auch nicht mitkriegen wollen und es ist auch nicht schön die Wohnung aufzulösen, egal ob derjenige tot ist oder ins Pflegeheim muss. In diesem Falle hat es mir Zwar mit der Trauer geholfen, aber schlimm ist es trotzdem. Man sieht halt alles, was vorher gut verschlossen in Schubladen lag und auch private Unterlagen muss man durchgucken... Der Gedanke, dass mir das passieren könnte, stimmt mich auch nicht froh...

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Im Bezug auf meine Eltern habe ich das Muster schon übernommen, ja. Ich kann mit ihnen nicht über Gefühle sprechen. Ich fühle mich da auch nicht ernstgenommen, wenn ich es versuche, daher lasse ich das. Für sowas habe ich meine Tante- aber ich weiß jetzt schon, dass ich alles tun werde, damit Meine Kinder anders aufwachsen und da offener sein können. :-)

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Ich wünsche dir eine gute Nacht! @:)

fBiammxa


Ja, gebastelt und gewerkt hat sie viel. Aber keine "typischen Oma-Sachen" ;-D – würde ich Näheres dazu schreiben, dann würden Leute aus meinem Umfeld sie sofort identifzieren...

So, heute war ich nochmals dort. Ein scharfes Messer habe ich mir nun auch noch geholt, brauchte eh dringend eines... :-)

Nach dem Putzstein musste ich erst mal googeln, habe davon noch nie was gehört. Vielleicht wird der bevorzugt in bestimmten Regionen verwendet. Da fällt mir ein, meine Oma hat dafür früher immer haufenweise "ATA" (Scheuerpulver) verwendet für Dusche usw.

Das mit den Spuren kann ich sehr gut verstehen. Ich "sehe" die eben in den vielen handgefertigten Stücken.

Den Ring tragen finde ich super – Dein Opa hat ihn ja auch getragen!! Entweder an einem Finger, an dem er gut passt, oder eben an einer super-sicheren Kette. Ich trage jetzt auch seit Längerem ein Schmuckstück, das ich mal von Oma bekommen habe (ein ausgefallener Kettenanhänger, überhaupt nicht altbacken oder so).

Also heute war es nicht mehr so schlimm, die Wohnung zu betreten – ich bin da inzwischen etwas weiter gekommen bzgl. meiner Verarbeitung. Und jetzt hab' ich wirklich alles, was ich haben wollte, es passt – das werden mir liebe Erinnerungen und Begleiter sein.

Wohnung auflösen in dem Stil, wie Du es schreibst, inkl. Unterlagen durchsehen bzw. überhaupt jedes Einzelteil in die Hand zu bekommen – das ist schon nochmal ganz was anderes, stelle ich mir furchtbar schwer vor. Hoffentlich bleibt mir sowas noch sehr sehr lange erspart....

Im Bezug auf meine Eltern habe ich das Muster schon übernommen, ja. Ich kann mit ihnen nicht über Gefühle sprechen.

Du hast durch dadurch vielleicht auch viel deutlicher Deine emotionale Position finden können, indem Du exakt mit dem Gegenteil dessen konfrontiert worden bist. Mit diesem Bewusstsein hast Du es in der Tat in der Hand, es bei Deinen Kindern anders zu machen statt unbewusste Muster weiter walten zu lassen.

A%uf.1na?cZhJ.Naxrnia


Hehe, solange es nicht die QVC- Bastelsets sind. ;-D

Von diesen Putzsteinen kenne ich hier zwei Anbieter, ich weiß gar nicht, wie verbreitet der anderswo ist. Einer steht auf dem Wochenmarkt und zu dem anderen ist mein Opa immer hingefahren und hat uns einen Einer mitgebracht. Kostete glaube ich mal 60 Mark oder so. Lohnt sich aber. Na ja, und für seinen Singlehaushalt hatte mein Opa die kleine Version. Die Schärf-Spuren an manchen Messern finde ich aber genauso faszinierend. Kann ich schlecht beschreiben, aber man sagt ja immer, dass Verstorbene überall ihre Spuren hinterlassen und da kann man sie halt direkt sehen, auch wenn der Spruch eher auf die Spuren im Geiste abzielt. :-)

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Ich finde so ein vererbtes Schmuckstück ist was schönes. Mein Cousin hat Opas Auto bekommen, aber selbst wenn ich die Wahl gehabt hätte (hab noch keinen Führerschein, daher stellte sich die Frage nicht),hätte ich lieber den Ring gehabt. Auch wenn das Auto so viel Wert ist, dassich mir Dutzende Ringe hätte kaufen können...

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Als du das erste mal die Wohnung getreten hast, war der Schock wahrscheinlich auch Größer, weil du die Wohnung nur 'intakt' kanntest. Jetzt wusstest du, was dich erwartet und konntest dich darauf einstellen.

Ich hoffe meine Eltern lassen sich Zeit, denn das würde für mich wohl mehr als hart werden. Daran mag ich gar nicht denken. Obwohl mein Vater mir in Regelmäßigen Abständen klarmacht, wo ich überall innerhalb von 24 Stunden anrufen muss, damit ich finanziell abgesichert bin. %-|

@:)

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