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Hört der Schmerz irgendwann auf?

c7apo vxerde hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben,

ich muss nun leider ein bißchen ausholen.

Vor 5 1/2 Jahren ist mein Patenkind im Alter von 6 1/2 Jahren durch ein tragisches Unglück gestorben. :°(

Er lag noch eine Nacht im Krankenhaus und istam nächsten Tag gestorben.

Ich habe ihn,obwohl er es nicht mehr mitbekommen hat,im Krankenhaus besucht.

Es ist ja nun schon eine Weile her,aber es tut sooo weh,zu wissen das er nicht mehr zurückkommt.Ich konnte nicht mal auf seine Beerdigung gehen,da ich einen Tag nachdem er gestorben ist geheiratet habe,und wir danach direkt in den Urlaub geflogen sind.Habe aber diese Flitterwochen nicht geniesen können,weil ich ein total schlechtes Gewissen hatte,auf seinem letzten Weg nicht dabe zu sein.

Wir hätten aber dieseReise einen Tag vorher nicht mehr absagen können.Und ich hatte gehofft das es länger dauert bis die Ärzte die Apperate abstellen,aber er ist dann am nächsten Tag ja gestorben ohne das die Ärzte was gemacht haben

Vielleicht hätte ich ja da nochmal richtig Abschied nehmen können.

Und das schlimme im nachhinein ist auch noch,das keiner,die Eltern oder Oma und Opa von dem Kind,nach dem Grab schaut.

Da ich nicht gerade um die Ecke wohne,kann ich nicht jeden Tag (vorallem jetzt im Sommer)nach dem Grab schauen und es tut noch mehr weh,wenn man dann dorthin kommt und das Gefühl hat außer mir selbst fehlt der kleine niemandem.

Vielleicht sollte ich mal zum Psychologen?

Antworten
MHan_on43


Hallo,

das ist ja tragisch , dass zwei so aufwühlende Ereignisse auch noch von so konträrer Bedeutung an 2 Tagen hintereinander liegen...

Das Du damit große Schwierigkeiten hast, kann ich gut verstehen...

Ich denke man kann aber nicht automatisch sagen, dass der Kleine nicht vermisst wird, weil das Grab nicht gut gepflegt wird...

Vielleicht kommen die Eltern bis heute mit seinem Tod nicht klar...

Wenn Du Dich mit jemand neutralen einmal über dieses Thema aussprechen möchtest, ist sicher ein Psychologe eine gute Möglichkeit.

Alles Gute Dir :)_

cJapo pverxde


Hallo,

klar fällt das den Eltern und Großeltern schwer,aber man kann doch das Grab vom eigenen Kind nicht so verkommen lassen.

Da ich "nur" die Patentante war,hab ich nicht mal die Möglichkeit ihm einen Grabstein ans Grb machen zu lassen,das hat er auch noch nicht.Wenn man das nicht kann,dann muss ich doch soviel Geld haben,als Eltern,das man wenigstens eine Platte draufmachen lässt,oder einen Gärtner beauftragt.

Es hat in der zeit noch keiner,außer meiner Mutter und mir,geschafft nur mal einen Sack blumenerde auf das Grab zu tun.Und wenn mann das dann sieht,das reisst einem echt das Herz aus dem Leib.Ich kann nicht einfach nur mal zum trauern an dad Grab,was vielleicht helfen würde das ein bißchen zu verarbeiten,es artet immer in Arbeit aus.Und dann ist man so wütend auf die wirklich nahen Angehörigen,das man am Grab nicht zum trauern kommt.

WRinnuie20#04


Hallo,

ich kann verstehen, dass Dich der Anblick des Grabes traurig macht!!!

Aber vielleicht fällt es den Eltern wirklich schwer, dorthin zu gehen ??? Hast Du noch Kontakt? Frag doch mal nach ob Du was machen darfst. Man kann das Grab auch "nicht so pflegeintensiv" bepflanzen, z.B. mit Bodendeckern.

Liebe Grüsse

Winnie2004

J$ori


Hallo capo verde,

jeder Mensch trauert anders. Niemand darf darüber urteilen, wie ein anderer Mensch sich in seiner Trauer zu verhalten hat. Jeder, der trauert, versucht einfach nur, mit dem Schmerz fertig zu werden. Dabei ist dem einen ein Grab, das er hegen und pflegen kann, sehr wichtig. Der andere kann in seinem Schmerz nicht einen Fuß auf den Friedhof setzen. Beides und alles andere dazwischen ist legitim und darf nicht von anderen beurteilt werden. Auch wenn es aus Deiner Sicht noch so unverständlich ist.

Auch die Frage, ob Grabstein oder nicht, wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Ich kann für meinen Teil nur sagen, dass der Moment, wo der Grabstein mit dem Namen da liegt, noch einmal ein unglaublich schmerzhafter ist. Und vielleicht können die Eltern diesen Moment einfach noch nicht ertragen.

Hast Du Kontakt zu den Eltern? Eigentlich müsstest Du doch einen engen Kontakt haben, denn sie haben Dich ja als Paten ausgewählt. Sprich sie doch mal darauf an. Ansonsten bleibt Dir nur, das Grab bei Deinen Besuchen im Rahmen Deiner Möglichkeiten zu schmücken.

Und nein, der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen hört nie auf. Er verändert sich im Laufe der Zeit. Irgendwann wird er irgendwie erträglich. Aber aufhören tut er nie.

Liebe Grüße

HSo1pe_22010


Hallo capo verde,

meine Frage wäre auch, ob Du zu seinen Eltern noch Kontakt hast, dann könntet Ihr das mit der Grabpflege mal besprechen.

Das ist immer schwierig zu beurteilen, warum ein Grab so ungepflegt ist. Aber nicht jeder Mensch hat die gleiche Vorstellung von einem Grab oder sie ändert sich im Laufe der Zeit.

Mein Vater ist gestorben, da war ich 22. Anfangs bin ich täglich zu seinem Grab gegangen, über Monate. Ich brauchte das einfach, wollte ihm nah sein. Später dann kam der Winter, ich konnte unter der Woche nicht mehr hin, da um 17.00 der Friedhof geschlossen wurde und ich das wegen Arbeit nicht geschafft habe. Und es war gut so - für mich. Ich habe für mich gelernt, dass ich nicht an seinem Grab stehen muss, um ihm nahe zu sein. Wenn ich an ihn gedacht habe, war er mir genauso nah.

Was ich sagen will ist, dass seine Eltern vielleicht auch nicht das Grab als "Traueranlaufstelle" benötigen. Wobei ich dennoch finde und Dir da gefühlsmäßig recht gebe, dass ein Grab gepflegt werden sollte. Bei uns macht das meine Mutter und wenn sie es nicht tun würde, würde ich einen Gärtner beauftragen.

Auf dem Friedhof bei den Kindergräbern sind mir komischerweise aber mehrfach solche ungepflegten Gräber aufgefallen. Einmal saß ein Mann dort, sicher der Vater. Im Dreck vor dem Kindergrab und hat schrecklich geweint. Furchtbar.

Vielleicht zerreißt es auch die Eltern Deines Patenkindes, zu seinem Grab zu gehen. Jeder geht anders mit seiner Trauer um und nicht alles erscheint jedem verständlich oder nachvollziehbar.

Der Schmerz... ich denke, die Menschen, die man liebt und verliert, werden einem immer fehlen. Immer. Aber man lernt damit zu leben, es zu akzeptieren. Und dann kann man weiterleben - anders als vorher, aber dennoch auch glücklich.

Ich wünsche Dir viel Kraft. Und wenn Du mal mit jemandem reden möchtest, mit jemand Außenstehendem, wäre ein Psychologe vielleicht wirklich der richtige Ansprechpartner. :°_

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