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Geplanter Suizid nach aussichtsloser Diagnose

d@isxtFanxce 1 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich wende mich mal hier an euch, weil ich nicht weiss, wohin mit meiner Frage.

Zur Geschichte:

Mein Freund (44 Jahre) hat vor 3 Jahren die Diagnose Lympfdrüsenkrebs erhalten. Nach nunmehr ausgeschöpfter Chemotherapie (so an die 10 oder mehr Zyklen) nun seit gestern die Diagnose rezidiv. Nierentumor.

Die letzten 3 Jahren waren die reine Höllenfahrt. Nur knapp hat er die Chemo überlebt. Die daraus entstandenen weiteren Erkrankungen machen ihm das Leben nicht nur schwer, sondern auch nicht mehr erträglich.

Wasser in der Lunge, Niereninsuffizienz, Diabetis Mell. II, Taubheitsgefühl in Beinen und Füßen, schwere Lungenentzündung, Atmennotm Schmerzen im gesamten Körper, Migräneanfälle usw.

Seine Medikation erreicht mittlerweile die Höchstdosis sämtl. starken Medikamente. Wodurch er fast den ganzen Tag schläft – teils vor Erschöpfung – teils durch die starke Medikation. Er ist ein Mensch, der bis jetzt hart und gerne gearbeitet hat, ein lebenslustiger Mensch war und bis gestern voll von Hoffnung.

Wir haben schon zig Mal darüber gesprochen und er hat immer gesagt, dass er in keinem Fall einen weiteren Zyklus Chemo machen wird, da er sowieso bei einer rezidiven Diagnose keine Zukunft sieht. Was ich auch bestätigen kann. Ich sehe, wie er leidet, stark sein will und es so gut wie möglich zu überspielen versucht.

Jedoch hat ihn jetzt seine Hoffnung verlassen und seit gestern weiss ich, dass er daran denkt, dem Elend selbst ein Ende zu bereiten. Was ich auf eine Art auch nachvollziehen kann. Ich muss dazu sagen, dass ich 250 km entfernt wohne. Er lebt mit seiner Mutter in einem Haus und sie kümmert sich schon immer um ihn.

Nun führten wir gestern ein Gespräch, was mich sehr belastet. Er schilderte mir sein Vorhaben und dass er sich keiner weiteren Behandlung mehr unterziehen will. Es besteht fast keine Hoffnung für ihn und er will die Sache zu Ende bringen.

Er möchte aber, dass niemand, wenn er geht, traurig ist. Ob ich in der Lage bin, es danach seiner Mutter und seinen Freunden so zu vermitteln, wie er es gerne hätte. Dass er es nicht mehr ausgehalten hat und nun seinen Frieden gefunden hat. Ich sollte bitte nicht traurig sein, denn so wäre es das Beste.

Er hat zwar noch nicht die endgültige Entscheidung getroffen, doch alles läuft darauf hinaus.

Irgendwie warf er mir dann vor (ich habe am Telefon geweint), dass ich jetzt schon im Vorfeld traurig bin. Und genau das will er nicht. Er erwartet von allen Verständnis und vor allem keine Traurigkeit.

Das ist m.M. nach nicht möglich und ich bin derart mit dem Problem überfordert. Ich liebe ihn und eigentlich träumte ich immer von einer gemeinsamen Zukunft – irgendwann-.

Zwei Probleme, die ich nicht in der Lage bin zu lösen:

1. Ich will ihn nicht verlieren, eigentlich will ich, dass er wieder gesund wird.

2. Ich kann es nicht seiner Mutter und Freunden klarmachen, weil ich selbst leide.

Diese Verantwortung mir zu übertragen ist einfach zu viel für mich. Er hat aber nur mich und ich bin die einzige Person, die die Wahrheit kennt und mit der er darüber reden kann. Ein Umfeld weiss schon um seine Erkrankung, doch die Ernsthaftig- und Ausweglosigkeit kennen sie nicht.

Ich mußte das jetzt mal hier loswerden, weil ich mit niemanden sonst darüber reden kann und die Anonymität macht es mir leichter.

Mir würden einige eurer Meinungen weiterhelfen, den sich damit auseinander zu setzen hilft vllt.

Vielen Dank fürs Lesen.

Antworten
Wkolfgtanxg


Da hast du eine sehr schwere Aufgabe.

Es ist bei diesen Krebstherapien (und bei einigen anderen Therapien) durchaus die Frage, ob sie es wert sind, d.h., ob sie die Lebensqualität verbessern. Möglicherweise verlängern sie das Leben, doch auch das ist nicht unbedingt sicher. Ob dieses Leben lebenswert ist, das muss der Patient entscheiden, doch der weiss zu Beginn nicht genau, was auf ihn zukommt. Irgendwann lässt aber der Lebenwille nach und nun scheint dein Freund diesen Punkt erreicht zu haben. Er ist erwachsen. Er kann klar denken und daher hat er, meiner Meinung nach, das gute Recht, eine solche Entscheidung in seiner aussichtslosen Situation zu treffen. Ich habe meine Hochachtung vor diesen Menschen und vor dieser Entscheidung.

Trotzdem ist es natürlich unabhängig davon, wie die Angehörigen damit umgehen. Das muss ihm dann allerdings auch klar sein. Es geht hier um zwei verschiedenen Dinge: Da kannst Verständnis dafür haben, aber natürlich wirst du sehr traurig sein. Selbst wenn man sich im Kopf sagt, dass er von seinen Qualen und der Schinderei erlöst ist, wird man traurig sein, denn ein lieber Mensch wäre dann gegangen. Da kann er nicht verlangen, nicht traurig zu sein. Das geht nicht! Das Herz lässt sich sowas nicht befehlen!

So wie du es beschreibst, scheint es aber genau genommen eine Frage der Zeit zu sein. Niemand weiss genau, wie lange er noch ohne seinen Entschluss zu leben hätte – sicherlich geht es auch nur noch um kurze Zeit und so bleibt das eigentliche Problem, ob du in Kürze trauern wirst oder ein wenig später.

Ich wünsche dir, deinem Freund und seiner Familie ganz viel Kraft!

l]ifHetecxh


das tut mir sehr leid liebe distance. :°_

ich selber war noch nie in so einer situation, und von daher bin ich sicher einer der letzten der dir einen rat geben könnte.

versuche ihm so gut wie möglich zu helfen denn er verlangt dir eine kraft ab, die er nicht mehr hat.

er will einfach nicht mehr, und ich verstehe ihn.

manchmal ist eine gewissheit nicht mehr so qualvoll wie die hoffnung....und er hat allen grund sie nicht mehr zu haben....so hart es kling.

dir jetzt abzuverlangen das du nicht traurig bist, ist aber falsch und sag ihm das auch....denn nichts ist leidvoller als eine traurigkeit zu unterdrücken.

ach man...deine geschichte macht mich traurig. :°(

ich wünsche dir alle kraft dieser welt...und natürlich ihm. :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

C<orsxile


Habe dasselbe mit meiner Schwägerin erlebt. Brustkrebs und Amputaion einer Brust.

Danach Amputation der zweiten. Krebstherapien endlos. Neue Diagnose Lymphdrüsenkrebs

und Augenkrebs. Augenkrebs löste angeblich den Lyphmdrüsenkrebs aus. OP am Auge.

Auge sollte entfernt werden, das hat sie abgelehnt. Shcliesslich eine weitere Diagnose,

Lungenkrebs. Sie konnte über längere Zeit nur einen Löffel Suppe am Tag essen. Hätte

sie mehr zu sich genommen, musste sie sich übergeben. Der Magen hat dann schliesslich

auch seine Funktion aufgegeben. Immer wieder wurde Chemoterapie ect. von den Ärzten

vorgeschlagen. Teilweise hat sie dem zugestimmt, bis sie eines Tages sagte, jetzt möchte

ich nicht mehr. Hatte jeden Lebenswillen verloren, aber nie daran gedacht, ihrem Leben

ein Ende zu setzen. Sie hat gekämpft bis zur letzten Minute. Immer noch einen ganz kleinen

Funken an Hoffnung gehabt. Wir alle haben uns um sie bemüht. Immer versucht sie wieder

aufzubauen. Sie wusste aber, dass es zu Ende geht. 4 Wochen vor ihrem Tod gab sie

ihren Ehering an ihren Mann weiter mit der Bitte, er möge sie nie vergessen.

Kann gut nachvollziehen, welche Kraft man dazu braucht, wohlwissend darum, dass es

keine Rettung mehr gibt.Da wird übermenschliches verlangt, was man auch nur eine

zeitlang ertragen kann. Wir hatten dann eine Pflegerin in den letzten Tagen ihres

Lebens im Hause. Diese sagte zu uns. Gehen sie doch mal für eine Stunde spazieren, sie

brauchen diese kurze "Auszeit". Wir haben das gemacht. Als wir zurückkamen war meine

Schwägerin verstorben und das mit 48 Jahren.

d/ista{ncxe 1


Danke für eure Beiträge.

Das hilft mir schon mal enorm darüber schreiben zu können.

Und Wolfgang, du hast mir einen entscheidenden Satz geschrieben: Er braucht jetzt meine Kraft, die er nicht mehr hat. Das baut mich etwas auf, wenn es auch schmerzlich ist. Irgendwie fehlt mir eben der Zuspruch. Nicht mit jedem kann ich darüber reden. Eigentlich mit niemanden, denn ich habe eben mit einem Freund darüber gesprochen, der ratz-fatz gleich von seinem Problem mit seinen Eltern anfing und mein Thema war vom Tisch.

Ich habe nur Angst, dass mein Egoismus siegt und ich nicht mehr gerecht bin. Ich reagiere da naiv und will das eigentlich nicht wahrhaben, dass das Ende naht. Ich hatte so wenig Zeit mit ihm, eigentlich gar keine, denn seine Erkrankung und die Entfernung machten es kaum möglich. Er ist das, was ich immer gesucht habe. Nun habe ich es gefunden und muß es wieder hergeben.

Das klingt jetzt vllt. unerwachsen, aber es ist so. Ich habe eigentlich noch ein 3. Problem, ich will ihn nicht hergeben. Ich will ihn behalten und mit ihm noch Dinge erleben, die ich mir immer gewünscht habe. Ein Traum, ich weiss. Aber das sind meine Gefühle und Gedanken.

Und genau das macht mir Angst. Ich kann nichts dagegen tun und verfalle ab und an in diese Spirale. Mal akzeptiere ich es – mal will ich das alles nicht und will eigentlich nur mit ihm zusammensein.

Was die ganze Sache noch so problematisch macht ist, dass ich eben der einzige Mensch bin, der informiert ist. Seine Mutter weiss nur das Nötigste. Ist auch gut so, denn er will sie nicht damit belasten. Außerdem würde sie um alles in der Welt ihn davon abhalten wollen. Leider ist da auch eine gewisse Oberflächlichkeit im Spiel, wie von seinen Freunden auch. Sie erkennen den Ernst der Lage nicht und sehen nicht, wie er wirklich leidet. Denn er kann es gut verstecken und er kann Schmerzen ertragen. Hinzu kommt, dass er auch noch völlig normal aussieht, zugenommen hat, ja übergewichtig ist, doch das ist seine Diabetes.

"Ach, das wird schon wieder und laß den Kopf nicht hängen, so schlimm ist das doch nicht – alles wird gut usw........."

Diese oberflächlichen Floskeln kann und will man nicht hören. Doch sie begegnen einem immer wieder, auch von Menschen, die einem nahe stehen. Das tut zusätzl. weh.

Ich danke euch. :)*

R$lmmxp


Ich habe nur Angst, dass mein Egoismus siegt und ich nicht mehr gerecht bin.

Das ist der Entscheidende Satz wie ich finde. Habe im Zivi jmd. zum Selbstbestimmten Tod begleitet, wie Angehörigen wollten es am Anfang nicht verstehen und ihn davon abbringen, warum? Weil die Angehörigen nicht trauern wollten, lieber soll der andere leiden... aber wer das Leid mal verstanden hat, der trauert nicht mehr so stark und sieht es wirklich als Erlösung.

Kommt so ein selbstbestimmter Suizid wie in der Schweiz nicht für deinen Freund in Frage? Ist sicherlich der beste weg, wer weiß welche Idee er hat sich selber das Leben zu nehmen, zieht vielleicht noch andere mit rein...

KZxhe


Hallo Distance,

das ist eine wirklich sehr sehr schwierige Situation.

Gibt es gewichtige Gründe, die gegen die Information seiner Familie sprechen? Wenn er auch nicht über den geplanten Suizid reden möchte, so sollte er doch wenigstens seine Angehörigen über die Ernsthaftigkeit der Situation aufklären. Man hat an den Dingen, die man nicht mehr sagen konnte oft sehr lange zu arbeiten. Zudem würde es auch dir helfen, dich mit Menschen zu unterhalten, die ihn kennen bzw. kannten!!!

Du siehst es als deine Aufgabe ihm beizustehen, das ist sehr stark von dir! Aber Vertrauen und Beistand sind etwas, das man nicht nur tragen, sondern auch ertragen muss. Du solltest dir Hilfe suchen! Vielleicht bei einem Psychologen, (evangelischen) Pfarrer, Trauerbegleiter oder in einem Hospiz (vielleicht kann man dir da gute Anlaufstellen nennen).

Versuche, dir und deinem Freund klarzumachen, dass du (und auch die anderen) traurig bist und traurig sein wirst, lass dir das nicht vorwerfen, das ist wichtig! Sag ihm, dass es nichts mit Schuld zu tun hat und es dir hilft, traurig sein zu dürfen. Es gibt nichts, was er sagen oder tun kann, um daran etwas zu ändern. Er versucht nur, es sich damit leichter zu machen, das ist verständlich, aber vielleicht schafft er es ja noch zu dieser Erkenntnis. Gemeinsam zu trauern, kann ungemein helfen!

Bitte bleibe damit nicht allein!

Ich wünsche dir viel Kraft.

Wholfg)anxg


(Den Satz von der Kraft hat livetech geschrieben – aber egal, wenn er dir hilft!!)

Deine Sorgen und Bedenken haben weder mit Egoismus noch mit "unerwachsen sein" zu tun. Was soll daran egoistisch sein, wenn man davor Angst hat einen geliebten Menschen zu verlieren? Es ist in keiner Weise egoistisch, wenn man trauert, gleichgültig um was oder wen man trauert. Natürlich hängst du an einem geliebten Menschen und möchtest noch sehr viel länger mit ihm durchs Leben gehen. Aber du siehst selbst, dass es das Leben anders entschieden hat. Jedenfalls bist du (und natürlich auch dein Freund) in einer überaus schlechten Situation, in der die Begriffe "Egoismus" und "unerwachsen" nichts verloren haben. Du bist in einer Situation, für die es keine Regeln gibt. Nur wenige haben das schon erlebt und jeder, wirklich jeder wird es anders erleben. Da kann man weder Vorschriften machen noch seinen Gefühlen befehlen, doch gefällligst anders zu fühlen!!

Mögen dir diese Zeilen hier im Forum eine kleine Hilfe sein. Ein persönliches Gespräch ist vielleicht hilfreicher. Unabhängig davon ob du christlich gläubig bist oder nicht, rate ich dir zum Beispiel zu einem Gespräch bei der Telefonseelsorge. Die deutschlandweite kostenlose Nummer lautet

0800 111 0 111

oder

0800 111 0 222

Du wirst dort sicher ein offenes Ohr für deinen Kummer finden.

W@olf,gang


übrigens kann natürlich auch dein Freund bei der Telefonseelsorge anrufen, wenn er gerne mit unabhängigen Dritten sprechen möchte.

dristAancxe 1


Rlmmp

Das mit der Schweiz werde ich mal ansprechen, doch lebt und ist er so selbstbestimmt, dass er das sicherlich nicht in die Hände von anderen legen möchte. Er hat bereits die entsprechenden Medikamente, aufgrund seiner Medikation, zu Hause. Allerdings ist es schwierig für die Menschen, die ihn dann finden........ ich möchte das nicht sein. Also wird es seine Mutter treffen, dass allerdings finde ich beim Darübernachdenken unverantwortlich. Sie ist 75 Jahre alt und selbst sehr krank, zudem auch allein.

Krähe

Es seiner Mutter (als einzige Verwandte) mitzuteilen ist unmöglich. Sie ist selbst auf ihn angewiesen, weil sie ihren Alltag körperlich nicht mehr alleine stemmen kann. Einkaufen usw. ist nicht mehr möglich. Sie wohnt in einem Dorf, ohne Infrastruktur.

Seine "Freunde" sind eher eben mehr oder weniger "Skatkumpel". Natürlich gibt es den einen oder anderen, mit dem er ein engeres Vertrauensverhältnis pflegt, jedoch sind die nicht wirklich hilfreich und verständnisvoll. Wie ich oben schon erwähnt habe, sind Floskeln die Regel. Niemand von denen ist wirklich in der Lage den Ernst der Situation zu begreifen. Das liegt vermutl. auch daran, dass er sich seine schwere Erkrankung nicht anmerken läßt und immer als starker Mann rüberkommt.

Und ja, ich werde ihm versuchen zu vermitteln, dass er auch meine Trauer zulassen muß, denn alles andere wäre auch nicht machbar. Ich habe ein Recht auf Trauer. Danke.

Wolfgang

Es gibt in diesem Fall keine Regeln. Auch das hilft mir mit meiner unsicheren Art damit umzugehen. Alles ist möglich, weil es eben so speziell ist.

Und ja, hier zu schreiben hilft mir. @:)

Bezügl. der telefonischen Hilfsangebote: Ich arbeite selbst seit über 11 Jahren ehrenamtlich am Telefon. Jedoch merke ich, dass die Selbstbetroffenheit was ganz anderes ist.

Ich denke, dass ich noch etwas darüber nachdenken sollte. Es ist ja auch ganz frisch, oder eigentlich auch wieder nicht.

Ein persönliches Gespräch z.Bsp. mit jemanden aus einem Hospiz wäre da evtl. ein Weg.

Als ob das Leben nicht schon schwer genug ist, wird man doch immer wieder mit der Härte konfrontiert. Aber wem sag ich das, es gibt eben so viel Elend und Schmerz.

RJlmm6p


Er legt es ja nicht in andere Hände, den Akt der Selbsttötung muss immer noch er selber ausführen.

Gerade damit die Situation, wie, dass sonst seine Mutter ihn nicht so auffinden muss nicht auftritt, finde ich das eigentlich als den einzig machbaren weg.

Wuolfg+axng


Also wird es seine Mutter treffen, das allerdings finde ich beim Darübernachdenken unverantwortlich.

Naja, unverantwortlich ist nun wieder so ein Begriff, der hier einfach nicht passt. Wofür wollte er denn Verantwortung übernehmen? Sagen wir es doch mal nüchtern und kühl: Er merkt, dass eine Tage gezählt sind. Ob nun nächste Woche oder am Ende dieses Kalenderjahres, irgendwann wird ihn die Mutter finden, bzw. sie wird mit seinem Ableben konfrontiert werden. Dann hat sie keine Wahl: Sie muss den Rest ihres Lebens ohne die Hilfe des Sohnes auskommen. Wie das geschehen wird, ist ein anderes Thema.

R;lmm1p


Es ist doch schon ein Unterschied(für viele Leute), ob jmd. an einer Krankheit stirbt oder sich eine Woche davor das leben nimmt.

Deswegen ist das Selbstbestimmte Ableben auch noch ein starkes Tabuthema. Unter anderem ja auch, weil die katholische Kirche das wohl stark ablehnt und wohl schonmal deswegen die kirchliche Beerdigung verweigert hat.

Wenn ich nur dran denke, wie manche katholische Angehörige schon einen Aufstand bei der Beerdigung gemacht haben, weil die Person verbrannt wurde... anstatt zu trauern oder/und mitgefühl zu zeigen, das ist schrecklich!

W<olf%gaxng


Distance, hast eine PN

dWiEstanxce 1


Ich will mal ein kurzes Feedback geben:

Der Austausch hier hat mit heute wirklich extrem weitergeholfen und mich weiter auf den Weg gebracht.

Ich habe heute beschlossen mein Handy auszustellen. (Über Festnetz bin ich jedoch jederzeit erreichbar.)

Mein Freund hat zwar versucht mich über Handy zu erreichen, letztendlich hat mir seine SMS gezeigt, dass es nichts Wichtiges war. Eben nur so mal schönen Tag usw.

Ich habe mittlerweile aufgrund meines Outings hier begriffen, dass ich auch meine Grenzen aufzeigen und auch beherzigen muß. Das habe ich heute getan. Ich habe hier meine Probleme geschildert und Antworten erhalten.

Demzufolge habe ich mich erstmal abgegrenzt. Das war und ist nötig. Sonst kann ich die Situation nicht durchhalten.

Ich versuche ihm jeden Tag, aufgrund unserer Entfernung, eine kleine Freude zu machen (es sind Kleinigkeiten, die ich aus unseren Telefonaten heraushöre. Sei es eine Fachzeitschrift, Bücher usw.). Das gelingt mir eigentlich. Und er honoriert das auch.

Es gab Zeiten der Chemo, wo er stationär war, wo ich ich ihm jeden Tag geschrieben habe. Das ist auf solchen Stationen wohl nicht die Regel. Es sind mehr oder weniger die Stationen der Sterbenden. Da ist Post von außen eher selten.

Er hat es überlebt, damals. Und noch heute ist er durch seine tägl. Post von mir dort bekannt. Die Überbringerinnen haben sich immer sehr gefreut, wenn sie Post von außerhalb überbringen können. Spricht auch für die Station.......

Mir war es immer wichtig, ihm zu vermitteln, dass ich an ihn denke und bei ihm bin. Auch wenn ich ihn nicht besuchen konnte, es war aufgrund der Infektionsgefahr nicht möglich.

Ich könnte ein Buch über diese 3 Jahre schreiben.

Ich werde weiterhin für ihn da sein. Ich liebe ihn und mit all den Querschlägern werde ich fertig. Er ist es wert, er ist so stark und kämpft. Doch die Krankheit kennt kein Erbarmen. Verdammter Krebs.

Ich bin dankbar, dass ich hier schreiben darf.

@:) @:) @:) @:) @:)

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