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Geplanter Suizid nach aussichtsloser Diagnose

WZolwfgang


"Eigentlich" ist ein dummes Wort, denn es bedeutet immer genau das Gegenteil von dem was der Betreffende gerade sagt. Ich will mich eigentich von dir trennen bedeutet, dass ich mich genau nicht trennen will. Wenn irgend möglich sollte man dieses Wort ganz vermeiden, doch immer wenn man es hört, lohnt es sich genau hinzuhören und an das Gegenteil zu denken.

Loslassen, frei sein: Da möchte ich ein beeindruckendes Erlebnis aus meiner Indienreise erzählen. Es war in Varanassi, früher Benares genannt. Der heilige Fluss Ganges geht durch diese Stadt und dort werden Tag und Nacht Leichen verbrannt und die Asche der Verstorbenen im Fluss verstreut. Nichts soll an den Verstorbenen erinnern, damit er leichter ins Nirwana übergehen kann. Grosse Scheiterhaufen aus Holz werden ununterbrochen aufgeschichtet. Die Leiche wird darauf gelegt und ein naher Angehöriger, Sohn, Tochter, Ehepartner muss den Scheiterhaufen entzünden. Auch Touristen können das problemlos beobachten. Es fällt auf, dass dies in völliger Ruhe geschieht – kein Klagen, kein Jammern, kein Weinen. Das muss streng vermieden werden, denn wenn der Angehörige weint, dann kann die Seele des Verstorbenen nicht loslassen und nicht ins Nirwana übergehen.

Ich bin traurig und verstehe ihn nicht mehr. Ich weiß, was er damit bezweckt, aber sollte er nicht auch meine Einstellung dazu verstehen?

Ich gebe ihn nicht auf. Nie.

Aber Distance, so wie du schreibst, lese ich heraus, dass du ihn sehr wohl verstehst. Ihr beide seid euch nahe gekommen während der Zeit eures Kennens und du kannst sicher sein, dass auch er dich versteht. Ein wenig Hartnäckigkeit ist nun schon von dir gefragt. Zeige ihm weiter deine Zuneigung. Zeige ihm, dass du ihn nicht aufgibst! Lasse dich nicht so einfach abschieben. Er braucht es. Er braucht dich mehr als du ihn! Aber zeige ihm auch, dass du immer verstehen wirst, was er tut! Gleichgültig was er tut!

djistUance a1


Hallo Wolfgang,

deine Geschichte ist sehr beeindruckend, vor allem für mich als Europäerin. Zu gerne hätte ich auch mal solch eine beeindruckende Reise gemacht.

Deine Beschreibung beeindruckt mich sehr. Doch hängt es auch nicht immer von dem jeweiligen Glauben ab?! Du beschreibst die Stärke der Trauernden. Dazu wäre ich nie in der Lage. Es gibt Kulturen, dort wird der Tod gefeiert. Für mich ein nichtvorstellbares Prozedere.

Ja, ich halte an ihm fest. Doch wenn ich ehrlich bin, hat mich seine Äußerung, sich von mir zu trennen, sehr verletzt.

Und jetzt kommt wieder meine Angst, ungerrecht zu sein, zum Vorschein. Das ist genau das, was ich befürchtet habe.

Bleibe ich fair, auch wenn er sich trennen will? Nein, ich bin egoistisch und will ihn. Doch ist das gerechtfertigt? Sollte ich mich nicht doch trennen?

Ich weiss nicht, was er will. Er sagt, er liebt mich und wenn man liebt, muß man auch loslassen können. Er will, dass ich das Leben genieße und nicht mit einem Pflegefall verbinge.

Ach, wieso ist immer alles so schwierig?

@:)

Wdolfgaxng


Doch hängt es auch nicht immer von dem jeweiligen Glauben ab?!

Ja natürlich! Ich will hier keineswegs für den Buddhismus werben, auch nicht für irgendeine andere Religion. Wer an Gott glaubt, dem kann er in Situationen wie deiner ein grosse Hilfe sein und dann finde ich es auch in Ordnung, wenn man betet. Ich selbst glaube nicht an irgendeinen Gott, doch das spielt hier wirklich keine Rolle. Ich wollte dies hier aber doch als Beispiel erwähnen, für das "Loslassen können". und auch als Beispiel ganz einfach dafür, wie andere Kulturen damit umgehen.

hat mich seine Äußerung, sich von mir zu trennen, sehr verletzt.

Naja, ein bisschen musst du schon über der Angelegenheit stehen. Warum verletzt es dich? Was trifft es in dir, dass er dich verletzt? Wahrscheinlich möchtest du gerne gebraucht werden und nun stösst er dich zurück. Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn man gebraucht wird und in diesem Moment gönnt er dir dies nicht. Trotzdem bringt es weder dich noch ihn weiter, wenn du verletzt bist (und in der Ecke schmollst – was du sicher nicht machen wirst. ) Nein, ich bleibe dabei: Egoismus ist in diesen Zeiten und unter diesen Voraussetzungen unwichtig. Dein Leben geniessen kannst du auch mit ihm als Pflegefall – und auch wenn es sehr traurig ist, schreibe ich es nun: So wie es sich aus deinem Eingangspost liest, wird er nicht lange ein Pflegefall bleiben...

d$isMtanceZ x1


:°(

Ich weiß es, aber es tut so weh.

bUmeAd


Hallo,

mich hat die ganze Geschichte sehr sehr bewegt.

So wie es sich aus deinem Eingangspost liest, wird er nicht lange ein Pflegefall bleiben...

hmm, zwischen endlosen Therapien und "Suizid" müsste es doch einen dritten weg geben.

Wenn man ehrlich ist, ist das Ende absehbar ... sorry für diese harten Worte, aber ob es jetzt die x-te Chemo ist, oder einer von den Krebsen ... ist doch letztlich egal.

Wichtig für mich wäre eine einigermaßen schmerzfreie "angenehme" Zeit, bis zum entgültigen Ende ... ich weiß nicht, ob man so denken darf, ich tu es jedenfalls.

Wie wäre es mit noch ein paar Tagen, Wochen, Monaten und vielleicht Schmerzmitteln und ein paar anderen "Helferlein", damit man noch eine schöne Zeit haben kann, sich verabschieden, und dann ganz "normal" und ruhig aus dem Leben scheiden.

Es ist sicherlich eine nicht einfache Zeit, einen Sterbenden auf diesem absehbaren Wege zu begleiten.

Aber für mich klingt es wesentlich erwachsener, sich auf das Ende vorzubereiten (es kommt sowieso), als noch auf irgendwelche Wunder oder Wolkenkukuksheime zu hoffen ...

Es ist so klar, so absehbar wie bei einer Verkehrsampel ... nach Grün kommt Gelb ... und dass danach wieder Grün kommt ist ausgeschlossen ... manchmal geht die Ampel aus (vielleicht Nachtbetrieb ... eine neue Chance) ... aber fast immer (IMMER!!!!) kommt irgendwann Rot ... spätestens nach 5 Sekunden ... ... ...

Und wer nicht nah genug dran ist, oder keine Kraft mehr für Vollgas hat ... der kann schon mal "auslaufen lassen" ... ist wesentlich stressfreier als eine Vollbremsung ... (von der man vorher wusste, dass sie kommt ...)

Ich wünsche Dir Kraft, mit der Situation umzugehen ... aktive Sterbebegleitung ist nicht einfach ... aber auch auf mich wird so etwas früher oder später zukommen ... @:) *:)

lg.

d\is^tanvcxe 1


Danke bmed,

Wie wäre es mit noch ein paar Tagen, Wochen, Monaten und vielleicht Schmerzmitteln und ein paar anderen "Helferlein", damit man noch eine schöne Zeit haben kann, sich verabschieden, und dann ganz "normal" und ruhig aus dem Leben scheiden.

Das ist ein Weg und ich muß nur noch den richtigen Zeitpunkt abwarten, bis ich mit ihm darüber sprechen kann. So ähnliche Perspektiven hat er auch. Allerdings träumt er nochmals eine Weltreise zu machen, was aber aufgrund seines momentanen Zustandes nicht möglich ist. Außerdem muß er sich jetzt laufend irgendwelchen zusätzlichen Diagnosen unterziehen. Die müssen sein, wir/er kann dann erst eine Entscheidung treffen.

Doch ist er auch sehr sprunghaft. Gestern sprach er über die Ernährungsumstellung aufgrund seiner Diabetes. Ich habe ihm entsprechende Literatur geschickt. Das sind alles Äußerungen, die seine Zukunft betreffen. Im nächsten Moment spricht er wieder von seinem Ende. Mal will er sich von mir trennen, dann spricht er von unserer gemeinsamen Zeit, die wir irgendwann habe werdennnn?!

Ich will da auch sehr sensibel sein und ihn nicht unbedingt immer DAMIT konfrontieren. Wenn er mal einige Zeit nicht davon spricht und sich mit der Zuknft beschäftigt, lasse ich es auch gut sein und versorge ihn weiterhin mit Material, um das er sein Hobby ausleben kann.

Danke für dein Interesse. *:)

bXmed


Hallo,

manno, Du bist ja die Loyalität in Person ... sowas wünscht man sich :-D

hmmm ...

Ich will da auch sehr sensibel sein ...

sorry, dass ich das so platt sage ... das scheint ein "Feature" von Dir zu sein.

WOLLEN!!!

Du kannst jetzt alle seine Flausen mitmachen, weil er ja sowieso todkrankt ist, oder man setzt mal einen Punkt.

Was sollen noch tausend Diagnosen, wenn man sowieso über das Ende nachdenkt ... wozu noch eine Ernährungsumstellung, wenn man eher mit Schmerzmittelchen noch eine schöne Zeit haben könnte. ???

Kleiner Scherz am Rande: Mit genügend Geld ist immer eine Weltreise möglich, egal wie krank man ist ... (ok, sorry, ist mir so rausgerutscht ... lasse es aber stehen ...)

Wenn eine Weltreise nicht möglich ist, kauf einen supergroßen Fernseher und massenweise Reise-DVDs ... zieht Euch die Karibik, Südamerika, Neuseeland, Australien oder irgendeine Wüste rein ... das kosten einen Bruchteil der Weltreise ... *:) @:)

Ich kenne euer Verhältnis nicht näher, aber normalerweise ist der "Sprunghafte" ganz dankbar, wenn ein paar vernünftige, zurechtegestutzte Vorschläge kommen (ein wenig sabotieren kann man die immer noch ;-D )

Macht Euch noch eine schöne Zeit, aber nur Zurückstecken, ihmzuliebe bringt es auch nichts. Aus meiner Sicht ist das schlimmste, was man machen kann, "Kuschen oder nach dem Mund reden, wegen der Krankheit". :-/

Für mich wäre es ein sehr großes Kompliment, wenn man mich einfach normal behandelt, egal, wie krank ich bin, ob ich morgen oder nächste Woche sterbe ... bloß nichts mirzuliebe oder wg. der Krankheit, was nicht unbedingt notwendig ist .... :)^ :-)

d|ista7nc:e 1


Ja bmed,

was du schreibst, hat schon was. Doch ist es für uns "Nichtkranke" nicht so nachvollziehbar, was da in einem Kranken so abläuft.

Diese Sprunghaftigkeit ist für mich nachvollziehbar, weil eben immer diese Hoffnung noch da ist. Hoffnung auf Gesundung. So interpretiere ich es mal.

Ich versuche ihm jeden realisierbaren Wunsch zu erfüllen. Dafür ist er auch dankbar. Doch ich denke, dass er sich zurzeit in einem Zustand befindet, der nicht einzuordnen ist. Krankheit ist Fakt – Zukunft ist offen – Was ist die Persektive?

Am kommenden Donnerstag wird er schlauer sein. Da finden noch einige Untersuchungen statt. Danach bleibt noch das Abwarten der Auswertung.

Wir gehen davon aus, dass er eine vernichtende Diagnose bekommt. Er kennt seinen Körper und weiss, dass seine Nieren nicht mehr funktionieren.

Nach all den Untersuchungen wird dann irgendwann die endgültige Diagnose feststehen. Dann wird die Entscheidung seinerseits fallen.

Ich glaube, dass wir, als Nichtbetroffene, uns nicht in solche Situationen hineinversetzen können.

Ich werde weiter berichten.

P@on gxo


Liebe distance,

was ich lese, bewegt mich sehr, und ich habe Hochachtung vor diesem Menschen, auch Hochachtung vor der Kraft, die er hat, auch dem Ende seines Lebens entgegenzusehen, ich habe ebenso vor Dir Hochachtung, und es erfordert eine fast unmenschliche Kraft, das alles mit erhobenem Haupt und Stärke zu überstehen.

Du mußt versuchen, liebe distance, Deine Stärke für ihn aufrecht zu erhalten. Auch wenn er sagt, er will, dass Du glücklich bist, eigentlich möchte er doch von Dir hören, dass Du, so wie Du es ja auch machst, zu ihm stehst, bis zum bitteren Ende.

Hast Du die Möglichkeit, im Moment dauernd bei ihm zu sein, weil Du geschrieben hast, ihr wohnt 250km auseinander? Versuche jetzt, ihn nicht alleine zu lassen, seine Mutter bist nicht Du. Du bist die Einzige, die wirklich über ihn bEscheid weiß. Du wirst sehen, auch wenn dass eine ganz harte Zeit für Dich wird, weil Du es fast nicht ertragen kannst, ihn gehen zu lassen und bei ihm zu sein in dieser Zeit, so wirst Du später sehr glücklich darüber sein, dass Du ihn diesen Weg nicht hast alleine gehen lassen und Du ihn begleitet hast auf diesem schweren Weg! Das ist absolut GROß von Dir!!!

Liebe distance, ich wünsche Dir viel viel Kraft!!! Du wirst noch stärker dadraus hervorgehen!!!!!!!!!!!!

Pongo :°_ :)* :)*

dJiDstanxce 1


Danke Pongo. @:)

Zurzeit will er nicht, dass ich bei ihm bin. Er braucht die Zeit für sich und ich habe bei meinem letzten Besuch gespürt, wie er sich zusammengerissen hat, um es mir recht zu machen. Das will ich nicht.

Er ist so stark und dosiert so hoch, dass man ihm kaum was anmerkt.

Ich bin in Standby-Stellung, um sofort zu ihm zu fahren, wenn er es möchte.

Ich kann es auch nachvollziehen, wenn er jetzt niemanden um sich herum ertragen kann.

Ja, woher nehme ich meine Kraft, das auszuhalten? Ich glaube das liegt daran, dass ich sehr gut verdrängen kann. Und/oder ich es noch nicht wirklich realisiert habe......... ich weiß es einfach nicht. Manchmal bin ich mir selbst unheimlich und verstehe nicht, wieso ich nicht heulend im Bett bleibe.

Aber heute scheint hier die Sonne und ich werde mich mal wieder ablenken.

Danke. @:)

EUmilixeA


Ersteinmal meine Hochachtung vor dir/ euch!

Und jetzt kommt wieder meine Angst, ungerrecht zu sein, zum Vorschein. Das ist genau das, was ich befürchtet habe.

Wieso ungerecht? Du darfst verletzt sein, wenn du das Gefühl hast, dass er dich wegstößt. Auch wenn du nachdenkst und dann verstehst, warum er so handelt. Das Verstehen ist noch lange kein Grund, dass du nicht dennoch fühlen darfst.

Ebenso mit seinem Suizid. Nur weil du teilweise verstehen kannst, warum er es tun will, heißt das noch lange nicht, dass du nicht trauern darfst. Denn du verlierst ihn dadurch – das darf dich treffen!

Dennoch: Ich weiß nicht, ob dir das möglich ist, aber nimm seine Offenheit als Anlass, dich entsprechend zu verabschieden. Du hast die Möglichkeit, dich so zu verhalten, dass dir im Nachhinein nichts leidtun muss. Es hört sich wahrscheinlich total widersinnig und vielleicht auch taktlos an, aber was dir jetzt als nicht ertragbar vorkommt, ist eine Chance, die nicht viele haben. Ob du sie jetzt annehmen kannst, liegt bei dir – der Schmerz kommt so oder so.

Wenn es soweit ist, wirst du natürlich traurig sein und dir sogar Vorwürfe machen, was du nicht noch alles hättest tun können – ganz egal, ob er das "erlaubt" oder nicht, es ist unumgänglich.

Er will, dass ich das Leben genieße und nicht mit einem Pflegefall verbinge.

Das ist sehr nobel von ihm. Aber vielleicht ist auch ein Grund, dass er sich von dir lossagen will, weil es ihm erleichtert, zu gehen. Einerseits denkt er, wenn du ihn quasi jetzt schon verlierst, wird dich sein Tot weniger treffen. Andererseits aber kommt ihm so sein Plan vielleicht leichter durchführbar vor…

Doch ist er auch sehr sprunghaft.

Das muss für dich eine reine Achterbahnfahrt sein. Natürlich erwachen bei dir sofort Hoffnungen, wenn er etwas erzählt, das mit der Zukunft zu tun hat. Die Frage ist nur, inwieweit er selbst noch wirkliche Hoffnung hat. Was denkst du? War der Suizid ein Gedankenspiel, eine Möglichkeit, oder schon eine wirkliche Option für ihn?

Noch etwas zu deinem Eingangspost: Wenn du dich nicht in der Lage siehst, seine Verwandten und Freunde über seine Beweggründe zu unterrichten – ist es ihm möglich, einen Abschiedsbrief zu schreiben? Will/ kann er das?

Hoffentlich wirken meine Worte nicht zu nüchtern auf dich. Ich will dich nicht verletzen. Aber das ist eine harte Geschichte und die muss man erstmal irgendwie verarbeiten.

d;istaLn ceK 1


EmilieA

nein, du verletzt mich nicht. Darüber zu schreiben hilft mir ja und da sind mir alle unterschiedl. Meinungen dazu willkommen. Nur so kann ich damit umgehen.

Er hat schon bei den zurückliegenden Nachsorgeuntersuchungen immer wieder Tiefschläge einstecken müssen und so hat er schon lange Zeit den Gedanken, dem Elend ein Ende zu machen, wenn es dann soweit ist. Also er denkt schon länger darüber nach.

Seine Sprunghaftigkeit führe ich auf die immernoch vorhandene Hoffnung zurück. Was ich nachvollziehen kann. Doch glaube ich auch, dass er mir gegenüber nicht ganz offen ist.

Ob er einen Abschiedsbrief schreibt, denke ich eher nicht. Das ist nicht seine Art.

Bei meinem nächsten Besuch werde ich aber all das ansprechen, denn auch ich brauche einen roten Faden durch das ganze Hin und Her.

Achterbahnfahrt ist die korrekte Bezeichnung für meinen Zustand. Vormittags Gespräch über Suizid, abends dann unsere Zukunft planen......

Aber ich kann ganz gut damit umgehen und stelle mich immer kurzfristig auf seinen Zustand ein.

Und du hast natürlich recht damit, was seinen Trennungswunsch angeblangt. Er wäre ohne mich freier, braucht mich aber doch, um gewisse Angelegenheit zu regeln, vor allem muß ich mich dann um seine Mutter kümmern.

Und: Unsere Gespräche !!!!!!! Denn ich bin eben die Einzige, die über sein Vorhaben informiert ist.

Dennoch: Ich weiß nicht, ob dir das möglich ist, aber nimm seine Offenheit als Anlass, dich entsprechend zu verabschieden. Du hast die Möglichkeit, dich so zu verhalten, dass dir im Nachhinein nichts leidtun muss. Es hört sich wahrscheinlich total widersinnig und vielleicht auch taktlos an, aber was dir jetzt als nicht ertragbar vorkommt, ist eine Chance, die nicht viele haben. Ob du sie jetzt annehmen kannst, liegt bei dir – der Schmerz kommt so oder so.

Ja, der Schmerz kommt sowieso. Aber auch ich hoffe weiterhin, dass vllt. doch ein Wunder geschieht (träum) Allein das läßt mich den Alltag aushalten.

@:)

bYmeyd


Hallo,

ich denke, Du machst das schon richtig, aber wegschicken oder beruhigen würde ich mich von ihm nicht lassen.

Ich glaube, dass wir, als Nichtbetroffene, uns nicht in solche Situationen hineinversetzen können.

hmmm, manchmal denke ich, dass ich ganz gut verstehen kann, was da in einem "Todkranken" abläuft.

Ich habe es erlebt, dass jemand nach außen hin die Hoffnung miemt, auf gute Ergebnisse wartet, aber innerlich ganz genau weiß, dass und wann es zuende geht.

Leider fühlen sich die Kranken dazu verpflichtet und ermutigt, so eine Show abzuziehen.

Was würde die Familie sagen, wenn da einer sagt: "Hey, ich bin todkrank, alles kaputt, es dauert noch so 6 - 8 Wochen ... macht Euch keine Sorgen, ich weiß es, lasst uns noch ein wenig fröhlich sein ..."

Und mal ehrlich, wenn er 5 Zipperlein weniger hätte, sähe es auch nicht besonders rosig aus ...

Ich hoffe, dass Du mit der Absehbarkeit der Situation zurecht kommst, und ihm das Gefühl geben kannst, dass Du für ihn da bist, und zwar bist zum Ende, und darüber hinaus. Ich denke, niemand will kurz vor Schluss alleine gelassen werden, wahrscheinlich ist das der Grund für das "Hoffnungstheater".

Du hast das Zeug, ihn zu begleiten, obwohl oder gerade weil Du weißt, wie es wirklich um ihn steht.

Alles alles Gute und alle Kraft der Welt für Dich @:)

lg.

dcistaUncex 1


Du hast das Zeug, ihn zu begleiten, obwohl oder gerade weil Du weißt, wie es wirklich um ihn steht.

Ja, das sehe ich auch so. Und ich habe heute die Möglichkeit gehabt, Kraft durch Ablenkung zu schöpfen. Ich bin voll da...... für ihn sowieso.

Danke.

@:)

ENmilxieA


Ich bin voll da...... für ihn sowieso.

Ich finde trotzdem, dass du dich auch darum kümmern solltest, dass dir jemand beisteht. Gibt es Selbsthilfegruppen in deiner Umgebung? Oder Trauerhäuser, oder vielleicht wirklich eine kirchliche Einrichtung, wo es wenigstens Leute gibt, mit denen man reden kann? Es ist toll, wenn es dir schon was bringt, hier zu schreiben. Ich weiß nur nicht, ob das ausreicht, wenn es wirklich ernst wird...

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