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Seit tragischem Todesfall keine Trauer mehr.

F7rmeHaksxhore hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute, ich habe eine Frage an euch.

Zuerst ein paar Daten über mich momentan:

Ich bin Männlich 17 Jahre alt, bin eigentlich ziemlich selbstsicher, sogar ein wenig selbstverliebt. Habe eine Mutter die zz. in eine Therapie gegen ihre Posttraumatische Belastungsstörung geht und das hat mich die letzen Jahre auch ziemlich belastet.

Das war erstmal alles was mir einfällt was für mein eigenes Problem von Relevanz sein könnte.

Nun zu dem Problem selbst:

Ich kann keine Trauer empfinden und ich kann nicht mitfühlen.

Woran liegt das?

Nun erstmal einiges Hintergrundwissen aus meinem Leben zu dem Thema Tod und Trauer:

Im alter von 3 starb ein alter Mann den ich kaum kannte anden ich mich auch garnicht mehr erinnern kann. Er wohnte bei uns mit im Haus

Im alter von 6 Jahren wurde ich aktiv Zeuge von dem Tod meines Großvaters, dieser hat damals mit meinem Vater auf seiner Baustelle einen Herzinfarkt erlitten woran er auch gestorben ist. Ich stand als kleiner Junge daneben, habe alles mitbekommen, wie er umgefallen ist, die Beatmung, die Wiederbelebungsversuche usw. Bis mich dann einer vom Sangateam weggeschickt hatte. Das alles weiß ich nur aus Erzählungen, vllt war ich in einem Schockzustand?!, ich selbst kann mich nicht mehr daran Erinnern der Moment davor ist mir noch im Kopf und danach als ich auf einer Fremden (Die eines Mieters meiner Oma) Couch Fernsehen gekuckt hatte während Opa abtransportiert wurde. Der Mittelteil und das Geschehen ist komplett weg. Ich habe ihn sehr gemocht er hat viel mit mir unternommen etc.

Mit 8 starb eine alte Frau (War die Frau des Mannes der wie ich 3 war gestorben ist) die ich Oma nennen könnte (hat auch sehr viel mit mir gemacht) sie wohnte bei uns mit im Haus mit ihr ging es stätig bergab. Eines Nachts kam meine Mutter zu mir ins Zimmer und sagte das sie nun von uns gegangen sei und ob ich sie noch einmal sehen wollte. Ich ging mit meiner Mutter sah sie mir nochmal an und fühlte bereits nichts. keine Trauer rein gar nichts. es lies mich kalt.

Mit 11 starb mein PatenOnkel er ist beim Bau von einem ungesicherten Gerüst gefallen, ist auf dem Kopf gelandet sofort Tot. Ich habe ihn über alles geliebt! Keine Trauer

Mit 12 starb meine Oma an einem Atemstillstand. Habe sie sehr geliebt... Keine Trauer.

Mit 14 hatte sich eine gute Freundin von mir selbst getötet. Keine Trauer.

Mit 15 starb die Oma meines Halb-Bruders vom LKW überfahren worden. War zwar nicht Blutsverwand aber trotzdem sehr gutes Verhältnis gehabt. Keine Trauer

Mit 16 starb mein Onkel an Darmkrebs nicht so enges Verhältnis. Keine Trauer

Wenn jetzt jemand Trauert oder einfach jemand braucht den diese Person in den Arm nimmt kann ich das nicht machen. Ich fühle mich von der Situation genervt und reagiere gelangweilt oder Aggressiv.

Woran liegt das das ich keine Trauer und Mitgefühl empfinden kann? Es geht nicht, so sehr ich versuche es zuzulassen, es lässt mich Kalt.

Ich habe Angst auf Psychischer ebene Krank zusein und das mich das ganze im zunehmenden alter überrollt!

LG

Freak

(war mir unschlüssig wo der Beitrag reingehört, ob hier oder in Psychologie, falls falsch bitte verschieben)

Antworten
kknuffxeltje


Hallo Freakshore :)

Ich glaube nicht dass du psychisch krank bist oder sowas.

Denkst du positiv? Dass es den Verstorbenen gut geht oder sowas?

Sowas ist bei mir nämlich der Fall.

Ich trauer auch nicht, bzw. kaum. Ich bin davon überzeugt dass der Tod kein endgültiges Ende ist und deswegen trauer ich auch nicht. (Klingt seltsam, lol :-) )

Oder ist es eher so, dass du das Ganze von dir eher wegschiebst? Also Trauer, Tod, etc. und deswegen mit den Gefühlen der Betroffenen nicht so recht umgehen kannst? Kanns auch geben.

Aber psychisch krank? Glaub ich eher nicht :-)

Lieb grüßt :-)

Q!uittex8


Hallo,

ich denke nicht, dass Du psychisch krank bist. Allein die Tatsache, dass Du Dir so viele Gedanken um die vermeintlich fehlende Trauer machst, spricht aus meiner Sicht dagegen. Vielleicht bist Du unbewusst mit so vielen tragischen Todesfällen überfordert? Und wer vermag schon zu sagen, wie sich "echte Trauer" anfühlt... und was man wann, wo zu machen hat... wie oft man weinen soll oder gar nicht oder ob man von dem verstorbenen Menschen träumt...

Aus meiner Erfahrung trauert es sich durchaus unterschiedlich... je nachdem wer die Person war und wie man zu ihr stand.

Grüße

Quitte8

D>ieDiZsptanxz


hallo freakshore

jeder trauert anders, du gehst eben anders damit um. vielleicht wurdest du einfach schon so oft mit dem tod konfrontiert, dass du eine art mauer aufgebaut hast, dass du den schmerz gar nicht mehr zulässt. inwiefern, das nun als normal oder krank abgetan werden kann, keine ahnung. hast du denn sonst auch kein empathievermögen? also wenn es jemanden aus sonstigen gründen schlecht geht, kannst du da auch nicht mitfühlen, oder geht es speziell nur um die trauer bei verlusten?

als mein opa vor 4 jahren starb (dem ich wirklich nahe stand) habe ich kurz geweint, aber so doof es auch klingt, nach einigen stunden hatte ich mich gefasst und es ging mir gut. ich habe kaum noch an meinen opa gedacht, habe nie getrauert. ich habe mich dafür geschämt, aber es wollt einfach keine trauer in mir hochtsteigen. ich war damals auch kaum fähig meine mutter zu trösten. es prasselte alles an mir ab. nach etwa 2 jahren, war ich zu besuch in meiner heimat (lebe im ausland) und besuchte eben auch meine oma. normalerweise hockte opa immer im wohnzimmer auf der couch, wenn ich kam...an besagten tag fragte ich ja tatsächlich meine oma wo denn opa sei. noch während ich es aussprach wurde mir bewusst, dass opa tot ist. es klingt total bescheuert, aber das war der tag an dem ich begriffen hatte, dass er nie wieder kommt. ich habe wohl eine weile gebraucht, um mich mit dem gedanken auseinanderzusetzen.

mein onkel starb letztes jahr und auch dieses mal blieb die trauer aus...

ich denke mal jeder reagiert auf so einen schicksalsschlag anders. es gibt kein patentrezept für richtiges trauern...jeder hat wohl einen anderen weg um mit sowas fertig zu werden.

F`reaksshore


@knuffeltje also ich persönlich glaube das nach dem tod garnichts mehr kommt. Vor mir herschieben denk ich nicht. hab schon des öfteren versucht zu trauern geht hald einfach nicht. würde sonst ja nich auf die idee kommen so nen beitrag zu schreiben wenn ichs verdräng oder vor mir herschieb.

@DieDistanz kann schon sein das mit der Mauer bin ja quasi damit aufgewachsen. ne sonst hab ich auch kaum empathievermögen. also egal aus welchen gründen jemand traurig oder aufgeregt is kann da nich helfen..

stimmt schon das jeder nen anderen weg hat damit fertigzuwerden. wovor ich nur angst hab das sich das jetz aufstaut und i wann auf mich zurollt. hab ja oben beschrieben das meine mutter an Ptbs leidet und kenns ja von ihr das sich die gefühle jahrelang abgeschalten haben und dann bei erneuter erleben der situation die decke auf ihren kopf stürzte.

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