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Meine Freundin wird sterben

A0lca5Zhxar hat die Diskussion gestartet


Ich muss es mir einfach von der Seele schreiben.

In der Nacht zu Sonntag hatte meine Freundin einen epileptischen Anfall. Erstmal nichts ungewöhnliches (außer, dass sie seit einem halben Jahr anfallsfrei war), da die Epilepsie bei ihr bekannt ist. Dieser war aber anders und ich habe nach kurzer Zeit den Notarzt gerufen. Wir sind dann ins Krankenhaus gefahren. Sie war die ganze Zeit nicht mehr ansprechbar und hat noch mehrere Anfälle bekommen.

Im Krankenhaus wurde ein CT gemacht und der Arzt kam zu mir und sagte, auf den Bildern sei etwas zu sehen, was dort nicht hingehört. Ein Hirntumor von beachtlicher Größe (ca. 8 cm Durchmesser). Man muss dazu sagen, dass sie als Kleinkind schoneinmal einen Hirntumor hatte, der operativ entfernt wurde.

Das hat mir das erste Mal den Boden unter den Füßen weggezogen.

Zu diesem Zeitpunkt war sie zwischendurch wieder ansprechbar und auch klar, ist aber immer wieder eingeschlafen. Die Ärzte sagten, dass sie innerhalb der nächsten zwei Tage operiert wird, sie die OP aber noch genau planen müssen.

Bis Montag nachmittag änderte sich ihr Zustand kaum – sie hat zwischendurch einen Joghurt gegessen und was getrunken, mit mir gesprochen und um ihre Hörspiele gebeten -, aber dann ist sie plötzlich weggeglitten, war nicht mehr ansprechbar und ihre rechte Pupille erweiterte sich. Es wurde ein weiteres CT gemacht, das aber keine weitere Veränderungen aufwies.

Nach dem CT machte sie nochmal beide Augen auf und sagte mir "Ich hab dich lieb, mein Schatz". Ich sagte ihr das auch und wir gaben uns einen Kuss.

Als 5 Minuten die Ärzte kamen war sie wieder nicht ansprechbar. Es war das letzte Mal das sie seitdem wach war.

Die Ärzte sagten, wir (ich stehe in engem Kontakt mit ihren Eltern) sollten zwischendurch Kraft sammeln. Die brächten wir nach der Operation, die für den nächsten morgen geplant war.

Ich fuhr um ca. 21 Uhr nach hause um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Gegen 22:45 Uhr rief ihr Vater an, dass auch die linke Pupille sich erweitert hätte und meine Freundin jetzt in der Nacht notoperiert würde. Ich bin dann direkt ins Auto und zu dem Krankenhaus gefahren. Die ursprünglich für 3 Stunden angesetzte OP dauerte insgesamt 8 Stunden. Es gab Komplikationen (Einblutungen in zwischen den Hirnhäuten, Lage und Blutversorgung des Tumors), aber sie hatte überlebt und grundsätzlich sagte der Arzt wäre die OP gut verlaufen.

Nach der OP waren wir bei Ihr auf der Intensivstation. Es ist ein schlimmer Anblick, aber zu dem Zeitpunkt dachte ich, da sie jetzt die OP überstanden hat, kann es nur noch besser werden. Zwischendurch fuhren wir nach hause und wollten am nachmittag wieder zu ihr.

Als wir nachmittags ankamen , kam ein Arzt zu uns. Er erklärte uns, dass sie nach der OP einen Hirninfarkt erlitten habe und hierdurch ein Teil des Gehirns abgestorben sei und sie einen enorm hohen Hirndruck habe. Er sagte, dass sie vom Schlimmsten ausgehen. Das war so furchtbar. aber auch da konnte ich einen neuen Strohalm finden und habe mir gesagt, dass die Gefahr zwar groß ist, aber wenn sie es überlebt, kriegt man alles hin. Die betroffenen Zentren sind für das Sehen und die Sprache zuständig. Irgendwie würde ich das mit ihr hinbekommen.

Am Mittwoch hatten wir ein weiteres Gespräch mit dem Neurochirurgen. Er sagte uns, dass der Tumor bösartig war (Glioblastom Grad IV). Selbst wenn sie den Akutzustand überlebt, wird sie in den nächsten Monaten an dem Tumor sterben. Seitdem hat sich der Zusand nicht signifikant geändert. Sie ist stabil und der Hirndruck fällt immer weiter.

Das ist alles so unfair ihr gegenüber. Sie ist erst 24 Jahre alt. Sie hat gerade die Arbeitsstelle erreicht, die sie immer haben wollte. Es lief alles gut. Und jetzt ist bald alles vorbei.

Das Gute ist, dass die Diagnose nicht schon früher gestellt wurde, da sie weder damals noch heute eine längere Überlebensfrist gehabt hätte und sie so das letzte Jahr frei leben konnte ohne diese Angst im Hinterkopf.

Ich besuche sie sehr oft. Jetzt gerade muss ich nur wieder Kraft tanken. Ich rede viel mit ihr und halte ihre Hand.

Ich weiß nicht, warum ich das hier alles aufschreibe, aber wahrscheinlich einfach, weil ich es irgendwie loswerden muss.

Ich danke für das Zuhören und werde mich sporadisch hier aufhalten.....

Antworten
n,i+mue8x8


:°_ AlcaZhar, das tut mir so leid :-( das ist wirklich tragisch, sie ist ja auch noch so jung...

ich weiß auch garnicht, was ich dir sagen kann – nichts, was man sagen kann kann deinen schmerz lindern. ich hab beim lesen tränen in den augen gehabt, das ist wirklich furchtbar.

fühl dich ganz fest gedrückt :°_ :°_ :)*

ÖTndurxdís


Oh man, das ist hart!

Es tut mir so leid für euch alle!

Mir geht es wie nimue: Tränen in den Augen und ich weiß garnicht, was ich dir sagen soll...

Ich kann nichts in worte fassen.

Fühl dich auch von mir gedrückt!

:°_ :°_ :°_

:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

Y1vet\txe79


:°_ :°_ :°_

Mir fehlen einfach die Worte...Es tut mir so leid.

DTragondrfeam


Es tut mir so leid für euch. Ich wünsche euch viel Kraft...

K~leinKewaldfee


Du musst da wriklich schreckliches durchmachen. Bleibe bei ihr und geniße jede einzelne Minute mit ihr. Das wird euch allen Kraft geben. :)* :)* :)* :)* :)* :)* Mein allerherzlichstes Beileid.

d{ista;nce 1


Ich wünsche dir viel Kraft. Es ist gut, dass du dich hier etwas entlasten kannst.

@:)

060Ror.y00


Ich wünsche Euch viel Kraft :)* :)* :)* :)* :)* und Stärke!

C~olcchi1cin


Mir kommen gerade echt die Tränen bei deiner GEschichte.

Es tut mir unendlich Leid für dich, aber auch für ihre Eltern... Ich hoffe sie hat keine Schmerzen.

Ich wünsche euch ganz viel Kraft für die bevorstehende schwere Zeit!! :)* :)* :)* :)* :)*

Lvenxi_


Das ist so furchtbar. Das tut mir wahnsinnig Leid. Ich schick dir ganz viel Kraft und Stärke, aber ich bewundere dich jetzt schon wie du das machst.

Alles Liebe :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

Siki"nny1


Deine Freundin kann sich wahrlich glücklich schätzen, so einen starken Mann an ihrer Seite zu haben. Sie wird deine Nähe spüren. Genießt die Zeit, die euch bleibt. Ich wünsche euch Kraft für das Bevorstehende. :)* :)* :)*

rIeyiser


Alle guten Wünsche für Deine Freundin und für Dich. Seid behütet!

SPkixnny1


Wie geht es euch? :)* @:)

B*eCrti_x54


Was soll man dazu sagen ??? Außer, ich wünsche dir viel Kraft!

:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

@:) @:) @:)

A|lca?Zhaxr


So, ich wollte mal wieder ein wenig schreiben.

Meine Freundin liegt im Moment immer noch im künstlichen Koma. Man versucht gerade ganz langsam, dass sie wieder aufwacht. Ihr Zustand ist weiter stabil und es sind zumindest keine weiteren Hiobsbotschaften dazugekommen (wobei das auch irgendwie nicht unbedingt Mut macht).

Heute ist noch ein CT und eine Untersuchung mit induzierten Potenzialen gemacht worden, die soweit gut ausgegangen sind.

Im Moment ist einfach abwarten angesagt, wie sie weitermachen möchte. Ich bin viel im Krankenhaus und spreche zu ihr, lese ihr etwas vor und halte ihre Hand. Ich möchte fest daran glauben, dass sie im unterbewusstsein mitbekommt, dass ich für sie da bin.

Ich denke, dass, egal welche Situation weiter eintritt, es ihre Entscheidung ist. Und die werde ich irgendwie akzeptieren und für sie das Beste daraus machen.

Mir hilft zur Zeit auch die Nähe zu ihren drei Brüdern und ihren Eltern. Wir geben uns soviel Halt auch in dieser schwierigen Situation.

Soweit erstmal von mir

und vielen Dank für Eure Unterstützung

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