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Silvestergruß – wenn "Frohes neues Jahr" unangebracht ist...

BGirkenAblaQtt10


also wenn ich so eine Diagnose bzw. Lebenserwartung hätte und an Neujahr würde jeder schon meine Beerdigung praktizieren (fest umarmen, viel Glück für die kommende Zeit, sehen wir uns nochmal) würde mich das irgendwie nur noch mehr runterziehen

:)z Ich würde nicht gerne beerdigt werden, bevor meine Zeit gekommen ist!

ABll8ie


Ich würde nicht gerne beerdigt werden, bevor meine Zeit gekommen ist!

Ja genau in so etwa meine ich das auch. Wenn wir dann alle rumstehen und nicht wissen, was wir sagen sollen und sie womöglich noch sieht, wie traurig und unsicher wir sind, wird sie erst recht dran erinnert...

Deswegen weiß ich einfach nicht, wie ich mich verhalten soll...

Aber ein "Frohes neues Jahr" klingt wohl auch in den Ohren meiner Mum ziemlich falsch...

S;ensxe


@ dolorus

Ich empfinde diese Frage als sehr negativ. Selbst wenn der Tod sehr nahe ist, würde ich ein 'ich möchte Dich gerne besuchen, ist es Dir recht' als angebrachter empfinden als ein 'sehen wir uns nochmal' als Frage formuliert.

Es ist natürlich etwas anderes, wenn es um die eigene Mutter geht (war im Eingangspost nicht erkennbar) und es ist auch etwas anderes, wenn es nicht nur noch ein paar Tage sind. In der Situation erübrigt sich die Frage, denn man setzt alles daran, um noch so viel Zeit wie möglich zu verbringen.

@ Birkenblatt10

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass wir über den Tod sprechen, wenn er wirklich eingetreten ist. So lange die Leute leben, leben sie! Und sie möchten auch als Lebende behandelt werden, deshalb kann man ihnen sehr wohl ein frohes neues Jahr wünschen!

Nein, Birkenblatt, darauf muss man sich nicht einigen. Das kommt vielleicht daher, dass ich inzwischen einen anderen Zugang zu dem Thema habe.

Aber jeder so, wie es ihm möglich ist – den Sterbenden selbst, so wie den Hinterbleibenden. Das ist so ein sensibles Thema, ich maße mir nicht an, anderen meinen Umgang damit aufzudrängen.

Da die TE von "jemandem" sprach und "nicht mehr lang" ging ich von einer befreundeten bis bekannten Person aus (im Übrigen hatte ich auch dies hinterfragt). Und diesem Falle kann man sehr wohl so etwas fragen, das haben einige der Freunde meines Mannes in etwa erbeten in seinen letzten 2 Wochen (und da gab es mitunter ein Nein, weil er nicht mehr konnte). Mein Mann ging ab einem gewissen Zeitpunkt absolut offen damit um und hat das Thema Tod nicht gemieden – wieso auch im Angesicht des des Lebensendes?

Es kommt vor allem darauf an, welchen Zugang der/die Kranke selbst zu dem Thema hat. Oder wie weit die Krankheit fortgeschritten ist.

An Neujahr von Herzen und mit einer Umarmung "alles Gute im neuen Jahr" anstelle der üblichen Floskel "frohes neues Jahr" zu wünschen, ist doch in dem Fall optimal.

@ Allie

Aber wir werden morgen vorbeigehen und ich werd sie ganz fest in den Arm nehmen – das Problem ist nur ich denke immer, wenn wir Kinder uns so verhalten erinnern wir sie noch mehr an die Krankheit und dass es bald zu Ende geht... Ach ich weiß auch nicht...

Verhalte Dich genau so, wie Du es Dir vorgenommen hast und Du machst es richtig! Seid um sie, plaudert gemeinsam über angenehme Dinge. Oder seid einfach nur da. Verstellen kann man sich nicht immer und das muss auch nicht sein.

Ich wünsche Dir, Deinen Lieben und Deiner Mutter viel Kraft für die kommende Zeit und fühle mit Dir.

zKenDtra7lfisxsur


meine mama hat 2010 eine krebsdiagnose bekommen und sie bekam von ihren kollegen zum jahreswechsel eine sms mit "wir wünschen dir ein besseres jahr als das vergangene und ganz viel kraft"!

S%unflo^wer_x73


Was ist an "viel Kraft" falsch? Das wünsche ich jedem, dem etwas nicht so Angenehmes bevorsteht. Aber vermutlich ist es doch sehr individuell...

Eines steht aber auch fest: Für viele Todkranke ist es schlimm, wenn sie nicht frei über Dinge sprechen können. Der Tod totgeschwiegen wird. Für viele sind die Gedanken daran Alltag und sie müssen sich damit auseinandersetzen. Wenn dann aber das Umfeld nur einen auf völlig normal macht, kann das echt hemmen und belasten.

Damit meine ich nicht, dass man denjenigen schon "abschreiben" soll. Aber es sollte für beides Raum sein: Normalität, aber eben auch den Tod und Gedanken daran.

Meine Ma hat 2009 eine Krebsdiagnose bekommen... mein Vater kommt null damit klar und ich kann auch nicht alles auffangen. Das Ende vom Lied: Man hat ihr eine psychoonkologische Therapie nahegelegt. Die ihr guttut.

Daher:

Verhaltet Euch, wie es EUCH richtig erscheint. Ihr kennt die Umgangsformen in der Familie am besten. Was man normalerweise sagt/tut; wie Deine Ma reagiert; wie es DIR geht und was DU möchtest. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, sondern viel Individualität.

Wichtig ist m.M.n. halt, dass es natürlich bleibt. Nichts ausblenden, nichts schönreden – aber auch nicht die Krankheit als Mittelpunkt.

Alles Gute – und Euch VIEL KRAFT, Mut und ein offenes Herz.

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