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Suizid: Mein Sohn lebt nicht mehr, warum und was nun?

JduUni>-Tag hat die Diskussion gestartet


Mein Sohn hat sich das Leben genommen und nun ist alles anders, alles erscheint oft so sinnlos und die Frage warum ist so oft da auch wenn ich weiss ich bekomme keine Antwort. Der Schmerz, die Trauer sind so stark, dass ich oft das Gefühl habe ich ersticke, meine Tränen laufen und laufen, ach könnte ich doch nur die Zeit zurück drehen, aber leider ist das nicht möglich. Wie oft habe ich mich gefragt, was er wohl in den letzten Tagen und Stunden gedacht, gefühlt und getan hat und vorallem kann ich nicht verstehen warum er diesen Weg gewählt hat. Sicher er hat uns (bin verheiratet und wir haben noch eine Tochter) einen Abschiedsbrief geschrieben, in dem er schreibt, dass es wegen seiner Erkrankung nicht mehr leben möchte, da er zu sehr eingeschränkt sei, da er keinen Sport betreiben konnte, aber ich hatte so gehoft, das sein Studium und seine Musik, er spielte Klavier, ihm einen gewissen Halt gegeben hatte aber dem war wohl nicht so, und die Frage bleibt warum, warum, warum. Meine Tränen laufen und ich bin mir so sicher, wenn ich an diesem Tag zu Hause gewesen wäre, hätte er diesen Weg nicht gewählt und ich könnte, wie so oft auf ihn warten, wenn er in der Nacht von der Uni kommt, aber er kommt nicht mehr, nie mehr, das ist so brutal entgültig. Wie soll und kann ich mit dieser Schuld weiter leben, die Welt dreht sich weiter aber ich denke in gewisser weise ist sie für mich stehen geblieben

Antworten
SEchiPldkröt e00x7


Juni-Tag,

das ist so traurig, mir fehlen da irgendwie die Worte.

Suizid ist ein Weg, den sehr viele junge Männer jedes Jahr gehen. Es ist wie eine Krankheit, die viele Opfer fordert, die häufigste Todesursache junger Männer. Die meisten haben vorher unvorstellbar große seelische Schmerzen und halten es nicht mehr aus, Hilfe kann da meistens nicht mehr durchdringen. Hat man diesen Gedanken einmal gefasst, ist man blind und wie ein angeschossenes Tier. Selbst die Liebe einer Frau oder eigenen Mutter kann dann nicht mehr helfen.

Dein Sohn ist daran gestorben – als Mutter wohl das schlimmste Los, was man bekommen kann.

Ich wünsche dir alle Kraft und nimm dir so viel Zeit zum Trauern, wie du selbst für richtig hälst.

:)-

2&rerPMackBuxben


.... :°_ ....

JFun<i-xTag


Danke für die lieben Worte, der Schmerz ist so groß und auch nach über 32 Wochen kann ich nicht verspüren, das er auch nur ein bischen nach läßt, manchmal denke ich, es wird nie besser, aber was kann ich anderes tun, ich setze meine Maske auf und funktioniere und so geht Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat vorbei und doch ändert sich nichts, vorallem sind die Nächte, die mir zu schaffen machen, meine Angst, das mein Sohn mir im Traum begegnet ist groß, weil wenn ich erwache ist es so als wäre nichts passiert, für ein paar Sekunden ist alles wieder wie immer und dann weiß ich es wieder, mein Sohn lebt nicht mehr; gleichzeitig möchte ich nicht schlafen, weil ich Angst davor habe, er könnte mir dieses mal im Traum begenen, aber dann ist er entweder nur teilweise körpelich zu sehen, so das ich ihn erreichen möchte aber ich kann ihn nicht erreichen und somit erwache ich mit einem ängstlichen, fast erstickendem Gefühl auf, ich weiß manchmal wirklich nicht, was ich noch machen soll, ob der Schmerz in mir je mals aufhört ??? ??

28rezrPackBKuiben


Hallo, ich habe vor kurzem auch einen geliebten Menschen verloren, viel zu früh, meine Tante die wir eine Mama für uns war ist nach langer Krankheit verstorben, natürlich kann ich deinen Schmerz nicht nach empfinden wenn es darum geht sein Kind zu verlieren, denke aber dieser Schmerz ist ähnlich wenn es um das trauern eines geliebten Menschen geht. So wir es dir geht, ging/ geht es mir teilweise auch, ich hatte lange Zeit Angst einzuschlafen, meist wenn es Dunkel war und alle schliefen, auch ich stellte das Leben in frage und bis heute habe ich keine Antwort darauf gefunden, aber irgendwie habe ich versucht weiter zu machen, irgendwie zu überleben und versuchen die unerträglichen Schmerz auszuhalten. Irgendwann 2-3 Monate später habe ich sogar von ihr geträumt, sie sah so wunderschön so gesund aus, es war so toll sie in den Arm zu nehmen, das erwachen danach war grauenhaft, aber ich bin so dankbar für diese verabschieden können. Noch immer will ich es nicht wahrhaben, noch immer will ich es nicht glauben und manchmal rede ich mir ein sie sitzt daheim bei sich auf der Couch. Ich habe angefangen einen Gedanken-tagebuch an sie zu schreiben, es hilft mir ein wenig, gemerkt habe ich das es immer schmerzt, der Schmerz wird anders aber nie vergehen.

R'umxo


:)_

Es tut mir sehr leid, was Du durchmachst!

Wie geht es deiner Familie damit? Kannst Du dort Halt finden? :)-

k<leineZr_draZchenxstern


Hallo liebe Juni-Tag,

niemand kann dir deine Schmerz nehmen, aber ich möchte dir gerne diese Schuld nehmen, die ich aus deinen Worten höre.

Du hast folgendes geschrieben:

dass es wegen seiner Erkrankung nicht mehr leben möchte, da er zu sehr eingeschränkt sei, da er keinen Sport betreiben konnte, aber ich hatte so gehoft, das sein Studium und seine Musik, er spielte Klavier, ihm einen gewissen Halt gegeben hatte aber dem war wohl nicht so, und die Frage bleibt warum, warum, warum.

Du hast keine Schuld, liebe Juni-Tag, wärst du andiesem Tag zu Hause gewesen, hätte er es an einem anderen Tag gemacht, glaube mir. Ich weiss ja nicht welche Krankheit dein Sohn hatte, aber ich ich bin mir sicher, er hatte sich das alles gut und ausreichend überlegt.

Ich bin selbst chronisch krank und ich habe ein paar sehr gute Freunde, die auch an chronischen Krankheiten leiden und natürlich sprechen wir auch darüber. Und wir alle haben, jeder für sich und völlig unabhängig voneinander, beschlossen, dass es bei jedem von uns eine Grenze der Leidensfähigkeit gibt. Würde diese Grenze überschritten werden, würden wir lieber sterben als so weiterzuleben. Ich weiss, dass solche Worte in Foren nicht gerne gehört werden, bzw. teilweise auch verboten sind, aber es ist bei vielen Kranken so, dass sie diesen Kontrakt mit sich geschlossen haben.

Du hattest gehofft, dass dein Sohn Halt in anderen Dingen findet, aber dem war nicht so. Er hatte sein Grenze überschritten. Du hast daran keinen Anteil und keinerlei Schuld!!!!

Ich möchte hier keine Diskussion über entfachen, sondern dir nur sagen, dass DU nicht gegen seinen Todeswunsch angekommen wärst. Alle Fragen hinsichtlich "hätte ich doch seine Verzweiflung bemerkt" sind nichtig. Ich bin mir sicher, er hatte seinen Kontrakt mit sich schon lange geschlossen!

Ich hoffe für dich, dass du trauern und irgendwann ohne Bitternis und Schuldgefühle an ihn denken kannst. Er wollte dir nicht weh tun, er wollte nur sich nicht mehr von einer Krankheit weh tun lassen. Ohne jede moralische Wertung.

Ich wünsche dir unendlich viel Kraft :)* , vielleicht solltest du dir eine Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern suchen, da bist du nicht allein mit deinen Gefühlen und Gedanke, das könnte dir helfen... :)*

J$uni`-Tag


Nochmals danke für eure Rückmeldungen. Zuerst einmal muss ich sagen, dass auch mein Mann sehr leidet und trauert so auch unsere Tochter, die ihren Bruder sehr vermisst. Wir alle haben uns sehr verändert, gleichzeitig versuchen wir uns gegenseitig zu helfen aber letzlich muss jeder von uns alleine durch seine Trauerphasen durch und somit mache ich mir datürlich auch Sorgen um unsere Tochter, sie steht, wie man so schön sagt, mitten im Leben, hat ihren Beruf, ihren Freund, ihre eigene Wohnung und doch ist es so ein einschneidendes Geschehen, dass alles auch bei ihr, sich in Frage stellt, natürliche hoffe ich das unsere Tochter vorallem durch und mit ihrem Freund (ist ein netter junger Mann) eine echte Stütze hat und das hilft mir und meinem Mann schon. Wenn ich mein Leben, insbesondere mein Eheleben, betrachte muss ich zugeben, das ich schon oft Angst habe das wir uns gegenseitig verlieren in unserer Trauer, in unserem Schmerz, jeder auf seine Art. So ist das nun mal z.Zt. besteht mein Leben mehr und mehr aus Angst und aus reinemfunktionieren, damit mein Umfeld meine Maske nicht fallen sieht.

So nun zur Antwort von @kleiner_drachenstern, deine Worte verursachen einen Schmerz in mir aber seltsamerweise auch eine gewisse Art, besser gesagt, eine Art von Verständnis, die dir bekannt ist, ich empfinde eine Art eigenes Verständnis für die Worte, die mein Sohn in seinem letzten Brief geschrieben hat; also danke schön für deine Worte. Vielleicht finde ich auch noch eine Selb hilfegruppe, die du beschrieben hast, mal schauen.

H_ereman_Zthe_Germaxn


:°_

psetite_2scandalxeuse


:°_ :°_ :°_

Für Deinen Sohn: :)- :)- :)- :)-

Für Dich und Deine Familie: :)* :)* :)* :)* :)*

Du trägst mit Sicherheit keine Schuld an der Entscheidung Deines Sohnes. Mein Freund hat eine unheilbare neurologische Erkrankung, die in sehr einschränkt und spricht manchmal das Thema Selbstmord an. Wie kleiner_drachenstern schon sagte, es gibt eine Leidensgrenze, die von Mensch zu Mensch natürlich ganz unterschiedlich aussieht. Aber gerade für junge Menschen, die sowieso viel intensiver und extremer leben wollen, sind Einschränkungen oftmals sehr schwer zu ertragen. Er wollte Dir mit Sicherheit nicht weh tun, auch wenn Du bestimmt manchmal wütend auf ihn bist, aufgrund seiner Entscheidung, aber er hat versucht euch zu erklären, warum er das getan hat. Wenn er mit euch oder einem Psychologen gesprochen hätte, vielleicht hätte es etwas gebracht, aber gerade junge Menschen die beginnen ihr Leben zu leben, wollen ihre Probleme nicht mehr mit den Eltern besprechen, Männer noch weniger als Mädchen.

Ich hoffe auch, dass ihr ohne Schuldgefühle an euren Sohn und Bruder denken könnt und euch auch irgendwann an die schöne gemeinsame Zeit gerne erinnert. :)* @:) Ich denke, dass eine Selbsthilfegruppe nicht schlecht ist, ich denke mit Eltern, die ein ähnliches Schicksal teilen zu sprechen, kann Dir helfen und Kraft geben. :)*

:°_ :°_ :)_

B:rormbeer.küchl?ein


Liebe Juni – Tag,

mein aufrichtiges Beileid ... :)-

Jeder hat wohl schon einmal einen geliebten Menschen verloren, aber wenn Eltern ihre Kinder zu Grabe tragen müssen, dann ist es besonders schlimm. Ich wünsche dir und deiner Familie für diese schwere Zeit ganz viel Kraft. Der Schmerz wird wohl nie vergehen, aber es wird etwas leichter ... anders.

Viel Kraft ... :)*

Sninne$stnäxter


Hallo Juni-Tag,

ich hoffe, was ich jetzt schreibe ist nicht unsensibel, falls doch, möchte ich mich gleich vorab entschuldigen. Ich möchte dir nur eine andere Sichtweise aufzeigen, die es dir vielleicht ermöglicht, das

vorallem kann ich nicht verstehen warum er diesen Weg gewählt hat

zu verstehen.

Du weißt, wie du dich jetzt fühlst. Wäre für dich ein Studium, oder Klavierspielen, oder Liebe deiner Eltern Trost genug, um diesen Schmerz einfach so vergessen zu können?

Halte dir vor Augen: Er hat sich noch viel schlechter gefühlt. So schlecht, daß er keine Angst mehr vor dem Tod hatte. Mit seinem Handeln hat er nicht euch den Sohn genommen, nicht sich das Leben genommen, sondern nur seinem Schmerz ein Ende bereitet. Du würdest deinen Schmerz jetzt auch gerne abschalten, nicht mehr ertragen müssen, oder? Versuch dir vorzustellen, wie schlimm er erst sein muß, wenn du, um ihn loszuwerden, deiner Familie wehtun würdest, und einen der stärksten Triebe, den Überlebenswillen, niederringen könntest.

Vielleicht hilft es dir, nicht zu sehen, was du, was ihr verloren habt, was er (möglicherweise) verloren hat...sondern das, was er gewonnen hat. Er hat keine Schmerzen mehr. Er muß das nicht mehr ertragen.

Und: Es gibt nichts, was du hättest tun können. Vielleicht, nur vielleicht, hätte ihm ein Profi helfen können. Aber zu diesem hätte er selbst hingehen müssen, er selbst hätte sich dafür entscheiden müssen, denn man kann niemanden zwangstherapieren.

Ich wünsch dir Kraft :)*

KDatapuklt2x010


Hallo Juni-Tag,

das tut mir ganz arg furchtbar leid, was Dir und Deiner Familie passiert ist......

unvorstellbar schrecklich......

mir fehlen die Worte, kann mich daher auch nur meinen Vorrednern anschliessen....

Ich möchte Dir aber gerne Mut machen......

Auch wenn es im Moment nicht so scheint, aber der Satz...die Zeit heilt alle Wunden stimmt wirklich!!!!! Ich möchte Dir gerne dazu kurz was erzählen, was mir bzw. der Mutter von einem guten Freund wiederfur.

Vor 8 Jahren hat sie ihren 22 jährigen Sohn verloren.......alles wurde auf den Kopf gestellt, die Trauer und der Schmerz schier unendlich.......jeder denkt in dieser Situation: nein nein nein, ich kann so nicht mehr leben, für mich wird nie wieder die Sonne scheinen.....

nach fürchterlichen Monaten der Verzweiflung und er Ohnmacht...schien aber auch wieder für Helga die Sonne....zwar nur ganz leicht und sachte aber sie kam wieder nach und nach......

Ihr Leben war nicht mehr so wie vorher, aber sie hatte irgendwann gelernt mit dem Schmerz umzugehen und auch zu leben......sie konnte dann von ihrem Sohn erzählen ohne gleich in ein tiefes Loch zu fallen und ohne permanent zu weinen......

wir gehen sie heute noch oft besuchen und erzählen gemeinsam mit ihr über Chris.....wir lachen sogar, wenn wir irgendwelche Geschichten erzählen, die damals in unserer Jugend lustig war...

sie geht wieder raus und hat Freude am leben.....auch wenn ihr über alles geliebter Sohn nicht mehr da ist.......sie wird in nie vergessen, aber den tiefen Schmerz hat sie überwunden...

Auch wenn es für dich im Moment noch unmöglich ist, daran zu glauben und darauf zu hoffen.....ABER glaube mir, auch für Dich wird irgendwann der Regen aufhören......

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die schlimme Zeit dazwischen und rate Dir auch nicht abzuschrecken professionelle Hilfe zu holen oder einer Selbsthilfegruppe beizutrenen....ich rate dir sogar dringend dazu, du kannst nur gewinnen!!!!!

Alles Liebe

JOun,i-|Taxg


Nochmals möchte ich mich für so viel Anteilnahme bedanken, da ich mich zum ersten mal über meinen Sohn, meinen Gefühlen und Gedanken so mitteile,(kannte Foren bisher nur vom hören sagen und hatte hier und da mal nur als Besucher rein geschaut) muss ich sagen, hilft mir das sehr mich zu sortieren und meine Trauer und meine Ängste besser ertragen zu können, es gibt Leute in meinem Umfeld, die sagen Internet macht einsam, dies kann ich nicht sagen und finde schön das es sowas gibt und schön das ihr mir helfen wollte mit euren Beiträgen. Auch die Worte von "Sinnestäter", haben mich zu nachdenken gebracht, ich finde zwar nach wie vor, das ich für meinen Sohn hätte zu hause sein müssen, aber die Situation aus seiner Sicht zu sehen hilft mir nicht seine Entscheidung zu akzeptieren aber vielleicht kann ich seine Entscheidung irgend wann mal respektieren.

Alles liebe an euch alle und noch mal dankeschön.......

D1i'e dSeherxin


mein bruder hat sich auch das leben genommen!

mir ist bei den worten von Sinnestäter das herz aufgegangen, weil er ungefähr das formuliert hat, was ich dir sagen wolle... trotzdem mal meine worte:

weißt du, mein bruder konnte und wollte nach einem sehr "leidenschaftlichen" leben einfach nicht mehr. er hat unserer familie kurz vor seinem tod noch einen hinreißenden sohn geschenkt, im dem er für uns alle weiterlebt. ich habe ihm (aber dazu habe ich auch einige zeit gebraucht!) das geschenk gemacht, dass ich ihm respekt entgegengebracht habe... respekt dafür, dass ich seine entscheidungsfreiheit – zu leben, oder zu sterben – nicht auf mich selber beziehe!

(dass ich selber damit auch endlich meinen frieden geschlossen habe, ist dabei ein sehr schöner nebeneffekt)

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