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Suizid, 11 Jahre danach

baae>rli625x7 hat die Diskussion gestartet


vor elf jahren hat mein mann suizid begangen.

er hat mich und seine damals 10 und 13jährigen söhne in stich gelassen.

ich weiss bis heute nicht warum. wir waren eine gute familie keine finanziellen sorgen.ein schönes haus, selbstständig (nebenbei).

und irgendwie beschäftigt es mich immer noch , das warum.

hat jemand auch solche erfahrungen?

Antworten
EAhemalimger Nutzer^ (#47U9013)


Hallo baerli6257,

es ist sicherlich nicht jeder Suizidgefährdete gleich, aber ich würde in dieser Situation meine Angehörigen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken "im Stich lassen", weil ich der festen Überzeugung bin, dass es ohne mich mindestens genauso gut oder sogar besser weiterginge. Man kann nur mutmaßen, aber vielleicht war er gerade ein Opfer der von dir geschilderten Problemfreiheit und wollte einen aus seiner Sicht sinnentleerten Prozess des Weiterexistierens abkürzen.

f&iammxa


wir waren eine gute familie keine finanziellen sorgen.ein schönes haus, selbstständig (nebenbei).

Die genannten Kriterien wären für mich nicht die Haupt-Gradmesser dafür, dass man einen persönlichen Sinn im Leben sieht.

Wie lange wart Ihr denn zusammen, Du und Dein Mann? War es auch emotional/seelisch/geistig eine tiefe Verbindung? Kanntet Ihr Euch "wirklich"?

Wie gesagt, das Wohlbefinden eines Menschen lässt sich nicht an finanziellen/materiellen Dingen messen/ablesen.

SMi5nnesAtätxer


irgendwie beschäftigt es mich immer noch , das warum

Warum...so eine gewichtige Frage, so eine banale Antwort:

Wenn das Leben (und dabei ist es völlig egal, wie es aussieht, wie es gestaltet ist) keine Freude bringt, dann lebt ein Mensch nur noch, weil er niemanden enttäuschen möchte, aus irgendwelchen religiösen oder ethisch/moralischen Grundsätzen heraus, oder aus Verantwortungsgefühl.

Und manchmal, irgendwann, ab einem bestimmten Punkt, wiegt der Wunsch nach Nichtexistenz, nach Nichtschmerz, Nichtsinnlosigkeit, Nichtleid und Nichtleere schwerer als das letztgenannte.

Lno{la20]10


Hi zusammen,

ich wollte nur kurz sagen, dass ich meinen Vorschreibern absolut zustimme...treffender kann man es nicht sagen und beschreiben-ihr habt tolle Worte dafür gefunden. Besser kann man es nicht erklären...Betroffene können häufig ihre Gefühle, ihren inneren Druck selbst nicht beschreiben-es ist einfach ein Gefühl. Ich hab mich genauso gefühlt und mir genau das erhofft...

Dir wünsche ich alles Liebe und Gute...

W_erdTer60


@ baerli6257

Hatte Dein Mann psychische Probleme, die ihr nicht gesehen bzw. nicht wargenommen habt?

TOrauNerFe;e


Wenn das Leben (und dabei ist es völlig egal, wie es aussieht, wie es gestaltet ist) keine Freude bringt, dann lebt ein Mensch nur noch, weil er niemanden enttäuschen möchte, aus irgendwelchen religiösen oder ethisch/moralischen Grundsätzen heraus, oder aus Verantwortungsgefühl.

Besser hätte man es nicht ausdrücken können. Seit der Totgeburt meines Sohnes, gehts mir genauso. Keinen Lebenssinn mehr und keine Freude mehr am Leben..aber da sind ja noch die Anderen..Mein Mann meinte er braucht mich!!

c8h^icc1o46


Hat er Dich im Stich gelassen oder einfach etwas vorgespielt um Dich nicht zu belasten?

Wenn ich mir das Leben nehmen sollte, wäre es aus "Nächstenliebe", so blöd wie es auch tönen mag! Heute kam bei uns im Radio (CH) das sich 3X mehr Leute das Leben nehmen als bei Strassenunfällen tödlich verunglücken aber hier werden für keine Anlaufstellen Millionenbeträgen gesprochen. Wer Suizid begehen will macht es sowieso!! Bei vielen die vor einem Suizid im Affekt "gerettet" werden können, würden dies nicht mehr versuchen. Anders sieht es aus bei "chronischen" die immer wieder ihr Leben beenden wollen. Eine Lebenslange Therapie/Verwahrung ist auch nicht die Lösung!! Eines sei noch "gesagt" nicht jeder der gefährdet ist, kann als "Kandidat" erkannt werden, darum ist die Frage Warum nicht zu beantworten. Zuviel Hilfe/Rücksichtnahme kann "tödlich" wirken.

E+hem@alige;r Nutzzer (#35x9873)


baerli6257

wir waren eine gute familie keine finanziellen sorgen.ein schönes haus, selbstständig (nebenbei).

die genannten faktoren sind durchaus relevant wenn es um suizid geht. viele menschen sehen keinen ausweg mehr, wenn materielle nöte oder familiäre defizite erleiden müssen, das sollte man nicht verharmlosen. dass es aber noch andere faktoren gibt, die schlechter zu fassen sind, hast du selber erfahren müssen. du wirst wahrscheinlich nie wissen, wieso dein mann sich das leben genommen hat. und selbst wenn er es aus den oben genannten gründen getan hätte – ein selbstmord ist nie ganz fassbar, lässt die hinterbliebenen hilflos zurück. ein suizid in der familie ist ein schreckliches erlebnis, das eine ganze familie traumatisieren kann.bist du und sind deine kinder in psychologischer behandlung? es ist wichtig, dass du und deine söhne psychisch gesund bleiben. ich würde dir raten, die frage nach dem warum zu schmälern und dich um dein wohl und um das wohl der kinder zu sorgen. ihr solltet euch dem leben zuwenden, auch wenn dein mann und der vater deiner kinder was anderes getan hat. :)*

Spetzuen6


Kannst du deinen Frieden vielleicht eher machen, wenn du dir eine positive Antwort auf das "warum" gibst, nämlich: Er wollte das so und es geht ihm nun besser, als es ihm im Leben ging?

Warum hat er das gemacht? Vielleicht weil er irgendwelche Schmerzen hatte und der Tod eine gute Alternative für ihn war?

a"ni}tsixrhc


Hallo baerli,

es ist ja schon ein paar Monate her, dass du hier geschrieben hast, aber vielleicht liest du es.

Ich kann dich gut verstehen. Meine Mama hat sich vor 10Jahren das Leben genommen und wir haben nicht damit gerechnet. Bis heute, weiß ich nicht genau, warum. Es gab keinen Brief und für mich auch keine Anzeichen.

Mein Vater sprach davon, dass sie schon Jahre vorher Depressionen hatte, aber wir Kinder wussten davon nichts. Ich war damals knapp über 20. Es war natürlich ein Schock, eben weil es keine Anzeichen oder Andeutungen gab. Deswegen kann ich mir auch nichts vorwerfen, was ich hätte anders machen können damit das nicht passiert.

Das Gefühl danach war eine Mischung aus Schock, Mitleid für sie, dass es ihr so schlecht ging, ohne dass wir es merkten, Trauer und Wut auf sie.

Jetzt, zehn Jahre später, komme ich damit klar, aber trotzdem denke ich jeden Tag (bewusst oder unbewusst) an sie. Aber es macht mich schon traurig, zu wissen, dass sie bei wichtigen Ereignissen nicht bei mir sein wird, zB wenn ich mal heiraten oder Kinder kriegen sollte.

Ich denke, für dich ist es noch schwieriger, da du die Partner warst und dir vielleicht Vorwürfe machst, die ich mir eben nicht unbedingt mache.

Wenn du Lust hast, schreib zurück.

c6haGrmxed32


Hallo zusammen,

ich weiß garnicht wie ich anfangen soll. Ich bin 32 Jahre alt und hab vor 6 Wochen meine große Liebe verloren. Er hat vor einem Jahr die Diagnose Depressionen bekommen und damit kam er nicht klar und ich hab jetzt den Kampf verloren und dadurch auch mich selbst. Er hinterläßt 3 Kinder seine Söhne 2 und 9 Jahre und seine Stieftochter 9 Jahre. Ich fühle mich so einsam und meine Schuldgefühle die fressen mich auf. Und man fragt sich jeden Tag warum, was hab ich falsch gemacht bzw. besser machen können. Alles zerbricht und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, wenn ich meine Kinder nicht hätte würde ich am liebsten hinterher gehen. Ich bin am ENDE meine Kräfte. Ich Liebe Ihn so sehr und er fehlt mir so wahnsinnig.

Wie kommt man damit klar?

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