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Kann man trauernden Menschen helfen?

TFopfje6nx20 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

hoffe ich war nicht zu blöd zum Suchen und es gibt dieses Thema noch nicht.

Weiß nicht, ob jemand von folgendem Unfall gehört hat:

[[http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/chronik/sn/artikel/frauen-nach-verkehrsunfall-im-flachgau-reanimiert-14228/]]

Kann man Angehörigen und Freunden in so einem Fall irgendwie helfen ihre Trauer zu verarbeiten?

Wie hilft man jemandem, der sein Kind oder seine beste Freundin verloren hat, ausser derjenigen Person zuzuhören und für sie da zu sein? Gibt es da etwas, das den Schmerz vllt etwas lindern kann?

Lg Topfen

Antworten
n.imu;e88


*:)

Ich denke, viel helfen kann man nicht. Kommt vielleicht darauf an, wie du zu den Trauernden stehst.

Mein Freund hat vor ein paar Monaten unerwartet seine Mutter verloren. Er meinte, es wäre ihm die größte Stütze gewesen, dass ich einfach nur da war und die schwierigste Zeit (das Begräbnis) über bei ihm war. Nach dem Begräbnis können die Trauernden auch irgendwo anzufangen, damit abzuschließen weil es jetzt "vorbei" ist. Ich habe auch nicht groß versucht, ihn mit Worten zu trösten, sondern hab ihn wenn er sehr traurig war einfach in den Arm genommen und nichts gesagt. Und wenn er über seine Mutter erzählt hat einfach zugehört und mit ihm drüber geredet.

Von der Sicht des Vaters/Ehemanns aus hab ich gehört, dass es Schatzis Vater geholfen hat, dass seine Kinder "versorgt" waren (also dass die auch alle einen Partner hatten, die sich um sie gekümmert haben). Wäre eines seiner Kinder alleine dagestanden, hätte er sich auch noch darum sorgen müssen wie er/sie damit klar kommt.

Lindern kann den Schmerz nichts. Du kannst nur Hilfe anbieten, aber nicht aufdringlich sein. Ich habe damals einfach klargemacht, dass sie wirklich jederzeit auf mich zurückkommen können, aber ich mich nicht aufdrängen werde.

Alles Gute @:)

a .fAish


Wie hilft man jemandem, der sein Kind oder seine beste Freundin verloren hat, ausser derjenigen Person zuzuhören und für sie da zu sein?

Wenn man das hinbekommt, ist das schon eine ganze Menge.

T&opfenx20


Danke für die schnellen Antworten!

Wenn man das hinbekommt, ist das schon eine ganze Menge.

Ja, ich weiß. Bin mit der Situation nämlich total überfordert. Weiß garnicht wie ich mich verhalten soll.. Wenn die trauernde Person weg ist, könnt ich heulen, weil sie mir so leid tut, ist sie dann aber da, bin ich innerlich "tot". Ich fühle nichts mehr... und bin auch total unfähig zu handeln :-| ich kann dann einfach nicht auf diejenige Person zugehen, sondern steh da wie ein Eispflock und schau blöd :°( und das jedes Mal, wenn jemand trauert.. also unabhängig wer das ist. Schäm mich total dafür, weil das so aussieht, als wärs mir total egal :°(

P4feffGerminz4liköxr


Ach herrje :°_

Mir hat es am meisten geholfen, wenn mich die anderen einfach in Ruhe gelassen haben, keine Erwartungen gestellt haben und meine Trauer ernst genommen haben. Und nicht verlangt haben, darüber zu reden. Das hätte ich schon gemacht, wenn ich gewollt hätte.

Mein Ex war der Meinung, ich müsste unbedingt mit ihm darüber reden, wollte ich aber nicht.

Tuopfgen!20


@Pfefferminzlikör

Darüber hab ich auch schon oft nachgedacht: Soll ich fragen oder will die Person einfach nur ihre Ruhe.. gefragt wird sie in dem Fall ws. sowieso ständig, da ist sie vllt auch mal froh, wenn das jmd nicht tut. Ich kenn sie jz auch nicht sooo wahnsinnig gut - sie gehört erst seit kurzem zur Familie. Das machts mir zusätzlich schwer, weil ich noch nicht abschätzen kann, was die Person für ein Typ ist. Direkt auf sie zugehen schaff ich aber, wie gesagt, einfach nicht.. Bin froh, dass andere in der Familie damit besser umgehen können als ich! Dann hat sie wenigstens von denen Unterstützung.

a5.fi"sh


Ja, ich weiß. Bin mit der Situation nämlich total überfordert.

Damit stehst Du nicht allein da. Aber wenigstens ist es Dir bewusst. Weißt Du, es gibt Menschen, die halten sich fpr total kompetent in solchen Situationen und fallen schnatterend und tüddelnd über den Trauernden her, hauptsache was tun und ganz viel da sein – das hilft wenig. Sie merken gar nicht, dass sie damit die Situation von sich fernhalten, dass sie sich nicht darauf einlassen, eben gar nicht 'da sind'.

Das ist bei Dir offenbar anders. Ich kann Dir nicht versprechen, dass das beim Betroffenen so ankommt, zumal ihr euch ja wohl noch nicht gut kennt. Aber so für Dich möchte ich Dir sagen, dass das weitaus mitfühlender rüberkommt als so manch anderer Aktionismus.

Ich fand es übrigens gar nicht schlimm, als mir jemand vermittelt hat: "Ich bin angesichts der Situation sprachlos, es tut mir leid." Das hat nicht in dem Sinne geholfen, dass es irgendetwas gut oder besser gemacht hätte, aber das hätte eh nichts gekonnt (auch wenn man es sich natürlich wünscht). Es hat mir gezeigt, dass diese Person wirklich mit-fühlt, das war in Ordnung.

T{opf0enD20


Danke a.fish, das beruhigt mich etwas. Vllt schaff ichs ja in absehbarer Zeit mal auf sie zuzugehen, wenn der erste Schock vorbei ist u auch die Person selbst besser damit umgehen kann. Damit sie wenigstens weiß dass es mir nicht egal ist.

Danke für eure Hilfe! :-)

f3ia{m"mxa


Ich persönlich mache die Erfahrung, dass mir Trauerverarbeitung insbesondere mit denjenigen gut tut, die ebenso wie ich gerade um die gleiche Person trauern.

Bei denjenigen "außerhalb" der Familie, z.B. gute Freunde, hilft mir persönlich es, wenn ich reden (oder bei Bedarf schweigen) kann, ernst genommen werde, man mir mit Empathie entgegenkommt etc. – dazu überlegen sich die Freunde aber nicht vorher, wie sie am besten vorgehen, wenn sie mich treffen, sondern es ergibt sich alles automatisch....

Ein "pauschales" Rezept gibt es ohnehin nicht, weil jeder Trauerfall anders ist und jede Person anders trauert.

Folge einfach Deinem Gefühl, Deiner inneren Stimme.

c*ityw=oelf&chexn


Hmm als ich meinen Vater verloren habe, musste nicht groß geredet werden. Die ersten zwei Wochen war ich froh, wenn mein damaliger Freund da war. Ich bin schon am dritten Tag nach dem Tod wieder zur Schule gegangen, weil ich es zuhause nicht ausgehalten habe und zuhause mit niemanden darüber reden wollte. In der Schule wollte ich nur Ablenkung, kein großartiges Mitleid. Irgendwo spüren zu können, dass man noch lebt und funktionieren kann.

Später dann hab ich mir eine Person gesucht, die ich in alles eingeweiht hab und die später mein Freund geworden ist. Natürlich weiß man nie, ob die Trauernde Person schon jemand solches hat, aber man kann ja nachfragen.

Mein Freund hat mir damals viel geholfen und das aus über 500km Entfernung. Wir haben jeden Tag geskypt, er hat zugehört, er hat mich weinen lassen, er hat mir einfach unglaublich Kraft gegeben. Er war immer für mich da, selbst 3 Uhr frühs konnte ich ihn wachrütteln und um Telefonate bitten. – Dabei geht es nicht immer unbedingt darum, es wirklich zu tun, sondern vielmehr, dass man weiß, es besteht die Möglichkeit und es ist alles ernst gemeint.

LG

T7opfe=n2x0


Danke für eure Antworten :-)

Weiß mittlerweile dass die betroffene Person froh ist, wenn man sie nicht drauf anspricht. Sie hat jmd mit dem sie über alles reden kann u will einfach ansonsten so normal wie möglich weitermachen.

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