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Hört es irgendwann auf weh zu tun?

K$aetvzch|enx78 hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

eigentlich bin ich nur durch Zufall auf dieser Seite gelandet, aber verspüre nun das Verlangen, mir meinen Kummer mal von der Seele zu reden.

Meine Mama ist nun mittlerweile schon fast 8 1/2 Jahre tot, jedoch habe ich das Gefühl, als wenn es erst gestern geschehen ist. Ich war damals 26 und mein kleiner Bruder stand kurz vor seinem 18. Geburtstag. Eine Woche vor ihrem Tod haben wir noch ihren 49.Geburtstag zusammen gefeiert. An dem Tag an dem sie starb, war alles anders als sonst. Ich war arbeiten und habe mich danach noch mit 2 Freundinnen getroffen. Als ich im Café saß bekam ich auf einmal ganz arge Bauchschmerzen, ich wusste gar nicht recht wie ich mich lassen soll. Also bin ich irgendwann nach Hause gefahren. Kurze Zeit später hatte ich ein ganz komisches Gefühl im Bauch, welches ich aber noch nicht einmal beschreiben kann. Ich musste an dem Tag noch abends nebenbei kellnern und kaum war ich im Restaurant angekommen, hat mein kleiner Bruder mich angerufen und mir völlig verstört erklärt, das ihn gerade eine Frau aus dem Krankenhaus angerufen hat und ihm gesagt hat, das die Mama gestorben ist. Ich habe im Laden gestanden und wusste gar nicht, was ich denken soll oder machen soll. Alles lief an mir vorbei...ich habe nur dort gestanden und war leer.....es war so, als würde mir jemand den Boden unter den Füssen wegziehen....Ich habe mir immer nur wieder gesagt, das es ein Irrtum sein muss und dass das nicht meine Mama ist, die dort im Krankenhaus liegt......mein nächster Gedanke galt meinem Bruder, der überhaupt nicht mit der Situation zurecht kam und nicht wusste, was er machen soll. Wir sind dann zusammen zum Krankenhaus gefahren, wo uns dann eine Schwester in einen Raum bracht und uns versucht hat zu erklären, was passiert war – meine Mama hatte wohl Tage zuvor schon starken Husten und auch starke Rückenschmerzen. Einen Tag bevor sie starb hat ihr Freund abends einen Krankenwagen angerufen da sie sich gar nicht mehr richtig bewegen konnte. Die Rettungssanitäter habe sie untersucht und meinten, falls es morgen nicht besser wäre, sollte sie zu ihrem Hausarzt gehen.....und es wurde am nächsten Tag nicht besser sondern noch schlimmer und ihr Freund hat sie sofort ins Krankenhaus gebracht. Dort hat man sie sofort auf die Intensivstation gebracht und noch versucht sie zu retten, aber da war es schon zu spät. Sie hatte einen Luftröhrenriss, von dem man nicht weiß, wie er passiert ist. Doch hätten sie Rettungssanitäter sie einen Tag vorher mitgenommen, würde sie heute wohl noch leben!

Ich habe mir immer wieder Vorwürfe gemacht, da ich mich in der Woche nicht jeden Tag bei ihr gemeldet habe. Es ist komisch, was einem alles für Dinge durch den Kopf gehen, wenn jemand gestorben ist....Ich habe mich immer wieder gefragt, was sie wohl gedacht haben muss, als sie im Krankenhaus um ihr Leben gekämpft hat. Hat sie gedacht, ihre Kinder haben sie im Stich gelassen, keiner wäre gerade bei ihr usw...

Ich habe mich sehr lange mit diesen Fragen gequält und auch heute noch fange ich an zu weinen, wenn ich darüber nachdenke. Ich konnte ihr nicht mehr auf wiedersehen sagen, sie noch einmal in den Arm nehmen, ihr sagen, wie lieb ich sie habe und wie dankbar ich ihr bin, dass ich so geworden bin, wie ich bin und das ich das alles ihr zu verdanken habe und sie die beste Mama der Welt ist, weil sie immer für mich da war und für uns Kinder ihr letztes Hemd gegeben hätte....

Auch heute, 8 1/2 Jahre später denke ich immer noch täglich an sie und sie fehlt mir immer noch so sehr. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich instinktiv zum, Hörer greife und sie anrufen möchte und mir dann erst wieder bewußt wird, das sie nicht mehr da ist. Ich glaube, der Schmerz wird irgendwann etwas weniger oder tut nicht mehr ganz so weh, aber er wird nie vergehen. In vielen kleinen Situationen wird mir immer wieder bewußt, wie sehr mir meine Mama fehlt und immer fehlen wird. :-(

Antworten
p(hilR0mena


Es wird nie aufhören weh zu tun. Meine Eltern fehlen mir auch, immer wieder in allen möglichen Situationen. Ist bei mir auch ungefähr so lange her, wie bei dir, dass meine Eltern starben und ich war fast auch in deinem Alter.

Aber mittlerweile fallen mir viel mehr positive Erinnerungen ein und ich muss häufiger lächeln als weinen, wenn ich an sie denke. @:)

wGiOndxrwn


Nein aufhören wird es wohl nie das Schmerzen das sehnen und auch auch dieses Gefühl das man doch dies und das machen hätte sollen.

Aber es wird schwächer erträglicher und auch lernt man damit zu leben.

Auch ich habe meine Mutter und Vater durch Krankheiten verloren wo ich sehr jung war. Und ich litt wie ein Hund und oft wäre ich so froh gewesen wenn ich sie gehabt hätte. Und gebraucht mein Gott ja ich hätte sie gebraucht mehr wie manch anderer vielleicht.

War halt ein typisches Elternkind. Oft fragte ich mich warum weshalb. Und manchmal kam auch Hass und Missgunst in mir auf wenn ich sah das alle ihre Geschwister heute über 80 Jahren alt sind und meine Mutter und Vater waren mitte 40 Jahre alt.

Ich konnte ihnen nicht meine Kinder zeigen und musste viel erzählen von ihnen. Meine große Tochter sieht ihr sehr ähnlich und auch in ihren Verhalten sehe ich oft meine Mutter. Und das machte vieles nicht leichter.

Mal leidet ok, aber man tut sich auch das Leben dadurch madig machen. Wo andere lachen und freuen da denkt man warum, weshalb und wieso. Antworten die einen keinen beantworten kann.

Ich glaube wenn deine Mutter noch zu dir sprechen könnte würde sie sagen. Lebe Kind das Leben wie es sich gehört. Nimm dir was dir gehört freue dich über deine Erfolge über deine Werke und deinen Leben. Aber eins darfst du ab und zu mich besuchen und mit mir sprechen. Aber nicht aus Wehmut sondern mir zu erzählen was du erlebt hast.

Deine Mutter möchte das du dein Leben geniest und dich freust denn dafür hat sie dich geboren um sich daran zu erfreuen das du Spass am Leben hast.

Niemand und Nichts bringt dir deine Mutter zurück und wir wissen ja nicht mal ob sie nicht da bleiben möchte wo sie ist.

Gönne ihr ihren Frieden und denke daran es alles auf Zeit nichts ist umsonst nicht mal das.

K|aetzcRhexn78


windrwn – Deine Worte zaubern mir schon ein kleines Lächeln ins Gesicht – vielen Dank dafür.

Es tut mir leid, das auch Du diese Erfahrung schon machen musst – zumal diese Erfahrung für Dich noch doppelt so schlimm ist, wenn Du direkt beide Elternteile verloren hast. Ich kann mir gar nicht ausmalen wie groß dieser Schmerz ist. Ich hatte wenigstens noch den Halt meines Vaters – aber ein Vater kann halt nicht die Mutter ersetzen. Ich glaube, wir merken mit den Jahren, was unsere Eltern erst alles für uns getan haben, was man als junger Mensch vielleicht noch nicht so zu schätzen weiß. Aber heute weiß ich, wie sehr meine Mutter für mich da war und dafür danke ich ihr heute immer noch, wenn ich sie besuchen gehen.

Ich nehme mir Deine Worte sehr zu Herzen, aber es ist trotz allem schwer, ein "unbeschwertes" Leben zu führen. Wenn ich bedenke, das mein Freund und ich nun eine Familie gründen möchten, und ich ihr nie ihr Enkelchen zeigen kann, dann macht mich das schon traurig. Aber Du hast schon recht, man soll Spaß am Leben haben, so wie sie es auch hatte!

Nochmals vielen dank für Deine lieben Worte.

@ phil0mena:

Auch Dir danke ich – ich kann Dich verstehen, in manchen Situationen, besonders wenn ich mit meinem Bruder rede, und wir über Mama sprechen, huscht mit ein Lächeln übers Gesicht, wenn ich daran denke, was sie manchmal gemacht oder gesagt hat und mein Bruder dann nur sagt: Du bist gerade wie Mama. Das macht mich mittlerweile glücklich und stolz – nach ihrem Tod habe ich das nicht hören wollen, weil es einfach viel zu weh getan hat.

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