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Meine Geschichte – Trauer -Malignes Melanom – mit 29J. gestorben

iFmHi\mmexl hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich ( 26J.) habe im März 2012 meinen Lebenspartner verloren. Er ist im Alter von 29J. von uns gegangen. Wir haben über 8 Jahre zusammen gewohnt, gearbeitet, unsere Freizeit gestaltet. 2008 wurde seine Krankheit erkannt und ab da ging es von einer OP oder Therapie zur anderen.

Ich weine fast noch täglich und das über Stunden. Wenn ich unter Leuten bin und einbezogen werde, kann ich all meine Trauer verbergen. Doch wenn ich alleine bin und mich nicht irgendwie beschäftigen kann, fliessen meine Tränen wie ein Wasserfall. Aus diesem Grund versuche ich meine Trauer über dieses Forum zu bewältigen. Ob das der richtige weg ist? Wer weiss das schon.

Ich habe mir gedacht, ich schreibe einfach mal das was mir so einfällt. Wie wir uns kennen gelernt haben, was wir zusammen erlebt haben und wie wir durch dick und dünn gegangen sind. Was ich dabei fühle und seither passiert ist.

Mit 16 habe ich Ihn auf dem Schulhof gesehen und er ging mir sehr auf die nerven, weil er mit seinen Schulkollegen mir hinterher lief und in jeder Pause immer rüber starrte. Meine beste Freundin war auf einer Party und hat einen guten Freund von meinem damaligen Lebenspartner kennengelernt. Die zwei hatten sich zu einem Stadtfest verabredet und er brachte noch einen Freund mit, meinen verstorbenen Lebenspartner. Sie wollte nicht alleine mit zwei Jungs unterwegs sein und bat mich mitzugehen. Als ich Ihn sah, wollte ich schon wieder gehen. Ich habe den ganzen Abend nicht ein Wort mit Ihm gesprochen. Meine Freundin verabredete sich öfters mit den beiden und ich ging natürlich mit. Wochenlang versuchte er an meine Nummer zu kommen und als er Sie endlich hatte, rief er mich jeden Tag an. Als wir im Sommer 2003 zusammen kamen, waren wir schon wie unzertrennlich. Er machte mit mir seine zweite Ausbildung. ( Meine erste ). Wir träumten viel und versuchten dann auch unsere Ziele zu verwirklichen, in dem wir unser Konzept umsetzten. Wir haben langsam und sehr übersichtlich im Onlinhandel begonnen. Bereits am Ende unserer Ausbildung sind wir zusammengezogen, zuvor hat er sozusagen in meinem Elternhaus mitgewohnt und waren schon zu diesem Zeitpunkt 24h beisammen.

Wir ergänzten uns einfach. Wenn ich was nicht wusste, fing ich an die Frage zu formulieren, sah Ihn an und musste die Frage nicht zuende formulieren, denn ich fand die Antwort auf meine Frage, indem ich Ihn nur ansehen musste. Ich kann euch nicht sagen, wie sehr mir diese Situationen fehlen. Er ging einfach ohne ein Wort zu sagen, zu sagen das es wirklich sehr eng aussieht, das er bald sterben kann oder wird. Wer weiss ob er es überhaupt selbst wusste. Er hat uns immer wieder Hoffnung gegeben und immer gesagt, jetzt mach ich noch die OP, die Therapie, etc. Dann geht es wieder Berg auf. Doch so war es nicht und ich habe es viel zu spät erkannt.

2008 wurde ein schwarzer Leberfleck, welcher bereits rot umkreist war und geblutet hatte herausgeschnitten, analysiert und bereits ein Tag später erhielt er eine Anweisung sich in die UNi Klinik zu begeben. Ab da fing alles an. OP an der linken Wade, an der Leiste, dann 2 Bestrahlungen, eine Interferontherapie, zwei weitere Studien. Es war einfach so viel und für was das alles? Hat er durch das alles wirklich länger gelebt? Oder war das alles nur quälerei? Sein ganzer Körper war inzwischen befallen und in in den letzten 1,5 Jahre konnte man eine Stellle, anhand seines Armes deutlich sehen. Er stöhnte Nachts vor schmerzen und ich konnte einfach nichts machen. So wie er es mir beschrieben hat, drückte seiner Meinung nach der Tumor gegen sein Knochen. Sein rechter Arm war doppelt so dick, wie sein linker. Und glühte wie eine heisse Bratpfanne, worauf man sicherlich ein Spiegelei drauf kochen konnte.

Die letzten 9 Monate seines Lebens war er Krangeschrieben, zuvor ging er permanent, sogar nach den Strahlentherapien arbeiten. Ich habe Ihn zu fast jedem Arztbesuch begleiten können und eine Aussage die darauf hinweisen könnte, das es bald zuende sein könnte, habe ich nie gehört. Selbst als ich Ihn von zuhause aus, gegen seinen Willen, einweisen lassen musste, weil er sich nicht mehr bewegen konnte, nicht mehr alleine ins Bad gehen konnte und ich Ihn bereits zwei Tage im Bett waschen musste, habe ich keine richtige Auskunft erhalten. Was da Sache ist. Im Krankenhaus in unserem Ort/Stadt wurde er untersucht und er wurde gefragt, wie viel Hoffnung die Uni Klinik uns gemacht hätte und er antwortet mit: viel Hoffnung. Er wurde dann in die Uni Klinik verlegt und ich ging nochmals zu den Ärzten. Ich wollte wissen, wie lange er noch hat. Ich wollte doch nur wissen, ob noch ein Paar Tage, Wochen oder Monate !!! Ich habe keine richtige Aussage bekommen !!!! dieses darum gerede !! das kann man so nicht sagen ... bla bla bla ... Sein Bester Freund, welcher sich sehr intensiv, auch mit den Fachbegriffen der Krankheit befasst hatte, suchte den zuständigen Arzt auf und wollte endlich wissen was wirklich Sache ist. Nach langem hin und her bekam er eine Antwort. Aber für mich war diese Antwort viel zu spät!!!! denn zu diesem Zeitpunkt waren wir schon ca.4 Tage im Krankenhaus und das 24h. inzwischen lag er schon 1 Tag ohne was zu sagen einfach nur da. Eine Nacht davon wachte er auf und redete mit mir als wäre nichts gewesen. Er fragte mich, was mit mir sei, wieso ich in einem Krankenbett neben ihm lege. Er erzählte von seinen Zielen die er noch hat, ein kleines Haus an irgend einem kleinen See, wo es einfach nur ruhig ist. Und noch so vielen Realen Sachen. Als die Ärzte am Morgen kamen und Fragen stellten, ob er schmerzen hat, sagte er kein Ton. Ich hab das einfach nicht verstanden. Als die Ärzte wieder gingen, fragte ich Ihn, wieso er nicht geantwortet hat und er sagte leise: nicht so laut, Sie können uns hören :-( ... ich verstand nichts mehr. Das war eines seiner letzten Worte. Denn dann ging alles sehr schnell. Er konnte kaum noch trinken. Ich befeuchtet ständig seinen Mund und nach einer gewissen Zeit, durfte ich dies nicht mehr machen und die Krankenschwestern machten dies. Doch zu diesem Zeitpunkt, war es mir noch nicht bewusste, ich habe es einfach nicht wahrgenommen, das er gerade dabei ist zu sterben. Als ich aus dem Zimmer ging, habe ich ihm einen Kuss gegeben und ihm gesagt, dass ich Ihn Liebe. Er lag schon stunden ohne eine Reaktion da. Als ich von der Toilette kam und ich beeilte mich sehr, meiner Einschätzung nach dauert es keine Minute. Aufjedenfall freute ich mich, das er seine Augen offen hatte und sagte; hey, du bist ja wach. Doch die Freude hielt nicht lange an. Denn er war in dem Moment, als ich auf der Toilette war, von uns gegangen. Ich drückte den Knopf, rannte aus der Tür und brach einfach zusammen. Ich wollte es einfach nicht wahr haben. Selbst in den letzten Tagen, hatte ich noch die Hoffnung, das es irgendwie aufwärts geht. Hätten die Ärzte doch bloß früher was gesagt, hätte ich noch etwas Zeit, mit ihm verbringen können, bzw. uns in irgend einer Art verabschieden können ??? ??? oder so ähnlich.

Am Anfang unserer Beziehung hat er mir einen Brief geschrieben. In dem er mir Versprach alles für mich zu tun, mich nie im Stich zu lassen, und solche schöne Dinge. Und so war es auch und das über 8 Jahre, selbst in den Jahren, als es ihm schlecht ging. Doch manchmal wenn ich einfach nicht weiter weiss, weil so vieles sich geändert hat, eigentlich mein ganzes Leben, sage ich vor mir hin: "du hast es mir versprochen, helf mir doch und jetzt bist du einfach gegangen, ohne ein Wort." Es schmerzt so sehr, mein Kopf platzt gleich vor Kopfschmerzen, weil ich während diesen langen Textes so viel geheult habe.

Antworten
ssn]owwxitch


mein Beileid :)- :)- :)-

ich wünsche dir ganz viel Kraft :)* :)* :)* :)* :)*

KQermxely


Es tut mir so leid, mein herzliches Beileid.

Leider kann ich dir nicht helfen, aber ich wünsche dir ganz viel Kraft.

dHann ylenxe


:)- du Arme, so lange zusammen und so jung zusammengekommen, ich kann mir vorstellen, in welch tiefes Loch du gefallen bist. Das Rausklettern wird schwer, aber du wirst sehen, es wird dir gelingen. Dein Lebenspartner wird dir vom Himmel aus zusehen und vielleicht, wenn du es zulassen kannst, kann er dir dabei helfen, in Gedanken, in Erinnerungen, in Gefühlen... ich wünsch dir viel Kraft und viel Lebensmut :)*

P\iMaf05039


Ich kann mir vorstellen, wie schlecht es dir geht. Und ich finde du solltest dir Hilfe holen. Du hast in sehr jungen Jahren den wichtigsten Menschen in deinem Leben verloren. Das sollte gut verarbeitet werden und dich nicht für die Zukunft, die vor dir liegt, blockieren. Das hätte dein Partner nie gewollt. Er wollte immer alles für dich tun und für dich da sein. Daher konnte er auch nicht sterben so lange du bei ihm am Bett gesessen hast. Er hat ganz bewusst diesen Augenblick gewählt um zu gehen. Weil er dich schützen wollte.....aus unendlicher Liebe! Und diese Liebe solltest du immer im Herzen behalten. Aber darüber auch nicht dein eigenes Leben vergessen. Du wirst ihn irgendwann im Himmel wieder sehen....glaub ganz fest daran.

Warum die Ärzte nichts gesagt haben? Weil sie es nicht wussten? Weil sie es nicht wollten? Sieh es als Vorteil. Hättest du die letzte Zeit mit ihm unter diesem Damoklesschwert verbringen wollen, wo du nur ständig gerechnet hättest....noch drei Monate....noch zwei....noch einer.....das ist nicht schön. Es ist oft besser wir wissen nicht, wie viel Zeit noch bleibt.

Ich habe im Bekanntenkreis einen ähnlichen Fall erlebt. Die Frau saß Tag und Nacht am Bett ihres Mannes. Irgendwann hat jemand dem Sohn gesagt, daß sein Vater nicht gehen wird so lange seine Mutter am Bett sitzt. In dieser Nacht hat sich der Sohn ans Bett gesetzt. Und als die Mutter schlief (im Bett nebenan) hat er zu seinem Vater gesprochen. Er hat ihm gesagt, daß er weiß, daß er keine Kraft mehr hat und es verstehen kann, wenn er gehen will. Er werde sich um seine Mutter kümmern.....nur kurze Zeit später ist der Mann gegangen.....

Es ist der größte Liebesbeweis, den wir einem Menschen entgegenbringen können....daß wir ihn gehen lassen, wenn er keine Kraft mehr hat zu kämpfen. Und du warst bei ihm bis zu diesem Moment....sei stolz auf dich !

Aber: schau jetzt nach deinem Leben ! Mach es für ihn....

SNupe-rk}röte


imHimmel

Das tut mir sehr leid das dein Freund gestorben ist :)- . Oft "gehen" die Menschen von uns wenn man für kurze Zeit mal das Krankenbett verläßt (ist meiner Oma zweimal so passiert). Vielleicht können sie dann besser loslassen. Ich weiß trauer tut weh, seelisch wie körperlich, es ist ein absoluter ausnahmezustand.

Wein und trauere, das ist dein gutes recht. Diese Zeit die ihr zusammen hattet kann dir keiner mehr nehmen, er wird immer in deinem Herzen bleiben. Er wird in deiner erinnerung nie verblassen.

Und ich glaube das er dort ist wo er keine schmerzen mehr haben muß, dort wo es ihm gut geht.

Der Schmerz wird kleiner werden, die erinnerung bleibt und irgendwann wirst du dich fast nur noch an die schönen momente zurückdenken. Ich wüsch dir ganz viel Kraft :)*

wVa[lxd


Liebe imHimmel,

ich kann dich verstehen :)- Mir ging es genauso, als meine Mama gestorben ist. Sie war auch krank. Aber wie bei dir hat niemand uns gesagt, dass es so schnell gehen wird. Am Sonntag waren wir bei Ihr noch zum Essen eingeladen... SIE hat noch für uns gekocht.... am Montag ist sie gestorben... einfach so.... sie ist vorher noch mit dem Hund gassi gegangen... heim gekommen... hat sich hingelegt... meine Schwester wollte wissen was los ist... sie sagte nur: Ich steh gleich wieder auf... und sie wartete bis meine Schwester den Raum verliess... 2 min. später war sie tot.... ! Wir alle waren total fertig... aber dann... habe ich einen Traum gehabt: Sie stand vormir und sagte ganz klar: der Tag an dem ich gestorben bin, war der schönste Tag in meinem Leben. Das war sooo schön... wirklich. Und auch heute erscheint sie mir noch oft im Traum..... auch bei dir wird es so sein... du wirst sehen... er ist da.... Ich wünsche dir auch so ein schönes Erlebnis...dann gehts dir besser.... :)* :)* :)*

Alles Gute

TreufeQlswBe{ixb


Ich habe Gänsehaut und Tränen in den Augen. Es tut mir so leid. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.

hXawaLithoaxst


Ich habe deinen Text gelesen und kann es kaum glauben,

wie schnell das Leben vorbei sein kann.

Ich finde die Geschichte sehr traurig und empfinde in Gedanken unbekannterweise

mit dir. Das Leben der anderen geht weiter und das eigene hält an.

Ich wünsche dir viel Kraft.

Wenn du jemandem zu schreiben brauchst, bin ich gern da.

Die Ärzte kann ich auch nicht verstehen.

Ob das in solchen Situationen dem Umfeld nie mitgeteilt wird?

Es hätte dir vielleicht geholfen, es eher zu wissen. Man wird es nun nie wissen.

Vielleicht haben sich die Ärzte auch nicht getraut??

Ich sende viele liebe Grüße, auch von jemandem mit Problemen, den der heutige Tag sehr traurig gemacht hat. Verlust eines geliebten ist ein anderes Kaliber.

Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber ich hoffe, du findest halt in deinem Umfeld, viele können einem emotional nicht so helfen, einfach weil sie es schlicht nicht können.

Aber trotzdem: Du bist nicht allein...

:)- :)* :°( :°_ :)- :)- :)-

:)* :)* :)*

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