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Es wird immer schlimmer...

u"te26x01 hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle,

Ich bin sehr froh diesen Chat gefunden zu haben!

Mein Mann ist vor sechs Monaten im Alter von 45 Jahren an Krebs gestorben.

Ich finde einfach nicht ins Leben zurück!

Ich vermisse ihn jede Sekunde und wäre ihm am liebsten gefolgt!

Wie soll ich damit nur Leben können?

Ute

Antworten
T{umxan


Mein Beileid für Dich. :°_ :)- :)*

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die Trauer Dich nicht loslässt und umgekehrt, Du die Trauer (noch) nicht loslassen kannst. Dein Mann war noch jung und ihr hattet wahrscheinlich noch soviel Dinge, die ihr noch zusammen erleben wolltet – es fällt einem unendlich schwer, damit klar zu kommen und ganz alleine irgendwo weiterzumachen, wenn man noch nicht einmal weiß, wohin man gehen soll und wozu.

Vergiss nicht, dein Mann ist nicht verloren. Er ist immer noch da. Ich persönlich glaube daran, dass wir nach unserem Tod nur die Ebene wechseln, auf der wir existieren – nicht, dass wir ausgelöscht werden. Seine Existenz hier in dieser Welt ist vorüber, Deine jedoch nicht. Es gibt einen Grund, weshalb Du noch hier am Leben bist und den gilt es zu finden und auszuschöpfen. :)z

Versuche vielleicht nur, von einem Tag auf den anderen weiterzumachen. Denk nicht zu weit in die Zukunft – schaffe nur einen Tag nach dem anderen. Einen Schritt nach dem anderen. Einen Atemzug nach dem anderen. Ich weiß, es tut weh und es ist anstrengend, nicht aufzugeben.

Aber sei ehrlich, wenn Dein Mann mit Dir jetzt in dieser Sekunde reden könnte, würde er dann wollen, dass Du ihm folgst, oder würde er wollen, dass Du dein Leben lebst, solange du kannst und so gut du es kannst. Würde er Dir Glück wünschen und Freude, oder Trauer und Schmerz? Ich glaube daran, dass wir unsere Freunde und Lieben wiedersehen werden, aber wir haben dieses Leben nicht umsonst auf uns genommen und müssen uns auch den dunkelsten Augenblicken darin so mutig stellen wie wir nur können. Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute. :)- :)_

F%unk\ekl/stexin


Liebe Ute,

es tut mir sehr leid für euch.

Dass die Lücke, die dein Mann hinterlässt, für dich jede Sekunde so schmerzhaft präsent ist und sich die Traurigkeit und Verzweiflung endlos anfühlen, kann ich verstehen.

Ich glaube, in deiner Situation kann man gar nicht anders als – wie Tuman bereits schrieb – einfach von Tag zu Tag zu leben. Versuchen, jeden Tag irgendwie zu überstehen.

Das ist furchtbar anstrengend und kräftezehrend, ich verstehe, dass man müde ist und allem überdrüssig wird.

Es ist sicherlich sehr schwierig, aber versuche gut auf dich zu achten und in dich hinein zu fühlen und zu hören: Was könnte dir jetzt im Moment gut tun?

Das kann heute dieses und morgen schon wieder anders sein, aber wenn dir danach ist, zu reden, versuche es zu tun. Wenn dir danach ist, zu schweigen, versuche es nicht anders zu machen. Betrinke dich, wenn du dich betrinken willst. Verbringe drei Tage im Bett, wenn es sich richtig anfühlt. Gut kann sich im Moment ohnehin gar nichts anfühlen. Wie auch? Dein Mann ist weg, da ist nichts, aber auch gar nichts gutes dran. Du kannst aber, wie gesagt, tun, was in der Minute passend und richtig für dich ist. Ruhe und Einigeln oder sich von anderen umsorgen lassen oder sich überall mit Erinnerungen, Bildern, Fotos konfrontieren oder für einen Tag wegfahren und versuchen sich für wenige Stunden abzulenken oder, oder, oder... Sorge dich um niemand anderen, als um dich.

Und das Sorry, Tuman: no offense, nur mein persönliches Empfinden:

Aber sei ehrlich, wenn Dein Mann mit Dir jetzt in dieser Sekunde reden könnte, würde er dann wollen, dass Du ihm folgst, oder würde er wollen, dass

ist in meinen Augen Bullshit.

Dein Mann hat Verständnis für alles, was du gerade durchlebst und fühlst, denn ihm ginge es, wäre die Situation umgekehrt bestimmt nicht anders. Dein Mann versteht deine dunkelsten Gefühle und Wünsche, er versteht deinen Schmerz und deine Traurigkeit. Er versteht, dass dir zum weinen, zum schreien, zum kotzen und vielleicht sogar zum lachen ist, weil die Situation einfach so unfassbar ungerecht und schrecklich ist. Er versteht.

Dieses Aber dein Mann würde doch nicht wollen, dass du... ist mit eines der furchtbarsten Dinge, die man einer liebenden, trauernden Ehefrau sagen kann...

Ute, im Ernst, du musst kein schlechtes Gewissen haben und bitte lasse dir von niemanden eines machen. Du kannst alles fühlen und tun, was du möchtest. Du sollst und musst gar nichts.

Alles Liebe für dich!

T$uman


@ Funkelstein

Ich möchte bei diesem Thema nicht streiten, muss es allerdings klarstellen :)*

Und das Sorry, Tuman: no offense, nur mein persönliches Empfinden:

Aber sei ehrlich, wenn Dein Mann mit Dir jetzt in dieser Sekunde reden könnte, würde er dann wollen, dass Du ihm folgst, oder würde er wollen, dass

ist in meinen Augen Bullshit.

Ich denke, da gibt es Miss"verständnis" dessen, was ich sagen wollte:

Würde ich im sterben liegen oder tot sein würde, und die Möglichkeit hätte, meiner Frau oder meinem Freund zu sagen, er solle versuchen, wieder glücklich zu werden und sein Leben zu leben, dann würde ich das tun, sofort! Ich wäre keineswegs damit einverstanden, dass sich jemand, den ich liebe, meinetwegen umbringt oder auch nur "unglücklich" ist und keinen Weg da mehr heraus findet, weil ihn die Trauer buchstäblich auffrisst. DAS habe ich gemeint.

Du kannst alles fühlen und tun, was du möchtest. Du sollst und musst gar nichts.

Na, und wenn die Trauer sie blind macht und hilflos, dann kann sie ebenfalls gehen und dem Leid entfliehen und ihrem Leben...ist das der Kern deiner Aussage oder hab ich das missverstanden ? Die TE hat geschrieben, sie wäre ihrem Mann am liebsten in den Tod gefolgt...findet das denn deine Zustimmung ?

Lwil[ja4/evexr


ganz ehrlich eigentlich bringen die ganzen Ratschläge ja doch nichts, ich habe dasselbe mit meinem Vater erlebt, also ich 15 war ist er an Krebs gestorben. Und die einzige Möglichkeit es durchzustehen ist, es durchzustehen.

F;unkIe=lGstexin


Tuman

Ich wäre keineswegs damit einverstanden, dass sich jemand, den ich liebe, meinetwegen umbringt oder auch nur "unglücklich" ist und keinen Weg da mehr heraus findet, weil ihn die Trauer buchstäblich auffrisst.

Das Problem ist aber nunmal, dass man von der Trauer aufgefressen wird und das nicht nur buchstäblich.

Tuman, sei mir nicht böse und glaub' mir: ich sehe und verstehe den Kern deiner Aussage. Natürlich, man wünscht sich für seine Lieben immer das Allerbeste. Das ist zu Lebzeiten so und das ändert sich auch nicht, wenn man im Begriff ist zu sterben. Man möchte immer, dass es den Menschen, die man liebt, gut geht. In dem Punkt sind wir uns bestimmt einig.

Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass eben genau dieser Grundgedanke Trauernden, die ohnehin besonders dünnhäutig, sensibel und verletzlich sind, unglaublich viel Druck auferlegt. Der Verstorbene möchte, dass man glücklich ist, aber nun sitzt man da und ist – richtig – todunglücklich und hat das Gefühl, niemals wieder Glück empfinden zu können. Im Moment kann man den gutgemeinten und lieben Wünschen einfach nicht gerecht werden, verstehst du? Wenn ich dann so etwas lese, wie Ich wäre keineswegs damit einverstanden dreht sich mir einfach der Magen um.

Trauer ist etwas hochkomplexes. Hunderte, tausende Gefühle, die sich zum Teil sogar selbst widersprechen toben im Kopf und im Herzen und es ist verdammt schwierig, damit umzugehen und zu leben. Warum dann also auch noch diesen Erwartungsdruck aufbauen und dem Trauernden eine zusätzliche Belastung auferlegen. Aber er wollte doch, dass du glücklich bist... Ganz ehrlich: das ist einfach nur sch****.

Zwei Dinge sollen hier aber zur Sicherheit klargestellt werden:

1.) Ich spreche hier nur von Gefühlen. Nicht von Taten. Das Thema Selbstmord hatte ich in meinem ersten Text nirgendwo aufgegriffen.

2.) Tuman, das geht nicht gegen dich im speziellen, sondern soll im Allgemeine verdeutlichen, dass solche Aussagen für betroffene Personen einfach nicht hilfreich sind.

Die TE hat geschrieben, sie wäre ihrem Mann am liebsten in den Tod gefolgt...findet das denn deine Zustimmung ?

Dass die TE ihrem Mann gerne in den Tod gefolgt wäre und das von ihr empfundene Gefühl, kann ich nachvollziehen. Dass sie also so unfassbar traurig, hoffnungslos und verzweifelt ist, findet weder meine Zustimmung, noch meine Ablehnung.

Wo kämen wir denn hin, wenn man Trauernden und Menschen generell abspricht, was sie empfinden und meint, ihnen sagen zu dürfen, welche Gefühle in welcher Situation gerechtfertigt oder nicht gerechtfertigt sind?

Worauf du anspielst, nämlich ob ich die Tat des Suizids als Ausweg gutheiße oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle.

Darum geht es hier in meinen Augen auch gar nicht.

Der TE geht es schlecht. Ihr Mann ist tot. Das ist scheiße. Es kann nicht schlimmer sein und der Schmerz ist so verflucht groß, dass man sich manchmal einfach nur wünscht, alles ginge zu Ende und man könnte wieder zusammen sein. Dieser Wunsch, diese Empfindung ist legitim und zwischen Empfindung und tatsächlichem Vorhaben sowie der Tat selbst liegen Welten. Welten.

Ich finde einfach: wenn jemand seine Gefühle beschreibt, sollte man nicht werten und sie gutheißen oder ablehnen, sondern den Menschen und dessen Empfindung einfach wahrnehmen. Wahrnehmen ohne Wertung.

Vielleicht, vermutlich, wahrscheinlich wird die TE irgendwann, irgendwann wieder so etwas wie glücklich sein können. Vielleicht, vermutlich, wahrscheinlich wird es ihr irgendwann besser gehen.

Dieses Irgendwann scheint sich jetzt und heute aber für die TE noch unendlich weit weg anzufühlen.

Das ist okay. Total okay. Kein Druck, kein Stress. Es ist so und das ist okay. Meine Meinung! Als Außenstehender kann man nur versuchen, der TE Ideen und Wege aufzuzeigen, um sich auszuruhen und in diesem Schmerz selbst zu pflegen.

Teumaxn


@ Funkelstein

Ok, jetzt verstehe ich besser, was du gemeint hast :)_

Du hast recht damit, dass man Trauer zulassen soll und muss – sie ist unverzichtbar und jeder hat das Recht zu trauern, egal, wie lange es dauert und wie heftig es ist. Ich las aus dem Eingangsposting heraus, dass die TE nicht mehr weiss, wie sie damit umgehen soll und versuchte ihr zu sagen, dass über die Trauer hinaus auch noch ein Leben auf sie wartet, was gelebt werden will.

Möglich, dass ich mit meinem Posting dem Jetztzustand einige Schritte zu weit voraus war.

Wenn jemand in einem Forum ein derartiges Thema zur Sprache bringt, interpretiere ich das so, dass derjenige an einem Punkt angekommen ist, wo er nicht mehr weiss, wie es weitergehen soll und nicht nur Beileidsbezeugungen hören (lesen) will, sondern Erfahrungen der Leser.

Ich selbst habe mit fünf Jahren meinen vier Jahre alten Bruder bei einem Verkehrsunfall verloren und sehr, sehr lange getrauert – nicht zuletzt deswegen, weil man mir damals zu verstehen gegeben hatte, dass ich für dieses Unglück mit verantwortlich gewesen sei...Ich hörte erst mit der Trauer auf, als ich meinem Bruder im Traum begegnete und er mir gesagt hat, dass es ihm gut ginge und er nun bei einer anderen Familie lebe...ob das ein wirklicher Kontakt zu ihm war oder mir mein Unterbewußtsein mitgeteilt hat, es sei nun genug der Trauer, sei dahingestellt. Hätte ich damals aber all die Jahre jemand gehabt, der mir reell gesagt hätte, dass ich ein Leben zu leben habe und es gut und richtig ist, hätte ich vielleicht nicht so lange trauern müssen... ":/

Ich fand es deshalb wichtig, darauf hinzuweisen, auch wenn ich vielleicht über das Ziel hinausgeschossen bin.

Sorry auch an Ute, wenn es so rüberkam.

F%unkeRlstxein


Tuman

Auch dein Verlust tut mir leid.

Ich habe wohl auch etwas zu emotional auf deinen Hinweis reagiert. Trauer ist einfach ein sehr, sehr sensibles Thema und wahrscheinlich hat beinahe jeder diesbezüglich seinen eigenen wunden Punkt.

Grundsätzlich finde ich es aber gut, dass du die TE auch auf deine Sichtweise und indirekt auf deine eigene Erfahrung aufmerksam gemacht hast. Das hat schon seine Richtigkeit so.

Ute

Vielleicht hilft es dir ein wenig, hier deine Gedanken niederzuschreiben.

Hier hat immer jemand ein offenes Ohr für dich!

ukte25601


Danke an Euch!

Es ist schön das mann hier ernst genommen wird!

Ich habe einfach immer das Gefühl das meine Umgebung der Meinung ist; Du hast jetzt genug getrauert;

Wir waren seit 25 Jahren zusammen und haben vier Kinder.

Alls ich das erste mal sagte ich möchte wieder bei meinem Mann sein,

sagten alle ich muss an meine Kinder denken.

Aber keiner versteht das ich nicht nur Mutter bin!

Und das zweite war das Sie mich in eine Klinik schicken wollten.

Ich habe es satt immer zu erklären warum ich traurig bin!

Ich habe meinen Mann bis zu Schluss beim Sterben begleitet und musste auch lange im Krankenstand sein.

Ich arbeite in eonem Pflegheim und betreue alte Menschen.

Das geht im moment auch nicht!

Es gibt einfach keinen Trost für mich

F;unke$lLstein


Ich habe einfach immer das Gefühl das meine Umgebung der Meinung ist; Du hast jetzt genug getrauert;

Alls ich das erste mal sagte ich möchte wieder bei meinem Mann sein,

sagten alle ich muss an meine Kinder denken.

Aber keiner versteht das ich nicht nur Mutter bin!

Ich habe es satt immer zu erklären warum ich traurig bin!

Ute, niemand hat das Recht dir zu sagen, ob und wann du "genug getrauert" hast. Trauer hat kein Ablaufdatum und keine Maßstäbe.

Vermutlich haben die Menschen in deinem Umfeld Sorge, dass du den Bezug zum alltäglichen Leben verlierst und in der Trauer um deinen Mann "versinkst". Doch selbst wenn diese Angst begründet ist, finde ich es schade, dass auf dich offenbar auf so unsensible Weise Druck ausgeübt wird.

Du darfst traurig sein, Ute. So lange und so viel du willst.

Ich bin mir sicher, dir ist bewusst, dass auch deine Kinder um ihren Vater trauern und versuchst da zu sein. Trotzdem hast du recht, du bist nicht ausschließlich die Mutter der Kinder, die ihren Vater verloren haben. Du bist auch die Frau, die ihren Mann bis zum Schluss begleitet hat und schlussendlich gehen lassen musste. Deine Trauer steht der deiner Kinder um nichts nach. Deine Gefühle und dein Schmerz ist ebenso bedeutsam und wichtig. 25 Jahre sind eine sehr lange Zeit und über den Verlust des geliebten Partners kommt man nicht in wenigen Monaten hinweg.

Hast du vielleicht die Möglichkeit, mit jemandem zu sprechen, der dir wirklich zur Seite steht und dir nicht noch zusätzlich ein schlechtes Gefühl gibt? Wäre ich an deiner Stelle, würde ich mich den Menschen, die mir durch ihre Ansichten und Worte nicht gut tun, wahrscheinlich verschließen und versuchen, Ansprechpartner zu finden, die mir wirklich helfen können.

Wenn es niemanden gibt, nicht in deiner Familie oder in deinem Freundeskreis, wäre es für dich vielleicht eine Möglichkeit, mit einem Seelsorger oder Trauerbegleiter zu sprechen? Es gibt auch Selbsthilfegruppen für trauernde Menschen. Das alles ist nicht jedermanns Sache, für mich wäre das beispielsweise eher nichts, aber ich weiß, dass sich manche Menschen unter anderen, denen gleiches oder ähnliches widerfahren ist, am wohlsten und am besten verstanden fühlen. Das sind nur Ideen, die mir durch den Kopf gehen. Vielleicht kannst du etwas für dich mitnehmen.

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