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Wie geht man mit einem Selbstmord um?

l:un.arockxt. hat die Diskussion gestartet


Vor zwei Tagen hat sich mein Ex-Freund das Leben genommen. :°(

Das letzte mal, dass jemand gestorben ist, ist 13 Jahre her und jetzt bin ich überfordert. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich habe das Gefühl, dass ein rießen Stein auf mir liegt, den ich nicht beiseite heben kann.

Mir schlägt sowas sehr schnell auf den Magen und ich fühl mich schlecht, weil ich nicht weinen kann. Gestern mal kurz, wo es mir gesagt wurde, aber jetzt ist das so unreal.

Wie geht man mit einem Selbstmord um? Wann hört dieses hilflose Gefühl wieder auf? :°(

Antworten
Mzollienmchen


Ich habe so etwas noch nicht erlebt und kann daher nicht sagen, ob/wann dieses Gefühl wieder aufhört.

Was macht Dich hilflos? Dass Du ihn nicht davon abhalten konntest? Dass Du nicht verstehst, warum er das gemacht hat? :°_

lWunaroxckt.


Danke für deine Antwort.

Dass Du nicht verstehst, warum er das gemacht hat?

Ja, sowas zum Beispiel, oder wie er es geschafft hat, dass er solche Gedanken verstecken konnte.

Jetzt habe ich panische Angst vor der Beerdigung, obwohl ich weiß, dass der Abschied wichtig ist.

Am meisten wünsche ich mir grad einfach, dass dieses komische Gefühl verschwindet und ich ordentlich damit umgehen kann.

M+ollie@nchexn


Ich denke, das braucht einige Zeit. Setz Dich selbst nicht unter Druck.

Ich kenne so hilflose Gedanken in anderen Zusammenhängen (eine mir nahe stehende Person hat etwas für mich unfassbares gemacht, z.B. sich selbst verletzt). Ich versuche nachzuvollziehen und zu verstehen, aber es geht einfach nicht. Das ist natürlich noch mal anders als ein Selbstmord, denn ich kann die Person immerhin noch fragen (auch wenn ich die Antwort nicht wirklich verarbeiten kann). Aber ich kann mir trotzdem ansatzweise vorstellen, was in Dir vorgeht. Bruchstückhaft wenigstens.

Du wirst sicher nicht verhindern können, dass es jetzt noch ein paar Wochen (Monate?) in Deinem Kopf rotiert und tausend Fragen auftauchen. Aber irgendwann wird es sich im Kopf allmählich zurecht sortieren und am Ende bleibt einem – klingt hart und traurig – nichts anderes übrig, als die Entscheidung, dass Dein Ex-Freund aus dem Leben scheiden wollte, zu akzeptieren. Und auch einzusehen, dass Du ihn nicht davon hättest abhalten können, auch dann nicht, wenn er seine Gedanken nicht versteckt hätte.

Klingt jetzt sicherlich erstmal nach Utopie, aber einen anderen Weg gibt's, glaube ich, nicht.

H]oneyt_BunCny91


:°_ mein Beileid :)-

Als meine Uroma damals Selbstmord beging haben wir eine Trauerkarte mit einem Spruch bekommen den ich sehr passend und hilfreich fand:

"Frag nicht warum, Frag nicht wozu -

Sonst kommt dein Herz niemals zur ruh'"

Sprich: frag dich nicht warum er das getan hat, er wird seine Gründe gehabt haben, die Mals als "Außenstehender" eh nie begreifen wird. :)_

Lass deine Trauer raus, Weine wenn es dir gut tut, und lass doch trösten :°_ :)*

C6indewrell^a68


Wie war denn die Beziehung zu deinem Ex? Hattet ihr noch Kontakt? Seit wann seid ihr getrennt? Fühlst du dich in irgendeiner Weise "schuldig"?

e7ph?ialtes 7v. txrachis


Leider haben sich schon einige meiner Arbeitskollegen im Laufe meiner 35jährigen Berufsausübung selber gerichtet; aus welchen Gründen auch immer.

Wir verarbeiten diese schrecklichen Vorkommnisse meistens dadurch, dass wir uns in Gesprächen an den Kollegen erinnern und auch über mögliche Gründe sprechen (manchmal sind sie auch bekannt); auf keinen Fall wird darüber geschwiegen.

Ich möchte dir nur den Rat geben, deine Gefühle und Emotionen nicht für dich zu behalten und einen auf stark zu machen, obwohl es innerlich anders aussieht.

Damit meine ich, dass Du deine Empfindungen verarbeiten musst und nicht herunterschlucken darfst. Dieses Verarbeiten findet ja jetzt schon in der Form statt, dass Du im Forum um Hilfe und Rat bittest; weiterhin kannst Du dir eine Vertrauensperson suchen, mit der Du über das Geschehene sprichst oder Du schreibst es nieder etc.

Ich wünsche dir viel Kraft!

A)liceH_arugremaoves


Ich habe ähnliches erlebt allerdings war es bei mir eine sehr gute Freundin meiner Familie die ich eigentlich mein ganzes Leben lang kannte :-( Irgendwann wird der Schmerz etwas besser aber ganz aufhören weh zu tun wird es nie und dieses warum und hätte ich nicht, kommt bei mir heut noch hoch genauso auch bei meiner Mama die sie sogar länger kannte als ich.

@ Honey_Bunny91

Als meine Uroma damals Selbstmord beging haben wir eine Trauerkarte mit einem Spruch bekommen den ich sehr passend und hilfreich fand:

"Frag nicht warum, Frag nicht wozu -

Sonst kommt dein Herz niemals zur ruh'"

da ist etwas wahres, aber so ganz aufhören mit dem Gedankenkarusell kann oft leider nicht.

leunar7ockVt.


Getrennt sind wir schon lange. Danach gabs eine Funkstille, um das zu verarbeiten und dann hat sich eine richtig Freundschaft darauß entwickelt.

Ich weiß, dass das letzte Jahr für ihn echt scheiße gelaufen ist, aber das es so endet ":/ Am Wochenende war er noch völlig normal und hatte Spass und jetzt ist er weg. Er wusste auch, dass es genügend Leute gibt, die ihm immer helfen, wenn er was benötigt hätte. Arbeitslos, Hartz 4, seine Freundin hat sich getrennt, er hat die Wohnung verloren, sein Vater wurde krank, sein Opa ist gestorben und und und. Das war wohl einfach zuviel des Guten :°( :)-

Aber nun gut, er wollte es so. Heute gehts mir auch schon besser und meine Gedanken beschäftigen sich ab und zu auch mal mit anderen Dingen.

Vielen Dank für eure Beiträge, dass hilft mir auf jeden Fall.

S1et7zeUn6


Aber nun gut, er wollte es so.

Es klingt blöd, aber ist das nicht der größte Trost? Dass sein Leid gemildert ist? Gibt es eine bessere Vorstellung als die, dass es ihm jetzt besser geht?

Es gibt Leid, das man nicht aushalten kann, das einfach größer ist als das Leben. Und dann gibt es nichts Besseres als Einschlafen zu dürfen.

Denke daran und sei gewiss: Er hat es so gewollt, das war sein Wunsch.

Dir wünsche ich viel Kraft, das zu akzeptieren :)*

Lzululu,luxlu


Mein Vater hat sich das Leben genommen als ich 9 war. Das kam dann erst hoch als ich 11 wurde. (Meine Eltern lebten getrennt und ich hab ihn kaum gesehen).

Trotzdem war er für mich der beste und es tat sehr weh an ihn zu denken. Jedoch habe ich das ganze irgendwie gut überwunden.. das dauerte ca 2 Jahre, wobei ich erst mit 15 erfuhr dass es ein Selbstmord war. Meine Mutter hatte niemals mit uns darüber geredet.

Meine Schwester wurde im Alter von 15 Monaten von einem Auto angefahren und verstarb damals. dies ist nun 17 Jahre her (Ich war damals 15). Das ganze habe ich vor ca 5 Jahren überwunden.

Es gibt leider keine Antwort auf deine Frage. Such dir jemanden der auch betroffen ist und baue diese Person auf (achte jedoch auch auf dich selbst).. manchmal wirkt es wunder anderen dabei zu helfen dies zu verkraften und sich damit gegenseitig zu stärken.

Rede darüber ... das ist wohl das wichtigste.. lache darüber.. nein nicht "darüber" sondern über alles positive lustige was dir zu ihm einfällt.

Sich das Leben zu nehmen ist ein sehr harter Entschluss welchen manche Leute zu einfach treffen.

Oftmals sind die Gründe dafür nicht verständlich aber wer selbst mal ähnliche Gedanken hatte versteht was in einem vorgeht.. (Ja, ich verstehe)

Fyraglende9x1


Hallo *:),

erst mal mein aufrichtiges Beileid und ich hoffe, es geht dir inzwischen ein bisschen besser. :)*

Leider stößt man im Alltag häufig auf Unverständnis, wenn die Leute erfahren, dass Suizid die Todesursache war. Das war bei mir zumindest so. Die meisten, denen ich erzählt habe dass sich mein bester Freund das Leben genommen hat, reagierten mit Kopfschütteln, kaum jemand mit Beileid oder überhaupt netten Worten. Das härteste, was ich zu hören bekommen habe, war: "Was für ein Idiot. Wer ist schon so dumm und bringt sich selbst um." Eine Woche später beging diese Person ebenfalls Suizid. Da brauche ich wohl nichts zu zu sagen...

Ich wünsche dir von Herzen, dass du mehr Verständnis erfährst.

:)-

Liebe Grüße

M%eist%er_UGlanz


Die Frage, warum er es getan hat, obschon er hätte Hilfe bekommen können, wenn er sie gebraucht hätte, sollte, dürfte dich nicht beschäftigen. Was in einem Menschen wirklich vorgeht, wissen wir als Aussenstehende nicht.

Mein Vater hat sich letzten Dezember entschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Zu akzeptieren, dass es sein Wunsch war, hat mir dabei schon am meisten geholfen. Man kann jemanden nicht zwingen, sein Leben weiterzuführen, wenn er das nicht will. Es ist natürlich eine Flucht und für uns Hinterbliebene oft schwierig zu verstehen. Wenn sowas überhaupt möglich ist. Aber es bleibt nichts anderes übrig. Es ist die letzte Entscheidung, die ein Mensch für sich fällen kann. Und das haben wir, so schwer es sein mag, zu akzeptieren.

Ich wünsch dir, dass du damit schnellstmöglich klarkommst. Wichtig ist, niemand kann etwas dafür. Weder du noch sein Umfeld. Er hat diese Entscheidung für sich getroffen.

mWaljikTa8x2


:)- :)* mein herzliches Beileid :)* :)-

ein Ex-Freund von mir hat sich vor 12 Jahren auch das Leben genommen. Ich war damals 19 Jahre alt und konnte es nicht verstehen, wollte es nicht verstehen. Wir waren immernoch eine Clique und er gehörte nach wie vor zu meinen engsten Freunden...

Ich habe mich damals hingesetzt und ihm einen Brief nach dem anderen geschrieben, in denen ich ihm von meiner Wut, meiner Trauer und meiner Verzweiflung über ein Leben und eine Zukunft ohne Ihn erzählt habe. Ich denke es hat mir in der Zeit viel geholfen. Ich konnte mich auch mit dem Rest unserer Clique austauschen und wir haben zusammen über schöne Erinnerungen an Ihn gelacht und geweint.

Den eigenen Tod stirbt man nur – mit dem der anderen muss man leben... :°_

Nimm Dir die Zeit zum trauern, und wenn Du sauer und wütig auf ihn bist, dann lass es raus, schrei und tobe. Leider bekommt man keine befriedigende Antwort auf das WARUM – versuch es zu akzeptieren, in dem Du denkst, dass er keine Perspektiven mehr gesehen hat und es ihm nun besser geht.

Ich frage mich nach 12 Jahren oft noch nach dem "warum" und dann schiebe ich es zu Seite, schau in den Himmel und sage "Du Arsch, hättest halt mal was gesagt, vielleicht hätte Dir ja jemand helfen können bei was auch immer, aber nein, der Herr hat sich ja fein aus der Affäre gezogen und hat nen Abgang gemacht..." und dann erinnere ich mich wieder an die schöne Zeit mit ihm und trage ein Lächeln im Gesicht und Tränen in den Augen.

Vermissen werden wir die Personen immer, aber es hilft, seinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und ein paar Menschen, die Dir zur Seite stehen, denen es genau so geht. :°_ :)* :)- :)*

C"y]trohEnee


Wann hört dieses hilflose Gefühl wieder auf?

Ist halt von Mensch zu Mensch unterschiedlich, ich trauere noch heute nach 10 Jahren.

Was mich jetzt zutiefst ärgert ist, dass sein Sarg geschlossen war und man sich nicht "Verabschieden" konnte.

Das zerfrisst mich einfach am meisten.

Wie geht man mit einem Selbstmord um?

Da gibt es keinen universellen Ratschlag für. Ich akzeptiere es bis heute nicht, mein Lebenlang werde ich damit leben müssen.

Vielleicht gibt es etwas Trost, falls die Person ein einigermaßen gutes Leben hatte (vor dem Suizid, falls er früher Lebenslustig war) dass man sich sagt: "Hey, er hatte ein gutes Leben" und man sich auf die guten Tage besinnt.

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