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Mutter hat schon neuen Lebensgefährten, komme damit nicht klar

J}elisxaweta hat die Diskussion gestartet


Mein Vater ist Ende des Jahres leider verstorben, was mich sehr schwer getroffen hat. Im Frühjahr wurde bei einer Routine-Untersuchung Krebs festgestellt, dann ging es sehr schnell, die Chemo hat ihm ziemlich zugesetzt. Letztlich war der Tod eine Erlösung für ihn, ich bin für ihn auch froh, dass er nicht noch länger leiden musste. Mir fehlt er aber furchtbar.

Meine Eltern waren über 20 Jahre verheiratet, ich selbst bin Anfang 20 und habe noch eine jüngere Schwester. Wir studieren beide und wohnen deshalb nicht mehr zu Hause, hatten das Studium aber kurzzeitig unterbrochen, um meiner Mutter beizustehen. In den ersten Wochen trauerte sie auch sehr um meinen Vater, doch dann änderte sich ihr Verhalten plötzlich. Sie drängte darauf, dass wir wieder in unseren Studienort fahren und dem Studium nachgehen. Was natürlich auch vernünftig war, denn auch wenn ich gerne die Welt anhalten würde, um irgendwie verschnaufen zu können, weil bei mir immer noch nicht richtig angekommen ist, dass ich nie wieder ein Wort mit meinem Vater werde reden können, er nie wieder zurück kommt... so muss es doch irgendwie weitergehen.

Schnell stellten wir fest, dass sich meine Mutter förmlich ins Leben stürzt, sie war nur noch unterwegs, angeblich mit Freundinnen. Wir waren natürlich froh, denn den langjährigen Lebenspartner und Vater der Kinder zu verlieren, stellten wir uns auch unerträglich vor. Ich will nun nicht zu viel drumherum schreiben, letztlich stellte sich heraus, dass sich meine Mutter von Anfang an mit einem Kollegen traf und nie mit Freundinnen. Die beiden fanden recht schnell zueinander und sind 3 Monate, nachdem mein Vater verstorben war, ein "Paar". Meine Mutter bezeichnet sich als "so glücklich wie nie zuvor", hat alle Bilder und Erinnerungsstücke zu Hause weggeräumt, schafft Platz für ihre neue Liebe, denn der Kollege soll noch diesen Sommer gleich zu ihr ziehen (mit seinen Kindern aus seiner vorherigen Ehe).

Ich weiß gar nicht, wie mir momentan geschieht, ich bin ehrlich gesagt fassungslos. Das Umfeld reagiert positiv, freut sich wahnsinnig für meine Mutter, sie wäre ja noch so jung und solle doch nochmal glücklich werden. Ich hatte mir zwar auch gedacht, dass sie mit gerade einmal um die 50 nicht ihr Leben lang alleine bleiben wird, aber so schnell? ???

Wahrscheinlich werden mir die meisten sagen, dass es mich nichts angeht, schließlich wohne ich nicht mehr zu Hause und meine Mutter hat ihr eigenes Leben. Das stimmt bis zu einem gewissen Grad auch, doch sie trampelt mit ihrem Verhalten im Moment auf allem herum, was mir lieb und wichtig war. Ich kapiere gar nichts mehr, noch vor einem halben Jahr sorgte sie treu für meinen Vater, sagte zur Beerdigung, sie habe die Liebe ihres Lebens verloren... sie waren auch glücklich, ich freute mich immer, denn ich weiß aus dem sonstigen familiären Umfeld, dass es nach über 20 Jahren auch anders aussehen kann.

Keine Ahnung, worauf das Thema hier hinauslaufen soll, ich muss nur mal drüber reden, weil mir im Umfeld die Möglichkeit dazu fehlt. Ich weine noch jeden Tag um meinen Vater, bin ziemlich fertig und meine Mutter schwebt im siebten Himmel, bald sitzt auf dem Platz meines Vaters ein mir völlig fremder Mann, wenn ich nach Hause komme. Meine Schwester hat es die Tage zu Ostern schon erlebt, ich war nicht zu Besuch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, das Fest mit "Stiefvater" zu feiern. Wir wissen seit ca. 4 Wochen von dieser Beziehung und anfangs sagte meine Mutter, für uns würde sich im Grunde ja nichts ändern, sie hätte halt einfach einen Freund, mit dem sie sich hin und wieder trifft, unser neuer Vater wolle er nicht werden. Jetzt sieht es aber so aus, dass er schon halb bei ihr eingezogen ist, weil er familiär wohl irgendwelche Schwierigkeiten hat und eine neue Wohnung sucht, die Kinder sollen zu ihm oder was weiß ich. Ich will damit eigentlich gar nichts zu tun haben, es ist mir alles zu viel.

Könnt ihr mir vielleicht ein bisschen Trost spenden und nicht zu hart mit mir ins Gericht gehen, denn ich bin einfach total überfordert. Vor ein paar Monaten habe ich mit meinem Vater zum letzten Mal gesprochen, ihn zum letzten Mal gesehen, das ist noch gar nicht bei mir angekommen und jetzt ändert sich noch so viel mehr, durch das "Glück" meiner Mutter. Alle außer meiner Schwester und mir, freuen sich für sie. Ich kann das nicht, ich bin noch wie betäubt und gleichzeitig verletzt durch den Verlust.

:°(

Antworten
mdari'on 8ausx wien


sollte nicht das glück deiner mutter-nach diesem schmerzlichen verlust für dich priorität haben?

sie hat durchaus das recht wieder glücklich zu werden.

Hlappy [Banana


Erstmal mein Beileid :°_

Ich glaube deine Mutter versucht einfach nur den Tod ihres Mannes, eures Vaters zu verdrängen. Sie will sich der Trauer momentan nicht stellen. Das sie direkt einen "Neuen" hat ist schwer zu verstehen, aber möglicherweise hat sie auch einfach Angst allein zu sein. Jeder trauert anders und Viele versuchen vor den eigenen Gefühlen zu fliehen. Das es schwer bis unerträglich für dich und deine Schwester ist kann ich nachvollziehen, aber ihr solltet eurer Mutter nicht böse sein. Und sie hat euch doch auch gesagt das er kein Vaterersatz werden soll. :°_

Die andere Möglichkeit wäre vielleicht das die Liebe zwischen deinen Eltern längst nicht mehr da war. Über 20 Jahre verheiratet sein sind eine sehr lange Zeit in der sich viel verändert. Das muss nicht heißen das da vorher schon was lief, aber wenn doch dann solltest du deiner Mutter nicht allzu böse sein auch wenn das sicherlich schwer ist.

Wir sind alle nur Menschen, aber deine Eltern werden in deinem Herzen immer deine Eltern bleiben. :)_ @:) :)* Egal was passiert. Und was noch passieren wird.

SgchokNik@auff`rau


Also ich kann dich da schon verstehen. :°_

Natürlich ist es schön, dass deine Mutter wieder glücklich ist, aber ich beäuge das auch immer recht kritisch, wenn man doch nach so kurzer Zeit nach einem Todesfall eine neue Beziehung eingeht und dann auch noch gleich so "in die Vollen geht".

Könnte es von deiner Mutter nicht auch so eine Art Flucht vor der Trauer oder Verdrängung sein?

Im Endeffekt hat jeder Mensch seine eigene Art, mit Trauer umzugehen und die können andere vielleicht oft nicht verstehen, aber man muss es akzeptieren.

In dem Fall von dir und deiner Schwester ist es allerdings nochmal ein besonderer Fall, da ja schließlich euer VATER verstorben ist und ihr auch damit zurechtkommen müsst, dass ein Fremder jetzt dort leben wird, wo euer Vater lebte und dieser neue Mann bringt noch andere Kinder mit, die dann dort leben, wo ihr als Familie zusammen gelebt habt.

Ich stelle mir das unheimlich schwer vor und wüsste auch nicht, wie ich damit umgehen sollte, aber tun kannst du dagegen nicht.

Ich denke, dass du da einfach noch Zeit brauchst...

Auch wenn das jetzt sehr schnell ging, ist es aber für deine Mutter so besser, wenn das alles funktioniert, als wenn sie den Rest ihres Lebens alleine ist.

Ich hoffe, dass du und deine Schwester irgendwann mit der Situation zurechtkommen könnt. :)_

Nehmt euch einfach die Zeit, die ihr braucht und redet vielleicht einfach mal offen mit eurer Mutter.

Alles Gute. :)*

E]inK aetzchxen


Hast du getrauert? Auch für dich ist es ein schmerzlicher Verlust. Ich lese nur, dass du und deine Schwester für eure Mutter da wart. Das ist sehr schön und familiärer Zusammenhalt unglaublich toll. Und nun studiert ihr wieder. Habt irh immer irgendwie funktioniert? Hattet ihr jeweils Zeit für euch selber?

Jnelzis5awexta


sollte nicht das glück deiner mutter-nach diesem schmerzlichen verlust für dich priorität haben?

"Sollte" ist so eine Sache. Nach Ansicht meiner verstorbenen Großmutter "sollte" man beispielsweise auch das Trauerjahr abwarten. Sie wurde auch mit Anfang 50 Witwe und ging 15 Jahre lang Tag für Tag zum Grab meines Großvaters. Für sie hat nie wieder ein anderer Mann eine Rolle gespielt. Ich will nun nicht sagen, dass das jeder so handhaben muss, aber daran sieht man, dass man das, was man tun "sollte", so und so sehen kann. Es gibt da wohl keine allgemein gültige Vorgehensweise, die für jedermann passt. Ich weiß nur, was ich momentan fühle. Und selbst wenn ich mir mit aller Vernunft sage, dass es durchaus ihr "gutes Recht" ist und ich ja auch froh bin, dass sie sich nicht aufgibt, sich nicht das Leben nahm, sondern weiterlebt... weh tut mir das alles, wie es jetzt läuft, trotzdem.

Ich habe das Gefühl, nicht nur meinen Vater, sondern auch mein Zuhause verloren zu haben nun. Es werden bereits Möbel gepackt und Zimmer "entrümpelt" (alte Spielsachen von uns Geschwistern "Wollt ihr die haben, dann nehmt sie, sonst fliegen sie aufn Müll"), Kleidung von meinem Vater, damit Platz für die Hemden des Neuen sind. Er liegt im Bett meines Vaters, überhaupt alles in der Wohnung hat mein Vater angeschafft, aufgebaut, für uns geschaffen und nun zieht da eine "fremde Familie" ein, die plötzlich für meine Mutter wichtiger ist als alles andere.

Ja, das Leben geht weiter und alles was sie tut, ist "ihr gutes Recht". Ihr Glück geht aber schon ziemlich auf Kosten von uns. Aber klar, eine Mutter darf auch an sich denken und wir sind ja im Grunde erwachsen. Ich hätte früher auch nicht gedacht, dass man mit ü18 noch so aus der Bahn geworfen werden kann, wenn ein Elternteil verstirbt. Hätte gedacht, man fühlt "erwachsener" und kann besser damit umgehen. Ich schaff's aber jedenfalls nicht wirklich...

SPcho4k!ika$uffrau


Ich habe das Gefühl, nicht nur meinen Vater, sondern auch mein Zuhause verloren zu haben nun. Es werden bereits Möbel gepackt und Zimmer "entrümpelt" (alte Spielsachen von uns Geschwistern "Wollt ihr die haben, dann nehmt sie, sonst fliegen sie aufn Müll"), Kleidung von meinem Vater, damit Platz für die Hemden des Neuen sind. Er liegt im Bett meines Vaters, überhaupt alles in der Wohnung hat mein Vater angeschafft, aufgebaut, für uns geschaffen und nun zieht da eine "fremde Familie" ein, die plötzlich für meine Mutter wichtiger ist als alles andere.

Dass das sehr schlimm ist, kann ich mir unheimlich gut vorstellen.

Das war einfach "euer privater Bereich", den sich eure Familie im Laufe der Zeit aufgebaut hat und dem ihr euren ganz persönlichen Stempel aufgesetzt habt.

Wir sind wohl ca. im gleichen Alter und ich könnte damit überhaupt nicht umgehen, wenn sowas passieren würde. Ich glaube, ich würde richtige Wut- und Heulanfälle bekommen, wenn ich mitbekäme, dass dann die Schränke und Zimmer für die neue Familie freigemacht werden, die einfach in euren Bereich eindringen, der dann eben nicht mehr eurer sein wird, da dann andere Menschen dort leben und diesem Bereich auch wieder individuell prägen werden.

Ich kann mir nur vorstellen, dass deine Mutter es vielleicht einfach nicht erträgt, alleine zu Hause zwischen all den persönlichen Dingen deines Vaters und den alten Erinnerungen zu leben? Aber dass es für euch sehr schlimm ist, kann ich wirklich verstehen und das tut mir sehr leid für euch.

m@arionS [aus xwien


gehts doch eher darum,dass du noch immer mit dem verlust nicht zurande kommst?

klar,verständlich-hab auch lang um meinen heissgeliebten papa getrauert+ihn schmerzlich vermisst.für mich sind das aber irgendwie zwei verschiedene sachen

das was du lebst,empfindest

und das was deine mutter lebt,empfindet

eben der verschiedene umgang

du musst nicht gutheissen,wie sie damit umgeht+sie ebensowenig wie du damit umgehst

von einem wirklich sehr guten freund ist die frau gestorben,wirklich lange+jämmerlich

er hat sie jahrelang versorgt+gepflegt,und kurz nach ihrem tod seine neue frau kennengelernt.ich fand das wunderschön,an seinem glück teilhaben zu dürfen,andere sahen es nicht so....

J(eli#sawexta


Erstmal mein Beileid :°_

Danke. Das ist z.B. auch "interessant", zu uns "Kindern" hat das kaum mal einer gesagt, als mein Vater verstorben war, alle haben sich auf meine Mutter konzentriert und uns sogar dazu aufgefordert, dass wir "ja jetzt für sie da sein müssen, gell!" Steht ihr bei und helft ihr... haben wir ja auch gemacht, nur, ich komm mir ja selbst blöd vor, da schon Anfang 20 und doch irgendwie so "kindlich" im Fühlen, was den Verlust angeht: Sie hat nicht nur ihren Mann verloren, sondern wir auch unseren Vater. Sie konnte sich einen neuen Partner suchen, wie wir jetzt sehen, wir hatten aber nur einen Vater und der kann und wird auch nie ersetzbar sein. Er ist einfach weg. Sie ist glücklich und wir müssen jetzt schauen, wie es weitergeht für uns. Raum für unsere Trauer ist bei all dem großen Glück nämlich keiner da.

Und sie hat euch doch auch gesagt das er kein Vaterersatz werden soll

Das hat sie anfangs gesagt, da hat sie auch noch gesagt, ein Zusammenziehen käme nicht in Frage, sie wolle keine neue "Ehe", kein festes Zusammensein, sondern nur ihn als Freund, um etwas gemeinsam zu unternehmen, mal raus zu kommen... neuerer Stand ist ja aber, dass er noch diesen Sommer bei ihr einzieht, das ist fix und seine Kinder (zwischen 16 und 21) kommen auch mit.

Die andere Möglichkeit wäre vielleicht das die Liebe zwischen deinen Eltern längst nicht mehr da war.

Das haben mir auch schon einige gesagt und im Grunde tut mir das doppelt weh... also manche meinen, na ja, Lisa, schau mal, wenn sie so schnell jetzt mit dem Kollegen zusammen kommt, dann wirds vorher mit deinem Papa schon nicht mehr so rosig ausgesehen haben... Das tut mir weh, weil ich meine Eltern erlebt habe und sie sehr glücklich wirkten. Sie machten sich kleine Geschenke, waren aufmerksam, versicherten sich gegenseitig ihre Liebe. Wenn sie anders gefühlt haben sollten, müssten sie sich schon ziemlich dreist belogen haben gegenseitig. Meine Mutter betonte nach dem Tod meines Vaters auch immer wieder, wie sehr sie ihn liebte, ich denke, sie haben sich wirklich noch geliebt. Nur natürlich "verrät" meine Mutter das jetzt in gewisser Weise, wie ich finde, die Mutmaßungen im Umfeld zeigen mir das sehr deutlich und das tut mir weh und vor allem leid für meinen verstorbenen Vater.

Könnte es von deiner Mutter nicht auch so eine Art Flucht vor der Trauer oder Verdrängung sein?

Daran dachte ich auch schon, habe sie gefragt, ob das so sein könnte. Das tut sie aber ab und sagt, nein, sie hätte ja schließlich getrauert, aber sie könne nicht ihr ganzes Leben lang traurig bleiben (zwischen 8-10 Wochen "traurig sein" und "ein ganzes Leben lang" gibt es ja aber schon noch ein bisschen was, hm...) und eben einfach jemanden gefunden, der sooo toll, so super ist, dass sie darauf nicht verzichten möchte. Und man solle sich doch mit ihr freuen und überhaupt, das Leben ist schön...

Nur fehlt eben einer in diesem "schönen Leben" und mir offenbar ganz besonders :°(

Hast du getrauert? Auch für dich ist es ein schmerzlicher Verlust. Ich lese nur, dass du und deine Schwester für eure Mutter da wart. Das ist sehr schön und familiärer Zusammenhalt unglaublich toll. Und nun studiert ihr wieder. Habt irh immer irgendwie funktioniert? Hattet ihr jeweils Zeit für euch selber?

Na ja, ich bin eigentlich jeden Tag traurig, aber ob ich "richtig" getrauert habe, weiß ich nicht so recht. Es gab so viel zu regeln, so viel zu tun, dass ich schon erst jetzt allmählich das Gefühl habe, überhaupt mal verschnaufen zu können und das alles zu realisieren. Und dann kommt gleich der nächste Hammer, neuer Mann, neue Familie... ich sollte bereits mit ihnen Ostern feiern und gemeinsam Ostereier für ein Enkelkind vom neuen Mann verstecken %:| Mir schwirrt der Kopf, ich habe doch gerade erst so halbwegs begriffen, dass mein Vater nie mehr zurück kommt :°(

J8el!isawe ta


@ Schokikauffrau

Danke @:) Es ist ja letztlich so, das weiß ich auch, ändern kann keiner etwas daran und meine Mutter wird ihre Gründe haben, das alles so zu machen. Es ist ihre Sache, ihr gutes Recht, vom Kopf her weiß ich das alles... Es tut aber gut, zu lesen, dass mich jemand verstehen und meine Gefühle nachvollziehen kann. Denn wie gesagt, im Umfeld habe ich niemanden, an den ich mich damit wenden könnte, alle konzentrieren sich auf meine Mutter, sicherlich auch berechtigt und ich stell mich eben so an, obwohl eigentlich schon "erwachsen".

Also nochmal danke @:)

D<afxena


Ich hätte früher auch nicht gedacht, dass man mit ü18 noch so aus der Bahn geworfen werden kann, wenn ein Elternteil verstirbt. Hätte gedacht, man fühlt "erwachsener" und kann besser damit umgehen. Ich schaff's aber jedenfalls nicht wirklich...

Jelisaweta

besser damit umgehen, wird man vermutlich in keinem Alter. Ich habe meine Mutter auch im letzten Jahr verloren. Und ich bin älter als du, weine trotzdem Tag für Tag weil sie mir so sehr fehlt. Und ich auch das Gefühlhabe, mein zu Hause verloren haben.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, das mein Vater (habe ihn seit 25 Jahren nicht gesehen, weiß nichtmal ob er überhaupt noch lebt.) 3 Monate nach dem Tod schon eine neue Beziehung hat. Würde mich vermutlich auch alles aus der Bahn werfen.

Ich vermute wie schon geschrieben wurde, dass deine Mutter versucht die Trauer zu umspielen, nicht richtig zuzulassen, oder zu verdrängen.

Sollte das der Fall sein, denke ich aber auch, dass sie die Trauer irgendwann einholen wird. (So war es jedenfall bei meinem Bruder, die beiden sind im Streit auseinander gegangen und haben sich nicht versöhnen können. Anfangs spielte er den frohen, glücklichen jungen Mann. Doch nach 7 1/2 Monaten ist bei ihm die Trauer angekommen.

Ich wünsche dir und deiner Schwester für diese schwierige Phase in eurem Leben ganz viel Kraft.

l[a/bxe/xmi


Jelisaweta

Ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen, wahrscheinlich ginge es mir in deiner Situation ähnlich. Vielleicht würde es dir helfen, Mutmassungen, welche die neue Liebe deiner Mutter in einem hässlichen Licht erscheinen lassen, beiseite zu legen? Wenn du davon ausgehst, dass ihre positiven Gefühle nur Verdrängung der Trauer oder Verrat an deinem Vater bedeuten können, leidest du doch nur umso mehr. Trauerarbeit ist ja wirklich ein höchst individueller Prozess, gerade, wenn dem Todesfall eine Krankheitsphase vorausgeht, in welcher man sich ja auch schon mehr oder weniger intensiv mit Trauer auseinandersetzen kann. An deiner Stelle würde ich versuchen, die neue Liebe deiner Mutter als etwas Reines, Lebenbejahendes zu verstehen, das auch hätte später eintreffen können, wenn der richtige Partner nicht da gewesen wäre – und ich würde mich vielleicht auch etwas absondern, wenn ich selber mit diesen Gefühlen nicht Schritt halten könnte.

:°_

JhelUisaw1etxa


besser damit umgehen, wird man vermutlich in keinem Alter

Ja, das war damals wohl eine eher kindliche Vorstellung von mir, als ich dachte, man muss nur alt genug sein bzw. werden und dann ist alles einfacher bzw. man kommt besser mit vielen Dingen klar.

Ich habe meine Mutter auch im letzten Jahr verloren. Und ich bin älter als du, weine trotzdem Tag für Tag weil sie mir so sehr fehlt. Und ich auch das Gefühlhabe, mein zu Hause verloren haben.

Das tut mir sehr leid für dich :°_

Ich wünsche dir und deiner Schwester für diese schwierige Phase in eurem Leben ganz viel Kraft.

Danke

An deiner Stelle würde ich versuchen, die neue Liebe deiner Mutter als etwas Reines, Lebenbejahendes zu verstehen, das auch hätte später eintreffen können, wenn der richtige Partner nicht da gewesen wäre

Wenn ich das so sehen könnte, käme ich sicher besser klar. Ich merke schon, dass meine Sichtweise das Problem ist bzw. die Sache zum Problem macht. Ich traue mich jetzt einfach mal, meine Gedanken hier aufzuschreiben, obwohl ich weiß, dass sie einige empören wird und ich das alles eigentlich nicht so sehen "darf" oder "soll". Deshalb kann ich auch sonst nirgendwo drüber reden...

Mein Problem ist nämlich wohl einfach genau dieses Lebensbejahende. Ich wollte um Gotteswillen auch nicht, dass sich meine Mutter komplett aufgibt, sich gar ihr Leben nimmt oder in ein tiefes Loch fällt, aus dem sie es nie wieder heraus schafft. Aber andererseits fühlt sich gerade dieses "Lebensbejahende" irgendwie falsch an, zumindest aktuell noch. Das sind so ganz irrationale und sicherlich auch irgendwie unfaire Gedanken, wie: "Wie kann sie nur so fröhlich sein, wo mein Vater so litt und sterben musste". Denn er wollte leben, hat so gekämpft, wollte bei seiner Familie bleiben, hat alles auf sich genommen, alles erduldet, es ging ihm wirklich schlecht... und ich habe das Gefühl, dass es nicht richtig "gewürdigt" wird, wenn man jetzt schon wieder rumhüpfen und Spaß haben kann. Er war so wichtig und kann doch nicht einfach nahtlos gegen eine andere Person ausgetauscht, ersetzt werden.

Das sind meine Gedanken und Gefühle und ich weiß, dass ich ihr damit teilweise sicher Unrecht tue, aber es ist das, was ich aktuell empfinde und ich weiß nicht, wohin damit.

und ich würde mich vielleicht auch etwas absondern, wenn ich selber mit diesen Gefühlen nicht Schritt halten könnte

Ja, für diesen Weg habe ich mich auch entschieden, denn ich will ihr auch nicht im Wege stehen, ihr keine Vorwürfe machen. Nur kann ich auch nicht meine eigenen Gefühle so komplett vernachlässigen und übergehen und gute Miene machen... das schaff ich auf Dauer nicht, deshalb ziehe ich mich zurück. Vielleicht sieht es in ein paar Monaten oder in ein zwei Jahren anders aus, keine Ahnung. Alles noch sehr unwirklich und unvorstellbar für mich.

F-unYkelsvt%ein


Jelisaweta

Dein Verlust tut mir leid.

Ich finde, dass du in deinem Schmerz und trotz dem empfundenen Kontrast zu dem Handeln deiner Mutter sehr verständnisvoll mit der Situation umgehst und dich bemühst, ihr Verhalten zu akzeptieren. Das könnte nicht jeder.

Es gibt da wohl keine allgemein gültige Vorgehensweise, die für jedermann passt. Ich weiß nur, was ich momentan fühle.

Das stimmt. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, mit der Trauer um einen lieben Menschen umzugehen. Jeder empfindet und verhält sich anders.

Für dich ist wichtig, auf deine Gefühle und dich zu achten und herauszufinden, was dir gut tut. Alles was du fühlst, was dir durch den Kopf geht, ist okay. Du darfst traurig sein solange und soviel du willst und du darfst auch wütend über die Art deiner Mutter mit dem Verlust umzugehen sein. Es sind deine Gefühle. Da gibt es kein "Aber du solltest.". Nein. Alles, was du fühlst ist okay und es darf dir schwer fallen, deine Mutter zu verstehen. Du darfst böse und sauer sein. Du darfst irritiert und verwirrt sein. Dir darf das zu viel sein und zu schnell gehen. Du darfst sagen: "Ich möchte (oder ich kann) die Feiertage nicht mit euch verbringen. Ich spüre, das tut mir nicht gut." Das ist okay und steht dir zu.

Du kannst die Entscheidungen deiner Mutter allerdings nicht ändern. Was du tun kannst, ist versuchen, sie zu akzeptieren, in dem du eine Position in dieser neuen Situation findest, die sich für dich akzeptabel und erträglich anfühlt. Vielleicht kannst du versuchen, ein ehrliches und offenes, ruhiges Gespräch mit deiner Mutter zu führen. Geh mit ihr Mittagessen und sag ihr, wie du empfindest. Du kannst ihr ruhig sagen, dass du dich für sie freust, aber es dir auch schwer fällt zu verstehen und damit umzugehen. Hier hast du, finde ich, sehr geordnet und verständlich beschrieben, wie es dir geht. Auch das kannst du deiner Mutter erklären. Du bist ihre Tochter und sie wird aushalten, dass ihr derzeit unterschiedlich empfindet. Ob sie dich versteht, lässt sich nicht einschätzen. Deiner bisherigen Schilderung zufolge klang es nicht danach, was ich schade finde. Wichtig ist, dass ihr bewusst ist, wie es dir damit geht. Wenn man trauert ist man oft so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass man für andere und deren oft konträren Gefühle blind und verständnislos wird. Vielleicht ist es ihr in dieser Deutlichkeit einfach nicht bewusst. Du kannst ihr auch sagen, wie weh es dir tut, dass du nicht nur deinen Vater verloren hast, sondern nun auch dein Zuhause, wie du es kanntest. Sie darf das zu hören bekommen, denn auch du zählst.

Ich kann mir vorstellen, dass ihr beide in dieser neuen Situation sehr sensibel und verletzlich seid – auch wenn es sich auf ganz unterschiedliche Weise äußert. Manchmal gelingt es einfach nicht, Verständnis füreinander aufzubringen. Wichtig finde ich, dass man einander dennoch akzeptiert und respektiert. Wenn es dir etwa nicht gut tut, Zeit mit dem neuen Partner deiner Mutter zu verbringen, fände ich es wichtig, würde das akzeptiert und du nicht gedrängt. Für dich hoffe ich, dass du dich zu nichts drängen lässt. Vielleicht klappt es irgendwann, vielleicht auch nicht. Beides okay. Mach so, wie du es fühlst und nicht, wie andere es möchten. Wenn sich dein zeitweiliger Rückzug von deiner Mutter derzeit erträglicher anfühlt, als bestehender Kontakt empfindest du eben so. Vergiss nicht: du bist (auch) wichtig.

TRhisR Tw(il9ig9ht G"ardxen


ehrlich gesagt, finde ich das verhalten deiner mum auch krass.

das sie nach 3 monaten bereits einen neuen freund hat, ist ja schon ein schlag, der tief blicken lässt (entweder war dein vater doch nicht mehr die große liebe, oder sie ist relativ oberflächlich oder sie flüchtet...) aber das der freund nun auch noch bei euch ins elternhaus zieht mitsamt SEINEN kindern und ihr somit rausgedrängt werdet (denn auch wenn man nicht mehr zuhause lebt, ihr habt ja dort bestimmt mal zu besuchen etc. übernachtet)... das finde ich echt heftig! und das stößt auch sauer bei mir auf, denn das riecht gewaltig nach schnellem ersatz und ablenkung seitens deiner mum.

und warum muss ein 21jhriger mensch da noch mit einziehen? wieviele kinder sind es denn? gibt es für euch noch platz dort, wenn ihr mal zu besuch seid?

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