» »

Mutter hat schon neuen Lebensgefährten, komme damit nicht klar

Isn-Kog> Nixto


ich finde, das dieser satz, es auf den punkt bringt

es ging um die Art und Weise.

naja, aber das resultiert doch auf der art und weise, verschieden damit umzugehen.

und selbst wenn einem die art passt:

sie ist doch personeninduziert und dann muß man halt personenbezogne auch mal darüber wegsehen können...

also immer und ewig deswegen beleidigt sein, ist doch auch dumm,

wobei das nun eine ALLGMEINE anmerkung dazu war,

dass ich das, was die mutter macht, nicht gut finde, habe ich ja oben schon ausgeführt.

JGauleaPaule0x1


mir schießen da 2 möglichkeiten durch den kopf: entweder verdrängt deine mutter die trauer und flüchtet sich in die beziehung, weil sie nicht alleine sein möchte/ kann. Die frage ist, ist sie in der situation wirklich glücklich?

oder, und ich hoffe du nimmst mir meine worte jetzt nicht übel, war sie mit deinem vater wirklich so glücklich, wie du es denkst, oder hat sie die ganzen jahre einfach nur eine fassade aufrecht erhalten für euch? wäre evtl. auch eine erklärung, warum sie so schnell wieder bereit für eine neue beziehung ist und ihre aussage, sie sei so glücklich wie nie zuvor... :-| :-|

Ich kann mich da Jacky und Pencil nur anschließen!!!!!

Sagt natürlich keiner, dass es sich bei der Mutter der TE so abspielte, kann auch keiner, weil's keiner weiß, möglich wärs aber schon und mein Statement soll nur zeigen, dass es besser ist, etwas zu hinterfragen, um es verstehen zu können.

@ meine Meinung

auch wenn es euch weh tut, was ich verstehe, wäre ich froh, dass die Mutter kein trauerndes Häufchen Elend ist.

Meine Mutter musste auch so einen Schicksalsschlag verarbeiten und ist 10 Jahre später an den Folgen des "Verdrängens und auf normal machen müssen" zusammengebrochen und in psychologischer Behandlung und seit dem geht es nurnoch abwärts mit ihr. Ich wünschte sie wäre neu verliebt.

Ich würde also erstmal Verständnis aufbringen und hinterfragen ob sie verdrängt oder wirklich glücklich ist, weil sie vorher unglücklich war. Auch wenn ich deine Meinung als Kind total verstehe. :)_

J>aule;Paumle01


Und noch einen TIPP

Rede mit ihr über deine sorgen. Sag ihr was du uns sagst, auf die gleiche diplomatische art und weise. Aber versuche auch sie zu verstehen. Nur so kann man herausfinden, ob sie wirklich glücklich ist, oder sich nur ablenkt. Seit gegenseitig füreinander da, denn dich geht es was an, du bist ihre tochter und sie liebt dich. schlimmer ist es, wenn man denkt, es geht einen nichts an. Diesen Fehler würde ich nicht nochmal machen.

DrocupKitchkMuma~terinxu


danae87

Ich finde das man das nicht verallgemeinern kann.

ich will auch gar nicht die gefühle die jeder bei einem todesfall hat verallgemeinern. natürlich sind diese höchst unterschiedlich. mir geht es um das verhalten. nur weil jemand anders fühlt rechtfertigt das nicht jedes handeln. im vorliegenden fall setzt sich die mutter über alle gefühle ihres umfeldes hinweg und agiert rein egoistisch.

JReblis`awxeta


Deine Mutter scheint sich für deine Gefühle nicht zu interessieren. Interessiert sie sich für dich? Oder nur noch für den neuen Partner und seine Familie?

Im Grunde nur noch für den neuen Partner und dessen Familie, weil sie mit ihnen eine Menge Spaß haben kann und das ist es, was sie aktuell will. Ob nun als reine Flucht oder wahres Glück, ich weiß es nicht, vermag ich nicht zu beurteilen, aber sie sagt es auch mehr oder weniger klar: Ich würde sie runterziehen und mit X und seinen Kindern wärs hingegen immer "lustig". Sie unternehmen viel und ihr tut es offensichtlich sehr gut. Ich hingegen bin oft noch stumm, sprachlos, wie betäubt, immer wenn mir bewusst wird, es fehlt einer, mein Vater hätte jetzt dies gesagt oder getan oder gewollt... dabei bin ich aber auch nicht nur miesepetrig, sondern sage z.B. auch "positive" Dinge wie: Kennt ihr noch den Witz, den Papa immer erzählt hat... oder sowas. Ich habe ihn einfach ständig im Kopf, in der Erinnerung und will, dass er präsent bleibt. Nicht demonstrativ dem Neuen gegenüber, es IST für mich einfach so, ich habe ja auch 20 Jahre mit meinem Vater verbracht und viel erlebt mit ihm und denke eben ständig, wäre er noch da, hätte er jetzt bestimmt folgenden Spruch gemacht...

Und warum nicht den möglichen Verdacht ansprechen, dass er es genießt, sich in's gemachte Nest zu setzen?

Weil ich den Eindruck vermeiden möchte, ich hätte nur Angst um das Erbe. Denn mein Problem ist wirklich eher das Emotionale dahinter und ich will nicht, dass es heißt, ach guck an, darum geht es dir also, du willst das Geld zusammenhalten. Das, was mir genommen wird, lässt sich ja auch nicht irgendwie bezahlen. Und ob er sie wirklich liebt oder ob er auch oder vor allem materiellen Interesse hat, das muss meine Mutter für sich oder mit ihm klären, das ist ihre Sache, weil ihre Beziehung, da will ich mich nicht reinhängen, weil es dadurch sicher nicht leichter würde.

Ich denke, wenn ich jetzt auf diesen materiellen Aspekt eingehe, wird meinem eigentlichen emotionalen Problem noch weniger Beachtung geschenkt. Dann haben sie einen handfesten Grund, den sie entkräften oder mir vorwerfen können und verstehen nach wie vor nicht, was mein gefühltes Problem dabei eigentlich ist. Nicht die mögliche Erbschleicherei des Neuen, sondern eher das rigorose und verletzende Verhalten meiner Mutter, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ich glaube, was man bedenken sollte ist, dass ein Jahr (war ja ca. 1 Jahr Leidenszeit, wenn ich den Eingangspost richtig las) für eine glückliche Beziehung eine sehr kurze Zeit ist, nach 20 Jahren Ehe, in denen eh schon viel Alltag eingekehrt ist, auch nicht mehr so viele Schmetterlinge im Bauch herumschwirren und in der es in besagtem Jahr nurmehr um Krankenpflege geht, ist es dagegen eine verdammt lange Zeit.

1 Jahr Leidenszeit stimmt nicht so ganz, wobei es vielleicht auch egal ist, die Zeiträume hier genaustens aufzudröseln, weil man ja immer sagen kann: "Ist doch egal, der eine braucht eben mehr Zeit zum Trauern, der andere weniger" usw. Die Diagnose kam Ende Mai, gestorben ist er kurz vor Weihnachten und auch wenn es ihm durch die Chemo schlecht ging, war bis wenige Tage vor seinem Tod eigentlich nicht klar, dass er daran sterben muss. Nur zum Schluss ging es ihm eben so schlimm, dass die Aussicht auf Weiterleben bedeutet hätte, Pflege, Magensonde usw. Daher sehen wir es auch als "Erlösung", aber zwischen Juni und Anfang Dezember ging es eigentlich immer darum, dass er es schaffen kann und schaffen wird und nur die Chemo überstehen muss.

Und in gewisser Weise geht es dich wirklich nichts an. Es ist ihr Leben, und du wohnst nichtmal mehr daheim. Wenn dir das Verhalten deiner Mutter nicht gefällt, muß du Abstand nehmen. Sie braucht sich wegen dir nicht ändern. *:)

Ich glaube, so oder so ähnlich hätte das von meiner Mutter stammen können. Auch mit dem lächelnden Winkesmiley am Schluss. So zeigt sie sich uns gegenüber im Moment: "Ich bin glücklich und das ist alles, was zählt, wenn ihr nicht damit umgehen könnt, wisst ihr ja, wo die Tür ist, adios "Winke-*:)", ich geh jetzt Kegeln mit X, juhuuu..."

Klar kann sie ihr Ding durchziehen, es ist ihr "gutes Recht", wie schon so oft geschrieben, ich weiß das. Nur betrifft es uns als Kinder schon indirekt mit, das kann man auch nicht ganz ausklammern. Man kann aber natürlich der Meinung sein, dass es egal ist, weil sie vorgeht und ihre Bedürfnisse die "wichtigeren" dabei sind. Ich hätte mir halt nur etwas mehr Mitgefühl gewünscht, denn auch wir trauern ja und müssen mit allem klar kommen.

also aus Rücksicht sollte Mutti in einer Wohnung alleine sitzen, die ein Erinnerungstempel an ein vergangenes Leben ist? Leere Kinderzimmer, da die Mädels ihren eigenen Weg gehen. Das gemeinsame Sofa, das gemeinsame Bett, alles Erinnerungen an den Mann, der nun nicht mehr da ist. Wnn die Kinder mal vorbei kommen, kann man gemeinsam in Erinnerungen schwelgen, trauern, sich trösten. Dann gehen die Kinder wieder in ihr Leben und Mutti muss die Einsamkeit aushalten. Soll sie doch tagsüber mit Freundinnen Kaffee-trinken gehen, wenn es ihr zu langweilig wird.

ging mir auch durch den Kopf. Und das kann es doch ach nicht sein, oder?

Nein, das kann es auch nicht sein, aber es gibt ja nicht nur das eine Extrem oder das andere. Gauloise hat zum Beispiel beschrieben, dass ihre Mutter auch nach kurzer Zeit wieder jemanden fand, der sie liebte, mit dem sie glücklich war und wieder Freude am Leben finden konnte. Er wurde aber nicht im Elternhaus "installiert", diesen Begriff finde ich in dem Zusammenhang recht passend. Für mich wäre es auch etwas anderes, wenn meine Mutter die Wohnung für sich hätte umgestalten wollen, also einen Umbruch gebraucht hätte, weil sie die Umgebung sonst erdrückt, die Erinnerungen zu sehr schmerzen... Unsere Kinderzimmer waren auch vorher leer, während wir studiert haben, wir kamen ja aber auch immer für mehrere Wochen zurück. Und dass wir unserem Leben wieder nachgehen an unseren Studienorten, tun wir, weil sie gesagt hat, wir sollen gehen. Ich hatte z.B. auch überlegt, die Uni zu wechseln und doch wieder nach Hause zu ziehen. Hätte ich mir durchaus vorstellen können, auch um sie zu unterstützen.

Aber unabhängig davon, haben wir ja auch nicht erwartet, dass sie ihr Leben lang alleine zu Hause vor sich hinvegetiert. Sie hätte ja ruhig wen kennen lernen und ihre Freizeit mit ihm verbringen können. Dann trifft man sich eben, übernachtet auch mal beieinander, aber krempelt nicht nach so wenigen Wochen gleich alles um, holt eine neue Familie mit Sack und Pack zu sich. Meine Tante hat beispielsweise auch nach 3 Jahren wieder jemanden gefunden und meine Cousins kommen gut damit klar. Er war erst ein Bekannter der Mutter, dann ein Freund, jetzt ihr Partner, die beiden gehen aus, fahren auch zusammen mal weg, machen Urlaub, trotzdem hat er seine eigene Wohnung und meine Tante das Elternhaus der Cousins für sich behalten. Ein Teil wurde als Einliegerwohnung an Fremde vermietet, es müssen also auch nicht auf ewig die Kinderzimmer parat gehalten werden, darum gehts gar nicht, sondern um das "Gesamtpaket" jetzt, so schnell, in dieser Situation und dann gleich so radikal.

Ich denke mal, für Gespräche wird Mutti immer da sein

Was unsere Trauer betrifft, leider nicht. Sie hat dafür auch gar keine Zeit mehr. Wenn ich mal anrufe, ist sie nicht zu Hause, sondern auf Achse. Kein Ding, kann ja zurückrufen, sieht am AB dass ich angerufen habe. Rückruf bleibt aber in der Regel aus oder wenn dann nur gehetzt "Wir kommen grad aus dem Schwimmbad, wollen jetzt ins Kino, hab nicht viel Zeit, was ist denn?". Sie verbringt jede freie Minute mit dem Neuen, was ja auch klar ist, so macht man das eben, wenn man frisch verliebt ist. Vielleicht können wir in einem Jahr oder so wieder mit ihr reden, vielleicht hat sie da dann wieder Zeit für uns, aber momentan fällt ihre akute Verliebtheitsphase (und die damit verbundene "Mir ist alles egal, die Welt dreht sich nur noch um X"-Einstellung) mit unserer Trauerphase zusammen. Und über meinen Vater oder alles, was mit ihm verbunden ist, will sie nicht reden, das sagt sie auch klipp und klar. Man muss nach vorne schauen und nicht in Erinnerungen schwelgen, das bringt niemandem etwas, sagt sie.

Mir würde es aber etwas bringen...


Schreibe später weiter, brauche erstmal einen Moment. Aber danke für den Zuspruch vielerseits und die ganzen Beleidsbekundungen.

S4üntxje


Deshalb kann ich wohl die Empörung über den Einzug des LG in das Elternhaus nicht nachempfinden, denn die Denkweise, "Jugendzimmer" immer bereit zu halten, die kenne ich gar nicht.

Für mich ist das zum aktuellen Zeitpunkt ein Vergehen an der Trauer der Kinder – so nehme ich es zumindest wahr.

wow, harte Worte, aber wenn du es so empfindest, bei mir kommt es eben anders an.

Ich bin Tochter und Mutter, ich meine, wenn die Eltern den Kindern ein liebevolles Zuhause geboten haben als diese Kinder waren, sie zur Selbstständigkeit erzogen haben und ihnen das nötige Rüstzeug mitgegeben haben, dann müssen Eltern wenn die Kinder ihr eigenes Leben weg von zu Hause leben nicht mehr Zimmer, Gegenstände etc für diese bereithalten. Daher ist es für mich kein Vergehen an ihrer Trauer.

Mein "Elternhaus" ist da, wo meine Eltern wohnen, mein zweites Zuhause ist bei ihnen, das ist an keinen Ort oder Haus gebunden.

Trotzdem sehe ich auch das Leid durch die unsensible Art, die den "Kindern" hier noch zusätzlich aufgebürdet wird.

Was Salt schreibt, ist nochmal ganz was anderes, da verstehe ich die Familie und ihre Reaktion gar nicht. Da dachte ich beim Lesen nur, der arme Opa

DTieKJruexmi


ganz ehrlich diese stark distanzierte und teilweise gefühlskalte betrachtungsweise einiger hier im faden kann ich nicht verstehen

??

was du an Gefühlskälte der Mutter entgegen bringst, ist doch kaum zu toppen!

EvhfemaGliger ,NutzerE (3#14918x7)


Liebe Jelisaweta,

wenn ich so einen Neidbeitrag lese, dann bin ich ja echt bedient und geneigt der Verfasserin zu sagen: es geht ein Kind gar nichts an, was Mutter oder Vater nach dem Tode des Partners macht. Überhaupt nichts.

Auch was die Mutter mit vorhandenem Vermögen macht, geht das Kind (fast!) überhaupt nichts an. Das wär ja noch schöner, wenn irgendwelche Kinder über das Vermögen der verbliebenen Mutter oder des Vaters bestimmen könnten. Unglaublich. Aus so einem Beitrag spricht die reine Gier. Lass dich von sowas nicht runterziehen, es ist traurig genug, dass dein Vater gestorben ist.

Liebe Jelisaweta!

Ich schreib jetzt einfach mal fies und ketzerisch: Was konnte dem neuen Partner deiner Mutter besseres passieren, als dass sie als junge und frische Witwe ein großes, leeres Haus hat, in das er mit seinen Kindern einziehen kann? Eine ähnliche Wohnung kann er sich niemals leisten.

Deine Mutter scheint sich für deine Gefühle nicht zu interessieren. Interessiert sie sich für dich? Oder nur noch für den neuen Partner und seine Familie?

Der neue Partner gibt ihr Halt im Leben, es geht ihr gut, jemand ist für sie da.

Aber: Ich würde sie auch mit den materiellen Aspekten der neuen Beziehung konfrontieren. Frag sie, ob sich der neue Partner wirklich sie liebt – und nicht nur ihr Haus.

Und dann solltest du dich mit dem Thema "Testament" und "Erben" beschäftigen. Nach deinem Studium wirst du "Startkapital" gebrauchen können, und wenn deine Mutter das dir zustehende Erbe ggf. mit dem neuen Partner durchgebracht hat ...

Sprich auch mit dem neuen Partner Klartext. Sag ihm deutlich, dass du einfach wenigstens im Moment keine Lust hast, ihn näher kennen zu lernen, weil dir das alles zu schnell geht. Und weil du es höchst taktlos und gefühlsverachtend findest, am Geburtstag deines Vaters ins Kino zu gehen, damit ihr euch besser kennen lernt. (Wie lernt man sich in Sachen Familie im Kino besser kennen ???)

Und warum nicht den möglichen Verdacht ansprechen, dass er es genießt, sich in's gemachte Nest zu setzen?

Um diesen Verdacht auszuräumen, könnte er ja einen bestimmten Geldbetrag, der einer Miete für dein Elternhaus entspricht, dir und deiner Schwester überweisen, und ihr hättest Startkapital oder eine Unterstützung in Studentenzeiten.

Wenn der neue Partner es wirklich ernst und ehrlich mit deiner Mutter und deiner Schwester und dir meint, wird er auch bereit sein, über die Finanzen zu reden. Wenn er dazu nicht bereit ist, ist eigentlich alles klar ...

(Nur wird deine Mutter das nicht beeindrucken. Liebe macht blind.)

Ich wünsche dir viel Kraft! Halte fest zusammen mit deiner Schwester, denn ich fürchte, du hast deinen Vater durch den Sch... Krebs verloren und deine Mutter durch diesen neuen Partner.

Alles Gute!

Hanne

Und warum nicht den möglichen Verdacht ansprechen, dass er es genießt, sich in's gemachte Nest zu setzen?

Unmöglich. Wäre ich die Mutter, hätte das heftige Konsequenzen.

Ich will meinen Beitrag von gestern, 12:50 noch etwas erläutern.

Meine Mutter ist keine Person um alleine zu leben, genau so wenig wie ich. Sie litt so unter dem Tod meines Vaters und unter der Alleinseinsituation, dass es nicht lange gedauert hätte, und sie wäre auch gestorben.

Der Mann, den meine Mutter ein halbes Jahr oder so ähnlich nach dem Tod meines Vaters kennengelernt hatte, hatte damals ein großes Haus, in dem er alleine lebte, weil seine Frau auch ein halbes oder dreiviertel Jahr zuvor gestorben war. Meine Mutter lebte auch alleine in einem sehr großen Haus und einem sehr großen, parkähnlichen Garten. Beide kamen mit ihrer individuellen Situation gar nicht gut zurecht, ich lebte 700 km von meiner Mutter weg und meine Schwester 10.000 km. Die Absicht zurück zu gehen hatten wir beide nicht.

Dass diese beiden Leute, meine Mutter und der Mann, sich getroffen und ineinander verliebt haben, war ein großes Glück für die beiden. Der Mann war damals schon über 15 Jahre in Rente und bereiste mit Wohnmobil und seiner Frau diese Zeit über die ganze Welt, auf der letzten Reise ist seine Frau gestorben. Der Mann saß nun zuhause, unfähig zu reisen, unfähig überhaupt was zu tun. Dadurch, dass er sofort bei meiner Mutter eingezogen ist, hat sie ihm ein Leben mit Garten eröffnet, ihm ein neues Hobby und Perspektive gegeben, und ihm auf diese Weise mittlerweile ca. 25 Jahre geschenkt, die er sonst nicht erlebt hätte.

Umgekehrt das gleiche: Dadurch, dass meine Mutter nicht mehr alleine war, hat dieser neue Lebensgefährte ihr 25 Jahre geschenkt, die meine Mutter nicht erlebt hätte, weil sie die Lust am Leben verloren hatte. Für die beiden Leute war es ein großes Glück, dass sie sich getroffen haben, er ist mittlerweile fast 100 (und fit, soweit man das in diesem Alter sagen kann), und meine Mutter ist fast 90 und genau so fit.

Es ist keineswegs so, dass ein alter Mensch nur danach geht, wo er "sich in's gemachte Nest [...] setzen" kann. Vielmehr ist es oft so, dass die Alten gut wissen, was ihnen fehlt oder gut tut, und dass sich gegenseitig vitalisieren, ihrem Leben wieder Inhalt und Sinn geben.

DCumaxl


Jelisaweta

Du machst auf mich einen sehr reflektierten und vorsichtigen Eindruck. Ich habe auch den Eindruck, dass deine Vorsicht und Rücksichtnahme ein ungesundes Maß angenommen haben. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es dir ganz gut tun würde, wenn du dich gegenüber deiner Mutter mal gehen lassen würdest. Ich glaube ein ordentliches Gewitter würde euch helfen.

l"a/bey/xmi


Du machst auf mich einen sehr reflektierten und vorsichtigen Eindruck. Ich habe auch den Eindruck, dass deine Vorsicht und Rücksichtnahme ein ungesundes Maß angenommen haben. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es dir ganz gut tun würde, wenn du dich gegenüber deiner Mutter mal gehen lassen würdest. Ich glaube ein ordentliches Gewitter würde euch helfen.

Ich bin inzwischen der gleichen Meinung. Wobei die Mutter in ihrem hormonellen Höhenrausch möglicherweise auch für ein Gewitter nicht empfänglich ist...

D<ocupitTchkCumatxerinu


was du an Gefühlskälte der Mutter entgegen bringst, ist doch kaum zu toppen!

die mutter zeigt in ihrem handeln außer egoismus keinerlei gefühle, da besteht also auch kein raum für irgendeine art von verständnis meinerseits.

l}a/beu/mi


Ich bin inzwischen der gleichen Meinung.

Allerdings muss ich noch nachfügen, dass für mich weniger die neue Liebe sowie das baldige Zusammenziehen ein Problem darstellen, sondern dass die Mutter offensichtlich kaum Rücksicht auf die Trauer der Töchter nimmt. Dass sie ihrer Tochter beispielsweise verklickert, diese würde sie "runterziehen", während es hingegen mit dem neuen Freund und seinen Kindern "lustig" wäre, finde ich recht grausam. Man kann sich auch neu verlieben und ein gemeinsames Zuhause einrichten, ohne auf den Gefühlen der eigenen Kindern herumzutrampeln. In diesem Faden wurden dazu ja schon zahlreiche Beispiele geschildert.

T=his Twikl=ight HGardzexn


Klar kann sie ihr Ding durchziehen, es ist ihr "gutes Recht", wie schon so oft geschrieben, ich weiß das. Nur betrifft es uns als Kinder schon indirekt mit, das kann man auch nicht ganz ausklammern. Man kann aber natürlich der Meinung sein, dass es egal ist, weil sie vorgeht und ihre Bedürfnisse die "wichtigeren" dabei sind. Ich hätte mir halt nur etwas mehr Mitgefühl gewünscht, denn auch wir trauern ja und müssen mit allem klar kommen.

ihr passt eben momentan einfach nicht zusammen :|N .

deine mutter will von trauer und alten geschichten nichts hören und du willst aufarbeiten. anscheinend könnt ihr z.zt. nichts voneinander erwarten.

darum trifft es dich eben härter, denn du hast deinen vater, dein elternhaus und deine mutter, z.zt. jedenfalls, verloren :)* .

am ende ist es egal, ob deine mutter nun tatsächlich glücklich ist, sich nur was vormacht, überrumpelt wurde von dem neuen oder egoistich/gefühlskalt ist. sie sperrt sich euch. will nicht reden. da bringt auch ein brief nichts.

zieh dich zurück. verbringe zeit mit deiner schwester, so das ihr wenigstens die trauer verarbeiten könnt. du bist nicht alleine damit. such dir eine trauergruppe (gibt es in vielen städten) :)*

D@umaxl


Süntje

Daher ist es für mich kein Vergehen an ihrer Trauer.

Ich teile deine Einstellung, was "Bereithalten des Zimmers" usw. angeht. Meine Eltern haben mich bevor ich ausgezogen bin gefragt, ob es für mich in Ordnung wäre, wenn sie umziehen würden. Meine Antwort: "Völlig überflüssige Frage. Ihr wohnt da, wo ihr wohnen wollt."

Hier ist die Situation jetzt aber doch eine andere. Das Haus steht noch für Familie, ganz besonders weil ein sehr wichtiges Familienmitglied nicht mehr da ist. Dieser Verlust will von jedem einzelnen Familienmitglied verarbeitet werden und auch als Familie. Wenn die Mutter nun das gesamte Haus umgestaltet, dann betrifft es nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Kinder.

Du hast geschrieben:

Mein "Elternhaus" ist da, wo meine Eltern wohnen, mein zweites Zuhause ist bei ihnen, das ist an keinen Ort oder Haus gebunden.

Jelisaweta und ihre Schwester gehen eben nicht mehr zu ihren Eltern ins "zweite Zuhause". Sie können nur noch zu ihrer Mutter und in wenigen Wochen werden sie nicht mehr nur zu ihrer Mutter, sondern sie werden in ein Haus kommen in dem plötzlich noch vier unbekannte Personen wohnen. Haus = Familie, die Mutter gestaltet nicht einen oder zwei Räume um, sie gestaltet das Haus massiv um und das nicht nur was Gegenstände angeht. Das ist das Vergehen an der Trauer der Kinder.

Ist das Böswillig? Sicher nicht. Ich halte das ganze Gerede von gemeinen Motiven der Mutter für ziemlich schwachsinnig. Sie wird ihre Gründe haben, das ändert aber nichts daran, dass sie zurzeit nicht auch auf ihre Kinder schaut und da blind ist (oder blind sein will).

H9annPe0x7


Denn mein Problem ist wirklich eher das Emotionale dahinter und ich will nicht, dass es heißt, ach guck an, darum geht es dir also, du willst das Geld zusammenhalten. Das, was mir genommen wird, lässt sich ja auch nicht irgendwie bezahlen. Und ob er sie wirklich liebt oder ob er auch oder vor allem materiellen Interesse hat, das muss meine Mutter für sich oder mit ihm klären, das ist ihre Sache, weil ihre Beziehung, da will ich mich nicht reinhängen, weil es dadurch sicher nicht leichter würde.

Liebe Jelisaweta!

Kein Geld der Welt kann dir deinen Vater zurück bringen. Das ist leider auch ein Teil der traurigen Wahrheit.

Trotzdem ist es keine Schande, Haus und Hof und Geld zusammenhalten zu wollen. Und es ist auch das Recht der Kinder, da mitzureden – und aufzupassen, dass der neue Partner mit seiner Familie deine Mutter und das von deinen Eltern gemeinsam erarbeitete und ersparte Vermögen ausnutzt.

Das hat überhaupt nichts mit Gier zu tun!

(Wen wollte der Vater ggf. absichern? Frau und Kinder? Oder Frau und neuen Partner mit Familie?)

Es ist schön, wenn es so harmonisch und auf gleicher Ebene funktioniert, wie das bei der Familie vom kleinen Prinzen der Fall ist.

Es gibt solche Fälle!

Und es ist auch gut, wenn verwitwete Ehepartner dauerhaft nicht alleine bleiben und es neue Partner gibt.

Wie ich dich verstanden habe, ist das auch o.k. für dich.

Nur stört dich das "wie" und das Gefühl, dass deine Mutter für dich keine Zeit mehr hat – und das in einer Zeit, in der du sie eigentlich sehr brauchen würdest.

Überlege, ob du dich in deiner Unistadt einer Trauergruppe anschließt. Wenn du religiös bist, kannst du sicher den / die Studentenpfarrer ansprechen. Es gibt auch im Internet Trauergruppen, Trauerforen. Sperr dich nicht mit deinen Gefühlen ein, versuch auch, dich mit echten Menschen (also nicht virtuell) auszutauschen.

Gibt es Großeltern, Onkel, Tanten etc., mit denen du reden kannst und die evtl. zwischen dir und deiner Mutter in gewisser Weise vermitteln können?

Ich wünsche dir, dass du irgendwann wieder einen besseren Draht zu deiner Mutter bekommst. Ihr habt beide eine geliebten Menschen verloren.

Alles Gute!

Hanne

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH