» »

Warum kann ich den Tod meines Vaters nicht begreifen

LZh'arxi hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Vater ist vor 3 1/2 Wochen plötzlich und unerwartet mit Anfang 60 verstorben.

Obwohl seine Beerdigung schon war habe ich immer noch das Gefühl, als ob ich träumen würde. Ich habe regelrecht das Gefühl, als ob gleich mein Telefon klingelt und mein Vater mich anruft. Dabei weiß ich doch das dies nie wieder geschehen wird.

Ich bin eigentlich eine klardenkende Frau mit 2 Kindern und stehe mit beiden Beinen im Leben, nur im Moment habe ich das Gefühl, als ob mir dieser Boden weggerissen wurde.

Ich mache mir auch inzwischen Vorwürfe, dass ich mich nicht mehr von meinem Vater veabschieden konnte. Denn er kam Dienstags ins Krankenhaus (ist 2x reanimiert worden) und lag dann auf der Intensivstation im künstlichem Koma. Dies hat mir direkt am Dienstag meine Mutter mitgeeilt, nur meinte sie auch, dass ich nicht kommen solle, denn ich könne ihm eh nicht helfen und den Anblick solle ich mir ersparen (ich wohne ca. 150km von meinen Eltern entfernt).

Am nächsten Morgen rief meine Mutter an um mich zu informieren, dass er die Nacht zwar überstanden hätte, es aber nicht gut aussehen würde. Und auch diesmal meinte meine Mutter ich solle nicht kommen, denn ich hätte ja eine eigene Familie um welche ich mich kümmern müsse.

Abends kurz vor Mitternacht rief dann meine Mutter an um mich zu informieren, dass mein Vater an einem 3 Herzinfarkt gestorben sei.

Ich hatte somit meine Chance vertan mich von ihm zu verabschieden. Und obwohl ich ihn nicht auf der Intensivstation gesehen habe, habe ich dieses Bild vor Augen, wie er dort auf dem Bett lag und an diese ganzen Maschinen angeschlossen war.

An dem Wochenende nachdem mein Vater verstorben war, war ich natürlich bei meiner Mutter. Als ich morgens am aufwachen war, habe ich meinen Vaters durchs Haus laufen sehen.

Und in der Nacht nach seiner Beerdigung, als alles im Haus schlief, hörte ich plötzlich eine Spieluhrmelodie. Dies aber nur ganz kurz. Und in der Nacht drauf wieder.

Er fehlt mir so sehr.Aber ich weiß auch, dass ich stark sein muss, dies aber nicht kann. Sobald ich alleine bin, egal ob zuhause oder im Auto überwältigen mich meine Gefühle und Gedanken.

Vorallem die Gedanken und Gefühle, dass es alles nicht wahr ist, und nur ein böser langer Traum sein muss, sind am schlimmsten. Es ist fast so, als ob sich mein Realitätssinn (Vater ist tot, finde Dich damit ab) mit meinen Wünsche (das kann nicht sein) im Streit liegen. Besser kann ich es nicht erklären.

Ich weiß gar nicht warum ich dies alles geschrieben habe, aber es tat gut.

Sorry für dieses Sinnlos Posting

Antworten
fvuer=stxi


dein Posting ist nicht sinnlos - fühl dich gedrückt und in den Arm genommen :)_ :)*

für deinen Dad :)-

Du hast deinen Vater verloren, unerwartet und plötzlich. Das darf dir den Boden unter den Füßen wegziehen und 3 1/2 Wochen sind keine Zeit. Hast du einen Platz, eine liebe Freundin, irgendwas, wo du schwach sein kannst, wo du die Trauer zulassen kannst und gleichzeitig aufgefangen wirst?

es werden sicher noch einige liebe Leute hier was schreiben und mehr beitragen können als ich es kann :)

a]myglxe


Dein Posting ist überhaupt nicht sinnlos, er ergibt für mich einen Sinn !

Es tut mir leid für dich, dass du deinen Vater gehen lassen musstest ohne dich von ihm verabschieden zu können.

Ich 'durfte' meinen Vater vor 4 Monaten gehen lassen. Die Zeit danach war wie ein Traum, ein Alptraum. Es konnte und es durfte nicht sein, dass er tot ist. Ich konnte ihn auch nicht gehen lassen.

Es sind im Hause meiner Mutter, ich war fast 5 Wochen bei ihr, merkwürdige Dinge passiert. Plötzlich funktionierte der AB meiner Eltern wieder, der seit bestimmt einem Jahr defekt war. Wenn wir im Wohnzimmer saßen, ging die Flurbeleuchtung aus, ich hörte die Stimme meines Vaters: 'Mädels, Stromsparen!' und manches mehr.

Auch jetzt nach 4 Monaten kommt es mir so schwer vor, meinen 1. Geburtstag musste ich ohne ihn feiern, sein Geburtstag war vor 2 Monaten – ohne ihn! Unfassbar !

Ich könnte dir noch viel mehr vorheulen – aber ich will dir nur sagen: Du bist mit diesen Gefühlen nicht allein und es braucht seine Zeit . Und lass dir auch die Zeit, die du brauchst.

Es dauert :)* :)-

TeOxFU


Fühl Dich gedrückt :°_ :°( @:) :)* :)-

Dein Faden ist ganz sicher nicht sinnlos ":/ :-o :)_ :)* @:)

TUinaL\ands'huxt


Lhari

:)-

Als ich meinen Vater verloren habe, war ich auch wie in Trance. Ich stand völlig neben mir. Und das ist eine ganz normale Reaktion. Schließlich habe ich (und du auch) eine sehr sehr lange und enge Zeit mit ihm verbracht. Ich war ein Papakind, das hat auch meine Mutter immer gesagt. Ich bin die einzige Tochter und war zudem das Nesthäkchen. Wir hatten eine besondere Beziehung. x:)

Bis heute hat sich nichts an diesem Gefühl geändert, meine Eltern fehlen mir noch immer. Nur der Schmerz ist irgendwann erträglicher geworden und der eigene Alltag, die eigene Familie schluckt vieles. Bedeutet aber auch Ablenkung, weil man sich um seine Familie kümmern muss und doch auch möchte. :-)

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und ganz viel Kraft für die nächste Zeit. :)*

E`mVilxieA


3 1/2 Wochen... das ist wirklich nicht viel Zeit. Ich weiss noch, wie ich Wochen später bei Frauen, die meiner Ma ähnlich sahen, dachte "Vielleicht war das nur ein böser Traum und sie ist es wirklich!" Das ist jetzt fast 4 Jahre her... Es ist leichter geworden, aber ich werde immer noch unglaublich traurig, wenn ich dran denke, was sie alles verpasst und wie sehr ich gern mit ihr reden und ihren Rat und ihr Mitgefühl hören und erleben wollen würde... Gerade jetzt, wo ich selbst Mama geworden bin und so viele Fragen hätte...

Nimm dir die Zeit zu trauern, rede über deinen Vater oder such dir ganz im Stillen Rituale, bei denen du dich ihm nahe fühlst oder an ihn denken kannst. Ihr wusstet, was ihr aneinander hattet und dass du dich nicht verabschieden konntest, ändert daran nichts. Ich drück dich in Gedanken :°_

T{inaLOandEshuxt


EmileA, mir ist es auch oft so ergangen. Ich habe auch manchmal Frauen gesehen, die meiner Ma sehr ähnlich sahen oder so aussehen, wie sie heute vielleicht...das ist dann immer wie ein kleiner Stich ins Herz...

ich vermisse beide immer noch ganz schön... :)- :)-

W/ilRdk:ajter


Hallo Lhari ! :°( :)_

Du wirst jetzt sicher denken noch so ein dummer Spruch. Hatte mal in einem Western den Spruch gehört "uns steht nicht zu die Taten des Herrn anzuzweifeln". Trauer braucht Zeit !

liebe Grüsse ! :°_ :)_ *:) @:) :)*

LJhxari


vielen Dank für eure lieben Worte. Ich habe beim lesen wieder geweint. Wie so oft wenn ich alleine bin bzw. unbeobachtet.

Für meine Umwelt muss ich stark sein, denn die würden meine Trauer nicht mehr verstehen.

Ich habe heute ein Bild meines Vaters neben das Bild meiner Oma (seiner Mutter) bei mir auf den Schrank gestellt, aber ich habe das Gefühl, dass es dafür noch zu früh ist.

Ich ertrage es nicht, meinen Vater auf dem Bild lächeln zu sehen.

Und ich merke, dass ich innerlich einen Hass gegen andere Menschen entwickel und mich frage, warum die so alt werden durften und mein Vater mit gerade 63 gehen musste. Solche eigennützige Gedanken waren mir bis dato fern und ich bin über mich selber erschreckt.

Auch merke ich, dass ich derzeit sehr schnell die Geduld verliere und mit meinen Kindern schimpfe. Und das meinst wegen ganz belangloser Dinge, wie zb. wenn sie im Wohnzimmer krümeln nachdem ich gerade mit saugen fertig bin.

Auch traue ich mich nicht mit meiner Familie und Freunden zu sprechen, denn ich habe das Gefühl ich würde sie damit nur nerven und ich möchte doch keine Belastung für andere sein.

Also versuche ich so gut es geht mich zu verstellen, denn was ich denke und fühle, kann ja niemand sehen.

Nur wenn ich alleine bin kann ich diese Fassade nicht aufrechterhalten.

@ Wildkater

es gibt keine dummen Sprüche, denn hinter jedem Spruch steckt etwas Wahrheit.

Mir hat mal vor vielen Jahren ein damals guter Freund gesagt "nach jedem Regen kommt auch wieder Sonnenschein. Nur manchmal dauert es eine Weile".

LG

Lhari

SBtel]lxa80


Es tut mir leid, dass du so einen schlimmen Verlust hinnehmen musstest... :)- :)-

Für meine Umwelt muss ich stark sein, denn die würden meine Trauer nicht mehr verstehen.

Warum nicht? Es ist ganz normal, dass du jetzt um deinen Vater trauerst. Es gibt nicht umsonst das sog. Trauerjahr...es ist einfach so, dass Trauer Zeit braucht und nicht innerhalb von 3-4 Wochen erledigt ist.

Auch traue ich mich nicht mit meiner Familie und Freunden zu sprechen, denn ich habe das Gefühl ich würde sie damit nur nerven und ich möchte doch keine Belastung für andere sein.

Also versuche ich so gut es geht mich zu verstellen, denn was ich denke und fühle, kann ja niemand sehen.

Nur wenn ich alleine bin kann ich diese Fassade nicht aufrechterhalten.

Du hast diese Gefühle aber und dadurch, dass du sie unterdrückst, verdrängst bzw. nicht nach außen zeigst, wird dein Problem nicht besser.

Siehs mal so...auch andere Menschen haben schon jemanden verloren, den sie liebten und kennen deine Gefühle ganz genau und werden auch Verständnis für dich und deine Gefühle haben. Gerade deine Familie und deine Freunde darfst und sollst du mit deinen Gefühlen "nerven", dazu sind sie da!!! Rede darüber, reden hilft ungemein und du wirst dich danach besser fühlen. Das Verdrängen und Unterdrücken von Gefühlen braucht ungemein viel Kraft und Energie....

Du kannst deine Trauer auch deinen Kindern gegenüber zeigen, solltest ihnen halt dann einfach erklären, dass du traurig bist, weil dein Vater gestorben ist. Das werden sie besser verstehen, als deine Ausraster wg. ihrer Krümel ;-) ;-)

:)* :)* :)*

EVmilixeA


Ich finde, man muss unterscheiden. In bestimmten Situationen bewusst an etwas anderes zu denken, damit man urzzeitig funktioniert, finde ich legitim. Eine regelrechte Fassade aufzubauen... was ist denn mit deinem Partner? Kann er sich momentan vielleicht etwas mehr um die Kinder kümmern? Je nachdem, wie alt sie sind, würde ich vielleicht auch nicht alle meine Gefühle vor ihnen rauslassen, aber wenn du mal wieder merkst,dass eigentlich nicht die Krümel sondern deine Trauer der Grund waren, würde ich das schon versuchen zu erklären.

SEtelblax80


Je nachdem, wie alt sie sind, würde ich vielleicht auch nicht alle meine Gefühle vor ihnen rauslassen

Nö, das würd ich auch nicht. Aber auch Kinder dürfen wissen, dass Mama traurig ist, weil ihr Vater jetzt nicht mehr da ist. Das ist ganz normal und die Kinder werden das sicherlich verstehen.

LHharxi


Guten Morgen,

meine Kinder sind 12 und gerade 4 Jahre. Mein Großer versteht es schon, nur hat er sellber sehr stark an seinem Opa gehangen, so dass ich es ihm nicht unnötig schwer machen möchte.

Meine Kleine ist denk ich noch zu klein. Sie weiß zwar das der Opa gestorben (und nun bei den Engeln im Himmel ist und auf uns aufpasst), aber die ganze Bandbreite kann sie noch nicht verstehen.

Tja und mein Mann... naja für ihn war die Sache nach der Beerdigung abgeschlossen.

Und meine Kinder wissen ja dass ich traurig bin, kurz nachdem ich vom Tod meines Vaters erfahren habe, habe ich, obwohl ich mir immer geschworen habe, nie vor meinen Kindern zu weinen, ein regelrechten Heulkrampf bekommen.

Das erste was meine Kleine abends zu meinem Mann sagte war "Papa, die Mama hat vorhin ganz doll geweint, weil mein Opa gestorben ist".

Mir graut es vor den nächsten 2 Tagen, denn morgen vor 1 Monat ist er ins KH gekommen und übermorgen ist er schon 1 Monat tot.

traurige Grüße

axmy\le


gerade in der Anfangszeit brauchte ich mindestens einen guten Zuhörer, ich musste reden, über meine Gefühle, über meine Trauer, über das Verlorene über alles.....egal, was.

Ich rechne es meinem Partner hoch an, dass er sich das alles angehört hat, obwohl ich oft gemerkt habe, dass er damit gar nicht richtig umgehen konnte – er selbst hat noch kein Elternteil verloren. Und einfach gehalten werden, wenn die Tränen laufen – und das passiert mir heute noch nach drei Monaten.

Vielleicht findest du Gleichgesinnte, mit denen du reden kannst, machst eine Trauerbegleitung mit ... reden kann so wichtig sein. Das deine Kinder mit deiner Trauer teilweise überfordert sind ist logisch, aber sie werden es schaffen und die Zeit arbeitet für dich. Es wird leichter werden, aber Wunden können auch immer wieder aufgerissen werden, das sollte man akzeptieren.

Kinder sind sehr feinfühlig, sie wissen auch so, dass es dir nicht gutgeht. Dann erkläre ihnen lieber, dass Tränen fließen können, weil du deinen Vater so vermisst, als krampfhaft den Alltag aufrecht erhalten versuchen.

EHmi<liexA


Ich finde auch, dass im Arm gehalten werden, unglaublich wichtig ist. Viel reden konnte und mochte ich nicht, aber nicht alleine weinen, war schon viel wert. Manchmal war mir aber auch wichtig, dass ich alleine war, weil ich dann erst alles raus lassen konnte.

Vielleicht solltest du überlegen, was dir wirklich hilft, die Anspannung und Trauer rauszulassen. Aber ein verlässliches Ventil fände ich schon wichtig. Vielleicht weiss dein Mann auch gar nicht, wie sehr dich das Ganze noch belastet? Oder er fühlt sich damit überfordert, weil er das Gefühl hat, dir nicht helfen zu können? Rede einfach mit ihm, wie es dir geht, was du brauchst. Oder, wie amyle schrieb, wenn dir reden hilft, können vielleicht auch Aussenstehende helfen und zuhören. Oder eine gute Freundin passt auf deine Kinder auf und du gehst spazieren. Ich glaube, wenn man fragt, kann man viel Unterstützung kriegen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH