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Noch mal leben vor dem Tod

R2e1neqssjaxnce


Könnte der "entspannte" und "friedliche" Gesichtsausdruck nicht auch einfach daher rühren, dass die Muskeln entspannt sind?

Ja sicher könnte er ... aber er "könnte" eben auch etwas anderes bezeugen, nämlich dass der Lebensfunke, der sich von Alters her im Atem manifestiert, seinen "Tempel", den Körper, verlassen hat.

Darüber gibt es keine Gewissheit, nur Annahmen.

FXu<nkelVsteixn


Jacky

wie muß ich mir sowas vorstellen? werden da die leute also in hrem eigenen zuhause unterstützt und begleitet? wien oft findet das dann statt?

Genau. Die Art und Intensität der interdisziplinären Betreuung wird auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche des Sterbenden und dessen Angehörigen abgestimmt. Diese Menschen sind Engel. Wirklich.

kFami:kVaze


Wir sollten also getrost annehmen, dass "noch etwas" kommt.

Ich hoffe es!

Ich denke auch, dass wir einfach viel nicht wissen bzw. nicht logisch erklären können. Es fängt ja schon an in der Schwangerschaft: Irgendwie und irgendwann wird dem Zellhaufen Leben, eine Seele eingehaucht und er lebt plötzlich. Finde ich total krass.

Was mich auch interessieren würde: Wo war ich vor meiner Geburt? Letztlich sind es dieselben Fragen, die ich mir auch in Bezug auf den Tod stelle. Leider kommen mir immer wieder Gedanken wie "nach dem Tod ist nix mehr, vor der Geburt war ja auch nix" etc. dazwischen. Wobei dann kommt: Was ist "Nichts"? Dasselbe Problem habe ich auch, wenn ich mir versuche, das Ende des Weltalls vorzustellen. ;-D

R4enesmsaxnce


Wenn etwas vor der Geburt war, kann Mensch es ja auch vergessen haben – vielleicht, weil es uns überfordern würde, es in diesem Leben zu "wissen" und mit sich zu tragen.

Das "Nichts" ist einfach "ausgelöscht" sein, das macht wohl am meisten Angst: sich vorzustellen, ausgelöscht zu sein für alle Zeit. Zumindest besteht die begründete Hoffnung, dass wir – also unsere Essenz, unsere Seele – irgendwo hin gehen, wo wir eben nicht vollständig ausgelöscht sein werden.

Die Berichte von Unfällen und OPs, wo sich die Menschen selbst von oben sehen konnten und alles hörten, was gesprochen wurde, zeigen an, dass wir auch ohne die Organe Sinneserfahrungen machen können – etwas, das schließlich genau so unmöglich ist, wie dass unser Gehirn verschwindet und wir trotzdem noch "da" sind, wenn auch in anderer Form.

A]eesxsa


Ich glaube ja selbst daran das es eine göttliche Kraft gibt.... aber ich war lange Atheistin.

Und irgendwie ist das ein Punkt- dieses "es erschreckt, dass dann nichts mehr kommt" - nie ein Problem für mich gewesen. Im Gegenteil, ich habe meinen Glauben an Gott damals als 13jährige verloren als mein Vater starb *weil* mir die "Erklärungen" die mir mein Glaube geben "wollte" einfach zu ... schwach... waren.... Das ist jetzt sehr kurz ausgedrückt, und es war in Wirklichkeit für mich ein Drama (komme aus einem Pastorenhaushalt und es hat mich natürlich fertiggemacht ausgerechnet als Pfarrerstochter nach dem Tod des Vaters- des Pfarrers - dann auch noch den Glauben zu verlieren)

Aber der Gedanke an *Ruhe* nach dem Tod.... den fand ich immer toll...

Und dieses "Nichts"... ist das nicht auch eine Form der Ruhe, des Friedens ???

Ich gestehe, mein Glaube an ein Paradies ist nicht sehr festgeschrieben. Für mich könnte Paradies auch einfach nur die "Freiheit" von Sorgen, von Gedanken, von allem sein. Das könnte durchaus gleich stehen mit dem "Ende" von allem, von mir... Nur das ich schon glaube, dass es eine Ebene gibt auf der uns alle Menschen nahe sind die uns lieben. Auch nach dem Tod.

hqats,chxipu


was mich interessieren würde: hat hier schonmal jemand erfahrungen mit einem hospiz gemacht?

Ich habe letztes Jahr überlegt einen Lehrgang für Trauerbegleitung zu machen, ich glaube die [[http://www.bjoern-schulz-stiftung.de/]] haben das mal angeboten. In Berlin kann man sich auch als ehrenamtliches Mitglied im Sonnenhof engagieren, allerdings ist dies ein Kinderhospiz. Ich bin da aber doch sehr ehrfürchtig und traue es mir nicht zu. Man kann da sicher eine Menge mitnehmen an Erfahrung und Gedanken, allerdings muss man da auch sehr stark sein. Ich habe ja selbst Kinder und eigentlich ständig Angst, denen könnte was passieren. Ich könnte wohl auch nicht abschalten nach dem Tod eines Kindes.

Die Ausstellung mit den Fotos würde ich aber sehr gern sehen, aber die sind schon vorbei oder?

Fotos machen sicher nachdenklich, sind aber auszuhalten. Ich habe in einem Museum mal ein Totenbuch gesehen, früher war das wohl üblich tote Familienmitglieder noch mal zu fotografieren. Das war wirklich interessant.

Ich habe noch nie jemanden gesehen, der tot war, stelle mir das aber nicht zu schlimm vor, ich stelle mir eher die Berührung komisch vor.

Als wir die Katze meiner Schwiegereltern begraben haben, war die noch ganz warm und ich habe mich richtig erschreckt und bekam ein ganz merkwürdiges Gefühl. Bei einem Mensch muss das ja noch viel schlimmer sein, wobei ich nicht weiß ob ich eine warme oder kalte Haut schlimmer finden würde.

kfam{ikxaze


Nachdem jetzt schon ein paar gefragt haben: Die Ausstellung ist noch bis zum 23.06.2013 in Konstanz zu sehen, im Kulturturm in der Wessenbergstr. (Innenstadt). Weshalb das nicht im link bei den Ausstellungsorten steht, weiß ich auch nicht. ":/

FEunnkelsgtein


Man kann die Fotografien auch in Buchform kaufen.

K8leixo


Von meinen Freunden wollte niemand mit mir zu der Ausstellung, ich bin alleine hin. Die meisten sagten, sie wollten sich damit nicht belasten, bzw. sie könnten es nicht, sie würden damit nicht klarkommen. Wie ist das bei euch? Würdet ihr so eine Ausstellung besuchen und wenn ja, aus welchen Beweggründen?

Ich weiß nicht, ob ich diese Ausstellung besuchen würde – eher nicht. Belasten würde sie mich nicht. Mich würde ihr Leben vor ihrem Tod viel mehr interessieren, wie sie es gelebt haben (wie z. B. Dienstags bei Morrie). Was z. B. Heiner Schmitz sagt, dass seine Umgebung nicht weiß, was sie mit ihm reden sollen. Das wären die Dinge, die mich interessieren würden. Viele wissen mit Sterbenden nicht umzugehen, weil er offensichtlich der Wahrscheinlichkeit nach früher sterben wird als sie. Der Sterbeprozess schein für viele schon der Tod zu sein. Dieser jemand lebt aber noch und ist nicht tot. Manche benehmen sich ja auch oft so, wenn sie bestimmte Krankheiten hören, als wäre derjenige ansteckend. Solchen Menschen geht es nicht um den Betreffenden, sondern um ihre eigenen Ängste und Dämonen. Sie haben möglicherweise Mitleid aber nicht besonders viel Mitgefühl zu jenem, der nicht mehr lange leben wird.

Der Tod selbst interessiert mich nicht, weil es ihn für mich auch nicht gibt – es ist ein abstrakter Begriff, wie auch Gott, etc. Es ist der gleiche "Zustand" wie vor meiner Geburt. Es gab mich vorher nicht und es wird mich nachher nicht mehr geben. Logischerweise ist damit auch erklärt, dass ich in keiner Form an irgendeinem Weiterleben glaube. Womit der Tod für mich auf gar keinen Fall zu tun hat ist das Leben. So lange ich lebe, bin ich nicht tot und wenn ich tot bin, gibt es kein ich und mich mehr. Es gibt keine Satz, der der Realität entsprechend heißen könnte: "Ich bin tot". Daher gibt es für mich auch keine Verbindung. Es wäre nicht der Grund, dass ich diese Ausstellung nicht ertragen würde, sondern in diesem Zusammenhang finde ich es nicht sehr interessant. Körperwelten habe ich mir z. B. angeschaut. Da geht es um den Körper, welche Krankheit welche Spuren hinterlässt oder einfach der Anatomie eines Körpers. In diesem Zusammenhang erwacht mein Interesse wieder. Ich würde mir auch eine Ausstellung ansehen, wenn sie einen forensischen Hintergrund hätte. Es ist ein toter Körper und ich habe zu diesem Körper keinen Bezug mehr, auch wenn es ein Verwandter ist. So, wie die Photos gemacht sind, also recht früh nachdem dieser Mensche gestorben ist, so hatte ich auch zu meinem Vater noch einen Bezug und habe realisiert, dass er tot ist. 10 Tage nach seinem Tod bei der Beerdigung war das für mich ein toter Körper und nicht mein Vater, sondern ein toter Körper.

Ich glaube, die meisten haben einfach Angst und möchten mit der eigenen Sterblichkeit bzw. mit der ihrer Lieben nicht konfrontiert werden

Da geht es aber nicht um jene Menschen, die krank sind, im Sterben liegen oder tot sind. Ich habe schon oft Menschen gesehen, die mehr in Selbstmitleid aufgingen und auf der Beerdigungen damit weitermachten.

Natürlich. Jeder will einen "plausiblen Grund" finden, weshalb ihm selbst das auf gar keinen Fall passieren kann.

Meine Mutter hat bei meinem Vater so reagiert. Ein Schuldiger musste her. Aus meiner Sicht gibt es da keine Schuldigen. Seine Zeit war gekommen.

Mein Onkel ist dieses Jahr gestorben. Dieses Mal hat es sie einfach nur interessiert, wie es dazu kam – ohne der Absicht einer Schuldzuweisung zu machen. Jedermanns Leben ist endlich.

Ich weiß nicht, ob es der "plausible Grund" ist, den jeder finden will. Ich habe den Eindruck, dass manche Menschen meinen, den Tod irgendwann "ausschalten" zu können. Genauso meinen manche, dass ewige Jugend erstrebenswerter wäre als das natürliche Altern und sterben. Auch meinen einige aus mir unbekanntem Grund, dass es ungewöhnlich ist, dass Kinder, junge Erwachsene oder ältere Erwachsene sterben können. Es hört sich für mich so an, als hätten alle das Recht auf ein bestimmtes Alter. Umgekehrt werden alte und kranke Menschen mehr oder minder aus der Gesellschaft verbannt.

RDeneZsTsancPe


Ich habe den Eindruck, dass manche Menschen meinen, den Tod irgendwann "ausschalten" zu können. Genauso meinen manche, dass ewige Jugend erstrebenswerter wäre als das natürliche Altern und sterben. Auch meinen einige aus mir unbekanntem Grund, dass es ungewöhnlich ist, dass Kinder, junge Erwachsene oder ältere Erwachsene sterben können. Es hört sich für mich so an, als hätten alle das Recht auf ein bestimmtes Alter

:)^ Den Eindruck habe ich auch. Deshalb ist eine schwere Krankheit auch für die meisten eine persönliche Kränkung – die selbstverständlich durch Rundum-Vorsorge zu verhindern sei ...

Dabei gibts gegen das Sterben nun mal keine Versicherung. Und um am Ende nicht völlig überrascht zu werden, ist eine Beschäftigung im Leben mit dem Tod schon wichtig.

F)unkel(stexin


Kleio

Ich glaube auch nicht an ein Weiterleben im klassisch-religiösen Sinne (Paradis, Wiedergeburt, etc.). Für mich ist der Tod das Ende des Lebens. Mehr nicht. Das

Es gab mich vorher nicht und es wird mich nachher nicht mehr geben.

Womit der Tod für mich auf gar keinen Fall zu tun hat ist das Leben. So lange ich lebe, bin ich nicht tot und wenn ich tot bin, gibt es kein ich und mich mehr.

sehe ich allerdings anders.

Für alle Anderen, für alle Weiterlebenden wird es dich auch nach deinem Tod geben. Klar, die Rechnung stimmt auf mathematischer Ebene. Es gab dich vor deiner Geburt nicht und nach deinem Tod wird es dich nicht mehr geben. Trotzdem ist das Davor nicht mit dem Danach vergleichbar, oder? Immerhin bist du zwischen Davor und Danach hier gewesen. Du warst hier und hast gelebt. Das ist ein wesentlicher Aspekt, wie ich finde.

Grundsätzlich finde ich deine Denkweise aber sehr interessant und spannend.

kza|mikazxe


Kleio

Auch meinen einige aus mir unbekanntem Grund, dass es ungewöhnlich ist, dass Kinder, junge Erwachsene oder ältere Erwachsene sterben können. Es hört sich für mich so an, als hätten alle das Recht auf ein bestimmtes Alter

Kein Recht, aber ein z.B. Krebstod in jüngstem Alter hat für mich noch eine ganz andere Tragik als wenn jemand mit 85 Jahren geht. Das fängt bei den Eltern an, die ein Kind verloren haben und hört auf bei dem Gedanken, dass ein junger Mensch aus dem Leben gerissen wurde, noch bevor es richtig angefangen hat. Es ist für mich einfach ein Unterschied.

Für alle Anderen, für alle Weiterlebenden wird es dich auch nach deinem Tod geben. Klar, die Rechnung stimmt auf mathematischer Ebene. Es gab dich vor deiner Geburt nicht und nach deinem Tod wird es dich nicht mehr geben. Trotzdem ist das Davor nicht mit dem Danach vergleichbar, oder? Immerhin bist du zwischen Davor und Danach hier gewesen. Du warst hier und hast gelebt. Das ist ein wesentlicher Aspekt, wie ich finde.

Ja, das sehe ich grundsätzlich auch so. Allerdings hatte ich Dich, Kleio, so verstanden, als ob es Dir nur um Dich ging, was das "vorher" und "danach" betrifft.

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