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weinen auf Beerdigung

tRheQuexen hat die Diskussion gestartet


Mein Onkel ist gestern Nacht verstorben, noch sehr jung. Ich hatte nicht viel Kontakt zu ihm aber er war sowas wie ein Vorbild für mich, der einzige in der Familie der meine Ansichten teilt, durch ihn hab ich meine Lieblingsbands kennengelernt und ein paar gute Bücher usw. :°(

Ich weiß jetzt schon dass ich furchtbar heulen werde, auf der Beerdigung. Darf man so sehr weinen wenn man nicht zu den nächsten Verwandten gehört? Ich habe das Gefühl es wäre unangebracht und weiß deshalb nicht ob ich dabei sein soll oder nicht.

Antworten
S)unf$lowe@r_73


Möchtest DU an der Beerdigung teilnehmen? Dann geh' hin. Jeder Mensch reagiert auf diese Situation anders – und jeder Reaktion ist okay. Ich hab' sogar bei der Beerdigung eines Ex-Chefs ein paar Tränen verdrückt, weil mir solche Situationen einfach nahe gehen und die Beerdigung sehr schön (= persönlich, individuell) war. Und leider auch die Tragik seines Todes sehr deutlich gemacht hat.

Ohne die Einladung seiner Frau wäre ich wohl nicht mal hingegangen; so bin ich gegangen und hab' ein paar Tränen verdrückt. Ja und?

Mwatz(ke85


wenn du weinen musst, wein.

eine beerdigung ist eigentlich eine sache zwischen dir und dem verstorbenen, da sollte man sich nicht drüber scheren was andere denken...

kbamikaxze


Darf man so sehr weinen wenn man nicht zu den nächsten Verwandten gehört?

Hm, es ist doch Dein Onkel? Das gehört für mich schon noch zur nächsten Verwandschaft.

Zu Deiner Frage: Natürlich.

Enhemalkiger =Nutzer> (#5027x11)


Wenn es aufrichtige, ehrlich gemeinte Tränen sind, dann solltest du dich keineswegs zurück halten denn die Tränen drücken ja aus wie du dich fühlst, zeigen das du ihn vermisst. :)* @:)

Ich habe bisher einige Beerdigungen mitgemacht. Als ich dachte ich würde unglaublich viel weinen damals auf der Beerdigung meines Opas, da war es nicht Mal so. Ich habe kurz ein paar Tränen vergossen und dann ging es mir auch wieder gut.

Bei meiner Oma hingege dachte ich, ich wäre stark und müsste nicht weinen. Da habe ich dann vor ihrem Grab als ich eine Rose reingeworfen habe dermaßen geweint das ich dachte, das wird nie vorbei gehen. Mir wurde in dem Moment bewusst das sie wirklich weg ist. Vielleicht lag es auch einfach daran das ich älter war als meine Oma starb und besser begriffen habe was jetzt passiert.

Jedenfalls musst du dich nicht für deine Tränen schämen. Zurückhalten lassen werde sie sich in den meisten Fällen sowieso nicht. Du trauerst. Da sind Tränen erlaubt. :°_

thheQuexen


Ich weiß auch nicht wie ich mich verhalten soll, ich hab erfahren dass seine Kinder (noch nicht erwachsen) eigentlich niemanden dabei haben wollen (was nicht geht, das wurde ihnen auch erklärt). Also sollte man sich möglichst im Hintergrund halten oder? Ich war schon ewig nicht mehr auf einer Beerdigung. Noch nie auf einer Feuerbestattung und noch nie auf einer absolut ohne religiösen Hintergrund. Ich möchte mich eigentlich auch nicht komplett schwarz anziehen – ist das denn in Ordnung? Ich bin total unsicher und auch irgendwie noch neben der Spur :°(

S}unfljowerx_73


Man kann sich im Hintergrund halten – und von den obligatorischen "Beileidsbekundungen" Abstand nehmen. Wenn es eine Feuerbestattung ist, ist es vermutlich eh nur der Abschied – ohne die Grabszene (ich nehme jetzt mal an, dass die Einäscherung und Urnenbeisetzung erst noch stattfinden müssen).

Feier ohne religiösen Hintergrund: Auch da wird es wohl – in welcher Form auch immer – eine Rede nd einen festlichen Ablauf geben. Daran kann man teilnehmen. Möchte die gesamte Familie es nicht, muss sie das SEHR deutlich machen ("engster Familienkreis"). Und Termin & Ort gar nicht bekanntgeben.

Anziehen: Ich gehe immer in schwarz/grau auf Beerdigungen. Ist halt Tradition und so schwer ja auch nicht. Ausnahme war bei mir eine Beerdigung, wo sich der Verstorbene selber eine "bunte Party" gewünscht hatte.

Mach' Dir nicht so viel Gedanken. Geh' hin und schau, was passiert. Was sich für Dich richtig anfühlt in dem Kontext (bspw. eben NICHT noch groß den Kindern Beileid wünschen wenn man weiß, die wollen ihre Ruhe haben).

C]orznel7ia59


Wein, wenn die Tränen kommen. Die nehmen sowieso keine Rücksicht, die komm einfach. Ist mir damals vor mehr als 20 Jahren auf der Beerdigung meiner Patentante passiert, es kam einfach wie eine Welle – und ich bin eigentlich gar nicht nah am Wasser gebaut! Es war so schlimm, daß ich dann sogar aus dem Menschenpulk am Grab geflüchtet bin, weil ich einfach nicht mehr konnte.

Das zweite Mal ist es dann während der Trauermesse für meinen Vater passiert, Auslöser war der 23. Psalm (Der Herr ist mein Hirte...). Bis dahin konnte ich nicht weinen, und wieder war es wie eine Welle, kein Widerstand möglich.

Aber jeder ist anders. Leg dir keinen Zwanf auf, nicht zu weinen, laß deine Gefühle raus. Bei einer Beerdigung müßte das eigentlich jeder verstehen... und wer´s nicht versteht, der kann dich mal!

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