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Abschied von meiner Katze

MByrxina hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin neu hier und weiß gar nicht wo mir der Kopf steht. Ich bin bei dem googeln vom Umgehen mit Trauer auf dieses Forum gekommen und würde mir meine persönliche Geschichte einfach gerne von der Seele schreiben. Heute ist nämlich meine Katze Micki eingeschläfert worden.

Vor 4 Jahren ca. half ich freiwillig im Tierheim aus, bin aber nie ins Katzenhaus gegangen weil ich wusste das würd in einer neuen Katze enden und wir hatten bereits eine. Irgendwann bin ich dann natürlich doch rein und hab mich direkt in Micki verliebt, innerhalb von Sekunden. Ich wusste, der ist es. Er war alt (15 Jahre), dürr, hatte eine kaputte Lippe und war schon ewig im Tierheim weil ihn genau aus diesen Gründen keiner wollte. Ich dagegen dachte mir:"Mach ich der Katze noch n paar schöne Tage!"

Man muss dazu sagen, ich bekam ihn in einer für mich sehr schlimmen Zeit. Ich machte grade eine Therapie und mir ging es wirklich schlecht. Und dann kam Micki in mein Leben!

Die ersten 5 Tage blieb er mit mir in meinem Zimmer, damit sich die beiden aneineander gewöhnen konnten. Somit war er total fixiert auf mich und auch ich entdeckte seinen super Charakter. Er war liebevoll, niemals böse, schnurrte, liebte schmusen...einfach toll! Auch mit der anderen Katze kam er irgendwann klar, die mochten sich nie wirklich aber tolerierten sich :P So kam es dazu, dass Micki und ich unzertrennlichen wurden. Er war immer für mich da, wenn ich weinte kam er und schnurrte einfach so, ich konnte mit ihm spielen, Späße machen...er war wie mein bester Freund. Das klingt sicher total bescheuert, aber grade damals war er der einzige Halt den ich wirklich hatte. Er hat mich aus einem Tief rausgeholt und mein Leben einfach schön gemacht, mit all der Freude und Dankbarkeit trotz allem was ihm wohl schon passiert ist. So ging das natürlich ne ganze Weile, fast 3 Jahre, 2 mal wäre er fast gestorben, aber wir habens wieder hingekriegt, und er hörte sogar auf zu Fressen wenn ich ein paar Tage weg war. Dann geschah es, dass ich in Berlin zum Veterinärmedizinstudium (oh welch Ironie) angenommen wurde und 500km weit weg ziehen musste. Mit Micki!

Das machte alles natürlich noch enger. Wir lebten nun fast 10 Monate zusammen hier, in meiner kleinen Wohnung mit Balkon, und es ging uns gut. Wir gingen Abends gemeinsam schlafen, standen zusammen auf (ich wurde immer liebevoll mit Milchtritt in meinen Haaren geweckt oder mit einem Nieser ins Gesicht) und ich versuchte wirklich alles ums ihm hier so angenehm wie möglich zu machen, ich denke mit großem Erfolg. Ich hätte alles für diese Katze getan. Und gestern Abend plötzlich ging es ihm schlecht, er lag im Badezimmer in der hintersten Ecke und versteckte sich. Ich nahm ihn natürlich direkt mit zum Tierarzt und wir machten Bluttests und Röntgenbilder. Dabei stellte sich heraus dass es von der Bauchspeicheldrüse kommt. Und für einen mittlerweile um die 20 Jahre alten Kater ist das wirklich schlimm. Er war jedoch noch in einer relativen guten Verfassung, sodass wir ebschlossen es mit Medikamenten zu versuchen. Meine letzte Nacht war der Horror. Micki verlor jegliches Gefühl in seinen Beinen, seine Nerven versagten, ich hab nicht geschlafen sondern nur aufgepasst was er macht, ob er atmet. Heute morgen gings natürlich direkt wieder zum Tierarzt, seine Temperatur war auf 33° gefallen und die Wahl zwischen irgendwie evrsuchen ihn am Leben zu erhalten und ihn einschläfern lassen war natürlich eindeutig. Ich liebe ihn so sehr, ich hätte iemals gewollt dass er unter Schmerzen stirbt. Also wurde er heute eingeschläfert. Und hinterlässt natürlich ein riesen Loch.

Es ist als wäre diese Katze meine Rettung gewesen und ich seine, und ich weiß wie schön er es noch hatte und das ich alles richtig gemacht habe. Aber trotzdem quälen mich Fragen wie, hätt ich was bemerken können? Hätte ich es verhindern können? Und was tue ich jetzt?

Im Moment ist meine Mutter auf dem Weg hierher, sie hing natürlich auch an der Katze. Und ich kann hier unmöglich alleine sein. Eine neue Katze zu holen fühlt sich jedoch total Verräterisch an...aber ohne Katze kann ich hier gar nicht, ich bin alleine und wohn in keiner WG oder so. Ich kann so schlecht Abschied nehmen, ich weiß wirklich nicht wie das gehen soll, ich fühl nur dass ich hier nicht alleine sein möchte. Ich kann aber auch immernoch nicht verstehen das Micki wirklich für immer weg ist und ich nie wieder dieses Fel spüren werde.

Tut mir Leid dass es so viel geworden ist, es tat einfach nur gut es mal alles zu schreiben, wobei ich mich noch kurz gefasst hab. All die schönen Erinnerungen.. :(

Viele Grüße und schöne Abend

Antworten
TAequ<ilax4


Erstmal: Es tut mir sehr leid für dich.

Im März habe ich meinen Hund verloren. Er wurde keine 10 Jahre alt und es tat sehr, sehr weh. Jetzt liegt der Hund in einem Keramikherz eingeäschert auf der Fensterbank. Er ging viel zu früh, es ging viel zu schnell, ich konnte mich nicht verabschieden. Er half mir über die Zeit hinweg, als mein Partner sich trennen wollte. Er gab Trost und lenkte mich ab...Aber das Leben geht weiter. Mein neuer Hund ist zwar von der gleichen Rasse aber charakterlich völlig anders. Mir hat die Anschaffung eines neuen Tieres sehr geholfen. :-)

M?yrixna


Hey, danke für deine Antwort. Tut mir sehr Leid für dich. Ich hab mich bei Micki auch dazu entschieden ihn Einäschern zu lassen, ich bekomme ihn nächste Woche. Ich weiß nur nicht wie schnell es ok ist dass ich mir eine neue Katze hole, ich will ja keinen Mickiersatz, ich möchte einfach nur jemanden bei mir und eine Verwantwortung. Angesehen davon heule ich die meiste Zeit schon wenn ich nur ein leises Geräusch höre, aber ich hab auch irgendwie das Gefühl dabei könnte mir eine neue Katze helfen, einfach jemand, der da ist :(

TCequi.lQa4


Mir ging es sehr schlecht. Ich musste sogar zum Arzt und hatte ganz starke Magenprobleme. Der Arzt meinte: Gab es irgendwelche Änderungen in ihrem Leben. Ich: Ja, mein Hund ist gestorben. Er: holen sie sich einen Neuen.....Mein alter Hund fehlte mir jeden Tag. Mein ganzer Tagesablauf war auf ihn ausgerichtet und plötzlich war er weg....Nunja, der neue Hund fordert mich. Er hält mich auf Trab, er gibt neue Freude. Er wacht mit mir auf, er schläft mit mir ein. Allerdings in seinem Schlafhäuschen, nicht im Bett. ;-)

Du wirst merken, wann du bereit bist für ein neues Tier.

Kv*hxe


Mir tut es auch sehr leid! Ich weiß wie es ist, ein geliebtes Katzentier zu verlieren.

Du sagtest, du wüsstest nicht wie du Abschied nehmen solltest. Das tust du doch gerade, auch mit deinem Beitrag hier. Gib dir bitte etwas Zeit und Gelegenheit, die neue Situation wirklich zu begreifen! Dass deine Mutter auf dem Weg zu dir ist, finde ich gut, so bist du nicht allein.

Ich kann und will dir nicht sagen, wann der richtige Zeitpunkt für ein neues Tierchen ist, aber vielleicht solltest du, völlig unabhängig vom Zeitpunkt, warten, bis ihr euch begegnet. Also die nächste "Liebe auf den ersten Blick" bitte nicht erzwingen.

Lass dir ein wenig Zeit zu trauern.

M(yrinxa


Ja es fällt mir alles so schwer im Moment, ich kenn sowas nicht, ich hab noch nie ein geliebtes Tier oder einen geliebten Menschen verloren, bis heute. Aber danke für eure Antworten, das hilft mir wirklich sehr, dieses Gefühl nicht allein zu sein. Und auch wenn man natürlich ähnliches immer googeln kann und auch findet ists doch was anderes, zu seiner Geschichte was zu hören

b?iandxbi


Hallo.

Mein Beileid. Ich kann es kein Verasehr gut nachempfinden wie du dich fühlst. Ich musste meine Katze im Oktober einschläfern lassen. Es tut immer noch weh und ich denke oft an sie, wir waren 14 Jahre (mein halbes Leben) zusammen. Ich bin froh dass sie sich nicht länger quälen musste. Sie hatte Krebs, leider von einem Tag auf den anderen festgestellt, dann eine Woche versucht aufzupäppeln und leider doch verloren.... Aber deine Katze spielt nun sicher mit meiner und ganz vielen anderen im Regenbogenland! Trauer tut weh, nimm dir Zeit dafür. Ich wünsche dir viel Kraft und alles Liebe! Und eine neue Katze ist sicher kein Verrat, ich denke Micki hätte gewollt dass du glücklich bist und ist dir dankbar für die schöne Zeit!

KLräh/e


Wenn es dir hilft, kannst du hier ruhig weiter schreiben, es gibt viel Tierfreunde im Forum.

Auf so eine Situation kann man sich kaum vorbereiten und Trauer ist jedes Mal ein bisschen anders. Auch wenn man das schon oft erlebt hat, tut es trotzdem weh. Mir hat es sehr geholfen, eine kleine "Gedenkstätte" einzurichten. Ein Foto auf dem Nachttisch mit einem frischen Blümchen und dem Lieblingsspielzeug daneben, dadurch gab es einen Ort, wo sie waren (unsere Tiere wurden alle begraben). Manchmal habe ich dann das Foto angesehen und mit dem Tier geredet oder mit Freunden und Familie Geschichten ausgetauscht. Dann sind die Tierchen immer noch ein kleines bisschen da und der Abschied fällt leichter.

Mpyrixna


Ich danke euch :) Ja, das Micki mit seinen Katzenfreunden spielt hoffe ich auch, und das er endlos viele Plüschkörbchen hat und Muffins und alles was er möchte. Ich hab gerade auch ein paar Bilder aufgehangen und liebe Zeilen über ihn geschrieben, alles aufgehangen und eine Kerze angezündet. Und mit dem Bild geredet hab ich heute auch schon mehrere Male. Es schmerzt irgendwie, das Bild zu sehen und an alles zu denken was war, aber auf der anderen Seite ist es auch schön, eben weil so viel Gutes war. Meine Mutti ist jeden Moment hier, aber ich werde auf jeden fall nochmals chreiben, morgen spätestens. Und danke, es hilft mir echt sehr!

TVequibla4


Es wird schon werden @:) Ich bin sehr tierlieb und habe schon einige Tiere verloren. Es tut immer weh aber ich erinner mich dann gern an die Zeit, welche ich mit diesen Tieren verbringen durfte.

lYa-tri5stesxse


Ich kann dich wirklich so gut verstehen :°_ , mir ist vor 13 Jahren ein kleiner Kater zugelaufen (hatte ihn mein halbes Leben). Vor 2,5 Monaten ist er gestorben und ich weine noch immer jeden Abend um ihn und kann mir noch keine andere Miezi an meiner Seite vorstellen. Auch er trat in mein Leben, als es mir sehr schlecht ging. Er brachte mich wieder zum Lachen. Ich musste ihn auch einschläfern lassen (Lungentumor) und habe ihn dabei gehalten. Er wurde in seinem geliebten Garten beerdingt. :°( Mittlerweile denke ich aber auch ab und an mit einem Lächeln an ihn zurück und bin einfach dankbar, dass genau er mein Kater war und gerade mir zugelaufen ist. Er war für mich auch wie ein bester Freund, er hat mich getröstet, schlief immer in meinem Bett und wir hatten viel Spaß, wenn wir uns zum Beispiel gegenseitig durch Haus und Garten gejagt haben.

Ich denke, du musst wissen, ob du dir schon bald eine neue Katze für dich vorstellen kannst, mach einfach das, was dir am meisten hilft. :)_ Wünsche dir alles Gute. :)*

Cnoldilxife


@ myrina

Denk immer daran dass du Micki sehr schöne Jahre beschert hast, ich ziehe meinen Hut vor dir dass du ihm ein Zuhause gegeben hast obwohl er schon deutlich älter war ..

Das hätten nicht viele gemacht.

Er hat sicher bei dir die Jahre wieder aufgeholt und ist als glückliches Tier gestorben. Und er ist nicht weg, er ist an deiner Seite egal wo du bist ..

Mein geliebter Hund ist jetzt schon über ein Jahr tot, aber ich weiß dass sie irgendwie noch da ist. Hab die Anfangszeit (und auch heut noch ab und an) ihr Halsband mit wenn ich rausgehe.

Das hat mir sehr geholfen.

B:rumm1bienxe


Hallo Myrina!

Wie heißt es so schön? Sei nicht traurig über das was ist sondern sei glücklich über die schöne Zeit die ihr hattet. :°_

Ich kann dich sehr gut verstehen weil ich selbst sehr an meinem alten Kater hänge und natürlich immer beobachte ob es ihm eh gut geht oder er sich verändert. Vor zwei Jahren musste ich selbst eine Katze einschläfern. Die war mir zwar nicht ans Herz gewachsen und ich hab sie über eine Anzeige entdeckt. Die alte Besitzerin war gestorben und die Tocher hatte das Tier ins Tierschutzhaus gegeben. Die Katze war 17, also sehr alt und da ich eben so an meinem Kater hänge dachte ich, wenn mir mal was passiert möchte ich, dass mein Dicker trotzdem noch schöne Jahre hat. Im Grunde genommen habe ich die Katze also zum sterben zu mir geholt und sie war auch nur noch vier Monate am Leben. Im Nachhinein weiß ich, dass sie bereits beim Abholen von ihrem Leid erlöst werden hätte sollen. Die Arme hat nur noch gelitten und war komplett abgemagert aber da mir das Tierschutzhaus und zwei Tierärzte danach glaubhaft versicherten, dass alte Katzen nun mal so sind, habe ich es hingenommen, sie gepflegt und verhätschelt.

Nach vier Monaten hat das Tier nur noch vor Schmerzen gewimmert und ist beim Gehen dauernd umgefallen und ich habe einen anderen Tierarzt aufgesucht. Der war über den Zustand geschockt und hat mir geraten, das Tier sofort von seinem Leid zu erlösen was ich dann auch schweren Herzens gemacht habe. Ich hab mich von der alten Schecky verabschiedet, sie an mich rankuscheln lassen und mit dicken Tränen in den Augen hab ich sie gehen lassen.

ich wünschte mir, ich hätte ihr dieses ganze Leid ersparen können und möchte dir damit sagen: du hast bei Micki alles richtig gemacht. Du bist bei ihm gewesen als es ihm gut ging und du hast die richtige Entscheidung getroffen als er dich gebraucht hat.

Ich kann deinen Verlust und deine Trauer absolut nachvollziehen, wie gesagt, Schecky war mir nicht ans Herz gewachsen aber ich war trotzdem tieftraurig. Obwohl du es jetzt vielleicht nicht glauben kannst aber deine Traurigkeit wird bestimmt bald dem Gefühl weichen, dass du ihr bis zum bitteren Ende beigestanden bist und sie dich sogar noch daran wachsen ließ.

Und hab nicht das Gefühl, dass du Micki verratest wenn du jetzt wieder mit einer Katze dein Leben teilst. Du kannst es ja als Dank und Geschenk gegenüber deinem verstorbenen Tier sehen: du bist glücklich mit ihm gewesen, er hat dir Halt gegeben und gerade weil du ihm dafür dankst, machst du das was dich deine positive Erfahrung gelehrt hat- nämlich versuchen wieder mit einer Katze glücklich zu werden. @:)

B6ell:aBeaxu


Wie alle anderen bereits vor mir kann ich auch nur sagen dass du in deiner Trauer nicht allein bist und wir alle mit dir fühlen. Eine geliebte Katze zu verlieren ist sehr schmerzvoll und lässt einen auch nicht so schnell wieder los.

Ich denke das Beste was du tun kannst ist, dich an die schöne Zeit mit deiner Katze zu erinnern, und dass du ihr noch in ihren letzten Jahren das Leben verschönert hast.

Auch verstehe ich sehr gut, dass du dich nun alleine fühlst und gerne eine neue Katze hättest. Ich denke auf keinen Fall dass das in irgendeiner Weise "verräterisch" wäre, denn dadurch würdest du Micki ja nicht verraten! Du würdest nur wieder einer Katze ein neues Zuhause geben, ihn aber deshalb nicht gleich vergessen. Ich denke, ihm würde es auch gefallen zu wissen, dass du versuchst deine Trauer so gut wie möglich zu verarbeiten und dich mit einem neuen Tier nicht mehr ganz so einsam fühlst :)

Kopf hoch!

TCequzilax4


Als mein eingeäscherter Hund vom Tierkrematorium zurückkam, haben die eine Karte beigelegt. Mit einem wunderschönen Text. Der treibt mir immer wieder die Tränen in die

Augen, aber er ist einfach wunderschön. Wenn Jemand Interesse hat, schreib ich ihn auf.

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