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Abschied nehmen oder die gute Erinnerung wahren?

fSallibng stxar hat die Diskussion gestartet


:)- :)- Liebe Forengemeinde,

jetzt muss ich auch in diesem Faden schreiben. :°( :°( :°(

Am Sonntag ist mein geliebter Opi (würde im Februar 83 werden) zusammen gebrochen. Er lebt im betreuten Wohnen und wurde dann von zwei Bewohnern gefunden, die haben dann die Heimleitung informiert worauf die Feuerwehr gerufen wurde, die ihn dann reanimiert haben. Dieses war wohl auch über einen längeren Zeitraum geschehen. Anschließend wurde er im Krankenhaus mit verringerter Körpertemperatur ins künstliche Koma versetzt. Gestern abend wurde damit begonnen ihn wieder nach und nach zu erwärmen um dann die Medikamente langsam abzusetzen um zu sehen ob und wie gut sein Körper seine Funktion wieder aufnehmen wird.

Am Sonntag war mein Vater mit meiner Oma und meiner Mama im Krankenhaus und er konnte seinen Vater nicht ansehen. Er war nur ganz kurz bei ihm, kam unter Tränen wieder raus und sagte, das sei nicht mehr der Opi. Natürlich sieht ein Mensch, der kein Gebiss mehr hat, der an Schläuche angeschlossen ist und durch Medikamente eh auch aufgedunsen und gleichzeitig eingefallen ist, anders aus als wenn er steht/sitz und lacht.

Sein Zustand ist kritisch, wenn auch relativ stabil. Und man weiß nicht was in den nächsten Stunden/Tagen geschieht. Ich persönlich rechne mit dem schlimmsten, denn er war auch schon dement und hatte vor Jahren auch schon einmal einen Herzinfarkt, was die Chancen nicht wirklich verbessert. Das haben uns auch schon die Ärzte gesagt.

Jetzt bin ich allerdings am hin und her grübeln. Will ich nochmal hinfahren und mich verabschieden? Will ich ihn noch einmal sehen, ihn sehen, wie er angeschlossen ist, wie er da liegt und vielleicht gar nichts mitbekommt oder will ich ihn in Erinnerung behalten, wie er noch Samstag war? Samstag war ich mit meiner Tochter meine Großeltern besuchen und mein Opi war so toll drauf. Er hat mit der kleinen rumgeschäkert, gesungen, Quatsch gemacht und war sooooo süß...Es ist für mich immernoch unbegreiflich, dass er Samstag so gut drauf war und Sonntag Mittag dann sowas...Ja, man muss immer damit rechnen, aber wenn es doch passiert ist in einem nur noch Leere, Schmerz und Trauer...

Könnt ihr berichten, ob ihr euch von euren Lieben verabschiedet habt oder doch die "lebende" Erinnerung in euch? Ich tue mich echt schwer. Einige sagen mir ja (meine Cousine, die allerdings Medizinerin ist), mach das unbedingt, andere (auch meine Eltern) sagen nein....Ich weiß, letztendlich muss ich die Entscheidung für mich und ganz allein treffen, aber es würde mir sicherlich helfen, wenn einige von euch berichten würden... :)- :)- :)-

Antworten
SVmara!gdaxuge


Jetzt bin ich allerdings am hin und her grübeln. Will ich nochmal hinfahren und mich verabschieden?

Ich würde es tun.

Ich habe es auch getan, da war ich 13, meine Oma lag im Koma. Trotzdem war sie meine Oma. Und ich habe mich von ihr verabschiedet, und auch jetzt, Jahrzehnte später, finde ich das gut und richtig so. Eigentlich sollte ich gar nicht hinfahren, aber ich hab meine Lehrerin angelogen und gesagt, dass meine Mutter gerade angerufen habe, ich sollte mich in den Bus setzen und hinkommen. Also hat sie mich während des Unterrichts gehen lassen und ich bin losgefahren. Bereut habe ich das nie.

Du musst auch keine Angst haben. Und wer weiß, ob er nicht doch spürt, dass Du da bist und ihm Lebewohl sagst. :)*

A(iya$na89


Puh eine echt schwierige Entscheidung. Aber egal was du tust, werfe dir nie vor, dass du es doch hättest anderes machen sollen. Die Entscheidung die du jetzt als Bauchgefühl triffst, wird die richtige für jetzt sein :)*

Ich war noch sehr klein (7) als meine Oma und kurz darauf auch mein Opa starb. Beide wollte ich damals nicht tot sehen. Und ich glaube ich hätte beide auch nicht im Krankenhaus sehen wollen, in dem Zustand wo dein Opa jetzt ist. Viele Verwandte haben auf mich damals eingeredet, dass ich doch Abschied nehmen müsste, vernünftigen Abschied. Aber man hat mich letztendlich in Ruhe gelassen, wohl mit dem Gedanken dass man das einem kleinen Kind nicht zumuten MUSS.

Aber ich habe das nie bereut. Beide hatte ich nachher in schöner Erinnerung und nicht als letztes Bild diesen "Zustand". Und was heißt schon "vernünftig Abschied" nehmen.... das kann man nur für sich entscheiden, wie man damit am Besten umgehen kann.

Efhemalige:r Nuktzer (#5W374x29)


Hallo falling star,

hab gerade deinen Thread gesehen und mir überlegt, dir kurz zu schreiben.

Am besten du folgst deinem Bauchgefühl und hörst dabei nur auf dich, nicht auf andere!

Wenn du noch Abschied nimmst, verlierst du dadurch nicht die guten Erinnerungen. In den ersten Wochen verliert man das Bild, wie jemand an Schläuche angeschlossen da lag nicht, aber mit der Zeit gehen diese Bilder wieder weg und alle anderen schönen Erlebnisse mit diesem Menschen sind wieder im Vordergrund! Also keine Angst, dass die "Abschiedsbilder" von deinem Opa die ganzen guten gemeinsamen Erinnerungen überdecken werden!

Ich war dabei, als meine Oma starb und ich hätte sie nicht gehen lassen können, ohne bei ihr zu sein. Das hat sich total richtig angefühlt und war gut.

Aber wenn du nicht noch mal hinfahren magst, könntest du auch anders Abschied nehmen. An einen Ort gehen, den du mit ihm verbindest, vielleicht eine Kerze anzünden, mit ihm in Gedanken reden oder vorher einen Brief schreiben und den mitnehmen. Da gibt es echt viele Möglichkeiten, allein Abschied zu nehmen.

Egal, wie du dich entscheidest, es wird richtig sein und dein Opa weiß so oder so, dass du ihn liebst, da bin ich sicher! :)_

Ich wünsch dir viel Kraft :)*

TVheBl"aVckWidxow


Als mein Vater mit einem Schlaganfall im Krankenhaus war, habe ich ihn besucht und war zutiefst erschrocken. Meine Kinder sollten ihn meiner Meinung nach so nicht sehen, aber ich habe es ihnen freigestellt, ihn zu besuchen. Als er kurz darauf starb, sollten wir Alle meinen Vater im Sarg anschauen. Ich wollte es nicht und bin auch sehr froh, daß meine Kinder ihn lieber in Erinnerung behalten konnten, wie er vorher war.

Nicht jeder Mensch verträgt den Anblick eines Schwerkranken.

m2alik;a82


:)* :)* :)*

erstmal wünsche ich Dir und deiner Familie viel Kraft für die kommende Zeit.

Es kann sein, dass Dein Opa vielleicht nicht mehr lange leben wird, es kann aber auch sein, dass er sich so noch eine Zeit lang über Wasser hält. Man weiß leider nicht viel darüber, was die betreffenden Personen noch "mitbekommen", was aussenrum passiert.

Meine Oma ist vor 3 Wochen verstorben, sie lag nur kurz im KKH, war aber vorher schon sehr schwach zu Hause (mit 94) und hat immer gesagt, es soll sie keiner mehr im KKH besuchen, sie will ihre Ruhe und endlich sterben. Ich bin dann doch zu ihr gefahren, sie hat geschlafen, ich wollte sie nicht wecken damit sie nicht erschreckt, wenn sie aufwacht und ich vor ihr stehe. Ich hatte das Gefühl, dass ich sie da zum letzten Mal sehe und mich leise von ihr verabschiedet. Am nächsten Morgen hat mich meine Cousine angerufen, dass Oma in der Nacht verstorben ist. Ich war froh, nochmal bei ihr gewesen zu sein und habe mich auch nochmals am offenen Sarg von ihr verabschiedet.

Bei meinem Vater vor 3 Jahren war es so, dass mich das KKH informierte, er läge nun im Koma (schwer krebskrank, ging damals ganz schnell, nur 10 Tage...) und die Ärzte wüssten nicht, ob er von alleine nochmal aufwacht oder ob sie ihn wecken sollten. Meine Oma (seine Mutter) hat damals entschieden, die Ärzte sollen ihn schlafen lassen, damit er ihn Ruhe sterben kann, allerdings möchte sie ihn nochmals sehen. Daraufhin fuhren meine Oma und ich zu ihm und als wir das Zimmer betreten (kein Mensch hat etwas zu uns gesagt) liegt er im Bett und schaut uns an und fragt, ob wir ihm sein Handyladekabel mitgebracht hätten... :-D ":/

Er ist 2 Tage später auch verstorben, aber auch da waren wir froh, dass wir ihn nochmal besucht hatten. Auch bei meinem Vater habe ich mich anschließend nochmal am offenen Sarg verabschiedet.

Ich kann heute sagen, dass es für mich eine wertvolle Erfahrung war, dies jeweils gemacht zu haben und ich bei beiden nur schöne Erinnerungen an sie habe, wie sie zu Lebzeiten waren, wie sie mit mir umgegangen sind, Momente, Situationen, alles sehr lebendig und niemals erinnere ich mich an den Anblick im Sarg oder im KKH.

Dein Opa wird in deinen Gedanken und in deinem Herzen immer der sein, mit dem Du viel gelacht, gesungen und schöne Momente verbracht hast.

Ich möchte Dir nicht raten, was Du tun sollst, ich kann Dir nur sagen, dass ich meine Entscheidung nie bereut habe.

Es wird die richtige Entschiedung sein, die Du triffst. Stell sie anschließend nie in Frage!!! :)* :)*

wQhoopRi 6x3


Ich schreib dir mal meine Geschichte mit meinem Vater auf.

Er bekam im Alter von ca. 70 Jahren Leukämie, lebte aber relativ gut damit.

Mußte nur ab und zu nach Heidelberg zur Kontrolle.

Als es mal wieder soweit war, hat er sich sogar richtig gefreut. mal wieder aus dem Haus zu kommen. Er stand winkend in der Tür und freute sich wie ein kl. Kind.

Im KH hat er dann eine seltene Infektion bekommen und es war absehbar, daß er diese nicht überlebt.

Ich wollte ihn nicht im KH besuchen, sondern so in Erinnerung behalten, wie ich ihn das letzte Mal gesehen hab.

Alle anderen Familienmitglieder hatten ihn besucht.

Mit dem behandelten Arzt hab ich tägl. telefoniert und er meinte immer, daß mein Vater sehr unruhig wäre und sie wüßten nicht warum.

Hab mich dann mal mit ner Freundin drüber unterhalten und diese meinte, daß mein Vater auf mich warten würde, um sich zu verabschieden.

Am nächsten Tag bin ich ins KH gefahren.

Mein Vater sah auch relativ gut aus, konnte aber nicht mehr sprechen, bzw. ich hab ihn nicht mehr verstanden, hatte aber das Gefühl, daß er mich erkennt.

Am nächsten Tag hab ich wieder mit dem Arzt telefoniert und er sagte mir, daß mein Vater total ruhig wäre, an diesem Tag ist er dann auch gestorben.

Ich war heilfroh, daß ich diesen für mich schweren Weg gegangen bin und mein Vater in Frieden gehen konnte.

F{iaclxle


falling star

Ich würde an Deiner Stelle wohl hingehen, aber Deine Tochter nicht mitnehmen. Ich weiß noch, wie rigoros meine Oma dagegen war, dass ich als Kind zu Beerdigungen mitgenommen wurde. Sie hat gesagt, ich solle die Personen lieber lebend in Erinnerung behalten. Und das finde ich nun, wo ich selbst erwachsen bin, für Kinder gut und richtig. Aber als Erwachsene würde ich schon noch Abschied nehmen: Wie hier schon jemand schrieb, vielleicht bekommt Dein Opa wider Erwarten etwas davon mit?

Ich habe meinen Opa 3 Tage vor seinem Tod besucht. Er war zwar nicht bewusstlos, aber sah furchtbar aus und benahm sich natürlich nicht mehr so wie früher. Und es fühlt sich total richtig an, dass ich ihn noch besucht habe. Die Erinnerungen haben trotzdem nicht die 'guten' Erinnerungen an ihn verdrängt – schließlich gab es davon ja viel mehr. Aber das ist mit Deinem Fall nicht zu vergleichen, denn er war ja bei Bewusstsein...

Ich wünsche Dir, dass Du für Dich die richtige Entscheidung triffst! :)*

B$ENAOxH


Wie alle schon sagen: Es ist alleine Deine Entscheidung – tu, was sich für DICH richtig anfühlt.

Ich konnte mich von meiner Mutter nicht verabschieden, habe sie tot aufgefunden, darunter leide ich noch heute.

Meinen damaligen, schwer krebskranken Vermieter habe ich im Krankenhaus beim Sterben begleitet. Man rief mich von der Klinik an, er würde wohl bald sterben. Als ich kam, lag er im Koma. Die Ärzte sagten, ich könne ruhig wieder heim fahren, das könne noch 1-2 Tage dauern. Ich habe ihm gesagt, er solle loslassen und heimgehen, seine Mutter würde auf ihn warten (er hatte keine Verwandten mehr). Er hatte sich so gequält, ich hatte ihm 2 Tage vorher angekündigt, daß ich an dem Tag kommen wollte. Er wurde ruhiger, am Schluß hat er die Augen geöffnet, eine Träne kam – und es war vorbei. (ich heule grad' schon wieder, wenn ich daran denke). Die Ärzte waren echt erstaunt. Aber ich bin sicher, er hat noch auf meinen Besuch gewartet – und er hat es trotz Koma mitbekommen.

Es war damals eine schreckliche, aber im Nachhinein schöne Erfahrung, einem Sterbenden den vielleicht letzten Wunsch, sich zu verabschieden, zu erfüllen. Ich würde es immer wieder tun...

fmallinng stxar


Vielen lieben Dank schonmal für die lieben Nachrichten von euch! Das hilft mir wirklich sehr!

Meine Tochter wird natürlich auf keinen Fall mitkommen, wenn ich noch einmal zu ihm fahren sollte. Da bin ich ja eher schon am überlegen wie ich ihr dann irgendwann klar machen muss, wenn er es nicht schaffen sollte. Da besorge ich mir aber noch ein Buch zu. Auch zur Beerdigung werde ich sie nicht mitnehmen. Das ist kein Raum für Kinder, denn es ist schon ein trauriger Tag und ich bin sicher, dass eine knapp 4jährige die Tränen und die Trauer der sonst so fröhlichen Familie nicht verstehen wird.

Es hilft mir eure Erlebnisse zu lesen! Danke!!!! @:) :)-

M_ae82


Ja, geh hin.

Ich war damals bei meinem Opa auf der Intensiv. Er lag dort im künstlichen Koma, wurde beatmet. Ich war dort mit meiner Oma, die ihm einfach alles erzählt hat, was an dem Morgen alles passiert war. Ich habe seine Hand gehalten (sie war ganz warm) und ihm von den Kindern erzählt und was ich so mache und so. Für mich war das gut und richtig und ich hätte es, glaube ich, bereut, wenn ich diese Gelegenheit nicht genutzt hätte.

Mein Opa hat übrigens mit dem Sterben gewartet, bis auch meine Schwester mit der weitesten Anreise der Familie bei ihm gewesen war. So, als hätte er dann beruhigt loslassen können.

Nein, wir wissen nicht, was er wirklich mitbekommen hat. :)-

Auch zur Beerdigung werde ich sie nicht mitnehmen. Das ist kein Raum für Kinder, denn es ist schon ein trauriger Tag und ich bin sicher, dass eine knapp 4jährige die Tränen und die Trauer der sonst so fröhlichen Familie nicht verstehen wird.

Ich finde schon, dass das auch ein Platz für Kinder ist. Der Tod und die Trauer gehören auch dazu. Wir haben es damals so gemacht, dass mein Mann während der Trauerfeier mit den Kindern (damals 3 und 4) Bilder für den Uropa gemalt hat, die sie danach am Sarg ablegten. Die anderen Trauergäste meinten später, es wäre so schön gewesen, als die Kinder kamen.

Mein Schwiegervater starb 1 1/2 Jahre später. An seine Beerdigung kann sich unsere damals 4-Jährige (heute ist sie 22 ;-) ) noch gut erinnern. Unser Sohn, der damals 5 1/2 war natürlich sowieso. Sie hätten es nicht verstanden, wenn wir sie nicht mitgenommen hätten.

Gerade, wenn ihr eine Familie habt, die miteinander fröhlich sein kann, finde ich es wichtig, dass sie erlebt, dass ihr auch zusammen trauern könnt.

Da besorge ich mir aber noch ein Buch zu.

Sehr schön gerade auch für kleine Kinder finde ich Ente Tod und Tulpe von Wolf Erlbruch.

-nviet+n(amyesxin-


Darauf gibt es keine allgemeine Antwort. Da jeder Mensch anders trauert/empfindet. Bei mir ist es tatsächlich so-aus den Augen, aus dem Sinn, wobei Sinn natürlich anders gemeint ist, der Mensch bleibt unvergessen natürlich. Aber ich bin der Typ der für sich trauert, ich möchte mich so verabschieden und nicht noch die "qualen" mitansehen müssen.

Ich verkrieche mich vor solchen Situationen am liebsten, auch wenn jemand krank ist und er im Krankenhaus liegt. Z.b als meine Tochter im Krankenhaus lag, es ging ihr schlecht und sie musste dann noch auf die Intensivstation..ich fand das so schrecklich alles, dass ich am liebsten auf der Stelle im Boden versunken wäre. Ja ich wäre am liebsten abgehauen, ich fand es verrückt. Sie musste einige Untersuchungen über sich ergehen lassen, ich hatte nicht die Kraft mit in den Raum zu gehen, die Schwestern hatten mir dies auch freigestellt, ich habe verneint, natürlich ist dann jemand aus der Familie mit rein, aber ich hätte das nicht gekonnt (man hat sie selbst auf dem Flur weit weg noch schreien hören, ich fand das einfach nur schlimm)..ich hätte am Boden gelegen. Das ist ja dann auch kein Zustand!..vor allen nicht für die Person die da behandelt wird/liegt, halt noch was mitkriegt. Ich bin da nicht stark genug für, man kann nicht sagen reiß dich mal zusammen..ne geht nicht.

CKlonIdyke


Vor ca. 2 Jahren saß ich allein am Sterbebett meines Vaters und begleitete ihn bis zum Tod. Er starb in der Klinik und war mit entspr. Schläuchen und Kathetern ausgestattet. Heute bin ich dankbar, dass ich mich damals zu diesem Schritt entschieden habe. Meine Anwesenheit hat meinem Vater das Sterben erleichtert und wenn ich heute an ihn denke, sehe ich ihn nicht als kranken, sterbenden Menschen vor meinem geistigen Auge, sondern als fröhlichen liebevollen Vater, der er war.

Meine Mutter lebt noch, ist 88 Jahre alt. Es ist mir selbstverständlich (wenn irgend möglich), dass ich auch sie begleite, wenn es mal soweit ist. Die Angst sie dann nur als Sterbende vor Augen zu haben, habe ich nicht. Mit 33 Jahren starb mein 1.Mann, auch da war ich bis zum letzten Atemzug anwesend- es hat mir damals auch nicht geschadet. Ich denke an ihn, wie er gelebt hat und fröhlich war, nicht als Patient oder Toter.

Aber jeder Mensch empfindet anders-- meine Mutter z.B. war in beiden Fällen nicht in der Lage am Kranken- bzw. Totenbett zu stehen, obwohl sie auch beide Personen geliebt hat.

FLlam%ech1en


Hallo Star,

du weißt ja, meine Oma ist letzes Jahr im Februar gestorben (Mensch schon wieder fast 1 Jahr her :°( )

Sie wurde auch ins KH eingewiesen und es ging ihr sehr schlecht.

Ich habe sie besucht, noch genau 3x. Dann schlief sie ein....an meinem Geburtstag!

Bei mir war es so, sie war schon öfters im KH...aber als ich sie letztes Jahr da liegen sah, da wusste ich "das wars" . Sie sah so anders aus. Schon son tot :-o :°( :°( :°(

Ich habe mit ihr gesprochen, sie gestreichelt....beim letzten Besuch, war sie plötzlich so agil, aber völlig verwirrt. Es war, wie es immer beschrieben wird- ein letztes Aufbäumen...3 Tage danach ist sie gestorben :°( :°(

Ich kann dir nur sagen, dass es mir unheimlich guttat, dass ich nochmal bei ihr war. Ich habe sie lebendig nochmal gestreichelt...und ich bin auch zu ihr, als sie gstorben war und hab mich nochmal ganz von ihr verabschiedet.

Ich für mich, kann sagen,dass ich sie in Frieden hab gehen lassen.

Sie hat mir wenige Tage vor ihrem Tod noch gesagt, dass jetzt wohl ihre Zeit gekommen ist und sie hatte keine Angst.Das hat mich beruhigt.

Als sie dann tot war, sah sie auch gar nicht mehr so tot aus, wie die Tage davor. Sondern da sah sie wirklich aus, als würde sie schlafen.

Meine Schwester konnte es nicht. Sie hat sie nicht besucht...nicht im KH und auch nicht als tot war. Für sie ist es so OK. Sie meinte, sie will sie so in Erinnerung behalten, wie sie war.

Die Kinder hab ich da rausgehalten...hab ihnen aber gleich am Todestag gesagt, dass Omi gestorben ist.Kapiert haben sie es nicht. Heute sprechen sie von ihr, als würde sie noch leben und manchmal wundern sie sich, warum wir sie so lange nicht besucht haben....und wenn ich dann sage "Omi ist doch gestorben" sagen sie nur "Ach ja ...stimmt ja..."

Meinst du, deine Maus würde es schon soooo direkt verstehen?

Ich kann dir keinen Tipp geben....ich kann dir sagen, wie ich es gemacht habe und dass es mir guttat...allerdings muss man eben auch "hart" sein....es ist kein schöner Anblick :°( :°(

T3rixixane64


Hallo,

ich möchte auch dazu schreiben, wie ich das schon erlebt habe. Bei meinem Papa war ich mehrmals, als er im Sterben lag. Leider war ich nur in dem Moment als er starb nur am Telefon mit meiner Schwester verbunden. Ich bin dann sofort hingefahren und habe Abschied genommen.

Ich habe meinen Vater immer noch vor Augen, lebenslustig, ein Baum von einem Mann, nicht den abgemagerten Menschen der da vor mir lag, den habe ich vergessen. Allerdings gab mir das auch einen gewissen inneren Frieden. Seither habe ich vor dem Tod nicht mehr so viel Angst.

Meine Schwester habe ich 3 Tage vor Ihrem Tod das letzte Mal gesehen. Es war furchtbar. Eine einstmals so gesunde kräftige Frau vom Krebs aufgefressen, der ganze Körper gelb, einschließlich der Augen, mit denen sie mich so voller Angst angeschaut hatte. Ich werde diesen Anblick wohl nie vergessen. Dennoch bin ich froh, daß ich mich verabschieden konnte.

Ich finde aber auf jeden Fall, daß Kinder auch zu einer Beerdigung gehören. Trauer gehört zum Leben auch dazu.

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