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Beerdigung fotografieren?

E(hemalinger' Nutz|er (#)540729)


Bei uns gab es vor der eigentlichen Trauerfeier auch Fotos von der Urne, der Halle und der Dekoration. Sowohl einige Abzüge als auch eine kleine Foto-CD.

STchlGitzaumge67


Auf der Beerdigung meiner Mutter haben wir schon fotografiert. Nicht die Gäste, sondern eben das Urnengrab mit den Kränzen.

Auch auf der Trauerfeier haben wird im Bestattungsinstitut das sehr hübsche Arrangement fotografiert. Mein Vater hat die Bilder in der ersten Zeit oft angesehen und dann bestimmt: dass ihr mir das bei mir auch so hübsch macht....

Trauergäste, die weit angereist waren, wurden schon geknipst – in der Freßrunde danach. Das ist das Leben, es geht weiter.

m_idRnightlaxdy41


irgendwie gehört ja auch der letzte gang zum leben dazu – auch wenn es sehr traurig ist.

K;lGeio


Früher war es durchaus üblich, solche "Totenbilder" aufzunehmen.

Ich kenne es nicht anders, als auch Fotografien von Beerdigungen zu haben. Für mich war es selbstverständlich bei der Beerdigung meines Vaters einen Freund zu bitten zu fotografieren und selbstverständlich auch die Trauer. Auch war mir bewusst, dass ich nicht in der Lage sein werde zu fotografieren, deswegen der Freund. Ein Foto wird gemacht, um einen bestimmten Augenblick, in einer bestimmten Situation, eine Gefühlslage festzuhalten und die Beerdigung ist ein großes Ereignis, wenn auch ein negatives – nicht umsonst gibt es den Spruch, dass die Hochzeit und die Beerdigung die größten Ereignisse im Leben sind – zumindest bei uns. Ich haben alle Fotos, sowohl vom Sarg, als von den Trauergästen, dann von der Trauerfeier und von der Beerdigung, genauso auch vom Grab – es wird ja auch mein Grab werden. Von der Beerdigung habe ich sie gemacht – sie fand nicht am selben Tag statt. Meine Mutter wollte von meine Vater ein Foto im Sarg und den habe ich ihr schnell mit meinem Handy gemacht, da sonst niemand dabei war außer mir, als sie ihn noch einmal sehen wollte, bevor der Sarg zugemacht wurde. Mit Gruppenfotos kann ich nichts anfangen, weil sie gestellt sind und für mich wie schon erwähnt, Fotografie einen ganz anderen Sinn hat, nämlich den Augeblick fest zu halten, der aus der Situation entsteht. Für uns waren Fotos aber auch immer wichtig, weil die halbe Familie verstreut ist und sie schon deswegen nur an den Fotos sehen, wie die Beerdigung war. Ich bin auch froh, dass das bei uns Usus ist, so habe ich einige Fotos von der Beerdigung meines Großvaters. Er starb schon, bevor ich geboren wurde.

Doewr_Txim


Ich verstehe nicht was hier gegen angeblich wildes rumgeknipse geschrieben wird. Was sollte dagegen sprechen? Gegen das malen hätte wohl keiner was. Eine Fotografie ist eine wunderbare Momentaufnahme von einem nie wieder kehrendem Augenblick.

C)haRotin*7P7


So, hallo nochmal,

die Beerdigung ist nun vorüber, und ich wollte mal kurz berichten.

Ich hatte die Kamera in meiner Tasche dabei, aber ich habe sie während der Beerdigung nicht rausgeholt.

Als ich in die Kapelle kam, saßen dort schon Familienmitglieder und ich wollte die Stille dann nicht mehr stören. Meine Schwester hatte mich vorher informiert, dass das Bestattungsunternehmen Fotos von der Urne und dem Schmuck macht, also sah ich da auch nicht mehr die dringende Notwendigkeit.

Auch am Grab stand mir wirklich nicht der Sinn danach zu fotografieren.

Beim anschließenden Kaffeetrinken habe ich dann in die Runde gefragt, ob wir ein Foto von uns allen machen möchten und alle waren sofort einverstanden.

Es ist ehrlich gesagt sogar ein recht fröhliches Foto geworden. Bei der Beerdigung selbst hat wohl jeder von uns geweint, aber als wir das "hinter uns hatten", war die Stimmung wesentlich lockerer.

Am nächsten Morgen bin ich nochmal ganz früh bei aufgehender Sonne zum Grab gegangen und habe ein paar Fotos vom Kranz gemacht. Mehr war da auch nicht zu "sehen". Alles war geschlossen, mit Grassamen auf der Erde.

Hätte mir nur irgendwie gewünscht, meine Mutter hätte ein richtiges Grab. Irgendwann kann man nur noch vermuten, wo genau sie unter der Wiese liegt (und meine Tochter war ganz erbost, dass in Zukunft Leute darüberlaufen werden).

Es war jedoch der Wunsch meiner Mutter, so beerdigt zu werden, also haben wir das respektiert.

kia#rlanToxwa


Ich sehe das so:

Wenn es "meine" Beerdigung wäre, also eine, die ich für jemanden ausstaffiert hätte, dann würde ich auch Bilder zu jeder Zeit machen, wann es mir beliebt. Ich wäre da vorberechtigt, da es alles von mir organisiert und bezahlt werden würde. Wem das dann nicht passen würde, der dürfte die Beerdigung sofort verlassen.

Wäre ich nur ein Besucher bei einer Beerdigung, dann würde ich keine Photos schießen. Wenn es mir dennoch sehr wichtig wäre, ein Photo zu haben, würde ich vorher oder nachher versuchen, ein geeignetes Bild machen zu können.

Es gibt aber heutzutage schon so viele absolut geräuschfreie SpyCams, die als Kamera gar nicht zu erkennen sind, womit man absolut unauffällig Bilder schießen kann. Die haben dann zwar nicht die Topqualität, aber wenn es einem so wichtig ist, Bilder von einer Sache zu machen, wo man halt normalerweise keine Bilder macht, dann reichen solche Aufnahmen auch mal.

BTorr7el060


Diese Trauerfeier ist zwar schon länger vorbei, aber ich weiß von meinem Mann, der ist/war Fotograph, der musste als Lehrling auch manchmal bei Beerdigungen fotographieren. Das war früher so. Nicht nur Sarg, Grab und Blumenschmuck, sondern auch die Trauergäste.

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