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Meine Mutter leidet.....und ich mit ihr...

SVchwaarze6Blume hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Fories,

meine Mutter ist 85 Jahre und sehr krank. Sie ist im Altenheim, wo ich sie häufig besuche. Sie hat Nierenkrebs mit Metastasen in der Lunge. Sie kann nicht mehr essen, weil ihr von den Medis immer so schlecht ist. Palliativtechnisch ist sie eingestellt.

Nun ist es so, dass sie mich jeden Tag bittet, gehen zu dürfen.

Sie weint immer, wenn ich ihre Hand halte....

Ich bin zwar hart im Nehmen, aber das bringt mich an meine Grenzen. Heute hat sie meine Hand gehalten; 1 STd. saß ich an ihrem Bett. Sie war sehr unruhig. Irgendwann ist sie dann eingeschlafen und dann bin ich gegangen.

Was kann ich machen, um ihr zu Helfen?

Lieben Gruß und Danke für das Lesen....

Claudia

Antworten
CZlo#nxdyke


Ich fühle mit Dir mit, schwarze Blume.... Vor zwei Jahren starb mein Vater mit fast 90 Jahren. Ich saß alleine 24 Stunden auf einem harten Holzstuhl neben seinem Bett, auch als er schlief. Ich konnte ihn einfach nicht allein lassen, obwohl er im Krankenhaus war. Jetzt fahre ich morgen zu meiner 88-jährigen Mutter, die alleine in meinem Elternhaus lebt. Den langsamen Verfall der Eltern mitzuerleben ist äußerst schwer. Meine Mutter will in kein Seniorenheim, ist aber mehr und mehr auf Hilfe angewiesen. Sie hat Pflegestufe 1 und erwartet übermorgen den MDK. Nächste Woche bekommt sie ein Pflegebett u. alles muss entsprechend umgestellt werden. Ich wohne 5/4 Std. Autobahn von ihr entfernt, rufe sie täglich an. Sie baut zusehends ab. 3x/Woche Essen auf Rädern, Brot, Wurst, Käse, Obst u. Getränke besorge ich ihr od. eine Nachbarin.

Meine Gedanken sind immer bei ihr. Man kann sehr viel organisieren (Putzhilfe, Notknopf für Sozialstation usw) und doch fühle ich mich schuldig (zu wenig zu tun), aber es geht nicht anders. Wie haben die Menschen das früher gehandelt ohne Waschmaschine, Auto oder Sozialstationen usw ??

Ich wünsche uns beiden viel Kraft, schwarze Blume- es kommen auch wieder gute Tage @:) :)*

PHanther\scha=tten


SchwarzeBlume, meine Gedanken sind bei dir, es ist schlimm, am Bett der Mutter zu sitzen und ihr nicht helfen zu können. Aber sei dir sicher, wenn du fragst

Was kann ich machen, um ihr zu Helfen?

dann mach dir klar, dass du ihr dadurch hilfst, indem du da bist. Ich glaube daran, dass die Menschen so etwas mitbekommen, auch wenn sie kein Bewusstsein mehr haben.

Ich bin zwar hart im Nehmen, aber das bringt mich an meine Grenzen.

Das bringt uns alle an unsere Grenzen. Ich wünsche dir viel Kraft, um durch diese schwere Zeit zu gehen.

P?ant3hersc[hatptxen


An Clondyke; meine Gedanken gelten auch dir. Ich kann euren Schmerz nachfühlen.

M@o4nik2a6@5


dann mach dir klar, dass du ihr dadurch hilfst, indem du da bist.

Das ist nicht unbedingt gesagt. Sterbende ziehen sich sehr auf sich selbst zurück, man muss gut beobachten und erfühlen, was sie brauchen. Manche brauchen Kontakt, für manche ist das gar nicht gut. Und manche können auch besser loslassen, wenn kein Liebender um sie herum ist. Davon bin ich wiederum überzeugt.

Wie haben die Menschen das früher gehandelt ohne Waschmaschine, Auto oder Sozialstationen usw ??

Sie haben das – zum Wohl oder Übel ihrer alten Eltern – selbst übernommen. Außerdem zog sich das Sterben nicht so hin in den meisten Fällen, weil vieles nicht so behandelbar war. Sie haben aufgehört zu essen und zu trinken und sie sind gestorben, vereinfacht ausgedrückt, heute wird behandelt, Infusionen verabreicht, Ops gemacht, etc. pp.

P&antNhekrschaxtten


Das ist nicht unbedingt gesagt. Sterbende ziehen sich sehr auf sich selbst zurück, man muss gut beobachten und erfühlen, was sie brauchen.

Das stimmt, aber meistens macht man instinktiv das Richtige.

S^chw\agrzeB3lxume


Ich danke Euch allen für die netten Zeilen :)z

Und auch meine Gedanken gehen zu Euch und ich wünsche viel Kraft, das erlebte / erleben gut zu verarbeiten.

Meine Mutter hat sich voll zurück gezogen. Ich wollte noch auf die große Terrasse in die Sonne mit ihr – nein, sie wollte nicht. Ich habe sie dann auch gelassen.

Gestern wollte sie gar nicht mehr.

Heute morgen war ich bei ihr. Wir haben uns unterhalten und haben auch viel gelacht. Muss auch sagen sogar Tränen gelacht über den Spruch von meiner Mutter: Uuuuups ich glaube, es ist gerade ins Hösi gegangen. Und dann kam nur noch ein lautes Gluckern von ihrem Bauch...

Und wieder mussten wir lachen.

Als ich sie fragte, was sie gerne hätte: Ne gar nichts. Ich möchte nichts, habe eh keinen Hunger. Aber wenn Du bei Mc Donalds bist, könntest Du mir bitte eine große Portion Chicken McNugges und vieeeel süße Soße mitbringen. :-o

So und nun fahre ich morgen hin und werde ihr diesen Wunsch erfüllen.

Ich wünsche Euch, dass Ihr auch noch so kleine lustige Momente habt....

Viele liebe Grüße @ all.

MUoni"ka6x5


Sie ist ja noch ziemlich fit. Ohne sie gesehen zu haben, glaube ich nicht, dass sie jetzt so schnell stirbt.

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