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Suizid der Eltern

L6adyhgellxfire hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle! Hat noch jemand einen Menschen durch Suizid verloren und verarbeitet es schwer..? Meine Eltern haben sich 2008 beide innerhalb von 6 Stunden das Leben genommen..mein Vater am 7.3. morgens und meine Mama schon am 6.3. gegen frühen Abend..

Abschiedsbrief was das Schlimme ist haben wir (meine schwester und ich) keinen..Die Frage warum bleibt...

Allerdings nehmen wir an das es geplant war da unsere Telefonnummer für die Polizei gut sichbar am Bett platziert waren..ebenso war die Haustüre offen und im ganzen Haus brannten die Lichter Rolländen waren alle oben..Mein vater war ein oft paranoider Mensch wenn es um Verbrechen ging..er hat alles immer 100%ig verschlossen..

Die Polizei kann nicht mal ausschließen dass es erweiterter Suizid war also seitens meines Vaters dass er meiner Mutter den "Giftcocktail" gemixt hat..Alles ist nun 6 Jahre her und ich leide noch immer wie am ersten Tag..Schuldgefühle ich hätte es merken müssen sind da..Und ich sage ein Teil von mir ist auch verstorben..

Da ich unter den Folgen von Kindesmisshandlung heute immer noch leide (mein Vater hat mich 18 Jahre geschlagen) ist die Trauer um meine Mama die meine beste Freundin war größer..da sie eine junge Mama war sie war nur 20 Jahre älter als ich..Und sie fehlt mir das schlägt auch total auf meine Gesundheit bin seit dem depressiv, habe Angst und Panikattacken, und bin schon in Frührente mit knapp 37...ich überstehe meinen Alltag nur noch mit Medikamenten..sämtliche Therapien helfen auch nichts..Trauergruppe gibt es hier im Ort keine...Oft denke ich wenn ich Menschen treffe die noch niemand verloren haben dass sie dass nicht verstehen das in einem vorgeht wenn sich zwei Menschen das Leben nehmen..Ich hab viele Freunde dadurch verloren da sie mit niemand Kontakt möchten ..wenn dieser trauert und depressiv ist ..viele sagten sogar wie lange ich noch trauere und dass meine Eltern selbst Schuld sind lauter solche Dinge..oft zerrt dass an meinen Nerven und ich fühle mich alleine..Schreiben hilft mir mit Leuten denen es ebenso geht..dass ist das einzige...Hat jemand ein ähnliches Problem..? Wenn ja wie verarbeitet ihr dass?? Und wie lerne ich damit umzugehen...? Ich habe nicht mehr den Spass am Leben wie früher..lachen kann ich nur wenn ich meine Medikamente regelmässig nehme..Nur die Musik macht mir Spass ich höre sehr viel Musik..oft sogar die Musik meiner Mama obwohl ich dass normal nicht höre da sie Schlagerfan war...aber es sind Erinnerungen.......Ich lebe jeden Tag mit diesen Gedanken um meine Eltern..sie sind immer präsent doch das schlimmste sind die Schuldgefühle da ich bis 1 Tag vor ihrem Tod mit ihnen Kontakt hatte obwohl ich 500km entfernt gewohnt habe...wir haben jeden Tag telefoniert..und da denke ich ich hätte es merken müssen.. ???

Antworten
B^rummPbienxe


Hallo Ladyhellfire!

Dein Posting berührt mich sehr und es tut mir unendlich leid was dir passiert ist. Nein, ich habe keinen Verwandten der durch einen Suizid gestorben ist aber meine leibliche Mutter ist heroinabhängig gewesen und an ihrem Erbrochenen erstickt. Das ist schon 20 Jahre her, ich bin heute 35. Ich wusste wenigstens schon vorher was auf mich zukommen kann und dass es jederzeit soweit sein kann, man ahnt es ja wenn es dann mit den Menschen komplett bergab geht. Dein Schicksal ist um vieles schwerer da soviele Fragen offen geblieben sind. Habt ihr überhaupt keinen Anhaltspunkt warum das passiert ist? Wie geht es deiner Schwester heute? Ist sie jünger als du? Könnt ihr euch Kraft geben? Wer hilft dir jetzt und bist du noch in Therapie?

Lkadyh'ellCfire


Hallo Brummbiene,

Danke....für deine Anteilnahme dass was dir passiert ist ist sicher auch nicht einfach...Heroinabhänig stelle ich mir auch furchtbar vor..Meine mama hat aus Angst vor meinem Papa oft getrunken und ich kenne diese Zustände...Da mein Vater gewalttätig war dachten wir erst er hat mit ihrem Tod was zu tun aber wir wissen es nicht auf alle Fälle alles was uns die Nachbarn sagten dass sie 3 Tage vor ihrem Tod gestritten haben..Mama hatte auch Hämatome die aber schon älter waren...also wir können nur vermuten..da unser Vater sich erhängt hat (in meinem Zimmer!!) und meine Mama durch Tablettenintoxikation starb....Meine Schwester ist 11 Monate jünger aber sie ist stärker als ich..was Trauerfälle angeht da sie 2003 ihre kleine Tochter verloren hat nach der Geburt ist dass für sie als Mutter das schlimmste was sie erlebt hat..Sie hat zwar 2 Kinder aber ihr Sohn ist Autist also behindert sie kann nicht soviel nachdenken ...über diese Verluste..ich hab einen besten Freund der mir zuhört er hat mich auch begleitet und mein Mann ..Therapie hab ich eine medikamentöse bisher hab ich keinen Therapeuten gefunden der mir richtig helfen kann...irgendwie hänge ich immer an einer stelle..denn mir kommt vor bei einer Traumatherapie reißt es immer diese Wunden wieder auf..hab auch Alpträume seit dem..Es ist nicht leicht....nun der Tod meiner Oma (Mutter meine Mama) ist wieder jemand verstorben der mir wichtig war also von meiner "richtigen Familie" lebt nur noch meine Schwester und deren Kids alle andern sind verstorben ..oder wir haben den Kontakt verloren unser Onkel will nichts von uns wissen da er nur "geildgeil" und scharf aus Erben war..traurig aber es ist leider so...Bin ein sehr emotionaler Mensch mich nimmt das alles sehr mit..Oft gibts Tage da kann ich lachen dann ist es wieder wie die Hölle auf Erden..wünsche auch dir viel Kraft..!! Kraft gibt mir auch meine Facebookgruppe die ich habe dort sind Menschen die mich verstehen..das hilft sehr auch wenn ich viele Leute nur durchs "Net" kenne bin leider nicht so kontaktfreudig mir fällt schreiben leichter..

B?rummbpiene


Wow, das ist ja schon ein ganz schönes Paket, dass du da mit dir rumschleppst und für einen allein eigentlich fast nicht mehr zu stemmen. Das heißt aber, du hast noch keine Therapie konsequent durchgezogen, ist das richtig? Denn nur die Medikamente alleine helfen dir nicht. Und ja, das ist richtig, eine Therapie reißt eben auch die Wunden wieder auf aber manchmal muss man sie öffnen damit sie eben gut und richtig zusammenwachsen können, verstehst du was ich meine?

Natürlich darf und soll man um seine Eltern trauern, vor allem wenn soviel Ungesagtes und Ungeklärtes im Raum steht aber irgendwann muss das eigene Leben auch weitergehen und mir kommt es vor (ich bin eben Laie), wie wenn du nicht weitermachen kannst weil du eben nicht damit abschließen kannst. In einem anderen Faden schreibst du, du hättest Bulimie und wieder in einem anderen schreibst du, du bist durch Vergewaltigungen asexuell. Du hast auch geschrieben, du bist aus Österreich, magst du sagen woher genau? Du kannst es mir auch per PN schreiben, es muss bei uns einen Therapeuten geben der dir helfen kann. Das sind soviele Baustellen, dass man gar nicht weiß wie du das alles schaffst.

szchn3ecke1)985


Ich möchte nur sagen, dass mir dein Verlust unglaublich leid tut. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man beide Eltern auf so tragische Weise verliert und so viele Fragen offen bleiben :°_ :°_ :)* :)*

Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass du es schaffen kannst, wieder ins Leben zu finden. Eine Therapie kann unglaublich schmerzhaft sein... vielleicht wäre auch der Aufenthalt in einer spezialisierten Klinik was für dich, wo du praktisch rund um die Uhr Menschen um dich hast, die dich auffangen können?

Das klingt jetzt vielleicht doof, aber deine Mama hätte sicher gewollt, dass du ein glückliches Leben führst. :)* Der Tod ist nicht nur ein Verlust, er zeigt uns auch, wie viel wir haben oder hatten. Der Schmerz erwächst nicht aus Trauer, sondern aus Liebe... weil wir einen Menschen verloren haben, der unser Leben reich gemacht hat, den wir geliebt haben. Und ich persönlich finde es besser, zu lieben und diese Liebe auch wieder zu verlieren, als gar nicht zu lieben. :)*

sIcihnec%ke1[98x5


?? übrigens: habe gerade in deinem Nick gesehen, dass du aus Tirol bist. Ich sitze gerade in Innsbruck, wo bist du ??

d,ummer.MaEnn


Hallo,

erstmal mein Beileid. Schon ein Hammer. Deine Trauer und Wut kann ich

nachvollziehen, es ist eine Situation die man so nicht nachvollziehen

kann. Diese unendliche Traurigkeit, diese Depression, die Verzweiflung

es zu verstehen zu wollen.

Aber fasse neuen Mut, baue dir ein neues Leben auf. Sonst bist du mit deinen

Eltern mit gestorben. Das haette deine Mutter sicherlich nicht gewollt.

Ich stimme Schnecke zu, eine professionelle Therapie ist vielleicht das

Beste. Steht bei mir nach 14 J aber auch noch aus.

Meine Mutter hat sich als ich 20J alt war aehnlich aus dem

Leben verabschiedet. Sie ist frontal in einen LKW gefahren, mit ca. 160km/h

Sei froh das du keinen Brief gefunden hast, es muss nicht immer besser

werden, wenn man weiss warum. In meinem Fall Stand drin das Sie nicht mit

meiner Situation zurechtkommen wuerde. Ich war zu dem Zeitpunkt in

psychatrischer Behandlung.

C^inderSella6x8


Sei froh das du keinen Brief gefunden hast, es muss nicht immer besser

werden, wenn man weiss warum.

Das sehe ich genauso. Ein Abschiedsbrief vor einem Suizid kann ein schreckliches Vermächtnis sein. Muss nicht, aber kann...

@ Ladyhellfire

Das tut mir sehr leid, was dir alles passiert ist .... da schleppst du wirklich einen schweren Packen mit dir herum ....

Meine Mutter hat ihr Leben durch Suizid beendet, als ich 34 war. Seitdem sind ein paar Jährchen ins Land gezogen. Ich glaube, das jeder seine ganz spezielle eigene Art hat, mit solchen Ereignissen umzugehen, sie zu verarbeiten und auch hinter sich lassen zu können.

Welchen Weg du gehen musst, damit es dir besser geht, das findest du wirklich am besten in einer Therapie heraus. Ich wünsche dir, dass du die für dich richtige und hilfreiche Therapie findest :)*

Gruppen wie bei facebook sind sicher eine emotionale Unterstützung für dich, aber die Gefahr ist doch, dass du dennoch – oder auch gerade deshalb – weiterhin auf der Stelle trittst und nicht abschließen kannst.

Alles Gute!

I+n-Ko"g Nitxo


da trägst du ganz nett was rum.

aber ich denke nicht, dass deine mom gewollt hätte, dass ihr tod dein leben so beeinflusst.

mein mann war mittags bei seiner ex-frau, sie haben gekocht und gegessen, die tochter war auch dabei, also erwachsen.

irgendwann ist er gegangen, so gegen späten nachmittag.

in der nacht ruft das kind an, sie kann die mutter nicht finden und alles voller blut, das kind war abends noch mal zum haus zurück wegen irgendwas.

wir sind sofort los, wollten die gegend absuchen,

aber als wir ankamen, war die polizei schon da. die frau hatte gewartet, bis alle aus dem haus waren und hat sich umgebracht.

jahrelang habe ich immer von allen möglichen leuten gehört, ob wir kein schlechtes gewissen haben. ich habe das 1000fach durchüberlegt und auch mit profis besprochen,

aber das schuldgefühl stellt sich bei mir auch aus der entfernung nicht ein.

wenn sich was einstellt, dann nur eine ziemlich kalte wut auf die frau, dass sie das ihrem kind angetan hat, das ist danach total abgedreht, wurde süchtig etc.. es war super-egoistisch von der frau und vielleicht einfach nur eine rache an mir, wer weiß?

ich denke, dass du auch wütend auf deine eltern bist, aber dich nicht traust, weil das macht man nicht. deswegen beschäftigst du dich soviel damit. ich denke, du mußt dich abseits der trauer fragen, was du wirklich fühlst, damit dich die trauer bzw. das schlechte gewissen nicht so überwältigen.

des weiteren würde ich aufhören, dich mit was zu füttern, was die empfindungen noch weiter anheizt. man weiß aus der klinischen psychologie, dass sich gedanken im wahrsten sinne des wortes in stoffe umwandeln (programmierte transmitter) .... diese produktion muß aber am laufen gehalten werden und das tut sie, wenn du immer und immer wieder in diese gedankenmuster zurück kehrst, für die es rational keien lösung gibt.

es wird nie aufhören bzw. klinisch auffallend werden, wenn du dich von dieser emotional-gedanklichen droge weiter zurdröhnen läßt (sorry), z.b. mit der musik oder mit grübeln.

wenn du also einen ausweg suchst, wenn du es möchtest, ist meiner ansicht nach nicht die ständige suche nach lösugnen, die es nicht gibt, die lösung, sondern das langsame abstand gewinnen.

das heißt nicht, dass du deine eltern nicht immer lieben wirst,

aber sie sind tot und du bist es nicht, zumindest nicht körperlich.

sozial – ja, wohl schon.

ein zustand, der sog. "soziale tod" ,der dem physischen meist voraus geht, gerade bei alten leuten.

und soweit bist du doch noch nicht, oder?

e$lißaxbeth


Hallo ich bin neu hier. Unglaublich gerührt und betroffen was euch passiert ist und gleichzeitig froh jemanden gefunden zu haben der meine Situation verstehen kann...ich hoffe das versteht niemand falsch..aber ich habe schon einiges "ausprobiert" Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suizidalen, Trauma- und Gesprächstherapie mehrere Aufenthalte in Psychatrien...doch nie hätte ich das Gefühl das ich richtig verstanden werde :-(

Mein Vater hat angefangen mich zu verprügeln als ich Ca. 6 war. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Die Angst die mich ständig begleitet hat wurde immer schlimmer. Mir wurde übel wenn die Schule vorbei war und ich nach Hause musste. Wenn meine Mutter nicht da war war es am schlimmsten. Sie war mein einziger Halt. Ich liebe Sie so sehr, auch wenn sie nie stark genug war uns vor ihm zu retten. In seinen Augen war Sie das Böse in Person. Sie wollte sein Leben kaputt machen....sie würde ihn krank machen. Sollange ich denken kann haben die beiden sich täglich gestritten. Er hat sie auch geschlage. Ich habe noch ein paar Geschwister denen es auch nicht besser ging. Doch so richtig dicke waren wir nie miteinander..mit der Zeit wurde mein Vater immer schlimmer und meinte ich währe wie meine Mutter. Er nannte mich immer öfter Pottsau, Schlampe und anders. Irgendwann habe ich es nichtmehr ausgehalten. Wenn ich gesehen habe wie andere Kinder ihre Eltern begrüßen, ganz normal mit ihnen reden konnten, Freunde einladen durften, ihren Geburtstag mit Freunden feiern, ihre Eltern als Freunde gesehen haben würde mir immer klarer das das alles garnicht normal ist und das ich nicht so ein unnützes Miststück bin wie mein Vater immer sagte. Ich vertraute mich der Schulsozialarbeiterin an die das ganze ans Jugendamt weitergab. So bin ich mit 14 alleine in eine andere Stadt in ein Heim gekommen. Mein Vater bekam heraus ein ich wohne und fing an mich zu verfolgen. Er bestand bei den Betreuern darauf mich zu sehen und mit nach Hause zu nehmen. Ich sei seine Tochter, gehöre ihm und er könne mich mitnehmen wann er wolle...ich habe mich selber eingewiesen um mir helfen zu lassen. Um es besser aushalten zu können...die Gewissensbisse das ich meine Geschwister und meine Mutter im Stich gelassen hatte...

2009 überschlugen sich die Ereignisse. Ich hatte meine Mutter drei Jahre lang nicht gesehen. Das brach mir das Herz. Ich bekam einen Anruf von meiner lieben Sachbearbeiterin vom Jugendamt die mir sagte das meine Mutter ausgezogen war und sich mit mir treffen möchte. Ich war nie in meinem Leben so glücklich. Die nächsten drei Tage redete ich über nichts andres mehr. Ich würde meine Mutter endlich wiedersehen.

Drei Tage vor dem Treffen erschoss mein Vater meine Mutter und danach sich selber.

...in diesem Moment starb ein Teil von mir. Einer meiner Brüder hielt es nicht aus und erschoss sich zwei Jahre danach.

Ich habe jede Nacht Alpträume...ich weiß nicht wie ich jemals wieder glücklich sein kann...

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