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Vorbei - schwerer Schlaganfall mitten in der Nacht

s'cFhafi


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d9istHanc4e 1


Danke euch. Leider hat das Beten nichts geholfen.

Er wurde gestern 8 Stunden operiert. Lt. der Ärzte wird er wohl das Bewußtsein nicht wieder erlangen. Und wenn er es überleben sollte, dann wird er ein schwerer Pflegefall werden. Sein Gehirn ist so extrem geschädigt, dass keine Hoffnung besteht.

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beell^agia


Es tut mir sehr leid für dich.

w\anfrxied


Das tut mir so Leid. Ich wünsche dir viel Kraft, die nächste Zeit zu überstehen, was auch immer mit deinem Freund passiert.

Vielleicht kannst du trotzdem darum beten, dass es so ausgehen möge, wie es für ihn am besten ist.

Viele nehmen Anteil an deinem Schicksal, das darf dir auch ein bisschen Mut geben.

Gruß

HXopAezwe!rgnaxeschen


Liebe Distance,

welch besch... Situation, die so unfassbar hilflos macht.

Wir sind vor wenigen Monaten vor einer ähnlichen Entscheidung gestanden und die Ärzte haben uns folgendes erklärt: Es gibt nach so einer Hirnblutung eine Akutphase, in der die Ärzte alles für das Überleben des Patienten tun. Wenn der Patient diese übersteht, dann kann abgeschätzt werden, wie es weitergeht und wie groß die Schädigung ist. Wenn der Patient dann eine eigene Atmung und einen eigenen Kreislauf hat, aber nicht wach wird, dann spricht man von einem Wachkoma. In diesem Fall werden die Geräte nicht abgeschaltet, sondern man hat "nur" die Möglichkeit, die Ernährung einzustellen.

Wenn das Gehirn keinerlei Tätigkeiten mehr zeigt und dann auch die Hirntod-Diagnostik das bestätigt hat, dann stellt sich die Frage nach dem Abschalten der Geräte.

Wird der Patient wach, dann schaut man natürlich, wie man ihm auf seinem Weg unterstützen kann.

Bei uns hat meine Oma die Akutphase überstanden, aber sie ist leider nicht aus dem Koma erwacht und wäre im Wachkoma gelegen. Wir hatten eine Patientenverfügung von ihr und so haben wir nach ihrem Willen entschieden. Im Nachhinein war alles gut so wie es war, wenn es schon so sein musste. Die Ärzte waren uns gegenüber immer offen und ehrlich, haben nie zu einer Entscheidung gedrängt und erst als sicher war, dass sie tatsächlich nicht mehr aufwachen wird, ging es um die Frage der Ernährung bzw. einem Platz in Pflegeheim. Wir haben uns dann für das Ende der Ernährung entschieden und ab diesem Zeitpunkt bis zum Tod vergeht nochmal einige Zeit. Diese Zeit war so wichtig, weil wir uns verabschieden und uns an diesen unglaublichen Gedanken gewöhnen konnten. Wobei man sich daran sicher nie gewöhnt. Meine Oma starb in der Nacht, wo wir bei dem Besuch vorher alle gesagt haben, jetzt ist es gut, jetzt darf sie gehen, jetzt haben wir uns verabschiedet.

Die Entscheidung war nicht leicht, aber wir wissen, dass es in ihrem Sinne war. Sie musste nicht leiden, sie hatte keine Schmerzen und wir hatten Zeit für den Abschied. Dieser Weg ist aus meiner Sicht "etwas leichter" zu ertragen, weil nicht jetzt ein Knöpfchen gedrückt wird und dann ist es sofort vorbei. Aber wenn die Diagnose der Ärzte anders ist, dann hat man keine Wahl und muss es leider irgendwie annehmen und im Sinne des Patienten entscheiden.

Liebe Distance, wenn es irgendwie möglich ist, dann fahre zu Deinem Freund. Sprich mit den Ärzten, seiner Tochter, seiner Mama. Versucht gemeinsam die vielleicht notwendige Entscheidung zu treffen und wenn Dein Freund nicht für sich vorher entscheidet, dann nehmt Euch die Zeit die ihr braucht!

Ich umarme Dich ganz sanft!

d+istJa\ncex 1


Danke.

Es liegt ja eine Patientenverfügung vor. Allerdings ist es zu dem jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, Entscheidungen zu treffen. Ich weiss, dass er nie so enden wollte. Ich habe da leider keinen Einfluß. Die Mutter ist sehr dominant und ist der Meinung, er kommt wieder nach Hause. Insofern ist es sehr schwer, jetzt ein realistisches Gespräch mit ihr zu führen.

Ich habe mit seinen engsten Freunden Kontakt aufgenommen und die sehen das genauso wie ich. Er soll, wenn es dann soweit ist, erlöst werden. Das war immer sein Wunsch.

Mein Problem i.M. ist, dass ich noch nicht mal weinen kann. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen und bin unendlich traurig, dass ich ihn nie wieder hören kann. Dass er mich nie wieder zum Lachen bringt und dass mein Fels in der Brandung nicht mehr da ist. Ist das zu egoistisch?

Noch habe ich nicht wirklich realisiert, dass er nicht mehr da ist. Er ist jetzt irgendwo zwischen Himmel und Erde.

Seine letzten Worte hallen noch nach: Hasi, du bist das Beste was mir je passiert ist und irgendwann wird alles gut. Glaube daran. Das war wenige Stunden vor seinem Schlaganfall. Da war noch alles gut. Nie wieder wird alles gut, nie wieder. Wie soll ich ohne ihn leben? Würde es mir besser gehen, wenn ich mich verabschiedet hätte? Ich kann ihn nicht besuchen. Ich möchte ihn so in Erinnerung behalten, wie wir uns vor wenigen Tagen verabschiedet haben. Ist das feige?

Er war immer so stark und hat seine Krankheit nie zum Thema gemacht.

Das Einzige, was mich etwas tröstet ist, dass er jetzt i.M. keine Schmerzen hat. Aber weiss ich, ob er nicht doch vllt. will, dass ich komme? Der Zustand des künstl. Komas ist ja noch nicht soweit erforscht, dass man genau sagen kann, was der Patient fühlt und denkt. Bis auf kleine Ausnahmen.

Aber lt. der Ärzte ist das Gehirn eben so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass ...... was weiss ich. Ich weiss zurzeit gar nichts. Ich kümmere mich in Trance hier um den Alltag und meinen Sohn. Der ist GsD jetzt in der Werkstatt. Somit habe ich etwas Zeit. Allein schon, um mich hier mal auszuheulen.

Wir hatten beide ein Handy mit einer Flat, was nur wir beide für uns nutzen. Das liegt nun ganz weit im Schrank und ich kann es nicht anfassen. Dort sind noch seine letzten SmS'n drauf.

Seine ganzen liebevollen Geschenke. Am liebsten würde ich sie zurzeit alle verstecken. Ich kann sie nicht sehen. Ist das normal?

Entschuldigt bitte, wenn ich mich manchmal nicht so eindeutig ausdrücke. Ich schreibe das hier, weil ich Entlastung brauche.

Und danke, dass ihr da seid.

:°(

Sepiege/lbi7ld82


Es tut mir leid was dir passiert ist.

Lass dich mal :°_

H|opezwer.gna;eschexn


Liebe Distance1,

weißt Du was in seiner Patientenverfügung steht? Wer als Entscheidungsberechtigt eingesetzt ist?

Noch ist nicht die Zeit für Entscheidungen, auch wenn die Prognosen der Ärzte nicht gut sind.

Tu das, was sich für Dich richtig anfühlt! Wenn Du im Moment sagst, Du fährst nicht hin, dann ist es völlig in Ordnung. Solltest Du Dich irgendwann anders entscheiden, dann fahr hin, aber tu es nicht alleine. Nimm eine Freundin oder einen Freund mit, damit Du mit dem Anblick und all den Gefühlen nicht alleine bist. Ob derjenige dann mit ins Zimmer geht oder sich danach um Dich kümmert ist völlig egal. Aber da alleine hin, solltest Du nicht.

Dein Freund kennt Dich gut und kann sicher alle Deine Entscheidungen verstehen. Denn er möchte, dass es Dir gutgeht!

Du musst nichts und darfst alles! Deine Welt steht gerade still!

d:i{stancYe 1


Dein Freund kennt Dich gut und kann sicher alle Deine Entscheidungen verstehen. Denn er möchte, dass es Dir gutgeht!

Du musst nichts und darfst alles! Deine Welt steht gerade still!

Hopezwergnaeschen

Das ist sehr nett, danke. Ich will endlich weinen können

H6op*ezwHeFrgnaLeschxen


Irgendwann kullern die Tränen!

Mach Dir keinen Druck! Das hilft Dir nicht!

WvolfgJaxng


Ist das feige? ... Ist das normal?

Nein, das ist nicht feige!

Ja, das ist nicht normal! Aber deine ganze gegenwärtige Situation ist nicht nomal!!! Und dann gibt es auch keine normalen Reaktionen. Nichts ist für dich gerade normal und alle deine Reaktionen, Entscheidungen und Gefühle sind in diesem Augenblick eben so wie sie sind. Da stellt sich doch gar nicht dir Frage nach "normal" oder "feige". Stets und immer warst du bisher eine überaus tapfere und starke Frau aber irgendwann, nämlich jetzt und hier, darfst du auch einmal "feige" sein und niemand, absolut niemand darf es sich anmassen darüber zu urteilen!

Auch dass du dich wie gelähmt fühlst, das ist doch in einer solchen Situation völlig normal! Ich wüsste auch nicht, was du nun machen solltest. Ja, so traurig es ist, aber die Zeit arbeitet gegen euch, aber seit dem Entstehen der Welt ist die Zeit stärker als alles und dagegen helfen auch keine irgendwelchen Aktionen und so fühlst du dich hilflos, haltlos, handlungslos...

:°_ :°_

E2hemaqlige\r NutzerM (#15)


Liebe distance,

erst mal :°_

Entschuldigt bitte, wenn ich mich manchmal nicht so eindeutig ausdrücke.

Ich finde Du beschreibst die momentane Lage, Deinen momentanen Gefühlszustand sehr gut. Und selbst wenn es mal nicht so sein sollte: Dafür brauchst Du Dich doch nun wirklich nicht zu entschuldigen.

Und egoistisch bist Du schon mal gar nicht, wie kommst Du darauf? Deine Gefühle, Gedanken drehen sich um einen anderen Menschen und in der Hauptsache natürlich darum, wie DU jetzt damit umgehen sollst – das ist nicht egoistisch, sondern gesund.

Und mache Dir bloß keine Gedanken, dass hier Irgendwas falsch, doof oder was auch immer, rüberkommen könnte.

Dafür, dass Du hier frei Deine Gedanken und Gefühle loswerden kannst ist diese Unterforum, dieser Faden ja da.

Richtig trösten oder Dir gar helfen kann ich natürlich leider auch nicht. Mir bleibt nur, Dir Kraft zu wünschen in dieser schweren Zeit.

d[istanxce 1


Das Unglück nimmt seinen Lauf.

Eben bekomme ich Post von der Polizei mit einem Blitzerfoto. Da war ich mit ihm in Jena in der Klinik zur Untersuchung letzte Woche. Und ich sehe ihn neben mir sitzen. :°( Da war alles noch gut. Wie furchtbar ist das denn.

Aber ich werde wohl noch oft mit solchen schmerzlichen Erfahrungen zu tun haben.

dVis[tancex 1


Es hört nicht auf.

Nun versucht seine Mutter den Kontakt mit mir abzubrechen, weil sie irrsinniger Weise glaubt, dass ich gegen sie agiere. Sie hat es mir sehr übel genommen, dass ich im Krankenhaus angerufen habe, um nach seinem Zustand zu fragen. Die Ärzte baten mich, die – eben seine Mutter- bitte zu informieren.

Da sie schon sehr alt und gebrechlich ist, habe ich es ihr scheibchenweise mitteilen wollen, dass es ihm sehr schlecht geht und er auf der ITS liegt. Dass sie operieren wollen und wir auf den Anruf warten sollen.

Ich habe ihr erstmal nicht mitgeteilt, dass es aussichtslos ist. Sie sollte selbst mit den Ärzten reden.

Das nun wirft sie mir vor und will eigentlich keinen Kontakt mehr zu mir. Ich belüge sie und wüßte wohl mehr als sie. Außerdem wirft sie mir den Kontakt zu seiner Tochter vor, mit der sie auch nichts zu tun haben will. Nur, dass die Tochter meinen Kontakt sucht und wir uns ab und an mailen.

Die Mutter ist leider sehr streitsüchtig. Sollte sie das durchziehen, habe ich keine Möglichkeit mehr zu erfahren, wie es meinem Schatz geht. Weil die Ärzte nur an Familienangehörige Auskunft geben.

Die letzte Info ist, dass die Ärzte die Apparate abstellen wollen, weil es aussichtslos ist. Das habe ich durch die Betreuerin (eine Nachbarin) erfahren. Die mich auch telefonisch kontaktierte und mir vorwarf, so schlecht zu sein. Warum jetzt allerdings eine Freundin und Nachbarin die Betreuung übernommen hat?

Das war jetzt etwas OT. Sorry, aber ich bin so erschüttert über dieses naive Verhalten.

Hallo..... ich versteh das alles nicht. Um was geht es denn hier?

H6opejzwergnaUeschen


Liebe Distance1,

auch wenn es keine Entschuldigung ist, für seine Mutter ist es auch verdammt schwierig und ich wünsche Euch, dass sich das wieder einrenkt.

Ruf im Krankenhaus an, dann bekommst Du hoffentlich die Infos über seinen aktuellen Zustand. Solange seine Mutter da noch kein Auskunftsverbot hinterlegt hat. Ansonsten bleibt Dir wohl nur der Weg über die Tochter deines Freundes, denn sie müsste Auskunft bekommen.

Wie die Nachbarin jetzt Betreuerin sein kann. Vielleicht hat sie die Betreuung von seiner Mutter übernommen? Denn das sie die Betreuerin Deines Freundes ist, kann ich mir gerade schwer vorstellen. Denn eigentlich werden Betreuer vom Gericht bestellt und dann die nächsten Angehörigen gefragt. Das es aufgrund seines Alters vielleicht nicht seine Mutter ist okay, aber die Nachbarin.

Die Ärzte stellen nur die Geräte ab, wenn zweifelsfrei der Hirntod festgestellt worden ist. Ansonsten kämpfen sie um das Leben Deines Freundes! Denn die Ärzte unterliegen Gelübde und das nehmen sie sehr ernst, außer es gibt tatsächlich gar keine Chance mehr.

Als bei uns die Frage nach dem weiteren Weg kam, wollten die Ärzte von uns allen wissen, ob das tatsächlich der Wunsch meiner Oma war. Sie haben sich nicht nur auf die Patientenverfügung verlassen. Erst als es neben meiner Mutter, auch mein Opa, mein Bruder und ich bestätigt hatten, haben sie den Willen meiner Oma umgesetzt. Denn die Patietenverfügung ist meist schon eine Zeit alt und die Ärzte wollen den aktuellen Willen des Patienten erfahren.

Ich kann jetzt nur von mir sprechen, aber ich würde dringend in das Krankenhaus wollen, um vor Ort die Infos zu bekommen. Das ist sicher ganz schwierig mit Deinem Sohn und allem drum rum, aber vielleicht gibt es doch die Möglichkeit.

Ganz viel Kraft für Euch!

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