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Kondolieren unter Arbeitskollegen

SWhoDjo


In vielen Fällen zeigten die jeweiligen Personen dann sogar Einsicht und waren froh, von mir darauf aufmerksam gemacht worden zu sein, da ihnen gar nicht bewußt war, daß sich durch ihr Verhalten andere ungerecht behandelt fühlten.

Das ist halt immer so eine Sache. Manchmal heißt das, dass wirklich jemand sagt, puh, da hast du recht, das war blöd von mir. Und manchmal heißt es auch: Boah, ehe ausgerechnet der mich weiter zutextet, nicke ich, sag, jaja, alles klar, hast voll recht, danke ... bei dem ist eh nix zu machen, der spinnt halt.

Gib da also nicht unbedingt zu viel drauf.

KoleCixo


Alias 689215

Das verstehe ich jetzt aber nicht ganz.

Wie kann man denn sowas "nicht mitteilen"?

Warum sollte ich persönliche Dinge automatisch jedem mitteilen? Ich bekomme 2 Tage glaube ich frei, bei näheren Verwandten oder direkten Familienmitgliedern, wie Du es schreibst. Das sage ich in der Personalabteilung und die hat Schweigepflicht. Ansonsten – wie schon erwähnt – Kollegen, mit denen ich so ein Verhältnis habe, werde ich es wohl mitteilen, aber ansonsten sicher niemandem. Gilt jetzt nicht nur für einen Trauerfall, sondern generell.

Die scheint es aber neuesten Erkenntnissen zufolge doch zu geben, denn wie ich nun erfahren habe, hat die betroffene Kollegin auch von der Geschäftsleitung eine offizielle Kondolenzkarte bekommen.

Klingt für mich jetzt wieder nach etwas zusätzlichem. Es gibt Leute, die 30 Jahre in einer Firma arbeiten. Da würde ich doch sagen, dass sie ein Kärtchen von der Geschäftsleitung verdienen, da die sich dann doch auch kennen und doch länger. Bei Dir klingt es so, als dürften dann andere auch nichts bekommen.

Dir ist es in anderen Worten also egal, wie es ihnen geht und wie sie sich fühlen, oder?

Es ist mir weder egal, noch nicht egal, wenn ich zu jemanden gar keine persönliche Beziehung habe. Dann ist es ähnlich eines Artikels in der Zeitung. Ja traurig für denjenigen und next.

Nicht aus diesem Grund? Aus welchen dann?

Teamwork, gute Zusammenarbeit, gegenseitiger Rücksicht, ein sich gegenseitig ergänzen, von einander und miteinander fachlich lernen, etc. Dazu braucht es keinen Todesfall. Und wenn es nicht da ist, dann ändert der Todesfall auch nichts.

Was kann denn ein noch triftigerer Grund als der Tod eines geliebten Menschen sein, damit es in deinen Augen legitim ist, wenn es einen aus der Bahn wirft?

Es ist alles legitim, nur heißt es für mich zumindest nicht, dass andere es mittragen, weil ich plötzlich aus der Bahn laufe (aus welchem Grund auch immer), schon gar nicht jene, mit denen ich nie zu tun habe und gerade Hallo und Tschüss sage. Natürlich werden sie es nicht tun.

EDlla7x1


Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso man dem Arbeitsumfeld überhaupt so eine große Relevanz bzgl. dem eigenen Gefühlsleben zumisst.

Für sowas hat man doch Angehörige und Freunde, wenn man nicht gerade sozial komplett vereinsamt und/oder inkompetent ist.

Wenn man erst mal beginnt, darauf zu schielen, inwiefern Kollegen (oder auch andere Menschen) sich angeblich falsch, ungerecht usw. verhalten, ist das ein Fass ohne Boden und schadet man sich damit ausschließlich selbst.

Wozu? Das Leben ist zu schade dafür, oder?

D4ieKrwuexmi


Als ich vor 2 Jahren wg. Tod meiner Mutter eine Kondolenzkarte von einigen Kollegen (ohne Chef-Unterschrift ;-) ) nach Hause geschickt bekam, war ich der Karte gegenüber völlig neutral. Sie hat mich nicht genervt, aber auch nicht sonderlich erbaut/getröstet etc. Es wäre auch wurscht, wenn ich keine bekommen hätte. Ich hatte eine Beerdigung zu organisieren, meinen Pflegefall-Vater noch dazu--pffff. Die Karten von denjenigen, die meine Mutter kannten und dem entsprechend persönliche Worte schrieben ( was sie für ein wundervoller Mensch war etc) , bedeuteten mir tausend mal mehr, die habe ich heute noch--die von den Kollegen ist im Altpapier gelandet. Denn, es ging nicht um MICH, es ging um meine MUTTER, denn die war tot, es ging um die Erinnerung an sie bei der Beerdigung, nicht um Trost für mich. Ich wollte keinem leid tun, keinen Trost, keine Anteilnahme. Praktische Hilfe mit den 1000 Sachen, die zu erledigen waren, gerne! Aber eine Karte von Leuten, die nicht mal bemerken, dass meine Mutter nicht mehr auf dieser Welt ist, weil sie sie nicht kannten--hätte locker darauf verzichten können!

C2hancAe00x7


So bin ich halt nun mal.

Das ist etwas, das mich als Menschen ausmacht und diese Einstellung wird sich bei mir auch nicht ändern.

Jepp. So bist Du. Unverkennbar.

E/llxa71


Jepp. So bist Du. Unverkennbar.

;-D ]:D :-X

Mfo=ritNz27x1


... und diese Einstellung wird sich bei mir auch nicht ändern.

auch nicht, wenn du siehst, dass hier seit 10 Seiten alle Leute nicht deiner Meinung sind? (und dies auch gut begründen)

Nur: warum (wenn du so stolz auf diese Einstellung bist) warum zum Teufel machst du dann hier überhaupt diesen Faden auf ???

dFanaxe87


alias

Es liegt in der Natur des Sache das du es nicht sonderlich zwanghaft findest, aber du darfst mir glauben (und es im Verlauf dieses Threads gerne nachlesen) auf andere wirkt es schon zwanghaft wenn man so verbissen einen Zusammenhang von zwei Geschehnissen konstruieren möchte.

K9ü<hlesblhondes


Alias, mach es. Du hast schon recht. So etwas, so eine heillose Ungerechtigkeit muss scho – nungs – los aufgeklärt und aufgedeckt werden. Also wirklich. Das geht nun echt nicht, dass eine Kollegin, ein Kollege, der, nachdem Du vor fünf Jahren OHNE KONDOLENZKARTE, nur mit diesen läppischen persönlichen Kondolenzen abgefertigt wurdest, einfach eine Karte bekommt. EINE KARTE. VON DEN KOLLEGEN. MIT UNTERSCHRIFTEN DRAUF. Und Du hast keine bekommen. Ich würde durchdrehen...echt. Gut, derdiedas Kollege hat seinen Partner verloren, den vielleicht andere Kollegen durch gemeinsame Aktionen auch kannten...aber HIER GEHTS DOCH UMS PRINZIP!! Es geht doch nicht um die Karte, die neidest Du ja gar nicht. Und da bist Du auch nicht böse drum. Es geht um Gleichbehandlung. Es geht doch nur um Gerechtigkeit. Du willst doch gar nichts, was Dir nicht zusteht. Vollkommen verständlich. Ich würd an die Chefetage schreiben und mich beschweren an Deiner Stelle. Das kann man gar nicht hoch genug aufhängen.

:)^

KPühlesblAondexs


Ganz ehrlich, ich würde die Kollegen auffordern sich zu entschuldigen und dann noch einmal zu sammeln. Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass die für andere etwas geben und für Dich nicht.

Vielleicht gibt es sogar die Chance, dass sich die Chefetage mit einem Strauss Blumen bedankt. Wennschon wennschon. Ich würd jetzt echt durchziehen. Aber Du hast gute Chancen, die fühlen sich sicher schon total schlecht, nachdem sie einfach für jemanden anders gesammelt haben. Ich wette, Du rennst nur offene Türen ein. Die wissen schon, dass sie sich total asozial benommen haben. Deswegen werden Sie Dir auch in Zukunft aus dem Weg gehen, weil sie so ein schlechtes Gewissen haben....

DTie-Kru9emi


aber ich hatte einfach schon immer ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und Ungerechtigkeiten jeglicher Art (v.a. unmittelbar erlebte) haben mich schon immer gestört und in mir das Bedürfnis hervorgerufen, diese entweder aus der Welt zu schaffen oder wenn das nicht geht, sie zumindest anzuprangern.

So bin ich halt nun mal.

Das ist etwas, das mich als Menschen ausmacht und diese Einstellung wird sich bei mir auch nicht ändern.

Oh nein, nein, nein und nochmals nein! Jemand mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, was sich ja total positiv anhört, ist jemand, der zusieht, dass alle gleich behandelt werden. Du bist getrieben von dem Zwang, dass DU nicht zu kurz kommst und andere irgend etwas erhalten haben, und du leer ausgegangen bist. Bei dir zentriert sich das Streben nach Gerechtigkeit auf DICH. Und das ist ganz und gar nicht positiv. Solltest du in Westdeutlschland geboren sein, hast du bestimmt den Ostdeutschen auch das Begrüßungsgeld geneidet und nicht verstanden, wieso du es nicht auch bekommen hast – immerhin wohnst du ja im ehemal. Zonenrandgebiet oder bist mal durch den Osten gefahren oder oder oder......

Alias 689215


@ Moritz271

Ich schrieb "in letzter Zeit", weil ich es selbst erst seit kurzem mitbekommen habe.

Wie lange es tatsächlich schon so gehandhabt wird, ohne daß ich es vielleicht wußte, kann ich nicht sagen.

@ bellagia

Nach dieser Logik müsste man sich ja nach jeder Änderung der Gesetze ungerecht behandelt fühlen.

Im Grunde ja. Zumindest teilweise.

Und es gibt auch mehr als genug Leute, die sich so fühlen.

Je nach dem, inwiefern man eben von einer solchen Änderung negativ betroffen ist.

@ Kleio

Warum sollte ich persönliche Dinge automatisch jedem mitteilen? Ich bekomme 2 Tage glaube ich frei, bei näheren Verwandten oder direkten Familienmitgliedern, wie Du es schreibst. Das sage ich in der Personalabteilung und die hat Schweigepflicht.

3 Tage sind es (zumindest in Deutschland), aber egal.

Ja, die Personalabteilung hat Schweigepflicht.

Aber nicht gegenüber der Geschäftsleitung.

Wie sonst hätte es in diesem Fall der Chef erfahren?

Denn meine Kollegin hat sicher nicht direkt bei ihm angerufen, sondern beim Personaler.

Er muß ja auch den Sonderurlaub verbuchen.

Aber nochmal meine Frage:

Es geht jetzt nicht um Schweigepflicht und um "mitteilen müssen" oder nicht.

Mich interessiert, wie du diese starken Trauergefühle, die der Tod eines von dir geliebten Menschen sicher auch bei dir auslöst, vor deinen Kollegen so komplett verbergen willst.

Mit deinen unmittelbaren Kollegen redest du dich sicher auch mal ein wenig über Privates, auch wenn es nur Smalltalk ist.

Über deine Eltern, deinen Partner, deine Kinder (falls vorhanden).

Wer kann sich da schon komplett verschließen, ohne als komischer Sonderling betrachtet zu werden?

Klar läßt der eine mehr, der andere weniger raus.

Aber egal in welcher Firma ich bisher war, es ist noch nie vorgekommen, daß ich von meinen unmittelbaren Kollegen nicht ein Minimum an privaten Details gekannt habe.

Und sie über mich natürlich auch.

Stirbt also nun jemand aus der Familie und du kommst mit deinen Kollegen mal wieder auf diesen Menschen zu sprechen, dann kannst du doch nicht einfach so tun, als würde er noch leben.

Das meinte ich damit und da frage ich mich eben, wie du das so komplett verheimlichen willst. Zumindest vor deinen unmittelbaren Kollegen.

Cmhoupett6e_F0innxian


Himmel, Kühlesblondes, so wie der TE drauf ist nimmt der dich ernst! Ich wette morgen steht die Geschichte in der Bild...

"Wahnsinniger meuchelt komplette Chefetage für Kondolenzkarte" oder so...

Alias 689215


"Wahnsinniger meuchelt komplette Chefetage für Kondolenzkarte" oder so...

Jaja, mach dich nur lustig!

Das sagt viel aus über deinen Intellekt!

Dli(eKruAemui


3 Tage sind es (zumindest in Deutschland), aber egal.

falsch. Im BGB ist nur von angemessenem Zeitraum oder so die Rede, im ö.D,TV sind es 2 Tage, es wird unterschiedlich gehandhabt; 1-3 Tage sind bei Tod eines Elternteils der Rahmen.

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