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Kondolieren unter Arbeitskollegen

menVef


Natürlich kann ich es, aber dennoch darf ich es doch unschön finden, daß das bei mir damals nicht so gemacht wurde.

Sicher darfst du es unschön finden. Du hast aber ausdrücklich geschrieben, dass du es nicht nur schade findest, dass du nichts bekommen hast, sondern dass du deshalb auch überlegst, dich bei anderen auch nicht zu beteiligen. Das hieße im Umkehrschluss, dass du nur gegen vorangegangene Gegenleistung kondolierst, was dem Gedanken des Kondolierens aber nicht mehr gerecht würde.

Aber auch an dich die Frage: Welche Rolle spielt das in diesem Zusammenhang?

Eine sehr große. Wenn dieses Kondolieren+Sammeln damals eher angedacht war und noch in den Kinderschuhen steckte, hat das womöglich nichts mit dir zu tun oder wer in deiner Familie verstorben ist (Vater oder Partner). Wenn das damals schon konsequent so gehandhabt wurde, jede Witwe bzw. jeder Witwer bedacht wurde, nur du nicht, hat es schon eher was mit dir zu tun und könnte Grund sein, es persönlich zu nehmen.


Dass es nie das gleiche ist, ob Eltern, Kinder oder Ehepartner sterben ist klar. Nur weil es aber anders ist, finde ich es absolut unangemessen, es auch in schlimm und weniger schlimm zu unterscheiden :|N

Hwasen=reiccxh


Hallo,

also ich persönlich glaube weniger, dass es damit zu tun hat, ob nun ein Elternteil oder Partner gestorben ist.

Ich würde es so sehen:

Warum hast Du nicht einfach schon 30 Jahre früher gelebt? - Ganz einfach weil Du da noch nicht geboren warst.

Und so ist es auch beim Kondolieren mit der Karte: Der Gedanke daran war zu der Zeit, als Dein Vater gestorben war noch nicht geboren - dh. irgend ein Kollege hat irgendwann die Idee gehabt, gemeinschaftlich mit dem gesamten Kollegenkreis mit einer Karte zu kondolieren - und seitdem ist dies nun üblich - das hat nichts mit Dir oder der Art des Verlustes zu tun!

Und das sollte es im übrigen auch nicht! - Ich persönlich bin dagegen dass man Trauer nach Verlustart "wertet" und "aufwiegt" - das verletzt und schließt einen anderen aus, der um seinen Vater oder Mutter genauso trauern kann wie jemand um seinen Partner oder das Kind. Und vor allem sollte man dies demjenigen auch nicht zu spüren geben!

Wobei ich dies in Deinem Fall nicht glaube, dass da "gewertet" wird - die Idee dafür war einfach noch nicht vorhanden, deshalb wurde es (noch) nicht gemacht.

Von daher würde ich mich ohne Wenn und Aber an der Unterschriften- und Sammelaktion beteiligen. - Und dies im Kollegenkreis ansprechen halte ich für sehr unklug, denn auch dies ist wiederum tief verletzend für die betreffende Kollegin, die ja gar nichts dafür kann - wie oben ja schon jemand erwähnt hat. Und auch, wenn diese Kollegin nicht anwesend ist, kann es doch über Umwegen zu ihr gelangen und sie ebenfalls tief verletzen.

R#heKlxia


Es tut mir leid, dass du dich zurück gesetzt fühlst.

Ansorechen würde ich es auf keinen Fall. Egal was die Kollegen dir antworten würden, würdest du es wohl nicht akzeptieren.

Was sollen sie auch sagen? Tut uns leid, dass wir vor dir vor 10 Jahren nicht mit Karte kondoliert haben?

Lass es ruhen, triff eine Entscheidung, ob du dich aktuell beteiligen möchtest.

Alles andere wird das Verhältnis zu den Kollegen vergiften. Es sei denn, das ist dir egal.

SWhojxo


Fühlst Du Dich, als wäre der Tod Deines Vaters von anderen als Nebensächlichkeit empfunden worden?

Nein, keineswegs.

Aber jetzt rückblickend empfinde ich es nicht ausreichend gewürdigt, wenn man nun den ganzen Tamtam mit Karte macht, aber es damals bei mir nicht gemacht hat.

Das empfinde ich schon als zwanghaft.

Würdest du dich nicht gekränkt und benachteiligt fühlen, wenn man plötzlich anderen etwas zugesteht, das man dir früher in gleicher Situation nicht zugestanden hat?

Wenn Du es so schwammig ausdrückst, passen alle möglichen denkbaren Situationen dazu, die Frage ist also in dieser allgemeinen Form nicht zu beantworten, weder mit ja noch mit nein. In der von Dir geschilderten Situation käme ich nicht auf die Idee, mich gekränkt und benachteiligt zu fühlen. Käme mich der Anflug an, würde ich freundlich, aber etwas tadelnd zu mir sagen: "Huch, Shojo, wasn mit dir los? Reiß dich mal am Riemen, du albernes Ding." Ich empfände diese meine Reaktion nämlich als ausgesprochen unangemessen. Hat man manchmal, so wüst aufflammende Gefühle, die ein bisschen absurd sind, das ist auch okay, aber ich finde es wichtig, dass man in der Lage ist, sie ins richtige Verhältnis zu setzen.

SChojCo


Noch mal zum Unterschied: Wenn mir ein Kollege, also Du, bei so einer Gelegenheit etwas verwundert sagen würde: "Puh, mir fiel das mit der Karte irgendwie schwer, ich hab mich ganz eigenartig verletzt gefühlt, weil ich damals keine Karte bekommen habe – ich weiß nicht, was genau mir da in den falschen Hals gerutscht ist", dann würde ich das verstehen, da wäre alles gut. Würde er sagen: "Ich habe damals keine Karte bekommen und bin sehr verletzt – da wäre eine Entschuldigung angebracht!", dann würde ich diesen Kollegen eine ganze Weile mit einiger Vorsicht betrachten, weil ich ihn für auf sehr unangenehme Weise verschroben hielte, und mich mit großer Wahrscheinlichkeit innerlich deutlich von ihm distanzieren.

S9chm:idtxi70


Es tut mir leid, dass Du Deinen Vater so früh verlieren musstest.

Ich wäre vielleicht im Nachhinein traurig, wenn ich das Gefühl hätte, über meinen familiären Verlust wäre einfach so hinweggegangen worden. An der Karte würde ich mich jetzt nicht hochziehen. Es ist nun mal so, dass sich Bräuche in Firmen irgendwann einbürgern, neu dazukommen oder auch wieder einschlafen. Und Irgendwer ist immer der, der entweder noch nicht oder nicht mehr in den "Genuß" bestimmter Gepflogenheiten kommt. Daraus würde ich aber nicht zwingend ableiten, dass ich meinen Kollegen weniger wert bin....

Ich kenne das persönlich übrigens überhaupt nicht, dass man Geld in eine Kondolenzkarte einlegt...

sIamplxe


shojo – sehr wahre und sehr weise worte bzw. werte, zudem erfrischend unkonventionell rübergebracht.

an den te: du kannst nach außen getragenes mitgefühl/mittrauer nicht erzwingen, schon gat nicht rückwirkend. und wer garantiert dir, dass diese kondolenzkarten wirklich aufrichtig gemeint sind. mir wäre eine wirklich ernst und aufrichtig gemeinte persönliche geste deutlich wichtiger als eine von x kollegen unterzeichnete karte.

Alias 689215


Mit dem Partner der Kollegin hast du zwar nichts zu tun, indirekt aber schon, weil der Partner ein Teil ist von ihr. Die andere Hälfte eben. Für andere gehört ein Paar halt zusammen.

Für mich auch, aber das ändert nichts daran, daß ich ihren Mann kein bißchen kannte, ihn noch nie persönlich kennengelernt habe und daher zu ihm genauso wenig einen Bezug hatte wie sie zu meinem Vater.

Glaube ich gerne, aber normalerweise sterben die Eltern ja vorher und das Ehepaar bleibt zusammen.

Was normalerweise ist oder nicht, ist doch bei einem individuellen Trauerfall nicht von Interesse. Deswegen kann man doch um ein Elternteil genauso trauern wie um einen Partner.

Wenn der Kollege seinen Partner verliert, dann gehört die Kondolenzkarte zu einer offiziellen Sache die man einfach macht. Eine Karte beim Verlust des Elternteils ist eine persönliche Sache, es ist nicht üblich für die Kollegen dort offiziell eine Kondolenzkarte zu überreichen.

Sagst du.

Wo steht das, wann man offiziell mit Karte kondoliert und wann nicht? Und was würde dagegen sprechen, auch einem Kollegen, der einen Elternteil verloren hat, mit einer Karte zu kondolieren?

Ich finde beides gleichermaßen üblich oder unüblich, wie man es nehmen will.

Wenn das damals schon konsequent so gehandhabt wurde, jede Witwe bzw. jeder Witwer bedacht wurde, nur du nicht, hat es schon eher was mit dir zu tun und könnte Grund sein, es persönlich zu nehmen.

Das weiß ich eben nicht, weil es außer dem Tod meines Vaters seitdem keine weiteren vergleichbaren Todesfälle mehr in meinem unmittelbaren Kollegenkreis gegeben hat.

Und dies im Kollegenkreis ansprechen halte ich für sehr unklug, denn auch dies ist wiederum tief verletzend für die betreffende Kollegin, die ja gar nichts dafür kann – wie oben ja schon jemand erwähnt hat. Und auch, wenn diese Kollegin nicht anwesend ist, kann es doch über Umwegen zu ihr gelangen und sie ebenfalls tief verletzen.

Ich werde es vielleicht so machen, daß ich das nur bei unserer dienstältesten Kollegin mal ansprechen werde. Diese ist schon seit fast 30 Jahren in der Firma und die müßte es eigentlich am besten wissen, ob das vor meiner Zeit auch schon so üblich war. Und ich gehe mal davon aus, daß sie mir die Wahrheit sagt, denn sie ist eigentlich eine sehr ehrliche Person und ich habe ein gutes Verhältnis zu ihr. Und sie würde das auch nicht an die anderen Kollegen weitertragen, weshalb ich ausschließen kann, daß es die betreffende Kollegin auch mitbekommen würde.

Daß sie das tief verletzt, würde ich aber trotzdem nicht für angebracht halten, denn sie selbst ist auch schon lange in der Firma und hat die Sache mit dem Tod meines Vaters damals ja auch mitbekommen.

Wenn ich mich also jetzt an der Karte und der Sammelaktion beteilige, aber lediglich hinterfrage, warum das damals bei mir nicht gemacht wurde, dann halte ich das durchaus für legitim und sehe keinen Grund darin, sich verletzt zu fühlen. Denn wenn sich jemand verletzt fühlen müßte, dann wäre es ja eher ich und nicht sie. Denn bei ihr wird ja gesammelt und sie bekommt eine Karte.

und wer garantiert dir, dass diese kondolenzkarten wirklich aufrichtig gemeint sind.

Niemand, aber darum geht es ja nicht.

Wer garantiert mir bei einer persönlichen Kondolenz, daß diese wirklich aufrichtig gemeint ist?

Persönlich wird ja so oder so kondoliert, egal ob mit oder ohne Karte.

Man begegnet dem Kollegen schließlich und muß dann ja auch irgendwas sagen und kann nicht so tun, als wäre nichts, weil man schon in der Karte unterschrieben hat.

mir wäre eine wirklich ernst und aufrichtig gemeinte persönliche geste deutlich wichtiger als eine von x kollegen unterzeichnete karte.

Richtig, aber diese Aufrichtigkeit kann man so oder so nicht erzwingen, egal ob mit oder ohne Karte.

Darum halte ich von diesen Karten, zumindest im Kollegenkreis, sowie nicht besonders viel, wie ich ja schon eingangs erwähnt habe.

Nur wenn, dann eben bei allen oder gar nicht.

Das ist mein Fazit daraus und ich werde schon noch herausfinden, warum ich damals nicht bedacht wurde.

GlibNic{htAxuf


Nehmen wir mal an dein Vater ist vor 2 Jahren verstorben, damals gab es keine Kondolenzkarten unter den Kollegen.

Vor einem Jahr dann starb ein Angehöriger eines Kollegen und plötzlich hatte jemand die Idee "Lasst uns doch eine Karte kaufen und Geld sammeln".

Vielleicht weil er mit dem Kollegen besonders befreundet war oder einfach weil er in der neuen Brigitte gelesen hat, dass das so angebracht ist.

Ich finde eine Gedanken etwas befremdlich und würde dir raten, das Ganze ruhen zu lassen.

c5laiKret


Das ist mein Fazit daraus und ich werde schon noch herausfinden, warum ich damals nicht bedacht wurde.

Wurdest du denn überhaupt nicht bedacht, d.h. auch kein persönliches Kondolieren, kein Wort? Oder geht es wirklich bloß um diese, Entschuldigung, blöde Karte?

In meiner Familie haben einige seit ein paar Jahren die französische Begrüßung mit Wangenküsschen übernommen. Genau gesagt: Seit mein Mann (er ist Franzose) in der Familie ist. Das heißt nicht, dass wir uns vorher nicht begrüßt hätten, nur eben anders.

Bräuche verändern sich. Aber ob Worte oder Karte, die Intention war dieselbe.

Dfi+eKruexmi


Als nämlich vor schon etwas längerer Zeit mein Vater verstorben ist, hat man mir sicher auch die Anteilnahme zum Ausdruck gebracht, aber eine Karte habe ich nicht bekommen und gesammelt wurde da auch nicht.

sie haben dir ja persönlich kondoliert. Karten schreibt man ja, wenn man nicht persönlich kondolieren kann. Es sei denn, man will Geld beilegen. Es beim persönlichen Kondolieren unverpackt dem Trauernden einen Geldschein oder ein paar Münzen in die Hand zu drücken, macht man nicht, also gibt es dann die Karte dazu. Und das Geld gibt man traditionell für die Grabpflege, und dafür ist der Ehepartner zuständig. Man gibt ja kein Geld i eine Kondolenzkarte, damit der Trauernde sich ein Eis kaufen kann.....

also, kein Geld-keine Karte, wenn persönliche Kondolenz erfolgt ist. alles fein nach Knigge :-)

BGruxmmb.ienxe


Ich kenne das auch nur so, dass die Hinterblienen Geld bekommen, die auch für die Kosten vom Leichenschmaus aufkommen müssen.

BJrum4mbixene


Hinterbliebenen*

C1r_ankx1


Bei allem Verständniss und auch Mitgefühl für deinen Verlust, so irritierst Du mich schon sehr, dass Du hier solch eine Frage stellst, die ich ja noch nachvollziehen kann, aber Deine Beweggründe , als auch die von Dir erwünschte Nachfrage, mit einer gewünschten Entschuldigung, würde mir selber nicht einmal im Traum einfallen.

Wenn Du das wirklich ansprechen möchtest, dann bin ich mir relativ sicher, dass das nicht ohne gänzliche Folgen bleiben wird, also in erster Linie für Dich, da es sicher dann so aufgenommen wird, wie auch hier im Faden bereits geschehen.

Ob Du Dir da selber wirklich was gutes tust? ":/

Jeder kann und soll auch selber entscheiden, ob man sich an etwas beteiligt und was spendet oder nicht, aber nun dieses Thema dann anzusprechen, eine Entschuldigung und Erklärung erwarten, warum es nun damals nicht so war, ist absolut sowas von daneben und hat sicher einen ganz anderen Effekt, als Du Dir jetzt selber vorstellen kannst und wirklich bringen wird Dir das auch nichts ausser Getuschel hinter Deinem Rücken, was das ganze überhaupt soll!

Du hast eindeutig ein Problem und das liest man hier auch sehr gut raus, was Du auch selber genau weißt, deshalb ja auch Dein Alias.

Du wirst vielleicht sogar Antworten erhalten, aber ob Dich diese dann wirklich zufrieden stellen, bezweifle ich, aber gewiss sehen Dich Deine Kollegen irgendwie mit anderen Augen.

Wie auch immer, mach es oder lass es, aber mein Tipp; Lass es, um Euer aller Willen, da es Dir aber auch garnichts bringt, also nichts positives, sei Dir Gewiss.

DBiPeKr2uemi


und ich werde schon noch herausfinden, warum ich damals nicht bedacht wurde.

a) weil man es nur bei verstorbenen Ehepartnern macht wg Karte als Geldverpackung

b) weil man es damals noch garnicht gemacht hat

Oder welchen perfiden Grund vermutest du? dir geht es doch nicht um einen Grund, sondern dass du es doof findest, dass du keine Karte bekommen hast-egal, aus welchen Gründen.

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