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Mein Papa wird bald sterben, und wir müssen es ihm sagen

fhaith94x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

vor 3 Tagen ist unsere Welt zerbochen. Meine Mama und ich haben vom Arzt erfahren, dass mein Papa (52 Jahre) Pankreaskrebs im Endstadium mit Metastasen in der Lunge und in der Leber. Es gibt keine Hoffnung für ihn. Mein Papa weiß das nicht. Der Arzt hat ihm nur gesagt, dass er ein paar Metastasen in der Leber hat und wir nach dem Urlaub mit der Chemo beginnen. Er ist teilweise so hoffnungsvoll, er schmiedet Urlaubspläne für's nächste Jahr und ich sterbe fast vor Schmerz und Trauer. Ich wohne relativ weit weg und kann nicht immer hier sein. Ich bin sofort her gekommen, als wir es erfahren haben. Heute ist mein Sohn von meinem Exmann gebracht worden und wir verbringen nun die Zeit hier miteinander. Mein papa hat so starke Schmerzen, er möchte aber noch kein Morphium nehmen. In einer Woche wollten wir in den Urlaub fahren. Mein Papa möchte dies unbedingt machen. Und wir unterstützen ihn, wo wir nur können. Meine Mama weint fast den ganzen Tag. Wenn wir alleine sind, sagt sie, dass sie ohne ihn nicht leben kann. Meine Großeltern ( die Eltern von meinem Papa) leben hier auch im Ort, aber sie sind schon alt und werden an diesem Schmerz selbst zerbrechen. Es muss sich um so viel gekümmert werden. Meine Mama fleht mich jeden Tag an, es meinem Papa nicht zu sagen, ihm die wenige Zeit, die ihm noch bleibt, nicht kaputt zu machen. Manchmal denke ich, dass er es schon weiß. Er sieht jeden Tag schlechter aus und ich weiß gar nicht, ob wir nächste Woche noch in den Urlaub fahren können. Ich sterbe vor Angst. Was sollen wir nur machen? Mein papa war immer mein Fels in der Brandung, mein großer, starker Bär und nun wird er immer schwächer. Er ist ganz grau und gelb im Gesicht und nimmt immer weiter ab.

Wie soll es denn nur weitergehen? Wie erträgt man das? Meine Mama sagt immerzu, dass sie es nie hätten wissen dürfen. Ihr Leben ist jetzt auch vorbei.

Mein Leben geht weiter, ich habe einen kleinen Sohn und werde weiterleben, aber meine Mama wird danach hier ganz alleine sein. Mein Herz zerbricht. Ich kann einfach nicht trösten.

Bitte, bitte sagt mir, was ich machen soll? Ich bin doch selbst noch so jung und kann die beiden einfach nicht leiden sehen. Es tut mir so unendlich weh. Ich liebe meinen Papa so sehr. Warum muss uns das passieren?

Antworten
AondDy1r60x471


tut mir leid für dich das du in so einer Situation bist aber mir fällt als erstes dazu ein was das für ein Arzt ist der die angehörigen eingehender und umfassender informiert als den Patienten.kann ich mir kaum vorstellen.

nimm die noch verbleibende zeit,nutze sie aber in Erinnerung berhalte ihn in gesundem zustand....und meist ist es auch so das man irgendwann das ende als Erlösung für den betroffenen sieht.

KeapAuzinerHkrbesxse2


@ faith47

Das tut mir sehr leid.

Es ist eine sehr schwere Entscheidung, vor der ihr steht.

Ich könnte mir vorstellen, dass Dein Papa etwas ahnt, zumindest zeitweise (zu anderen Zeiten wird er wieder Hoffnung haben) und vielleicht will er ja auch Euch nicht belasten mit seinen Sorgen?

Was haben Euch denn die Ärzte geraten? Sollt Ihr es besser nicht sagen?

Es gibt sicher gute Gründe für beide Ansichten. Meine Meinung ist, dass man es sagen sollte, wenn man glaubt, dass es für den Kranken besser ist – es also für ihn wichtig ist über alles reden zu können: vor allem über seine Ängste ....und auch über den Tod.

Eine Familie hat so die Möglichkeit auch diese letzte gemeinsame und schwere Zeit in Offenheit miteinander zu verbringen.

Ich wünsche Dir sehr viel Kraft :)* :)* :)* :)*

sdchnWecnke1x985


Ich finde es schockierend, dass sich die Ärzte vor einer Aufklärung drücken und euch diese schwere Aufgabe zuschieben! :-o >:( >:( :(v :(v

Das geht in meinen Augen gar nicht! >:( >:( >:(

Liebe faith, es tut mir so leid, dass dein Papa so krank ist. Allerdings teile ich die Einschätzung, dass ihm wohl nicht mehr viel Zeit bleibt. Gelbfärbung der Haut spricht für Leberversagen.

Ich möchte es als Betroffener auf jeden Fall wissen, wie es um mich bestellt ist. Alleine, um Abschied nehmen zu können, den Angehörigen noch einmal liebe Worte auf den Weg mitgeben zu können. Und auch, damit er über seine Ängste mit euch sprechen kann.

Faith, kennst du vielleicht den Hausarzt deines Papas, dass der mit ihm reden könnte? Ich finde es unzumutbar, dass ihr die Botschaft überbringen sollt. Eine umfassende Aufklärung ist in meinen Augen auch vonnöten, damit er sich entscheiden kann, ob er sich eine Chemo antun will. Bei Pankreas in dem Stadium würde ich persönlich absolut gegen eine Chemo votieren und lieber die verbleibenden Tage zu Hause verbringen.

Bitte achte gut auf dich :)* :°_ :°_ :)*

Vielleicht könnte der Hausarzt auch dabei helfen, für euch als Familie Hilfsangebote (z.B. Trauergruppe, Psychoonkologe) auszuloten. Denn so, wie es deiner Mama gerade geht, braucht sie auch ganz dringend Hilfe :)* Im Notfall gibt es auch Medikamente, die in den schwärzesten Tiefs etwas helfen, z.B. beim Schlafen. Nicht nur dein Papa braucht Klarheit, auch ihr braucht jemanden, der euch in dieser schweren Zeit an die Hand nehmen kann. Greift nach jeder Hilfe, die ihr kriegen könnt. Und ganz wichtig: Stelle deine Gefühle nicht hintenan. Keiner ist in der Hierarchie des Trauerns höher oder tiefer, eure ganze Familie ist betroffen.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute :)* :°_

EQhemaTliger? Nu#tzer a(>#467x193)


Die Aufklärung deines Vaters durch den behandelnden Arzt ist notwendig und wichtig. Das geht überhaupt nicht, dass er es euch als Familie überlässt diese Diagnose zu überbringen.

Fragt den Mediziner ob er das mit eurem Vater in eurem Beisein führen kann. Da treten Fragestellungrn auf, mit denen ihr als Familie überfordert sein werdet, einfach weil es nicht euer Fachgebiet ist.

Lasst euch da nicht so billig abkanzeln, dein Vater hat ein Recht darauf umfassend aufgeklärt zu werden, dass ist einer der Kernaufgaben eines Mediziners.

PBonxgo


Ach, das ist wirklich schlimm sowas.....ich glaube auch, es bricht eine Welt zusammen für den/ die Betroffenen Angehörigen, und faith47.....das wird jetzt eine ganz schwere Zeit für dich werden, du mußt sehr stark sein und du wirst zwischendurch denken, dass man das alles nicht schaffen kann. :°_ Aber, du kannst das.....du bist ein starker Mensch, ganz sicher!!! Es wird der Schmerz irgendwann erträglich werden und die Zeit...so ist es wirklich....heilt alle Wunden.... ob es nun besser ist, deinem Papa die Wahrheit zu sagen oder nicht, kann hier keiner von uns beurteilen, sondern wirklich nur ihr, die Angehörigen, die ihr ihn kennt und einschätzen könnt, was diese harte harte Realität für ihn bedeutet. Es ist auch falsch zu sagen, man muss es immer sagen...sicher, der Pat. hat natürlich ein Recht dadrauf..aber, was ist für ihn das...Beste? Schwierig....wirklich....

Gelbfärbung der Haut spricht für Leberversagen.

Das ist soo nicht ganz korrekt, obwohl es eigentlich egal ist, weil...Metastasen bei einem Pankreaskopfkarzinom......das ist einfach :-X :-X

Die Gelbfärbung der Haut kommt dadurch zustande, dass der Gallensaft nicht mehr in den Zwölffingerdarm abfliesen kann, weil ihn etwas daran hindert, Steine z.B. oder..wie hier in diesem Fall: der Tumor des Pankreas, der auf die" Vater''sche Papille", sprich die "Einmündungsstelle von Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang" in den Zwölffingerdarm ....drückt.

Der Gallensaft, der in der Leber gebildet wird staut sich also zurück, und das Abbauprodukt der roten Blutkörperchen, besser gesagt, des roten Blutfarbstoffes, der der Galle die gelbe Farbe gibt..tritt also dann ins Gewebe und dann in die Haut über....deshalb die Gelbfärbung. :-| Das ist also kein "Leberversagen" im klassischen Sinne.

Liebe faith 47..ich wünsche dir gaaaaaanz viel Kraft......und geniesse jede Minute mit deinem Papa! :)* :)* @:) @:)

-;vietnaxmesin-


Erstmal tut es mir schrecklich Leid für euch!!!

Ich kann mir nicht vorstellen das die Ärzte es ihm nicht gesagt haben. Ich stelle mir eher vor das ihr alle nicht mtieinander darüber gesprochen habt, ihr euch nicht traur, was verständlich ist. Aber bei so einer Diagnose, wird wohl kaum ein Arzt es dem Patienten verheimlichen, ausserdem denke ich das dein Papa sicher selbst schon gefragt haben wird, dass würde doch jeder tun, wenn man mit dem Ärzten über den weiteren Verlauf redet.

Das er nun in einem Sterbeprozess ist, ist normal, man will es nicht wahrhaben, lies die mal im Internet die Phasen des Sterbens durch, dann weisst du was ich meine. Darum auch seine Pläne für nächstes Jahr usw.

Ihr denkt das er es nicht weiss, aber ich denke er weiss es.

Ich wünsche euch sehr viel Kraft für die kommende Zeit, man zerbricht daran ja sicher, aber man steht irgendwann auch wieder auf, sicher :)* @:)

f~ai=thx47


Vielen Dank für eure Antworten. Ich glaube, dass der Arzt selbst überfordert war. Wir wohnen auf einem Dorf und jeder kennt jeden. Der Arzt ist quasi mit uns groß geworden. Mein Papa ist schon ewig dort in Behandlung und auch mich kennt der Hausarzt sehr gut. Er hat Tränen in den Augen gehabt, als er es mir gesagt hat. Er sagte mir offen und ehrlich, dass er es nicht übers Herz gebracht hat, es meinem Papa zu sagen. Natürlich ist das nicht professionell, aber ich kann ihn verstehen. Wie soll man sowas auch überbringen? Ich bin aktuell froh, dass mein Papa es noch nicht weiß. Gerade geht es ihm ganz gut. Er sitzt auf der Couch und trinkt mit meinem Exmann ein Bier und wir unterhalten uns über vergangene Urlaube und er macht Pläne für nächstes Jahr.

Meine Mama sitzt mit Tränen in den Augen daneben. Ich versuche irgendwie alles nicht zu nah an mich heran zu lassen, weil ich funktionieren muss.

Ich habe eute kurz, als mein papa nicht da war, die Unterlagen durchgeschaut. er hat sein Leben lang alles gut geordnet, wir werden danach also alles finden.

Gestern habe ich mit einem Palliativ-Team telefoniert. Die haben gesagt, wenn mein Papa es weiß, kommen die gern zu uns nach Hause und stellen sich vor. Mein Papa wird entscheiden müssen, ob er zu hause oder in einem Hospiz sein will. Dort gibt es wohl auch Seelsorger. :°( Ich kann mich kaum zusammen reißen. Wie kann man es nur aushalten, seinen Papa beim Sterben zusehen zu müssen?

Wir haben schon irgendwelche Beruhigungsmittel bei uns zu Hause, aber ich werde so arg benommen davon, das kann ich nicht nehmen. Ich bin groß und sehr schlank, mich haut das so um.

Wir oder ein Arzt wird es meinem Papa wohl früher oder später sagen müssen, aber gerade ist noch nicht die Zeit gekommen.

Ich liebe ihn so sehr. :°(

Myadam`e ChZarentoxn


Natürlich ist das nicht professionell, aber ich kann ihn verstehen.

das was der Arzt da macht ist verboten, der erste der sowas erfahren muss ist der Patient – und dass ausschließlich vom Arzt!

es ist übrigens nicht zu raten dass ihr die Aufklärung macht – wenns nicht anders geht solls ein anderer Arzt machen, aber nicht ihr!! außerdem versetz dich mal in deinen Vater: er wird von euch erfahren dass er stirbt, und dass ihr das schon länger wisst.........sry aber das geht gar nicht!

EGhema;liger? Nutzert (#y467193x)


Wir oder ein Arzt wird es meinem Papa wohl früher oder später sagen müssen, aber gerade ist noch nicht die Zeit gekommen.

Nachdem das euer langjähriger Hausarzt ist, wende dich an ihn und frag ihn ob er einen Hausbesuch machen würde, wo ihr dann auch alle dabei seid und man die Situation besprechen kann.

Schlechte Diagnosen überbringen ist immer schwierig, aber darauf wird man schon im Rahmen des Studiums vorbereitet.

Bitte lasst euch da, eurem Vater zuliebe, alsbald etwas einfallen wie ihr das handhaben wollt und wartet nicht ewig zu. Dein Vater hat ein Anrecht darauf über seine Diagnose informiert zu werden, auch im Hinblick des weiteren Ablaufs und der Möglichkeiten (Hospiz etc).

H`arufkQies


@ te

erstmal, tut es mir wirklich leid und ich wünsche euch alle kraft. ich hoffe, dass es von seinem gesundheitszustand noch möglich ist, dass ihr den urlaub nächste woche antreten könnt. vielleicht solltet ihr aber schon mal schauen, was es vor ort für möglichkeiten gibt, falls es deinem papa schlechter geht und er zbsp. doch morphin benötigt. (also schauen, was für krankenhäuser in der nähe sind, oder ein niedergelassener onkologe usw.). sonst schließe ich mich schnecke an, sucht und gönnt euch hilfe in dieser unglaublich schweren zeit.

aber mir fällt als erstes dazu ein was das für ein Arzt ist der die angehörigen eingehender und umfassender informiert als den Patienten.kann ich mir kaum vorstellen.

ist es denn sicher, dass der arzt es ihm nicht gesagt hat? ein verdrängen und nicht wahrhaben wollen ist nicht ungewöhnlich nach solch einer diagnose. ebenso das klammern an jeden strohhalm, dass schicksal vielleicht doch noch besiegen zu können. vielleicht versucht er auch seinen lieben gegenüber optimistisch zu bleiben, um sie zu schonen.

manchmal klärt man in so einer situation auch erstmal soweit auf, wie der patient fragen stellt und lässt ihm sein eigenes tempo. generell sollte man ihm die prognose natürlich nicht verheimlichen, damit er zeit hat sich zu verabschieden und vielleicht noch dinge zu klären, die ihm wichtig sind.

H\aruxkies


Er sagte mir offen und ehrlich, dass er es nicht übers Herz gebracht hat, es meinem Papa zu sagen.

das hatte ich noch nicht gelesen.

aJutuZmn-xlike


Das Palliativ-Team wird sicher einen Arzt haben, der es deinem Vater sagen kann. Auch, wenn es hier viele nicht glauben können, dass es deinem Vater nicht gesagt wurde. Das war leider bei uns auch so. Die Klinikärzte sagten ihm nichts. Wir kämpften dann um einen Platz auf der Palliativstation und dort meinte die Ärztin, dass wir es ihm sagen sollen.

Wir sagten gleich, dass wir das nicht übernehmen werden und er hat es dann von der Ärztin erfahren. Er hat ein Anrecht darauf.

Aber offenbar sehen es manche Ärzte leider anders.

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Mein Partner hat die Übersetzung von "palliativ" von einem jungen Arzt in der Facharztausbildung erfahren, dem es irgendwie rausrutschte. In den Arztgesprächen mit dem leitenden Oberarzt (und wir hatten als Angehörige, als auch mit dem Patient einige davon) wurde das nie thematisiert. :(v

Mein Partner hat es zwei Tage mit sich alleine herumgetragen, bis er uns alles erzählen konnte :°( Es auf diese Weise zu erfahren finde ich einfach nicht korrekt. :|N :(v :°(

sacIhnec2ke19x85


PS: Mein Schatz war da selber erst knapp 20 und nach Bestrahlung, OPs und Schmerzen nur noch am Ende. Und dann der kleine Kommentar "Sie wissen ja, das das unheilbar ist?!". Ich fand das einfach unfair, zumal wir Angehörige auch zu jeder Tages- und Nachtzeit an seinem Bett waren und ihm in einem regulären Gespräch hätten beistehen können :°( :°(

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