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Mein Papa wird bald sterben, und wir müssen es ihm sagen

rxatloqs0x1


das ist gut, dass dein papa aufgeklärt wird.

vielleicht hat er noch gewisse wünsche, irgendwelche dinge zu regeln oder sich auf seine art zu verabschieden.

ganz viele :)* :)* :)* für dich, deinen papa und alle anderen angehörigen.

fDaitxh47


Meine Mama sagte zu mir, wenn mein Papa diese Diagnose erfährt, wird er sich entweder ins Bett legen und auf seinen Tod warten oder sich umbringen.

Ich habe Angst vor diesem Tag. Wie kann man sich nur so hilflos fühlen?

C]omrxan


Meinst du, ihr haltet die Woche Urlaub noch durch, wenn es dein Vater ohnehin ahnt? Er würde diese Zeit mit euch sicher ganz anders gestalten, wenn er weiß, wie es aussieht.

Übelkeit gibt es von Morphiumpräparaten eigentlich keine, außer eben der Benommenheit. Das kann aber am Schluss ein Segen sein. Die Dosis muss ja erst einmal nur so hoch sein wie nötig.

Übelkeit wäre bei Chemo oder Bestrahlung zu erwarten. Ich habe dir ja schon per PN einige Tipps hierzu geschickt wie Reishi-Präperate.

Es ist wichtig, dass ihr ihm eine angenehme Zeit macht und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Dazu gehört auch der Urlaub.

Fühl dich gedrückt. :°_

slunshxiney


Tut mir leid, ich wünsche Euch viel Kraft !

Ich bin doch sehr verwundert das der Arzt ihm nicht die Wahrheit gesagt hat, das ist doch den Angehörigen nicht zuzumuten.....wie soll man das jemanden nahestehenden erklären, schrecklich.

Ich würde es dann so belassen, würde nichts sagen...Schmerzen sollte er nicht aushalten müssen, es gibt auch noch andere Sachen außer Morphium, verstehe nicht das euch der Arzt nicht mehr aufklärt, mein Mann hatte auch diesen Krebs, ich glaub mich zu erinnern das waren Fentanyl Pflaster, das kann man bei Bedarf dann steigern und er war davon nicht müde oder abwesend......und zur Gelbfärbung der Haut kann ich noch sagen das ist nicht gleich Leberversagen, wahrscheinlich ist die Galle verstopft.

Da kommt auch wieder einiges in mir Hoch, ich wünsche euch viel Kraft und lasst euch gut von den Ärzten aufklären, die meisten Krankenhäuser haben auch für die Angehörigen psychische Betreuung wenn ihr danach fragt.

fCait[h4x7


Vielen Dank. Je mehr wir darüber nachdenken, desto wütender werden wir auch über das Handeln des Hausarztes. Er sagt uns in 10 Minuten, dass mein Papa sterben wird und wir dürfen uns um alles weitere kümmern. Hätte ich nicht um Schmerzmittel gebeten, hätten wir noch nicht mal diese jetzt für meinen Papa.

Ich habe nun am Freitag einen Termin bei der psychoonkologischen Betreuung in dem Krankenhaus, wo er behandelt werden soll.

Zu allem Übel hat sich mein Papa nun auch noch eine Erkältung eingefangen und es geht ihm wirklich nicht gut. Ich habe sehr Bauchweh, wenn ich daran denke, dass wir Samstag in den Urlaub fahren wollen. Ich würde so gern alles absagen...aber es ist sein größter Wunsch.

Meine Mama weint in jeder freien Minute. Dieses aktuelle Dahinleben ist kaum auszuhalten.

Sbt ufenz:aehler


Hallo, hab das leider auch gelesen. :-( Schlimm, aber nicht zu ändern.

Ich wollte nur sagen, wenn dein Vater in dem Zustand noch in den Urlaub will, weiß er ohnehin, daß es der letzte sein wird. Da braucht ihr auch nicht mehr darüber zu reden. Es wird nämlich auch so sein, daß er es nicht fertig bringt, mit euch darüber zu reden, also laßt es einfach.

Morphium wird man auch kaum einem Patienten verabreichen, bei den Heilungsaussicht besteht. Versucht lieber, die letzte Zeit so angenehm und schmerzfrei wie möglich für ihn zu gestalten.

hoenrHysmduxm


Meine liebe faith, ich bin gerade durch Zufall auf deinen Faden gestossen. Auch wenn es wie eine Floskel klingt: es tut mir so leid für euch! Das muss eine so schwere Zeit sein.

Leider bin ich auch schon oft mit dem Thema Tod und Krebs konfrontiert worden. Aktuell ist auch meine Mutti in palliativer Behandlung.

Meine Tante starb sehr jung an Darmkrebs und mein Stiefvater starb am CUP-Syndrom. Diese Situation, dass der Kranke selbst nicht weiß, was los ist, kenne ich nicht. Allerdings war es bei meiner Tante so, dass man ihr reinen Wein eingeschenkt hat aber sie war immer der Meinung, dass die Ärzte falsch liegen. Das war auch eine harte Zeit. Man sah sie immer schwächer werden, sie konnte immer weniger, aber sie war sich sicher, dass sie alles besiegen würde und plante die nächsten Jahre. Das war sehr bitter.

Ich finde es sehr wichtig, dass dein Vater alles zeitnah erfährt. Schonend geht es sowieso nicht. Eure Welt wird zusammen brechen. Danach wird niemand -auch du nicht- mehr wissen, wie man richtig mit deinem Vater umgeht. Daher bereite dich schon jetzt darauf vor damit die letzte Zeit nicht verkrampft wird oder -so blöd es klingt- aufgrund von Berührungsängsten oder Kommunikationsproblemen irgendwie anders verläuft als eurer bisheriges Leben, was den Umgang untereinander betrifft.

Mich würde interessieren, wohin ihr in den Urlaub fahrt; ist dort eine medizische Versorgung gewährleistet für den Fall dass es deinem Vater unerwartet schlechter gehen sollte?

Weiß denn zufällig jemand, was ich noch alles rezeptfrei besorgen könnte, falls es meinem papa schlechter geht? Ist mit Übelkeit oder Erbrechen zu rechnen? Ich hab solche Angst.

Rezeptfrei wird schwierig. Die Arzneimittel wirken im Allgemeinen nicht stark genug. Rezeptpflichtig hätte man da weit mehr Handhabe. Bitte doch den Hausarzt deines Vaters, MCP-Tropfen aufzuschreiben. Das wäre immerhin ein bisschen was. Die steckst du dir dann ins Gepäck für den Notfall.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Urlaub und dass ihr die Zeit noch vielleicht ein bisschen genießen könnt. Lass dich von deiner Angst nicht auffressen, auch wenn das so leicht gesagt ist.

Hast du noch Geschwister, die sich mit um deine Mutti kümmern können?

:)* :)* :)* :)* :)*

hAenr#ysmxum


Morphium wird man auch kaum einem Patienten verabreichen, bei den Heilungsaussicht besteht

Das ist nicht richtig. Auch Patienten in kurativer Behandlung bekommen Morphin. Es gibt Patienten, die jahrelang kleine Dosen zu sich nehmen (Rheumapatienten bspw.)

Sxtufenz<aehleKr


Mein Papa weiß das nicht. Der Arzt hat ihm nur gesagt, dass er ein paar Metastasen in der Leber hat und wir nach dem Urlaub mit der Chemo beginnen.

Das glaube ich nicht. Der Arzt wird mit ziemlicher Sicherheit auch mit deinem Vater Klartext geredet haben. Es wird eher so sein, daß dein Vater das an euch nicht weitergibt – aus den gleichen Gründen wie ihr auch bisher nichts gesagt habt.

h0ebnrys'mum


Das glaube ich nicht. Der Arzt wird mit ziemlicher Sicherheit auch mit deinem Vater Klartext geredet haben. Es wird eher so sein, daß dein Vater das an euch nicht weitergibt – aus den gleichen Gründen wie ihr auch bisher nichts gesagt habt.

Halte ich auch für gut möglich!

Außerdem: Hat dein Vater diese Info mit den Metastasen nicht irgendwie beunruhigt? Ich behaupte mal, dass ziemlich jeder dieser Info entnehmen kann, dass es eher schlecht aussieht oder irre ich mich? Hat er das nicht mit euch besprochen? @:)

a/utumnT-lixke


Gegen die Übelkeit im Endstadium werden keine MCP-Tropfen helfen. Bei uns hat er zu Hause pausenlos Gallenflüssigkeit erbrochen, nachdem ihn die Klinik als "normalen Pflegefall" entlassen hatte. Vom Hausarzt bekamen wir gegen die Übelkeit nur MCP-Tropfen. Zum Glück kam er nach 3 Tagen auf die Palliativ. Dort stellten sie ihn gut ein, dass er so gut wie nicht mehr erbrechen musste.

Ich wünsche dir viel Kraft. Es ist nicht einfach, aber man wächst in diesen Situationen über sich hinaus. Deine Mutter wird lernen müssen eigenständig zu werden. So hart dies jetzt klingt. Nimm ihr nicht zu viel ab. Nur so lernt sie es.

Was deinen Vater betrifft: Ich denke, er ahnt die Wahrheit. Wir waren nicht dabei, als ihm die Ärztin die Wahrheit sagte. Ehrlich gesagt, war ich froh, dass sie uns unter einem Vorwand hinausschickte. Darüber geredet hat er dann nie. Ihm blieb nach diesem Gespräch allerdings auch nicht mehr lange Zeit.

LKilaULixna


Mein Papa weiß das nicht. Der Arzt hat ihm nur gesagt, dass er ein paar Metastasen in der Leber hat und wir nach dem Urlaub mit der Chemo beginnen.

Das glaube ich nicht.

Habe ich auch nicht geglaubt. Leider habe ich erst heute live erlebt, wie meine Großmutter direkt angelogen wurde als sie nach den Ergebnissen der Untersuchung fragte. Ich wusste sie schon, die Ärztin sagte jedoch meiner Großmutter nur, dass nichts aussagekräftiges festgestellt wurde, man würde noch eine Untersuchung abwarten, aber es spräche nichts gegen eine Entlassung.

20 Min vorher hatte sie gegenüber ihrem Sohn und mir noch Klartext geredet, dass der Krebs nicht weiter behandelt wird, weil die Ergebnisse zu schlecht sind.

Sobald ich die Ärztin alleine treffe, werde ich ihr mitteilen, wie unmöglich ihr Verhalten ist. Nicht nur meiner Großmutter gegenüber, sondern auch uns Angehörigen.

EKhemaligeur NuZtze:r (#2M56x823)


Ich würde jetzt nicht auf den Arzt herumhacken. Er ist auch nur ein Mensch. Seine Aufgabe ist es, Menschen zu heilen. Der Tod eines Patienten stellt für ihn eine Niederlage dar.

Da Dein Papa, faith47, ohnehin wissen oder ahnen wird, wie es um ihn steht, solltet Ihr das Versteckspiel umgehend beenden. Nicht nur, daß noch viel zu regeln und zu klären sein wird – auch der Abschied sollte langsam eingeleitet werden.

Sehr zu empfehlen sind hier die Bücher der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler Ross (z.B.: "Verstehen, was Sterbende sagen wollen").

Menschen, die wissen, daß ihr Tod bevorsteht, haben oft ein starkes Redebedürfnis. Sie möchten Dinge, die sie oft zeitlebens vor sich hergeschoben haben, endlich klären und bereinigen. Es ist wichtig, viel Zeit mit ihnen zu verbringen, ihnen zuzuhören und auch die Dinge zu verstehen, die nicht ausgesprochen, aber oft angedeutet werden.

Ich finde es auch wichtig, zu klären, wie er selbst über den Tod denkt, ob er Angst davor hat, er ein vielleicht gläubiger Mensch ist und seelsorgerischen Beistand wünscht.

Mir fällt gerade noch ein Satz aus einem Lied ein (Shaina Noll: Everything Possible):

And the only measure of your words

and your deeds will be the love you leave behind when you're gone.

hkenr~y]smuxm


Wie sieht es aus bei Euch? @:)

fWaithC47


Hallo ihr alle,

Wir sind im Urlaub angekommen, aber so wirklich entspannend kann man es wohl nicht nennen. Meine Mama weint in jeder freien Minute und über uns schwebt das Wissen, dass es der letzte Urlaub sein wird.

Nach unserem Urlaub wird mein Papa es erfahren und ich weiß gerade nicht so wirklich, wie es dann weitergehen soll und wird. Ich möchte natürlich jede freie Minute mit ihm verbringen, aber ich brauche auch eine Pause, das merke ich jetzt schon und ich habe ja auch eine Familie, Arbeit und gewisse Dinge zu erledigen.

Mein Papa übersteht keinen Tag ohne Schmerzmittel, aber momentan helfen die noch recht gut und er hat keine weiteren Symptome. Er ist sehr stark und ich kann gerade so gar nicht einschätzen, wie viel Zeit ihm noch bleiben wird. Aktuell gehe ich davon aus, dass wir es vielleicht bis Weihnachten schaffen, aber das kann sich auch ändern, sobald er die Diagnose weiß und seinen Lebenswillen verliert. Um das weiß ich, wird passieren

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